Kittinger, David: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Bediener des Personal Computers Crememco Z 2, auf dem Mychess lief, forderte nämlich das Großrechner-Programm Xenarbor 4 zu einem Match heraus und gewann 1,5 - 0,5 bei einer weiteren in Gewinnstellung für Mychess abgebrochenen Partie! Bei der 10. Nordamerikanischen Computerschachmeisterschaft in Detroit 1979 trat Mychess dann zum ersten Mal bei einem großen Turnier an und landete mit 2,5 Punkten auf dem 4.-6. Platz noch vor dem damals schon bekannten [[Sargon]]!
 
Der Bediener des Personal Computers Crememco Z 2, auf dem Mychess lief, forderte nämlich das Großrechner-Programm Xenarbor 4 zu einem Match heraus und gewann 1,5 - 0,5 bei einer weiteren in Gewinnstellung für Mychess abgebrochenen Partie! Bei der 10. Nordamerikanischen Computerschachmeisterschaft in Detroit 1979 trat Mychess dann zum ersten Mal bei einem großen Turnier an und landete mit 2,5 Punkten auf dem 4.-6. Platz noch vor dem damals schon bekannten [[Sargon]]!
  
Noch heute gibt es übrigens ein Mychess-Programm von '''Kittinger''' aus dem Jahre 1979, das eine für die damalige Zeit beachtliche Grafik zeigte! Natürlich waren auf einmal einige Leute interessiert zu erfahren, wer hinter Mychess stand: Heraus kam, daß dies ein Mann namens '''David Kittinger''' war, der als Elektroingenieur in Anchorage, Alaska tätig war und Mychess hauptsächlich zum Selberspielen für sich entwickelte, weil er in Alaska nur schlecht einen Gegner fand. Als in der Folge Mychess weitere Erfolge verbuchen konnte, kam '''Kittinger''' mit der Firma [[Novag]] in Kontakt, die ihn 1980 verpflichtete und 1981 ihre neue Produktlinie vorstellte, für die '''Kittinger''', der inzwischen nach Kalifornien umgezogen war, die Programme geschrieben hatte. Dies waren der kleinste Schachcomputer mit Sensorbrett, der [[Novag Micro Chess|Micro Chess]], ein "Mittelklassegerät" namens [[Novag Super Sensor IV|Super Sensor IV]] sowie die "Spitzengeräte" [[Novag Savant|Savant] und [[Novag Robot|Robot]]. War die Technik der Spitzengeräte damals auch wirklich vom Feinsten, so konnten doch leider die Programme von '''Kittinger''' nicht ganz mit den stärksten Kontrahenten mithalten. Doch 1983 stieß '''Kittinger''' mit dem [[Novag Constellation|Constellation]] in die Spitzengruppe vor und 1984 programmierte '''Kittinger''' den wohl einzigen Kult - Schachcomputer, der je erschienen ist und von dessen Ruhm [[Novag]] bis etwa 1990 zehren konnte: Gemeint ist der [[Novag Super Constellation|Super Constellation]]. Dieses Gerät begeisterte seine Benutzer mit einem scharfen taktischen Spiel und einem fast menschlichen Schach!
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Noch heute gibt es übrigens ein Mychess-Programm von '''Kittinger''' aus dem Jahre 1979, das eine für die damalige Zeit beachtliche Grafik zeigte! Natürlich waren auf einmal einige Leute interessiert zu erfahren, wer hinter Mychess stand: Heraus kam, daß dies ein Mann namens '''David Kittinger''' war, der als Elektroingenieur in Anchorage, Alaska tätig war und Mychess hauptsächlich zum Selberspielen für sich entwickelte, weil er in Alaska nur schlecht einen Gegner fand. Als in der Folge Mychess weitere Erfolge verbuchen konnte, kam '''Kittinger''' mit der Firma [[Novag]] in Kontakt, die ihn 1980 verpflichtete und 1981 ihre neue Produktlinie vorstellte, für die '''Kittinger''', der inzwischen nach Kalifornien umgezogen war, die Programme geschrieben hatte. Dies waren der kleinste Schachcomputer mit Sensorbrett, der [[Novag Micro Chess|Micro Chess]], ein "Mittelklassegerät" namens [[Novag Super Sensor IV|Super Sensor IV]] sowie die "Spitzengeräte" [[Novag Savant|Savant]] und [[Novag Robot|Robot]]. War die Technik der Spitzengeräte damals auch wirklich vom Feinsten, so konnten doch leider die Programme von '''Kittinger''' nicht ganz mit den stärksten Kontrahenten mithalten. Doch 1983 stieß '''Kittinger''' mit dem [[Novag Constellation|Constellation]] in die Spitzengruppe vor und 1984 programmierte '''Kittinger''' den wohl einzigen Kult - Schachcomputer, der je erschienen ist und von dessen Ruhm [[Novag]] bis etwa 1990 zehren konnte: Gemeint ist der [[Novag Super Constellation|Super Constellation]]. Dieses Gerät begeisterte seine Benutzer mit einem scharfen taktischen Spiel und einem fast menschlichen Schach!
 
Später schrieb er alle weiteren Spitzenprogramme für [[Novag]], zum Beispiel [[Novag Super Expert C|Super Forte]], [[Novag Super Expert C|Super Expert]], [[Novag Diablo 68000|Diablo 68000]], [[Novag Diamond|Diamond]], [[Novag Star Diamond|Star Diamond]], etc, auch einige PC-Programme gingen auf sein Konto: Etwa W-Chess, der Chessmaster 2000 und 2100. Es darf auch vermutet werden, daß der Chessmaster 3000 von '''Kittinger''' stammt oder von ihm beeinflußt wurde.
 
Später schrieb er alle weiteren Spitzenprogramme für [[Novag]], zum Beispiel [[Novag Super Expert C|Super Forte]], [[Novag Super Expert C|Super Expert]], [[Novag Diablo 68000|Diablo 68000]], [[Novag Diamond|Diamond]], [[Novag Star Diamond|Star Diamond]], etc, auch einige PC-Programme gingen auf sein Konto: Etwa W-Chess, der Chessmaster 2000 und 2100. Es darf auch vermutet werden, daß der Chessmaster 3000 von '''Kittinger''' stammt oder von ihm beeinflußt wurde.
 
Wäre '''Kittinger''' 1983 oder 1984 vielleicht [[WMCCC|Weltmeister]] geworden, hätte er sich in der Folge möglicherweise mehr der Spitzenschachprogrammierung gewidmet. So aber blieb es bei fast unendlich vielen '''Novag''' Programmen, die leider nie in die absolute Spitze der Schachcomputer vorstoßen konnten. Trotzdem zählen die Programme von ''' David Kittinger''' zu den Beliebtesten, da sich viele durch einen spekulativen, ja fast menschlichen Stil auszeichnen.  
 
Wäre '''Kittinger''' 1983 oder 1984 vielleicht [[WMCCC|Weltmeister]] geworden, hätte er sich in der Folge möglicherweise mehr der Spitzenschachprogrammierung gewidmet. So aber blieb es bei fast unendlich vielen '''Novag''' Programmen, die leider nie in die absolute Spitze der Schachcomputer vorstoßen konnten. Trotzdem zählen die Programme von ''' David Kittinger''' zu den Beliebtesten, da sich viele durch einen spekulativen, ja fast menschlichen Stil auszeichnen.  
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*[[Novag Diamond II]]
 
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*[[Novag Emerald Classic plus]]
 
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*[[Novag Obsidian]]
 
*[[Novag Obsidian]]
 
*[[Novag Opal]]
 
*[[Novag Opal]]

Version vom 18. Juni 2007, 18:01 Uhr

David Kittinger / © Computerschach & Spiele

Lange war es ruhig um David Kittinger, dem Mann, der hinter diversen Novag-Geräten sowie einigen interessanten PC-Programmen steht. Erst im Jahre 2003 meldete sich Kittinger mit dem Novag Star Diamond bzw. Novag Star Sapphire eindrucksvoll zurück.

Zum ersten Mal hörte man 1979 von seinen Programm Mychess auf einer Veranstaltung des Santa Clara Schachclubs (Kalifornien), wo drei Schachmeister simultan spielten und zur Unterhaltung des Publikums drei Computerprogramme zum Blitzen bereit standen.

Der Bediener des Personal Computers Crememco Z 2, auf dem Mychess lief, forderte nämlich das Großrechner-Programm Xenarbor 4 zu einem Match heraus und gewann 1,5 - 0,5 bei einer weiteren in Gewinnstellung für Mychess abgebrochenen Partie! Bei der 10. Nordamerikanischen Computerschachmeisterschaft in Detroit 1979 trat Mychess dann zum ersten Mal bei einem großen Turnier an und landete mit 2,5 Punkten auf dem 4.-6. Platz noch vor dem damals schon bekannten Sargon!

Noch heute gibt es übrigens ein Mychess-Programm von Kittinger aus dem Jahre 1979, das eine für die damalige Zeit beachtliche Grafik zeigte! Natürlich waren auf einmal einige Leute interessiert zu erfahren, wer hinter Mychess stand: Heraus kam, daß dies ein Mann namens David Kittinger war, der als Elektroingenieur in Anchorage, Alaska tätig war und Mychess hauptsächlich zum Selberspielen für sich entwickelte, weil er in Alaska nur schlecht einen Gegner fand. Als in der Folge Mychess weitere Erfolge verbuchen konnte, kam Kittinger mit der Firma Novag in Kontakt, die ihn 1980 verpflichtete und 1981 ihre neue Produktlinie vorstellte, für die Kittinger, der inzwischen nach Kalifornien umgezogen war, die Programme geschrieben hatte. Dies waren der kleinste Schachcomputer mit Sensorbrett, der Micro Chess, ein "Mittelklassegerät" namens Super Sensor IV sowie die "Spitzengeräte" Savant und Robot. War die Technik der Spitzengeräte damals auch wirklich vom Feinsten, so konnten doch leider die Programme von Kittinger nicht ganz mit den stärksten Kontrahenten mithalten. Doch 1983 stieß Kittinger mit dem Constellation in die Spitzengruppe vor und 1984 programmierte Kittinger den wohl einzigen Kult - Schachcomputer, der je erschienen ist und von dessen Ruhm Novag bis etwa 1990 zehren konnte: Gemeint ist der Super Constellation. Dieses Gerät begeisterte seine Benutzer mit einem scharfen taktischen Spiel und einem fast menschlichen Schach! Später schrieb er alle weiteren Spitzenprogramme für Novag, zum Beispiel Super Forte, Super Expert, Diablo 68000, Diamond, Star Diamond, etc, auch einige PC-Programme gingen auf sein Konto: Etwa W-Chess, der Chessmaster 2000 und 2100. Es darf auch vermutet werden, daß der Chessmaster 3000 von Kittinger stammt oder von ihm beeinflußt wurde. Wäre Kittinger 1983 oder 1984 vielleicht Weltmeister geworden, hätte er sich in der Folge möglicherweise mehr der Spitzenschachprogrammierung gewidmet. So aber blieb es bei fast unendlich vielen Novag Programmen, die leider nie in die absolute Spitze der Schachcomputer vorstoßen konnten. Trotzdem zählen die Programme von David Kittinger zu den Beliebtesten, da sich viele durch einen spekulativen, ja fast menschlichen Stil auszeichnen.

Ein ausgezeichnetes Beispiel zeigt die Turnierpartie zwischen dem Mephisto Milano und Novag Super Forte C 6 MHz. Mit dem 9.Zug Sxe4!! opfert der Novag Super Forte C 6 MHz seine Dame, um Angriff zu erlangen. Ein Zug, der selbst heute von den stärksten PC-Programmen nicht ohne weiteres gefunden wird.


Mephisto Milano - Novag Super Forte C 6 MHz
9...Sxe4 !!

abcdefgh
8
bRbBbQbKbR
bPbPbPbPbP
bBbNbPbP
wPbNwB
wNwN
wPwPwPwPwP
wRwQwKwBwR
8
77
66
55
44
33
22
11
white
abcdefgh

(14/15) FRC FEN-Editor © SMIRF Ver. 3.0.0 / License: Michael Voelschow

r1bqk2r/ppp2pp1/1bnp3p/8/P3n2B/1NN5/1PP2PPP/R2QKB1R w KQkq - 0 10


Mephisto Milano (2003) - Novag Super Forte C,6 MHz (2061) [C45] Turnier EK [Eckehard Kopp, Michael Völschow]

1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.d4 exd4 4.Sxd4 Lc5 5.Sb3 Lb6 6.Sc3 * - Letzter Zug aus Bibilothek 6...Sf6 7.Lg5 h6 8.Lh4 d6 * - Letzter Zug aus Bibilothek 9.a4 Sxe4!? 10.Lxd8 Lxf2+ 11.Ke2 Lg4+ 12.Kd3 Se5+ Der SFC setzt auch ohne Dame voll auf Angriff) 13.Kxe4 f5+ 14.Kd5 Txd8 [Nach 14...Kd7?? rettet sich Weiß noch mit 15.Lxc7] 15.Dxg4 Sxg4? Weiß gibt die Dame freiwillig zurück, Schwarz nimmt mit dem Springer zurück, damit das Feld e4 gedeckt bleibt. [Anmerkung M.Völschow: 15...c6+ ist deutlich stärker, als der Textzug. Zwingt den weißen König ins gegnerische Lager. 16.Ke6 0-0!! Mit der Drohung Matt in 3. Die Partie ist für Weiß verloren. Alle noch verbleibenden Züge für Weiß, führen zu großem Materialverlust. 17.Sd5 fxg4 18.Te1 Lxe1 19.Ld3 Tf7 20.Txe1 Te8+ 21.Kxd6 Td7+ 22.Kc5 Txd5+ 23.Kb4 Sxd3+ 24.cxd3 Txe1] 16.Ke6? [16.Sd1 c6+ 17.Kc4 Se5+ 18.Kb4 Lh4 19.Se3 0-0=] 16...0-0 17.Sd5 Tde8+ 18.Se7+ Kh7 19.Lb5 c6 20.Ld3 Weiß sah sich seit dem Opfer leicht im Vorteil. Hier schwenkte er plötzlich um und sagte ein Matt in 4 Zügen an. 20...Lb6 21.Lxf5+ Kh8 22.Lxg4 Tf6+ 23.Kd7 Td8# 0-1