Psion Chess: Unterschied zwischen den Versionen

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Schachprogramm (Software] aus dem Jahr [[1985]] von [[Richard Lang]], Vorläufer vom seinem ersten WM-Programm [[Mephisto Amsterdam]]
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* Schachprogramm (Software) aus dem Jahr [[1985]] von [[Richard Lang]], Vorläufer seines ersten [[WMCCC|WM]]-Programms [[Mephisto Amsterdam]]
* [[4. WMCCC Glasgow 1984|Weltmeister 1984]]
 
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'''Psion Chess''' (Eigenname: Chess by Psion with Richard Lang) ist ein Schachprogramm, das ursprünglich aus dem Jahr [[1982]] stammt. Es wurde von dem englischen Programmierer Richard Lang für die Firma Psion Ltd. (heute Psion Inc.) entwickelt. Zum Zeitpunkt des Erscheinens war es kommerziell, wurde jedoch inzwischen als Freeware deklariert.
 
=== Schachengine ===
 
Die Schachengine war in Assembler programmiert. Es gab Versionen für Sinclair QL, Atari ST, Mac, PC und Psion Organiser. Eine Version für den ZX Spectrum aus dem Jahr [[1983]] ebnete den Weg für die PC-Umsetzung.
 
Auf dem Mac entsprach die Spielstärke etwa 1793 Elo, während sie auf dem Atari ST 1960 Elo erreichte. Das Programm rechnete auch während der Züge des Spielers, was jedoch ausgeschaltet werden konnte.
 
Bei der 4. [[WMCCC|Mikrocomputer-Weltmeisterschaft]] in Glasgow [[1984]], an der 19 Programme teilnahmen, kam Psion Chess mit 5 Punkten aus 7 Runden auf den geteilten ersten Platz.
 
=== Funktionen ===
 
Das Programm bot mehrere Funktionen, die damals noch nicht Standard waren. Es enthielt eine Speicher- und Ladefunktion für komplette Schachpartien sowie eine Datenbank mit 50 berühmten historischen Schachpartien, deren Beschreibung im Handbuch zu finden war. Partien konnten ausgedruckt werden.
 
Psion Chess erlaubte es, in einem Championship-Modus zu spielen, der automatisch entfernt wurde, wenn eine Aktion ausgeführt wurde, die nicht Turnierbedingungen entsprach, etwa eine Zugrücknahme. Es erkannte Stellungswiederholungen, Patt, Zuglegalität, en passant, Rochade und Unterverwandlung.
 
Die Spielstärke war in 14 Stufen regelbar, acht weitere Stufen konnten für die Mattsuche, etwa zur Lösung von Mattaufgaben, eingesetzt werden.
 
Es konnte zwischen englischer, französischer und deutscher Sprache gewählt werden.
 
=== Grafik und Sound ===
 
Das monochrome Programm bot Unterstützung für die Hercules Graphics Card, mit der die Auflösung von 720x348 Pixeln mit Dithering zur Simulation von Graustufen erreicht wurde, konnte jedoch auch auf IBM-PCs ohne die Hercules betrieben werden. Mit einer IBM Color Card konnten 640x400 Pixel ohne Dithering erreicht werden. Auf dem Atari ST war eine höhere Farbtiefe möglich.
 
Das Schachbrett konnte in 2D und 3D betrachtet werden. Im Gegensatz zu Battle Chess waren Standard-Schachfiguren in der 3D-Ansicht zu sehen.
 
Es war ein Soundeffekt für Züge vorhanden, der vom Systemlautsprecher ausgegeben wurde.
 
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<small>''Seite „Psion Chess“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Dezember 2009, 15:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Psion_Chess&oldid=68239060 (Abgerufen: 10. April 2010, 22:01 UTC)'' </small>
 
== Beispielpartien ==
 
<pgn>
[Event "6/87-21"]
[Date "1987"]
[Round "?"]
[White "Psion Atari ST"]
[Black "Fidelity Excel 68000"]
[Result "1-0"]
[ECO "A33"]
[PlyCount "61"]
[EventDate "1987.??.??"]
 
1. c4 c5 2. Nf3 Nf6 3. d4 cxd4 4. Nxd4 e6 5. Nc3 Nc6 6. Ndb5 Bc5 7. Nd6+ Kf8 8.
e3 Kg8 9. Be2 Bb4 10. O-O Bxc3 11. bxc3 h5 12. Rb1 b6 13. e4 h4 14. Bg5 Ba6 15.
f4 Qc7 16. Bxf6 gxf6 17. Nb5 Qd8 18. Rf3 Kg7 19. Rd3 Bc8 20. Bh5 Ne7 21. Qg4+
Kf8 22. Nd6 Rh7 23. Bxf7 Rxf7 24. Qxh4 Rg7 25. Qxf6+ Kg8 26. Rh3 Nc6 27. Qh6
Kf8 28. Rg3 Qg5 29. Rxg5 Ke7 30. Nxc8+ Rxc8 31. Rxg7+ 1-0
 
[Event "2/87-19"]
[Date "1987"]
[Round "?"]
[White "Psion Atari ST"]
[Black "Saitek Leonardo Maestro 6 MHz"]
[Result "0-1"]
[ECO "B13"]
[Annotator "CSS-Computerturnier"]
[PlyCount "140"]
[EventDate "1987.??.??"]
 
1. e4 c6 2. d4 d5 3. exd5 cxd5 4. c4 Nf6 5. Nc3 Nc6 6. Bg5 dxc4 7. Nf3 Bg4 8.
Bxc4 Bxf3 9. Qxf3 Nxd4 10. Qd3 Qb6 11. O-O-O O-O-O 12. Be3 e5 13. Bxf7 Rd7 14.
Bc4 Kb8 15. Bb5 Rd8 16. Kb1 Bb4 17. Ba4 Bxc3 18. Qxc3 Ne4 19. Qe1 Qg6 20. Bxd4
Rxd4 21. Rxd4 exd4 22. Bc2 Re8 23. Rg1 Qc6 24. Bxe4 Rxe4 25. Qa5 Re8 26. Qf5
Qe4+ 27. Qxe4 Rxe4 28. Rd1 Re2 29. h4 Rxf2 30. g3 Rg2 31. Rxd4 Rxg3 32. Re4 Kc7
33. Kc2 Rg2+ 34. Kc3 Kd6 35. Rd4+ Ke7 36. a4 b6 37. Re4+ Kf6 38. b4 Rh2 39. Kc4
g6 40. Kb5 Rd2 41. Rf4+ Kg7 42. Ka6 Rd7 43. Kb5 Kh6 44. Kc6 Re7 45. Kd6 Re2 46.
Kc6 Re6+ 47. Kb5 Re7 48. Ka6 Kh5 49. b5 Rd7 50. Re4 Rf7 51. Rd4 Re7 52. Rf4 Rc7
53. Rd4 Rf7 54. Rc4 Rg7 55. Rb4 h6 56. Rc4 g5 57. hxg5 hxg5 58. Rd4 g4 59. Rd5+
Kh4 60. Rd4 Kh3 61. Rd3+ g3 62. a5 bxa5 63. Kxa5 Kh2 64. b6 g2 65. Rd2 axb6+
66. Kxb6 Kh1 67. Rd1+ g1=Q+ 68. Rxg1+ Kxg1 69. Kc5 Kf2 70. Kd5 Kf3 0-1
</pgn>
 


[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Glossar]]
[[Kategorie:Lang, Richard]]
[[Kategorie:Weltmeisterschaften]]

Aktuelle Version vom 26. Juli 2021, 21:57 Uhr

Psion Chess.png

2D Darstellung
3D Darstellung


Psion Chess (Eigenname: Chess by Psion with Richard Lang) ist ein Schachprogramm, das ursprünglich aus dem Jahr 1982 stammt. Es wurde von dem englischen Programmierer Richard Lang für die Firma Psion Ltd. (heute Psion Inc.) entwickelt. Zum Zeitpunkt des Erscheinens war es kommerziell, wurde jedoch inzwischen als Freeware deklariert.

Schachengine

Die Schachengine war in Assembler programmiert. Es gab Versionen für Sinclair QL, Atari ST, Mac, PC und Psion Organiser. Eine Version für den ZX Spectrum aus dem Jahr 1983 ebnete den Weg für die PC-Umsetzung.

Auf dem Mac entsprach die Spielstärke etwa 1793 Elo, während sie auf dem Atari ST 1960 Elo erreichte. Das Programm rechnete auch während der Züge des Spielers, was jedoch ausgeschaltet werden konnte.

Bei der 4. Mikrocomputer-Weltmeisterschaft in Glasgow 1984, an der 19 Programme teilnahmen, kam Psion Chess mit 5 Punkten aus 7 Runden auf den geteilten ersten Platz.

Funktionen

Das Programm bot mehrere Funktionen, die damals noch nicht Standard waren. Es enthielt eine Speicher- und Ladefunktion für komplette Schachpartien sowie eine Datenbank mit 50 berühmten historischen Schachpartien, deren Beschreibung im Handbuch zu finden war. Partien konnten ausgedruckt werden.

Psion Chess erlaubte es, in einem Championship-Modus zu spielen, der automatisch entfernt wurde, wenn eine Aktion ausgeführt wurde, die nicht Turnierbedingungen entsprach, etwa eine Zugrücknahme. Es erkannte Stellungswiederholungen, Patt, Zuglegalität, en passant, Rochade und Unterverwandlung.

Die Spielstärke war in 14 Stufen regelbar, acht weitere Stufen konnten für die Mattsuche, etwa zur Lösung von Mattaufgaben, eingesetzt werden.

Es konnte zwischen englischer, französischer und deutscher Sprache gewählt werden.

Grafik und Sound

Das monochrome Programm bot Unterstützung für die Hercules Graphics Card, mit der die Auflösung von 720x348 Pixeln mit Dithering zur Simulation von Graustufen erreicht wurde, konnte jedoch auch auf IBM-PCs ohne die Hercules betrieben werden. Mit einer IBM Color Card konnten 640x400 Pixel ohne Dithering erreicht werden. Auf dem Atari ST war eine höhere Farbtiefe möglich.

Das Schachbrett konnte in 2D und 3D betrachtet werden. Im Gegensatz zu Battle Chess waren Standard-Schachfiguren in der 3D-Ansicht zu sehen.

Es war ein Soundeffekt für Züge vorhanden, der vom Systemlautsprecher ausgegeben wurde.


Seite „Psion Chess“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Dezember 2009, 15:44 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Psion_Chess&oldid=68239060 (Abgerufen: 10. April 2010, 22:01 UTC)

Beispielpartien