Novag Super Expert C

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Novag Super Forte C 6 MHz

NOVAG brachte 1986 den Nachfolger, den Forte A heraus, der ein Jahr später in einer überarbeiteten Version B erschien (1987). Diese Geräte besaßen erstmals ein Display zur Anzeige von Spielinformationen. Weiterhin boten die Geräte die Möglichkeit zum Anschluss an einen PC. Die Spielstärke war geringfügig höher als die des Super Constellation, was aber wohl überwiegend der auf 5 MHz erhöhten Taktfrequenz zuzuschreiben war. Programmtechnisch begann Kittinger jetzt nämlich mehr und mehr positionelle Kriterien einzubauen, was dem spektakulären Spielstil, wie man ihn bis dato gewohnt war, leider nicht unbedingt zu Gute kam.

Diese Tendenz setzte sich zunächst auch mit dem NOVAG Super Forte A fort, der im Jahre 1988 erschien. Die B-Version von 1989 war dagegen taktisch ein Monster, hatte aber in positioneller Hinsicht einige Schwachpunkte. Eine neue Meisterleistung Kittingers sollte aber der Super Forte in der C-Version (1990) werden, besonders in der 6 MHz Ausführung, die auch in diesem Turnier eingesetzt wurde. Kittinger schaffte es fast, die für 8-Bitter magische Grenze von 2000 ELO Punkten in der damaligen SSDF-Liste zu knacken, geführt wurde der Computer mit 1960 ELO (alt, neu ca. 1860). Aus Sicht des Autors war und ist es das stärkste 8-Bit Geraet aller Zeiten zumondest im Spiel gegen menschliche Gegner und wird sehr wahrscheinlich in der SSDF zu niedrig geführt. Der Autor hätte gerne einmal erfahren, zu welchen Leistungen eine getunter Super Forte C beispielsweise mit Turbo Kit auf 16 MHz im Stande ist. Solche Erfahrungen liegen aber anscheinend in der Fachwelt nicht vor.

Was ist nun das Besondere am C-Programm Kittingers? Nun, der Amerikaner führte neben grundsätzlichen programmtechnischen Verbesserungen, sogenannte Selective Search Funktionen ein, die es dem Super Forte ermöglichen, je nach Einstellung, bestimmte Stellungen in den Spitzen effektiv und vor allem tiefer zu untersuchen. Das Programm erlaubt die Einstellung von 8 verschiedenen Selective Search Stufen, über die spielstärkste Einstellung wird auch heute noch diskuitiert. In Schweden wurde Sel 5 herauskristallisiert, wie sie auch in diesem Turnier verwendet wurde. Der Super Forte C war taktisch sowie positionell gleichermaßen stark und auch spektakuläre PSH-Züge tauchten wieder auf, man fühlte sich in seelige Super Conny-Zeiten (auf höherem Niveau!) zurückversetzt.

Austattungsmäßig hatte sich gegenüber der Forte-Generation u. a. das Display zum Positiven geändert, es zeigte jetzt die verbrauchte Zeit beider Seiten an und war auch deutlich besser zu lesen. Darüberhinaus wurde erstmals das Super System mit PC-Schnittstelle, Anschluss an ein externes Schachbrett sowie an eine TV-Gerät ueber eine sogenannte Distributor-Box angeboten. Die Eröffnugsbibliothek war inzwischen auf 32.000 Halbzüge angewachsen.