Novag Sapphire II: Unterschied zwischen den Versionen

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(in Kategorie:Kittinger, David aufgenommen)
 
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| Titel = Novag Sapphire II
 
| Titel = Novag Sapphire II
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Platine des Sapphire II
 
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Sapphire II mit Magnetbrett
 
Sapphire II mit Magnetbrett
 
| Hersteller = [[Novag]]
 
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| Markteinführung = {{Erscheinungsjahr|1997}}
| Preis = ???
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| Preis = 429 DM (215 )
| Prozessor = [[H8|H8/325]] Single Chip HD6433258
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| Prozessor = [[H8|H8/325]] (HD6433258)
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| Prozessortyp = [[8 Bit]], [[Singlechip]]
| Takt = 32 MHz
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| Takt = ? MHz (Quarz 32 MHz)
 
| RAM = 129 KB davon 118 KB für [[Hash Tables]]
 
| RAM = 129 KB davon 118 KB für [[Hash Tables]]
 
| ROM = 160 KB
 
| ROM = 160 KB
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| Programmierer = [[Dave Kittinger]]
 
| Programmierer = [[Dave Kittinger]]
| Elo = [[Wiki-Elo-Liste|2108]]  
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| Elo = [[Wiki-Elo-Liste|2150]]  
 
| BT-2450 =   
 
| BT-2450 =   
 
| BT-2630 = 2091
 
| BT-2630 = 2091
 
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| Rechentiefe = ?? [[Halbzüge]]
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| Rechentiefe = 28 [[Halbzüge]]
 
| Verwandt = [[Novag Diamond II]]
 
| Verwandt = [[Novag Diamond II]]
| Zugeingabe = Tastatur
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| Zugausgabe = Display  
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| Zugausgabe = [[Display]]
 
| Display = 7 Segment LCD Anzeige  
 
| Display = 7 Segment LCD Anzeige  
| Stromversorgung = [[Novag]] 8220, 9,0V / 0.3A (Plus außen!)
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| Stromversorgung = Batterie = 4xAAA, Netz = [[Novag 8210]] (9V/300mA DC, Plus außen!)
| Spielstufen = ??? (Sapphire: 58 + 24 programmierbare Stufen)
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| Spielstufen = 64
 
| Maße = 15,5 x 8 x 2 cm
 
| Maße = 15,5 x 8 x 2 cm
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| Sonstiges = Teil des [[Novag Super System]]
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| 30 Sekunden = AT5 (Feld B5)
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== Novag lässt uns nicht verkommen ==
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=== Sapphire II de Luxe — das ideale Edelholz-Kombinationspaket ===
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''von Günter Rehburg (aus Computer Schach & Spiele / Heft 6 / Dezember 1997)''
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'''Der in Hongkong ansässige Schachcomputer-Hersteller Novag besitzt Tradition. Wer erinnert sich nicht an den legendären Super-Constellation, das Blitzmonster Expert, den Super Forte oder den Scorpio S.E., um nur einige Highlights zu nennen. Rechtzeitig zu Weihnachten 97 kommt Novag nun mit einer interessanten Kombination von Reisegerät und Edelholzbrett auf den Markt. Günter Rehburg berichtet.'''
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Das im Vergleich zu den Branchenriesen eher kleine Unternehmen Novag ließ sich von der Vielzahl der Top-Entwicklungen der Giganten in der Brettcomputerszene zu keinem Zeitpunkt schrecken. Firmenchef Peter Auge und seine Entwicklungsabteilung schien vielmehr von den Produkten der Konkurrenz geradezu zu eigener Kreativität inspiriert zu werden. Von der Innovationsbereitschaft Novags zeugen beispielsweise die Verbindungsbox, die bereits sehr frühzeitig über die RS232-Schnittstelle Kommunikation mit dem PC ermöglichte, wie auch das TV-Interface, das für eine Abbildung des Brettgeschehens auf dem Bildschirm sorgte.
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Sicher musste auch Novag ob der hereinbrechenden PC-Flut die eine oder andere Entwicklung zurücknehmen. Bis heute stellte sich jedoch nie das Gefühl ein, dass die von dieser Firma herausgebrachten Geräte lediglich auf den Massenmarkt abzielen. Der Sapphire II de Luxe bietet die Kombination des zweifelsfrei spielstärksten Reisegerätes mit einem formschönen Edelholzbrett einerseits und die Kontaktmöglichkeit eben dieses »Universal Electronic Chess Boards« zum Personal Computer  andererseits — ein beredter Zeuge dafür, dass Novag nicht bereit ist, die Freunde der Brettcomputer verkommen zu lassen.
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=== Äußerlichkeiten ===
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In seinem Erscheinungsbild unterscheidet sich der Sapphire II von seinem Vorläufer lediglich durch die silbergraue Farbgebung, einige Farbänderungen in der Tastenbeschriftung und natürlich den neuen Schriftzug für das Gerät. So gleicht der »Reise-schachfreund« mit seinen 80 x 155 x 20 mm, dem Display am oberen Geräterand und seinen 24 runden Bedienungstasten eher einem leicht aus den Fugen geratenen Taschenrechner als einem Schachcomputer. Zum Lieferumfang gehört ein einklappbares Metallbrett (170 x 160 mm) mit haftenden Figurenplättchen zum Nachvollziehen der auf dem Display angezeigten Züge. Sehr zweckmäßig und formschön ist das ebenfalls mitgelieferte Etui, in dem sowohl die Rechnereinheit als auch das Klappbrett Platz finden.
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=== Ausstattung und Funktionsumfang ===
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Wie sein Vorgänger ist Novags Sapphire II mit einem Programm David Kittingers ausgestattet. Es läuft auf dem RISC-ähnlichen H8-Prozessor, dessen Taktfrequenz um 12 MHz auf jetzt 32 MHz angehoben wurde. PC-Anwendern würde eine derartige Steigerung nicht einmal ein müdes Lächeln abzwingen. Freunde des Brettcomputers sehen demgegenüber 12 MHz auch heute noch geradezu als einen Schritt mit Siebenmeilenstiefeln an. So weit zurück ist die Zeit jedoch nicht, in der eine Steigerung von 3,5 auf 5 MHz als eine Art Weltwunder der technischen Entwicklung bestaunt wurde. 118 KByte sind beim Sapphire II für die
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Hash-Tables vorgesehen.
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Mit der Bedeutung und Bedienung der Funktionstasten sollten Sie sich mittels der Bedienungsanweisung rechtzeitig vor der Reise vertraut machen, da sie nicht immer leicht verständlich und übersichtlich geraten ist. Es bedarf einiger Eingewöhnung, sich in der Vielfalt der Möglichkeiten zurechtzufinden. Andererseits weist die hohe Anzahl der teilweise zudem doppelt belegten Tasten auf einen Funktionsumfang hin, der jedem Vergleich mit der Konkurrenz mühelos standhält.
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Sämtliche Funktionen des Sapphire II eingehend zu beschreiben hieße, den Rahmen dieser Betrachtung bei weitem zu überschreiten. Lassen Sie mich daher die wichtigsten herausgreifen und kurz erläutern:
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56 Spielstufen sind zwar kein Hinweis auf die Qualität des Programms, garantieren aber einiges an Abwechslung. Hinzu kommen acht Mattsuchstufen. Bei hinreichender Bedenkzeit soll das Novag-Gerät in der Lage sein, ein Matt in bis zu 14 Zügen anzukündigen.
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Vor Beginn der Partie kann nicht nur zwischen Ein-und Ausschaltung der Turnierbibliothek gewählt werden, vielmehr ist es zudem möglich, einen passiv oder aktiv angelegten Eröffnungsbereich anzuwählen. Insgesamt umfasst dieser 123.000 Varianten. Beim Spielstil besteht die Möglichkeit der Wahl zwischen »selektiv« und »brute force«. Hinzugeschaltet werden können außerdem die Lernfunktion (Computer lernt aus gespielten Spielstellungen) wie auch die »Extensions«, die eine gründlichere Analyse relevanter Partiestellungen sicherstellen.
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Während der Partie haben Sie unter Anwendung der Hint-Taste Gelegenheit, Zugvorschläge einzusehen. Mit der »Next-best«-Funktion können Sie bei Nichtgefallen des gegnerischen Zuges den Sapphire II einen anderen Antwortzug errechnen lassen. Ein zusätzlicher Zufallsgenerator kann für weitere Abwechslung sorgen. Gefällt Ihnen die gesamte Entwicklung der Partie nicht, können Sie - und das sollte nun doch wohl wirklich reichen - bis zu 400 Halbzüge zurücknehmen. Nach Abschluss der Partie können Sie sie für die »Ewigkeit« abspeichern. Der Gerätespeicher nimmt insgesamt 64 Partien oder 10.000 Halbzüge auf.
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=== ...und die schachlichen Fähigkeiten? ===
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Eine Partie (60 Minuten) gegen den Mephisto Berlin Professional 68020 soll einen ersten Eindruck vom schachlichen Vermögen unseres kleinen »Taschenrechners« vermitteln:
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<pgn>
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[Event "6/97-32 Rehburg"]
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[Site "CSS"]
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[Date "1997"]
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[Round "?"]
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[White "Novag Sapphire II"]
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[Black "Mephisto Berlin 68 020"]
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[Result "1-0"]
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[ECO "A01"]
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[PlyCount "79"]
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1. b3 {Ein vom dänischen Großmeister Bent Larsen oft angewandtes
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Eröffnungssystem.} e5 2. Bb2 Nc6 3. e3 Nf6 4. Nf3 e4 5. Nd4 Nxd4 6. Bxd4 d5 {
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In der Partie Larsen-Parma, Vinkovci 1970, folgte} (6... Be7 7. c4 O-O 8. Qc2
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c6 9. Nc3 d5 10. cxd5 cxd5 11. Be2 Be6 12. O-O Rc8 13. Qb2 a6 {mit gleichen
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Chancen.}) 7. Nc3 $2 {Systemgerecht ist} (7. c4 {z.B.} Bf5 8. Nc3 dxc4 9. Bxc4
 +
Bd6 10. Qc2 O-O 11. f4 {Welling-Minasian, Capelle la Grande 1996}) 7... Be7 8.
 +
d3 Bg4 {besser} (8... O-O) 9. Be2 Bxe2 10. Qxe2 exd3 {Schwarz tauscht ohne Not
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seinen Vorpostenbauern ab. Auch jetzt war die kurze Rochade vorzu ziehen.} 11.
 +
Qxd3 O-O 12. Rd1 c6 13. O-O Bd6 14. Qf5 {Typischer Computerzug. Ein
 +
menschlicher Spieler hätte e4 gezogen.} Ne8 {Warum nicht} (14... Qd7 $1 {und
 +
nach} 15. Qg5 h6 16. Qh4 Ng4 17. h3 Ne5 {hat Schwarz keine Probleme. Der
 +
Versuch mit} 18. e4 $2 {das Spiel zu komplizieren, führt nach} Ng6 19. Qh5 c5 {
 +
zu weißem Nachteil.}) 15. e4 g6 {Nach} (15... dxe4 $2 16. Nxe4 {erhält Weiß
 +
starken Angriff, z.B.} Qc7 17. f4 Rd8 18. Ng5 g6 19. Qh3 h5 20. f5 $1) 16. Qh3
 +
c5 17. Be3 d4 18. Bh6 Ng7 (18... dxc3 $4 19. Bxf8 Kxf8 20. e5 $18) 19. f4 Re8 {
 +
und wieder scheitert} (19... dxc3 {an} 20. e5) 20. Nd5 Ne6 $2 {Der Be4 ist
 +
tabu:} (20... Rxe4 $2 21. Bg5 $18 {Statt des Springerzuges hätte}) (20... f6 {
 +
bessere Verteidigungsmöglichkeiten geboten.}) 21. f5 $1 $18 Ng5 22. Bxg5 Qxg5
 +
23. fxg6 Qxg6 (23... hxg6 24. Nf6+ Kg7 (24... Kf8 25. Nh7+) 25. Qh7+ Kf8 26.
 +
Nxe8 $18) 24. Rf6 {Gewinnt eine Figur. Auch} (24. Nf6+ {war spielbar.}) 24...
 +
Qxe4 25. Rxd6 Qxc2 26. Rf1 Kh8 (26... Re2 27. Qf3 Rf8 28. Rd7 $18) 27. Qf3 Rg8
 +
28. Ne7 Rg5 29. g3 f5 30. Qd5 Qe4 31. Rd8+ Rxd8 32. Qxd8+ Kg7 33. Qg8+ Kh6 (
 +
33... Kf6 34. Nd5+) 34. Qf8+ Kh5 35. Qf7+ Kh6 36. Nxf5+ Rxf5 37. Rxf5 Qb1+ 38.
 +
Kg2 Qe4+ 39. Kh3 Qxf5+ 40. Qxf5 1-0
 +
</pgn>
 +
Zugegeben, ich habe ein Highlight aus der Testreihe herausgesucht. Es darf auch nicht erwartet werden, daß der Nachfolger eines Gerätes, das in der SSDF Liste bei Elo 2087 lag, nun gleich reihenweise Gegner einer um fast 150 Elo stärker einzuschätzenden Klasse besiegt. Dennoch blieb das Wettkampfergebnis gegen den Mephisto Berlin Professional 68020 insgesamt positiv. Es muß auch im Bereich der »künstlichen Intelligenz« so etwas geben wie »Gegner, die einem liegen«. Eine erschreckende Niederlage gab es dafür gegen den Mephisto MM VI:
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<pgn>
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[Event "6/97-33 Rehburg"]
 +
[Site "CSS"]
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[Date "1997"]
 +
[Round "?"]
 +
[White "Novag Sapphire II"]
 +
[Black "Mephisto MM VI"]
 +
[Result "0-1"]
 +
[ECO "C98"]
 +
[PlyCount "126"]
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 +
1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. Re1 b5 7. Bb3 O-O 8. c3
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d6 9. h3 Na5 10. Bc2 c5 11. d4 Qc7 12. Nbd2 Nc6 13. d5 Na7 14. Qe2 Bb7 15. Nf1
 +
Rfc8 16. Ne3 Bd8 17. Nf5 b4 18. cxb4 cxb4 19. Bd3 Qd7 20. Be3 a5 21. Rac1 Rxc1
 +
22. Rxc1 g6 23. Nh6+ Kg7 24. Ng5 Rc8 25. Rxc8 Nxc8 26. Nhxf7 Bb6 27. Bxb6 Nxb6
 +
28. Bb5 Qe7 29. Nd8 Ba8 30. Nc6 Bxc6 31. Ne6+ Kh8 32. Bxc6 Qa7 33. Qf3 Qf7 34.
 +
Qe3 Nc8 35. f3 Ne8 36. Bxe8 Qxe8 37. Qc1 Qd7 38. Qc6 Qxc6 39. dxc6 Kg8 40. b3
 +
Nb6 41. Nd8 Kf8 42. Nb7 Ke7 43. Nxa5 Nc8 44. g3 Kd8 45. f4 exf4 46. gxf4 Ne7
 +
47. h4 Kc7 48. h5 gxh5 49. f5 Nxc6 50. Nxc6 Kxc6 51. Kg2 Kd7 52. Kg3 Ke7 53.
 +
Kh4 Kf6 54. Kxh5 d5 55. exd5 Kxf5 56. d6 Ke6 57. d7 Kxd7 58. Kg4 Ke6 59. Kf4 h6
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60. Ke4 h5 61. Kf4 Kf6 62. Kg3 Kg5 63. Kh3 h4 0-1
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</pgn>
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Es ist nicht ganz einfach, aus den Ergebnissen der Testpartien Rückschlüsse auf die Spielstärke des Sapphire II zu ziehen:
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Sapphire II - Novag Sapphire     2 : 0
 +
Sapphire II - Mephisto MM VI     1 : 1
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Sapphire II - Mephisto Berlin Pro    3 : 1
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Sapphire II - Mephisto Atlanta   0,5 : 0,5
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Mehr Aussagekraft besitzen da schon die Analysen der einzelnen Partien wie vielleicht auch das Ergebnis der hauseigenen Teststellungen, die auf der CSS-Jahresdiskette 1992 einzusehen sind:
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{| class=wikitable width="720"
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| width="165" | '''Programm'''
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| width="17%" align="center" | '''Sapphire'''
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| width="17%" align="center" | '''[[Novag Sapphire II|Sapphire II]]'''
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| width="17%" align="center" | '''[[Mephisto MM VI|MM VI]]'''
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| width="17%" align="center" | '''[[Mephisto Berlin Professional|Berlin Pro]]'''
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| width="17%" align="center" | '''[[Saitek Sparc]]'''
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|-
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| width="165" | Taktik
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| width="17%" align="center" | 57
 +
| width="17%" align="center" | 57
 +
| width="17%" align="center" | 34
 +
| width="17%" align="center" | 67
 +
| width="17%" align="center" | 57
 +
|-
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| width="165" | Strategie
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| width="17%" align="center" | 92
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 +
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 +
| width="17%" align="center" | 96
 +
| width="17%" align="center" | 74
 +
|-
 +
| width="165" | Endspiel
 +
| width="17%" align="center" | 29
 +
| width="17%" align="center" | 37
 +
| width="17%" align="center" | 18
 +
| width="17%" align="center" | 37
 +
| width="17%" align="center" | 52
 +
|-
 +
| width="165" | '''Gesamt'''
 +
| width="17%" align="center" | '''178'''
 +
| width="17%" align="center" | '''183'''
 +
| width="17%" align="center" | '''118'''
 +
| width="17%" align="center" | '''200'''
 +
| width="17%" align="center" | '''183'''
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|}
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Aus dem Lösungsverhalten bei einzelnen Teststellungen ist dabei erheblich mehr zu ersehen als aus dem nackten Zahlenwerk. Immerhin ist auch daraus abzulesen, dass der Sapphire II im Endspielbereich eine Steigerung gegenüber dem Vorläufermodell zu verzeichnen hat. Ein Eindruck, der sich in den Testpartien erhärtete.
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Überhaupt scheint Dave Kittinger dem Sapphire II ein Mehr an Schachwissen mit auf den Weg gegeben zu haben. Darüber hinaus wirkt sich die höhere Taktfrequenz ebenfalls auf die Spielstärke aus. Dennoch dürfen die leichten Vorteile gegenüber der Vorgängerversion im Spielverhalten nicht überbewertet werden. Ich schätze, dass der Novag Sapphire II um circa 30 Elopunkte zugelegt hat und sich damit in der SSDF-Liste etwa bei 2.120 Elo einordnen dürfte.
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=== Da kommt Freude auf ===
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Sapphire II de Luxe, das verspricht nicht nur von der Namensgebung her Spielfreude in Reinkultur. Mit dem »Universal Electronic Chess Board« gehört zum »de Luxe«-Lieferumfang ein Edelholzbrett von 37 x 37 x 3,5 cm mit 81 Felddioden, das eine nicht zu erahnende Funktionsvielfalt besitzt. So besteht einerseits die Möglichkeit, das Universal Schachbrett an die Rechnereinheit des Sapphire II anzuschließen und nunmehr sowohl die eigenen als auch die vom »elektronischen Schachfreund« errechneten Züge auf dem Edelholzbrett auszuführen. Andererseits kann mittels eines Interface-Kabels über eine serielle Schnittstelle Verbindung zum PC aufgenommen werden.
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Herstellung der Kabelverbindung, Installation der Treiberprogramme wie auch der Betrieb mit den einzelnen Schachprogrammen dürften selbst für den ungeübten PC-Anwender nicht zu einem unüberwindlichen Hindernis werden. Die Handlungsabläufe werden in der Bedienungsanleitung ausführlich beschrieben. Einziger Knackpunkt könnte die richtige Angabe der freien COM-Schnittstelle sein. Hier müssen Sie Ihre Rechneranschlüsse einer Überprüfung unterziehen, um festzustellen, welche serielle Schnittstelle zur Verbindung mit dem »Universal Electronic Chess Board« zur Verfügung steht.
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Das Spielen auf dem Brett gestaltet sich recht komfortabel. Beim Ziehen müssen die Figuren nicht unbedingt angehoben und abgesetzt werden, vielmehr ist auch ein Schleifen möglich. Allerdings muss die Zugausführung schon mit einer angemessenen Geschwindigkeit erfolgen, soll es nicht doch zu Fehlanzeigen kommen.
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Zwei Punkte, die Anlass zur Kritik geben, sollen Ihnen dennoch nicht verschwiegen werden: Der Stellungsaufbau beim Novag Universal Schachbrett im Zusammenspiel mit dem Sapphire II gerät reichlich umständlich und ist beispielsweise für die Eingabe von Teststellungen schlichtweg unbrauchbar. Bedauerlich ist auch, dass für den PC-Betrieb lediglich Treiber für die Programme Fritz 1 bis Fritz 3, Mephisto Advantage, Genius 3, Rebel 7 und für das Novag-Programm WChess zur Verfügung stehen. Ein Schicksal, das sich die Nutzer des Novag Universal-Brettes mit den Anwendern einer Reihe anderer PC-Bretter teilen.
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Der Preis für das Reisegerät Sapphire II liegt bei DM 429,-. Wer das Gerät gelegentlich auch batteriesparend am Stromnetz betreiben möchte, sollte noch DM 25,- für den Netzadapter mit einkalkulieren. Für das mit dem gleichen Programm ausgerüstete Brettgerät Diamond II sind DM 498,- über den Ladentisch zu reichen. DM 499,- DM kostet das Universal Schachbrett in Edelholz. Die Kombination Sapphire II, Universal-Brett und Netzadapter, der Sapphire II de Luxe also, wird zum günstigen Komplettpreis von DM 798,- im Fachhandel erhältlich sein. Ja, Novag lässt uns eben auch zu Festzeiten nicht verkommen.
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==Inside the Chess Computer==
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<small>'''Pictures by''' [https://sites.google.com/site/proyectosdeberger Gerardo M. - Los Proyectos de Berger / Website]</small>
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{| style="float:left; background:transparent; padding:0px; margin:0px;"
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|[[Bild:Novag_Sapphire_II_Inside.jpg|thumb|350px|Inside]]
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|[[Bild:Novag_Sapphire_II_Mainboard.jpg|thumb|350px|Mainboard]]
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|-
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|[[Bild:Novag_Sapphire_II_H8.jpg|thumb|350px|Hitachi H8/325 Microcontroller]]
 
|}
 
|}
  
 
[[Kategorie:Schachcomputer]]
 
[[Kategorie:Schachcomputer]]
 +
[[Kategorie:Novag]]
 +
[[Kategorie:Kittinger, David]]
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[[Kategorie:H8]]
 +
[[Kategorie:Reiseschach]]

Aktuelle Version vom 19. August 2019, 21:48 Uhr

Novag Sapphire II
SapphireII02.jpg

Sapphire II mit Magnetbrett

Hersteller Novag
Markteinführung 1997
Preis 429 DM (215 €)
Prozessor H8/325 (HD6433258)
Prozessortyp 8 Bit, Singlechip
Takt ? MHz (Quarz 32 MHz)
RAM 129 KB davon 118 KB für Hash Tables
ROM 160 KB
Bibliothek > 123.000 Halbzüge + ca. 3000 programmierbare
Programmierer Dave Kittinger
Elo 2150
Rechentiefe 28 Halbzüge
BT-2450
BT-2630 2091
Colditz
Verwandt Novag Diamond II
Zugeingabe Tastatur
Zugausgabe Display
Display 7 Segment LCD Anzeige
Stromversorgung Batterie = 4xAAA, Netz = Novag 8210 (9V/300mA DC, Plus außen!)
Spielstufen 64
Maße 15,5 x 8 x 2 cm
Sonstiges
Teil des Novag Super System
Level Info
Bedenkzeit Level
30 Sek. / Zug AT5 (Feld B5)
30 Min. / Partie SD5 (Feld C5)
60 Sek. / Zug AT6 (Feld B6)
60 Min. / Partie SD6 (Feld C6)
Turnier TR7 (Feld A7)
Analyse AN8 (Feld E8)


Novag lässt uns nicht verkommen

Sapphire II de Luxe — das ideale Edelholz-Kombinationspaket

von Günter Rehburg (aus Computer Schach & Spiele / Heft 6 / Dezember 1997)

Der in Hongkong ansässige Schachcomputer-Hersteller Novag besitzt Tradition. Wer erinnert sich nicht an den legendären Super-Constellation, das Blitzmonster Expert, den Super Forte oder den Scorpio S.E., um nur einige Highlights zu nennen. Rechtzeitig zu Weihnachten 97 kommt Novag nun mit einer interessanten Kombination von Reisegerät und Edelholzbrett auf den Markt. Günter Rehburg berichtet.

Das im Vergleich zu den Branchenriesen eher kleine Unternehmen Novag ließ sich von der Vielzahl der Top-Entwicklungen der Giganten in der Brettcomputerszene zu keinem Zeitpunkt schrecken. Firmenchef Peter Auge und seine Entwicklungsabteilung schien vielmehr von den Produkten der Konkurrenz geradezu zu eigener Kreativität inspiriert zu werden. Von der Innovationsbereitschaft Novags zeugen beispielsweise die Verbindungsbox, die bereits sehr frühzeitig über die RS232-Schnittstelle Kommunikation mit dem PC ermöglichte, wie auch das TV-Interface, das für eine Abbildung des Brettgeschehens auf dem Bildschirm sorgte.

Sicher musste auch Novag ob der hereinbrechenden PC-Flut die eine oder andere Entwicklung zurücknehmen. Bis heute stellte sich jedoch nie das Gefühl ein, dass die von dieser Firma herausgebrachten Geräte lediglich auf den Massenmarkt abzielen. Der Sapphire II de Luxe bietet die Kombination des zweifelsfrei spielstärksten Reisegerätes mit einem formschönen Edelholzbrett einerseits und die Kontaktmöglichkeit eben dieses »Universal Electronic Chess Boards« zum Personal Computer andererseits — ein beredter Zeuge dafür, dass Novag nicht bereit ist, die Freunde der Brettcomputer verkommen zu lassen.

Äußerlichkeiten

In seinem Erscheinungsbild unterscheidet sich der Sapphire II von seinem Vorläufer lediglich durch die silbergraue Farbgebung, einige Farbänderungen in der Tastenbeschriftung und natürlich den neuen Schriftzug für das Gerät. So gleicht der »Reise-schachfreund« mit seinen 80 x 155 x 20 mm, dem Display am oberen Geräterand und seinen 24 runden Bedienungstasten eher einem leicht aus den Fugen geratenen Taschenrechner als einem Schachcomputer. Zum Lieferumfang gehört ein einklappbares Metallbrett (170 x 160 mm) mit haftenden Figurenplättchen zum Nachvollziehen der auf dem Display angezeigten Züge. Sehr zweckmäßig und formschön ist das ebenfalls mitgelieferte Etui, in dem sowohl die Rechnereinheit als auch das Klappbrett Platz finden.

Ausstattung und Funktionsumfang

Wie sein Vorgänger ist Novags Sapphire II mit einem Programm David Kittingers ausgestattet. Es läuft auf dem RISC-ähnlichen H8-Prozessor, dessen Taktfrequenz um 12 MHz auf jetzt 32 MHz angehoben wurde. PC-Anwendern würde eine derartige Steigerung nicht einmal ein müdes Lächeln abzwingen. Freunde des Brettcomputers sehen demgegenüber 12 MHz auch heute noch geradezu als einen Schritt mit Siebenmeilenstiefeln an. So weit zurück ist die Zeit jedoch nicht, in der eine Steigerung von 3,5 auf 5 MHz als eine Art Weltwunder der technischen Entwicklung bestaunt wurde. 118 KByte sind beim Sapphire II für die Hash-Tables vorgesehen.

Mit der Bedeutung und Bedienung der Funktionstasten sollten Sie sich mittels der Bedienungsanweisung rechtzeitig vor der Reise vertraut machen, da sie nicht immer leicht verständlich und übersichtlich geraten ist. Es bedarf einiger Eingewöhnung, sich in der Vielfalt der Möglichkeiten zurechtzufinden. Andererseits weist die hohe Anzahl der teilweise zudem doppelt belegten Tasten auf einen Funktionsumfang hin, der jedem Vergleich mit der Konkurrenz mühelos standhält.

Sämtliche Funktionen des Sapphire II eingehend zu beschreiben hieße, den Rahmen dieser Betrachtung bei weitem zu überschreiten. Lassen Sie mich daher die wichtigsten herausgreifen und kurz erläutern: 56 Spielstufen sind zwar kein Hinweis auf die Qualität des Programms, garantieren aber einiges an Abwechslung. Hinzu kommen acht Mattsuchstufen. Bei hinreichender Bedenkzeit soll das Novag-Gerät in der Lage sein, ein Matt in bis zu 14 Zügen anzukündigen.

Vor Beginn der Partie kann nicht nur zwischen Ein-und Ausschaltung der Turnierbibliothek gewählt werden, vielmehr ist es zudem möglich, einen passiv oder aktiv angelegten Eröffnungsbereich anzuwählen. Insgesamt umfasst dieser 123.000 Varianten. Beim Spielstil besteht die Möglichkeit der Wahl zwischen »selektiv« und »brute force«. Hinzugeschaltet werden können außerdem die Lernfunktion (Computer lernt aus gespielten Spielstellungen) wie auch die »Extensions«, die eine gründlichere Analyse relevanter Partiestellungen sicherstellen.

Während der Partie haben Sie unter Anwendung der Hint-Taste Gelegenheit, Zugvorschläge einzusehen. Mit der »Next-best«-Funktion können Sie bei Nichtgefallen des gegnerischen Zuges den Sapphire II einen anderen Antwortzug errechnen lassen. Ein zusätzlicher Zufallsgenerator kann für weitere Abwechslung sorgen. Gefällt Ihnen die gesamte Entwicklung der Partie nicht, können Sie - und das sollte nun doch wohl wirklich reichen - bis zu 400 Halbzüge zurücknehmen. Nach Abschluss der Partie können Sie sie für die »Ewigkeit« abspeichern. Der Gerätespeicher nimmt insgesamt 64 Partien oder 10.000 Halbzüge auf.

...und die schachlichen Fähigkeiten?

Eine Partie (60 Minuten) gegen den Mephisto Berlin Professional 68020 soll einen ersten Eindruck vom schachlichen Vermögen unseres kleinen »Taschenrechners« vermitteln: Zugegeben, ich habe ein Highlight aus der Testreihe herausgesucht. Es darf auch nicht erwartet werden, daß der Nachfolger eines Gerätes, das in der SSDF Liste bei Elo 2087 lag, nun gleich reihenweise Gegner einer um fast 150 Elo stärker einzuschätzenden Klasse besiegt. Dennoch blieb das Wettkampfergebnis gegen den Mephisto Berlin Professional 68020 insgesamt positiv. Es muß auch im Bereich der »künstlichen Intelligenz« so etwas geben wie »Gegner, die einem liegen«. Eine erschreckende Niederlage gab es dafür gegen den Mephisto MM VI: Es ist nicht ganz einfach, aus den Ergebnissen der Testpartien Rückschlüsse auf die Spielstärke des Sapphire II zu ziehen:

Sapphire II - Novag Sapphire	     2 : 0
Sapphire II - Mephisto MM VI	     1 : 1
Sapphire II - Mephisto Berlin Pro    3 : 1
Sapphire II - Mephisto Atlanta	   0,5 : 0,5

Mehr Aussagekraft besitzen da schon die Analysen der einzelnen Partien wie vielleicht auch das Ergebnis der hauseigenen Teststellungen, die auf der CSS-Jahresdiskette 1992 einzusehen sind:

Programm Sapphire Sapphire II MM VI Berlin Pro Saitek Sparc
Taktik 57 57 34 67 57
Strategie 92 89 66 96 74
Endspiel 29 37 18 37 52
Gesamt 178 183 118 200 183

Aus dem Lösungsverhalten bei einzelnen Teststellungen ist dabei erheblich mehr zu ersehen als aus dem nackten Zahlenwerk. Immerhin ist auch daraus abzulesen, dass der Sapphire II im Endspielbereich eine Steigerung gegenüber dem Vorläufermodell zu verzeichnen hat. Ein Eindruck, der sich in den Testpartien erhärtete.

Überhaupt scheint Dave Kittinger dem Sapphire II ein Mehr an Schachwissen mit auf den Weg gegeben zu haben. Darüber hinaus wirkt sich die höhere Taktfrequenz ebenfalls auf die Spielstärke aus. Dennoch dürfen die leichten Vorteile gegenüber der Vorgängerversion im Spielverhalten nicht überbewertet werden. Ich schätze, dass der Novag Sapphire II um circa 30 Elopunkte zugelegt hat und sich damit in der SSDF-Liste etwa bei 2.120 Elo einordnen dürfte.

Da kommt Freude auf

Sapphire II de Luxe, das verspricht nicht nur von der Namensgebung her Spielfreude in Reinkultur. Mit dem »Universal Electronic Chess Board« gehört zum »de Luxe«-Lieferumfang ein Edelholzbrett von 37 x 37 x 3,5 cm mit 81 Felddioden, das eine nicht zu erahnende Funktionsvielfalt besitzt. So besteht einerseits die Möglichkeit, das Universal Schachbrett an die Rechnereinheit des Sapphire II anzuschließen und nunmehr sowohl die eigenen als auch die vom »elektronischen Schachfreund« errechneten Züge auf dem Edelholzbrett auszuführen. Andererseits kann mittels eines Interface-Kabels über eine serielle Schnittstelle Verbindung zum PC aufgenommen werden.

Herstellung der Kabelverbindung, Installation der Treiberprogramme wie auch der Betrieb mit den einzelnen Schachprogrammen dürften selbst für den ungeübten PC-Anwender nicht zu einem unüberwindlichen Hindernis werden. Die Handlungsabläufe werden in der Bedienungsanleitung ausführlich beschrieben. Einziger Knackpunkt könnte die richtige Angabe der freien COM-Schnittstelle sein. Hier müssen Sie Ihre Rechneranschlüsse einer Überprüfung unterziehen, um festzustellen, welche serielle Schnittstelle zur Verbindung mit dem »Universal Electronic Chess Board« zur Verfügung steht.

Das Spielen auf dem Brett gestaltet sich recht komfortabel. Beim Ziehen müssen die Figuren nicht unbedingt angehoben und abgesetzt werden, vielmehr ist auch ein Schleifen möglich. Allerdings muss die Zugausführung schon mit einer angemessenen Geschwindigkeit erfolgen, soll es nicht doch zu Fehlanzeigen kommen.

Zwei Punkte, die Anlass zur Kritik geben, sollen Ihnen dennoch nicht verschwiegen werden: Der Stellungsaufbau beim Novag Universal Schachbrett im Zusammenspiel mit dem Sapphire II gerät reichlich umständlich und ist beispielsweise für die Eingabe von Teststellungen schlichtweg unbrauchbar. Bedauerlich ist auch, dass für den PC-Betrieb lediglich Treiber für die Programme Fritz 1 bis Fritz 3, Mephisto Advantage, Genius 3, Rebel 7 und für das Novag-Programm WChess zur Verfügung stehen. Ein Schicksal, das sich die Nutzer des Novag Universal-Brettes mit den Anwendern einer Reihe anderer PC-Bretter teilen.

Der Preis für das Reisegerät Sapphire II liegt bei DM 429,-. Wer das Gerät gelegentlich auch batteriesparend am Stromnetz betreiben möchte, sollte noch DM 25,- für den Netzadapter mit einkalkulieren. Für das mit dem gleichen Programm ausgerüstete Brettgerät Diamond II sind DM 498,- über den Ladentisch zu reichen. DM 499,- DM kostet das Universal Schachbrett in Edelholz. Die Kombination Sapphire II, Universal-Brett und Netzadapter, der Sapphire II de Luxe also, wird zum günstigen Komplettpreis von DM 798,- im Fachhandel erhältlich sein. Ja, Novag lässt uns eben auch zu Festzeiten nicht verkommen.

Inside the Chess Computer

Pictures by Gerardo M. - Los Proyectos de Berger / Website

Inside
Mainboard
Hitachi H8/325 Microcontroller