Kittinger, David

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David Kittinger / © Computerschach & Spiele

Lange war es ruhig um David Kittinger, dem Mann, der hinter diversen Novag-Geräten sowie einigen interessanten PC-Programmen steht. Erst im Jahre 2003 meldete sich Kittinger mit dem Novag Star Diamond bzw. Novag Star Sapphire eindrucksvoll zurück.

Zum ersten Mal hörte man 1979 von seinen Programm Mychess auf einer Veranstaltung des Santa Clara Schachclubs (Kalifornien), wo drei Schachmeister simultan spielten und zur Unterhaltung des Publikums drei Computerprogramme zum Blitzen bereit standen.

Der Bediener des Personal Computers Crememco Z 2, auf dem Mychess lief, forderte nämlich das Großrechner-Programm Xenarbor 4 zu einem Match heraus und gewann 1,5 - 0,5 bei einer weiteren in Gewinnstellung für Mychess abgebrochenen Partie! Bei der 10. Nordamerikanischen Computerschachmeisterschaft in Detroit 1979 trat Mychess dann zum ersten Mal bei einem großen Turnier an und landete mit 2,5 Punkten auf dem 4.-6. Platz noch vor dem damals schon bekannten Sargon!

Noch heute gibt es übrigens ein Mychess-Programm von Kittinger aus dem Jahre 1979, das eine für die damalige Zeit beachtliche Grafik zeigte! Natürlich waren auf einmal einige Leute interessiert zu erfahren, wer hinter Mychess stand: Heraus kam, daß dies ein Mann namens David Kittinger war, der als Elektroingenieur in Anchorage, Alaska tätig war und Mychess hauptsächlich zum Selberspielen für sich entwickelte, weil er in Alaska nur schlecht einen Gegner fand. Als in der Folge Mychess weitere Erfolge verbuchen konnte, kam Kittinger mit der Firma Novag in Kontakt, die ihn 1980 verpflichtete und 1981 ihre neue Produktlinie vorstellte, für die Kittinger, der inzwischen nach Kalifornien umgezogen war, die Programme geschrieben hatte. Dies waren der kleinste Schachcomputer mit Sensorbrett, der Micro Chess, ein "Mittelklassegerät" namens Super Sensor IV sowie die "Spitzengeräte" Savant und Robot. War die Technik der Spitzengeräte damals auch wirklich vom Feinsten, so konnten doch leider die Programme von Kittinger nicht ganz mit den stärksten Kontrahenten mithalten. Doch 1983 stieß Kittinger mit dem Constellation in die Spitzengruppe vor und 1984 programmierte Kittinger den wohl einzigen Kult - Schachcomputer, der je erschienen ist und von dessen Ruhm Novag bis etwa 1990 zehren konnte: Gemeint ist der Super Constellation. Dieses Gerät begeisterte seine Benutzer mit einem scharfen taktischen Spiel und einem fast menschlichen Schach! Später schrieb er alle weiteren Spitzenprogramme für Novag, zum Beispiel Super Forte, Super Expert, Diablo 68000, Diamond, Star Diamond, etc, auch einige PC-Programme gingen auf sein Konto: Etwa W-Chess, der Chessmaster 2000 und 2100. Es darf auch vermutet werden, daß der Chessmaster 3000 von Kittinger stammt oder von ihm beeinflußt wurde. Wäre Kittinger 1983 oder 1984 vielleicht Weltmeister geworden, hätte er sich in der Folge möglicherweise mehr der Spitzenschachprogrammierung gewidmet. So aber blieb es bei fast unendlich vielen Novag Programmen, die leider nie in die absolute Spitze der Schachcomputer vorstoßen konnten. Trotzdem zählen die Programme von David Kittinger zu den Beliebtesten, da sich viele durch einen spekulativen, ja fast menschlichen Stil auszeichnen.

Ein ausgezeichnetes Beispiel zeigt die Turnierpartie zwischen dem Mephisto Milano und Novag Super Forte C 6 MHz. Mit dem 9.Zug Sxe4!! opfert der Novag Super Forte C 6 MHz seine Dame, um Angriff zu erlangen. Ein Zug, der selbst heute von den stärksten PC-Programmen nicht ohne weiteres gefunden wird.

Welcher Schachcomputer findet diesen Zug auf Turnierstufe?

Mephisto Milano - Novag Super Forte C 6 MHz
9...Sxe4 !!

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