Saitek Prisma: Unterschied zwischen den Versionen

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* Brett-Dreh-Funktion
 
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* Rücknahme von 100 Halbzügen
 
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=='''Nicht für Fetischisten'''==
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''Detlef Köhlers berichtet über den '''Saitek Kasparov Prisma''''' (aus Computer Schach & Spiele / Heft 1 / Februar-März 1991)
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'''Die Firma Saitek gilt als der weltweit umsatzstärkste Hersteller von Schachcomputern, was nicht zuletzt auf die breite, meist auf den etwas schmaleren Geldbeutel abgestimmte Produktpalette zurückzuführen ist. In diese Rubrik fällt auch das neueste Gerät des unter Schweizer Führung stehenden Konzerns, der Saitek Kasparov Prisma, von dem CSS kürzlich ein Testgerät ergattern konnte. Detlef Köhlers hat sich mit ihm beschäftigt.'''
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Rein äußerlich sieht er seinem großen Bruder, dem Kasparov Simultano, zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die silbergraue Farbe des Gehäuses sowie der „Prisma"-Schriftzug rechts neben dem LCD-Display klären darüber auf, dass wir es hier mit einem brandneuen, bisher noch nicht getesteten Gerät zu tun haben. Allerdings hören die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Geräten bei diesen Äußerlichkeiten auch fast schon wieder auf, denn was die technischen Features und die Spielstärke betrifft, ist der Prisma doch ziemlich abgespeckt worden. Doch der Reihe nach.
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=== LCD-Bildschirm ===
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Wie schon beim Simultano, so fällt auch beim Prisma das große LCD-Schachbrett oberhalb des Tastenfeldes als erstes ins Auge. Hier zieht der Prisma brav während einer Partie die Steine mit, so dass man prinzipiell die Figuren auf dem Sensorbrett nebenan gar nicht zu benutzen braucht. Aber wirklich nur „prinzipiell", da das LCD-Brett doch ein wenig unübersichtlich und — trotz Schiebeschalters für den Kontrast — auch nicht immer gut abzulesen ist. Da ein LCD-Display von Natur aus nun mal nicht leuchtet, ist die Spielfläche manchmal einfach zu dunkel, so dass es schwerfällt, die gesamte Stellung voll zu erfassen. Ich erinnere mich da an ein Uraltgerät von Novag — das Chess Champion Super System III — an das man ein ähnliches LCD-Brett als Zusatzgerät anschließen konnte. Dort war eine kleine Birne eingebaut, so dass man es auf Wunsch von innen heraus beleuchten und durch diesen kleinen Trick ganz hervorragend ablesen konnte. Es wäre vielleicht ein Vorschlag an Saitek, dies für die eigenen Geräte zu übernehmen. Sicher sorgen auch die etwas stark stilisierten Figuren beim ersten Hinschauen für Heiterkeit ("Was? Das soll ein Springer sein??"), doch ist der Mensch ja bekanntlich ein Gewohnheitstier, und nach einer kurzen Anfangsphase gehen einem die Figuren dann in Fleisch und Blut über.
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Von diesen kleinen Beeinträchtigungen mal abgesehen, ist das LCD-Brett natürlich schon eine feine Sache. Man kann sich zum Beispiel die aktuell vom Rechner favorisierte Hauptvariante nicht einfach nur per Notation anzeigen lassen, um sie im Kopf nachzuspielen, nein, man kann sie sich direkt auf dem LCD-Brett vorführen lassen und sieht so mit höchster optischer Deutlichkeit, was der Rechner gerade für Gemeinheiten plant. Natürlich hilft das Brett auch bei der schnöden Stellungskontrolle ungemein, ein mühsames Abklappern der einzelnen Figurenarten, um zu überprüfen, wo welche Figur steht, kann man beim Prisma durch einen simplen Blick aufs Display ersetzen.
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Auch beim Vor- und Zurückspielen der Partie kann man sich das lästige Ziehen der Figuren schenken, und sein gespieltes Werk ungestört auf dem Bildschirm genießen. Da wir gerade beim Zurücknehmen von Zügen sind: Die Anleitung des Prisma beharrt darauf, dass sich der Computer lediglich die letzten 50 Züge merkt. Umso überraschter war ich, als ich nach einer Seeschlange von 104 Zügen gegen den Designer 2265 bemerkte, dass ich 100 (!) Züge problemlos zurücknehmen konnte.
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Neben dem LCD-Brett verfügt der Prisma natürlich auch über eine gewöhnliche Zeilenanzeige (11-stellig), die den Spieler mit Informationen aus den tiefsten Tiefen der Elektronik versorgt: laufende Uhr, Restzeit (für Spielstufen mit Zeitkontrolle), Hauptvariante, Stellungsbewertung, Suchtiefe, Anzahl der untersuchten Positionen und laufende Zeit für den aktuellen Zug fehlen ebenso wenig wie die Möglichkeit, die durchrollende Hauptvariante einzufrieren und Zug für Zug durchzuspielen. Dankenswerterweise hat man dem Prisma auch die Möglichkeit gelassen, Stellungen während des Spielens mittels FUNCTION SETUP zu markieren, die man dann später mittels FUNCTION + oder FUNCTION — wieder anspringen kann, um sie z.B. einer ausführlicheren Analyse zu unterziehen.
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=== Keine Nebenlösungen ===
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Die 64 Spielstufen des Prisma sind direkt vom Simultano übernommen und lassen eigentlich keine Wünsche offen — es sei denn, man ist zufällig ein großer Problemschachfreund. Der Prisma hat nämlich nur eine einzige Problemschachstufe, auf der er nacheinander Matts in 1-16 Zügen sucht und die Suche abbricht, sobald er fündig wird. Leider — und das ist für einen modernen Schachcomputer wirklich unverständlich — kann der Prisma nicht zur Suche von Nebenlösungen veranlasst werden, so dass Problemfreunde sicher das Lesen dieses Artikels hier beenden werden. Von diesem Manko abgesehen, kann man mit dem Prisma aber alles machen: blitzen, normale und Aktivschach-Turniere spielen. Sogar speziell abgeschwächte Spielstufen für Kinder sind vorhanden.
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Dem Rotstift zum Opfer gefallen ist leider der große Partie- bzw. Eröffnungsspeicher, der bei den zuletzt vorgestellten Saitek-Geräten für viel Kritikerlob sorgte. Beim Prisma ist lediglich die Möglichkeit geblieben, die gerade laufende Partie durch Drücken auf die STOP-Taste einzufrieren und später wieder aufzunehmen, was für ein Hobbygerät (und als solches muss man den Prisma wohl ansehen) aber sicher auch genügt.
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=== Denkpause ===
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Zum Ausgleich dafür kennt der Prisma zwei verschiedene Arten der Zeitnahme: Bei der Einstellung „Computerstyle" wird die Uhr des Computers gestoppt, sobald er seinen Zug im Display anzeigt, und die Uhr des Gegners wird erst in dem Moment in Gang gesetzt, in dem der Benutzer diesen Zug auf dem Sensorbrett ausgeführt hat. Diese Einstellung ist in erster Linie für reine Computerturniere gedacht, bei denen das Übertragen der Züge von einem Computer auf den anderen nicht in die Zeitrechnung einfließen soll. Die andere Einstellung, „Tournament style", ist für Turnierpartien gegen Menschen gedacht. Hier läuft die Uhr des Rechners so lange, bis der angezeigte Zug vom Benutzer quittiert wird; anschließend beginnt dann die Zeit des Gegners zu laufen.
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Bei den spielerischen Eigenschaften des Prisma lassen die Ähnlichkeiten zum Simultano dann leider nach. Schon die Eröffnungsbibliothek ist mit etwa 17.000 Halbzügen deutlich kleiner als die seines entfernten Verwandten (100.000 Halbzüge!). Auch ist bei den Varianten ein gewisser Hang zur Monotonie und Passivität zu vermerken, was einige der Lieblingsvarianten des Prisma verdeutlichen mögen: mit Weiß 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.Lxc6, mit Schwarz 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 oder 3...Sf6 4.Lg5 dxe4. Auch nach Verlassen der Bibliothek strotzt der Prisma nicht gerade vor Tatendrang, er spielt recht verhalten und ruhig, häufig leider auch etwas planlos. Seine taktischen Fähigkeiten sind ebenfalls nicht gerade berauschend, ein auf diesem Gebiet versierter Gegner (egal, ob Mensch oder Computer) kann ihn schnell in die Schranken weisen, was folgendes Beispiel belegen mag:
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[Event "Turnierpartie - CSS 1/91-18"]
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[Site "CSS"]
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[Date "1991.??.??"]
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[Round "?"]
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[White "Saitek Prisma"]
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[Black "Fidelity Designer 2265"]
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[Result "0-1"]
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[ECO "C73"]
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[Annotator "Köhlers"]
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[PlyCount "60"]
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[EventDate "1991.??.??"]
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1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 d6 {richtig - der Designer war auf ALL
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OPENINGS eingestellt, um die Partie vielleicht doch etwas ausgeglichener zu
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gestalten} 5. Bxc6+ {typisch Prisma! Dieser Zug stammt natürlich noch aus der
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Bibliothek} bxc6 6. d4 f6 7. O-O {der erste errechnete Zug des Prisma, wonach
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auch sein Geg­ner nichts mehr auswendig gelernt hatte} Bg4 8. dxe5 fxe5 9. Be3
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Nf6 10. Nc3 Be7 11. Qe2 Nd7 {Kei­ne Frage, der Prisma hat sich zunächst Mal
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recht ge­sund entwickelt. Wie wir aber gleich sehen werden, fällt ihm nun
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nicht mehr viel Gescheites ein.} 12. h3 Bh5 13. Nb1 $4 {Vermutlich wollte er
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den nach d2 stellen, um die Dame aus der lästigen Fesselung zu ziehen, doch
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dazu kommt er nicht mehr!} d5 $1 14. exd5 $2 {14.Sd2 taugt natürlich wegen 14.
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..d4 nichts, aber auch der Textzug verliert eine Figur. Der Designer plädiert
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hier sogar für das kurios aus­sehende 14.Lc1!?} e4 15. dxc6 Nf6 16. g4 exf3
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17. Qxf3 Bg6 18. g5 $6 {Die nun folgenden Königsflü­gelaktivitäten gehen
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nicht nur bös nach hinten los, sie hinterlassen auch einen Eindruck von
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ziemlicher Hilflosigkeit. Die nun folgenden Königsflü­gelaktivitäten gehen
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nicht nur bös nach hinten los, sie hinterlassen auch einen Eindruck von
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ziemlicher Hilflosigkeit.} Ne4 19. h4 Qd5 20. h5 $2 Bf7 21. Rd1 Qe5 22. g6 $2
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hxg6 23. Rd4 Ng5 24. Qe2 Ne6 25. Rd1 Rxh5 26. Qc4 Bc5 27. Qc3 Qe4 {Mit
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Mattankündigung} 28. Rd8+ Kxd8 29. f3 Qxf3 30. Bxc5 Rh1# 0-1
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</pgn>
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Gelegentlich pflegt der Prisma auch mit seinem König ein wenig sorglos umzugehen, wovon folgende Partie zu berichten weiß:
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[Event "Turnierpartie - CSS 1/91-19"]
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[Site "CSS"]
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[Date "1991.??.??"]
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[Round "?"]
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[White "Saitek Prisma"]
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[Black "Fidelity Designer 2265"]
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[Result "0-1"]
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[ECO "C85"]
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[Annotator "Köhlers"]
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[PlyCount "54"]
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[EventDate "1991.??.??"]
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1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bb5 a6 4. Ba4 Nf6 5. O-O Be7 6. Bxc6 {wen über­rascht
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das noch?} dxc6 7. Qe1 Nd7 8. d3 {Der erste errechnete Zug des Prisma. Der
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Designer, noch in der Bibliothek, erwartete den Zug 8.d4.} f6 9. Be3 Nb6 10. d4
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exd4 11. Bxd4 O-O 12. Nc3 Bg4 {Wieder hat der Prisma sich recht normal
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entwickelt (der etwas krumm aussehende Zug 7.De1 stammt noch aus der
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Bibliothek!), und wieder fällt ihm nun nichts mehr ein!} 13. Bxb6 $6 cxb6 14.
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Qe2 Qd6 15. h3 Be6 16. Rfd1 Qb4 17. Rab1 Rad8 18. Nd2 Qc5 19. a3 b5 20. Nb3 Qe5
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21. Rxd8 Rxd8 22. Na5 Bd6 $1 23. f4 $4 {In dem Bestreben, nur ja keinen Bauern
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abzugeben, setzt der Prisma seinen König todbringenden Gefahren aus.
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Natürlich steht Schwarz auch nach 23.g3 Lc7! nebst 24...Lxh3 klar besser.}
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Qxf4 24. Nxb7 Qh2+ {Was sagt der Designer da­zu? +6,92!} 25. Kf2 Bg3+ 26. Kf3
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Bh4 $1 27. Qe1 {Trau­rige Notwendigkeit, da Weiß ansonsten nach 27...Dg3+
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schnell matt wird.} Bxe1 {und über den Rest schweigt des Sängers
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Höflichkeit.} 0-1
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Sicher sollte man diese Partien nicht überbewerten der Designer ist einfach ein bis zwei Nummern zu groß für den Prisma, er kostet schließlich auch zweieinhalbmal so viel. Es ist aber wohl deutlich geworden, dass dieser Rechner für einen starken Vereinsspieler nicht der richtige Partner ist, auch wenn die Anleitung voller Stolz (und völlig korrekt) behauptet, dass weniger als 5% aller (menschlichen) Schachspieler den Saitek Prisma schlagen können.
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Der Saitek Prisma ist eben ein recht preisgünstiges Einsteiger- und Hobbygerät (DM 398,-) mit zweifellos sehr guter technischer Ausstattung und einer (jedenfalls für Anfänger bei weitem) ausreichenden Spielstärke. Als solches wird er gewiss seine Freunde unter den vielen Gelegenheitsschachspielern finden. Spielstärkefetischisten (der Autor schließt sich da ein) werden jedoch weiterhin gespannt auf die ersten Früchte der Zusammenarbeit zwischen Saitek und den Spracklens warten müssen.
 
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Aktuelle Version vom 18. Januar 2020, 17:59 Uhr

Saitek Prisma
Hersteller Saitek Jahr: 1990
Elo 1779 Preis 498 DM (250 €)
Programmierer Kaplan, Julio & Barnes, Craig BT-2450
Prozessor H8 BT-2630
Prozessortyp 8 Bit Colditz
Takt 10 MHz Rechentiefe 16 Halbzüge
RAM 1 KB Display LCD Schachbrett
ROM 32 KB Zugeingabe Drucksensoren
Bibliothek 17.000 Halbzüge Zugausgabe 16 Rand-LEDs
Spielstufen 64
Maße 41,7 x 28,2 x 3,5 cm; Spielfeld = 20,2 x 20,2 cm
Stromversorgung   Batterie = 6 Babyzellen (Typ C), Netz = 9V / 300 mA (Plus innen)
Verwandt Saitek Kasparov Blitz
Sonstiges LCD Schachbrett


Infos

  • 4-Zeiten-Schachuhr
  • Anzeige der Hauptvariante (8 Halbzüge)
  • Stellungsbewertung
  • Positionskontrolle, -speicher und -eingabe
  • Brett-Dreh-Funktion
  • Rücknahme von 100 Halbzügen


Nicht für Fetischisten

Detlef Köhlers berichtet über den Saitek Kasparov Prisma (aus Computer Schach & Spiele / Heft 1 / Februar-März 1991)

Die Firma Saitek gilt als der weltweit umsatzstärkste Hersteller von Schachcomputern, was nicht zuletzt auf die breite, meist auf den etwas schmaleren Geldbeutel abgestimmte Produktpalette zurückzuführen ist. In diese Rubrik fällt auch das neueste Gerät des unter Schweizer Führung stehenden Konzerns, der Saitek Kasparov Prisma, von dem CSS kürzlich ein Testgerät ergattern konnte. Detlef Köhlers hat sich mit ihm beschäftigt.

Rein äußerlich sieht er seinem großen Bruder, dem Kasparov Simultano, zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die silbergraue Farbe des Gehäuses sowie der „Prisma"-Schriftzug rechts neben dem LCD-Display klären darüber auf, dass wir es hier mit einem brandneuen, bisher noch nicht getesteten Gerät zu tun haben. Allerdings hören die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Geräten bei diesen Äußerlichkeiten auch fast schon wieder auf, denn was die technischen Features und die Spielstärke betrifft, ist der Prisma doch ziemlich abgespeckt worden. Doch der Reihe nach.

LCD-Bildschirm

Wie schon beim Simultano, so fällt auch beim Prisma das große LCD-Schachbrett oberhalb des Tastenfeldes als erstes ins Auge. Hier zieht der Prisma brav während einer Partie die Steine mit, so dass man prinzipiell die Figuren auf dem Sensorbrett nebenan gar nicht zu benutzen braucht. Aber wirklich nur „prinzipiell", da das LCD-Brett doch ein wenig unübersichtlich und — trotz Schiebeschalters für den Kontrast — auch nicht immer gut abzulesen ist. Da ein LCD-Display von Natur aus nun mal nicht leuchtet, ist die Spielfläche manchmal einfach zu dunkel, so dass es schwerfällt, die gesamte Stellung voll zu erfassen. Ich erinnere mich da an ein Uraltgerät von Novag — das Chess Champion Super System III — an das man ein ähnliches LCD-Brett als Zusatzgerät anschließen konnte. Dort war eine kleine Birne eingebaut, so dass man es auf Wunsch von innen heraus beleuchten und durch diesen kleinen Trick ganz hervorragend ablesen konnte. Es wäre vielleicht ein Vorschlag an Saitek, dies für die eigenen Geräte zu übernehmen. Sicher sorgen auch die etwas stark stilisierten Figuren beim ersten Hinschauen für Heiterkeit ("Was? Das soll ein Springer sein??"), doch ist der Mensch ja bekanntlich ein Gewohnheitstier, und nach einer kurzen Anfangsphase gehen einem die Figuren dann in Fleisch und Blut über.

Von diesen kleinen Beeinträchtigungen mal abgesehen, ist das LCD-Brett natürlich schon eine feine Sache. Man kann sich zum Beispiel die aktuell vom Rechner favorisierte Hauptvariante nicht einfach nur per Notation anzeigen lassen, um sie im Kopf nachzuspielen, nein, man kann sie sich direkt auf dem LCD-Brett vorführen lassen und sieht so mit höchster optischer Deutlichkeit, was der Rechner gerade für Gemeinheiten plant. Natürlich hilft das Brett auch bei der schnöden Stellungskontrolle ungemein, ein mühsames Abklappern der einzelnen Figurenarten, um zu überprüfen, wo welche Figur steht, kann man beim Prisma durch einen simplen Blick aufs Display ersetzen. Auch beim Vor- und Zurückspielen der Partie kann man sich das lästige Ziehen der Figuren schenken, und sein gespieltes Werk ungestört auf dem Bildschirm genießen. Da wir gerade beim Zurücknehmen von Zügen sind: Die Anleitung des Prisma beharrt darauf, dass sich der Computer lediglich die letzten 50 Züge merkt. Umso überraschter war ich, als ich nach einer Seeschlange von 104 Zügen gegen den Designer 2265 bemerkte, dass ich 100 (!) Züge problemlos zurücknehmen konnte.

Neben dem LCD-Brett verfügt der Prisma natürlich auch über eine gewöhnliche Zeilenanzeige (11-stellig), die den Spieler mit Informationen aus den tiefsten Tiefen der Elektronik versorgt: laufende Uhr, Restzeit (für Spielstufen mit Zeitkontrolle), Hauptvariante, Stellungsbewertung, Suchtiefe, Anzahl der untersuchten Positionen und laufende Zeit für den aktuellen Zug fehlen ebenso wenig wie die Möglichkeit, die durchrollende Hauptvariante einzufrieren und Zug für Zug durchzuspielen. Dankenswerterweise hat man dem Prisma auch die Möglichkeit gelassen, Stellungen während des Spielens mittels FUNCTION SETUP zu markieren, die man dann später mittels FUNCTION + oder FUNCTION — wieder anspringen kann, um sie z.B. einer ausführlicheren Analyse zu unterziehen.

Keine Nebenlösungen

Die 64 Spielstufen des Prisma sind direkt vom Simultano übernommen und lassen eigentlich keine Wünsche offen — es sei denn, man ist zufällig ein großer Problemschachfreund. Der Prisma hat nämlich nur eine einzige Problemschachstufe, auf der er nacheinander Matts in 1-16 Zügen sucht und die Suche abbricht, sobald er fündig wird. Leider — und das ist für einen modernen Schachcomputer wirklich unverständlich — kann der Prisma nicht zur Suche von Nebenlösungen veranlasst werden, so dass Problemfreunde sicher das Lesen dieses Artikels hier beenden werden. Von diesem Manko abgesehen, kann man mit dem Prisma aber alles machen: blitzen, normale und Aktivschach-Turniere spielen. Sogar speziell abgeschwächte Spielstufen für Kinder sind vorhanden. Dem Rotstift zum Opfer gefallen ist leider der große Partie- bzw. Eröffnungsspeicher, der bei den zuletzt vorgestellten Saitek-Geräten für viel Kritikerlob sorgte. Beim Prisma ist lediglich die Möglichkeit geblieben, die gerade laufende Partie durch Drücken auf die STOP-Taste einzufrieren und später wieder aufzunehmen, was für ein Hobbygerät (und als solches muss man den Prisma wohl ansehen) aber sicher auch genügt.

Denkpause

Zum Ausgleich dafür kennt der Prisma zwei verschiedene Arten der Zeitnahme: Bei der Einstellung „Computerstyle" wird die Uhr des Computers gestoppt, sobald er seinen Zug im Display anzeigt, und die Uhr des Gegners wird erst in dem Moment in Gang gesetzt, in dem der Benutzer diesen Zug auf dem Sensorbrett ausgeführt hat. Diese Einstellung ist in erster Linie für reine Computerturniere gedacht, bei denen das Übertragen der Züge von einem Computer auf den anderen nicht in die Zeitrechnung einfließen soll. Die andere Einstellung, „Tournament style", ist für Turnierpartien gegen Menschen gedacht. Hier läuft die Uhr des Rechners so lange, bis der angezeigte Zug vom Benutzer quittiert wird; anschließend beginnt dann die Zeit des Gegners zu laufen.

Bei den spielerischen Eigenschaften des Prisma lassen die Ähnlichkeiten zum Simultano dann leider nach. Schon die Eröffnungsbibliothek ist mit etwa 17.000 Halbzügen deutlich kleiner als die seines entfernten Verwandten (100.000 Halbzüge!). Auch ist bei den Varianten ein gewisser Hang zur Monotonie und Passivität zu vermerken, was einige der Lieblingsvarianten des Prisma verdeutlichen mögen: mit Weiß 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.Lxc6, mit Schwarz 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 oder 3...Sf6 4.Lg5 dxe4. Auch nach Verlassen der Bibliothek strotzt der Prisma nicht gerade vor Tatendrang, er spielt recht verhalten und ruhig, häufig leider auch etwas planlos. Seine taktischen Fähigkeiten sind ebenfalls nicht gerade berauschend, ein auf diesem Gebiet versierter Gegner (egal, ob Mensch oder Computer) kann ihn schnell in die Schranken weisen, was folgendes Beispiel belegen mag: Gelegentlich pflegt der Prisma auch mit seinem König ein wenig sorglos umzugehen, wovon folgende Partie zu berichten weiß: Sicher sollte man diese Partien nicht überbewerten der Designer ist einfach ein bis zwei Nummern zu groß für den Prisma, er kostet schließlich auch zweieinhalbmal so viel. Es ist aber wohl deutlich geworden, dass dieser Rechner für einen starken Vereinsspieler nicht der richtige Partner ist, auch wenn die Anleitung voller Stolz (und völlig korrekt) behauptet, dass weniger als 5% aller (menschlichen) Schachspieler den Saitek Prisma schlagen können. Der Saitek Prisma ist eben ein recht preisgünstiges Einsteiger- und Hobbygerät (DM 398,-) mit zweifellos sehr guter technischer Ausstattung und einer (jedenfalls für Anfänger bei weitem) ausreichenden Spielstärke. Als solches wird er gewiss seine Freunde unter den vielen Gelegenheitsschachspielern finden. Spielstärkefetischisten (der Autor schließt sich da ein) werden jedoch weiterhin gespannt auf die ersten Früchte der Zusammenarbeit zwischen Saitek und den Spracklens warten müssen.


Bilder

© Pictures by Theodor Heinze

Saitek Prisma
Saitek Prisma - Display
Saitek Prisma - Verpackung
Saitek Prisma - Verpackung Rückseite


Partiebeispiele