Tasc R30
aus Schachcomputer.info, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
| TASC R30 | ||
|---|---|---|
|
© Picture by Sascha Warnemünde | ||
| Hersteller | TASC | |
| Markteinführung | 1993 (V2.2) / 1995 (V2.5) | |
| Preis | 3250 DM (1625 €) | |
| Prozessor | ARM2 | |
| Prozessortyp | 32 Bit | |
| Takt | 30 MHz | |
| RAM | 128 KB + 512 KB Hash | |
| ROM | 256 KB | |
| Bibliothek | 200.000 Halbzüge | |
| Programmierer | Johan de Koning | |
| Elo | ca. 2350 - 2380 (je nach Version) | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | 2356 (Version 2.2) 2341 (Version 2.5) | |
| Colditz | ||
| Verwandt | TASC R40 ChessMachine | |
| Zugeingabe | Figurenerkennung | |
| Zugausgabe | 66 / 81 Feld LEDs | |
| Display | achtzeilige Punktmatrix | |
| Stromversorgung | 8V / 1A (Plus innen) | |
| Spielstufen | beliebig viele | |
| Maße | Brett: 42 x 42 x 2,2 cm Modul: 21 x 16 x 7,3 cm Spielfläche: 36 x 36 cm Königshöhe: 7,5 cm | |
| Sonstiges | ||
| Schachbretter SB20 (1 LED pro Feld) oder SB30 (4 LEDs pro Feld)
Das SB 20 funkioniert nur im Zusammenspiel mit dem TASC R30/R40 Version 2.5. Hingegen arbeitet das SB 30 mit den Versionen 2.2 und 2.5 zusammen. | ||
Der Tasc R30, eine Entwicklung der holländischen Firma Tasc, gilt neben dem Resurrection und Revelation, als einer der stärksten Schachcomputer der Welt. Das Gerät basiert auf der bewährten Technologie der Chessmachine, also auf einem superschnellen ARM2 Risc Prozessor mit 30 MHz. Das Programm stammt von Johan de Koning. Der Schachcomputer besteht aus zwei Komponenten, einmal einem sehr schön gestalteten, flachen Holzsensorbrett, das Smartboard und der eigentlichen Bedienungseinheit, dem Operatormodul. Das Smartboard hat eine Spielfeldgröße von 36x36cm, die Außenkanten haben eine Länge von 42x42cm. Ähnlich wie beim Renaissance der Firma Saitek wurde das Gerät mit vier in den Felderecken versenkten LEDs ausgestattet. Diese Lösung bietet den Vorteil einer besseren Übersicht und ermöglicht auch ein natürlicheres Spiel. Die Figuren stammen von der bekannten Firma Bohemia und sind ästhetischer als die klobigen Alternativen der Konkurrenz. Ähnlich wie der Bavaria der Firma Mephisto ist das System mit automatischer Figurenerkennung ausgestattet. Das Brett erkennt automatisch, welche Figur auf welchem Feld steht. Die Figuren sind mit flachen Scheiben unterlegt, die elektronische Schaltkreise enthalten. Jede dieser Scheiben ist mit einer Informationseinheit versehen, für jede Figur gibt es einen speziellen Code. Die im Brett vorhandene Elektronik überprüft die vorhandenen Impulse ab und erkennt auf diese Weise die momentane Brettstellung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Spieler kann seine eigenen Figuren benutzen, er muß nur die Plättchen unter seine Figuren kleben. Stellungseingaben sind ein Kinderspiel, da einfach die Figuren auf das Brett gestellt werden und keine umständlichen Tastatureingaben erforderlich sind. Der Tasc R30 war der erste Schachcomputer, auf dessen Brett der Spieler völlig problemlos die Figuren ziehen oder schleifen konnte, ohne das der Rechner eine falsche Zugeingabe reklamierte.
Das Operatormodul, die Bedienungseinheit des Tasc R30, enthält den 32 Bit Risc-Prozessor, 512 KB RAM, 256 KB ROM, 128 KB akkugepuffertes RAM, das Display und die Bedienungstasten. Die Bedienung des Moduls erfolgt über eine Menüsteuerung, ähnlich dem Mephisto Vancouver. Die verfügbaren Optionen sind übersichtlich dargestellt, der Cursor wird mit den Pfeiltasten auf den gewünschten Menüpunkt gesteuert, die gewünschte Funktion muß nur noch mit der Entertaste bestätigt werden. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist das Handbuch völlig überflüssig, da die angebotenen Funktionen selbsterklärend sind. Das System bietet sechs Hauptmenüs an. Im Menüpunkt Spiel können beliebige Spielstufen definiert werden, leider ist es nicht möglich, verschiedene Bedenkzeiten für beide Seiten vorzugeben. Im Menüpunkt Partie kann eine neue Partie gestartet oder die Notationsform festgelegt werden. Besonders interessant ist das Menü Programm. Hier kann der Spieler z. B. die Spielstärke des Rechners drosseln, verschiedene Suchverfahren wählen, Spielstile auswählen oder zwischen Turnier-oder Zufallsbibliothek unterscheiden. Unter System kann der Ton eingestellt oder die Sprache gewählt werden. Der Menüpunkt Brett bietet die Möglichkeit, das Smartboard zu blockieren, die LEDs abzuschalten oder zum gerade ausgegebenen Zug eine Alternative mit der selben Figur zu bekommen. Der Punkt Besondere dient der Anzeige über das System, enthält eine selbstablaufende Demo und das RAM kann gelöscht werden. Schmerzlich vermißt werden sinnvollere Funktionen wie z. B. Editieren oder Einblick in die Eröffnungsbibliothek, eine namentliche Anzeige der Eröffnung oder die Möglichkeit der Partienabspeicherung. Der Tasc R30 verfügt über ein großes Display, auf dem eine Vielfalt von Informationen dargestellt werden kann. Standardmäßig sind nach dem Einschalten zwei analoge Uhren sichtbar, in der Mitte wird eine Anzeige der zuletzt gespielten Züge eingeblendet. Die Entertaste schaltet zwischen analoger oder digitaler Darstellung um. Während des Analogmodus können mittels der Pfeiltasten verschiedene Informationen dargestellt werden, z. B. aktuelle Brettstellung als Diagramm, Zugzeiten, Hauptvariante oder Stellungsbewertung. Die Vielzahl der Informationen und der Darstellungsmöglichkeiten sind vorbildlich, hier kann der Tasc R30 sogar fast mit dem PC mithalten.
Enttäuschend allerdings die Qualität der Wiedergabe, da das Display mit einem kontrastarmen Display versehen ist. Während das Display des Risc 2500 mittels eines Schiebeschalters an die gegebenen Lichtverhältnisse angepaßt werden kann, bietet der Tasc R30 diese Möglichkeit nicht. Hier bleiben die Aktiv-Display des Resurrection bzw. Revelation unerreicht.
Der Tasc R30 verfügt für Schachcomputer über eine der leistungsfähigsten Hardware, das Programm des renommierten Programmierers Johan de Koning läuft auf einem 32 Bit Risc-Prozessor, unterstützt von 512 KB RAM für Hash Tables. Die Eröffnungsbibliothek, die leider weder editiert noch eingesehen werden kann und hat einen Umfang von ca. 200 000 Zügen. Als Programme sind 2 EPROM-Versionen verfügbar, 2.2 und 2.5. Die taktischen Fähigkeiten beider Versionen sind enorm. In diesem Bereich macht dem R30 kaum kein anderer Computer ernsthafte Konkurrenz. Etwas anders sind allerdings die positionellen Eigenschaften und das Endspiel dieser Maschine zu bewerten, hier offenbart der Rechner doch ab und an Schwächen. Die Stärken des Gerätes können sich am besten bei längeren Bedenkzeiten entfalten, kürzere Bedenkzeiten liegen dem Computer nicht unbedingt. Hier bleiben die Lang Programme unerreicht. Bei der Version 2.2 ist mangelndes positionelles Wissen, leichtfertiger Umgang mit Material (besonders Bauern werden gerne sinnlos geopfert), ungenügende Konsequenz bei der Verwertung positioneller Vorteile zu bemängeln. Ber der Version 2.5 wurden viele dieser Kritikpunkte beseitigt. Die übertriebene Aggressivität der Version 2.2 in Verbindung mit fragwürdigen Opfern wurde zurückgeschraubt, allerdings auf Kosten der taktischen Schlagkraft. Teilweise benötigt die Version 2.5 die doppelte Zeit im Vergleich zur 2.2, um entsprechende Einschläge zu lokalisieren. Auch ist der Stil der 2.5 als deutlich positioneller anzusehen. Trotz aller Änderungen, spielt die Version 2.5 ebenfalls ein druckvolles Schach, gepaart mit einem sehr guten taktischen Weitblick.

