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Schachcomputer Edition (Zeitschrift)

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank

Die Zeitschrift Schachcomputer Edition war die erste Fachpublikation über Schachcomputer in Deutschland. Sie erschien ab August 1982 alle zwei Monate.[1] Herausgeber war der Hamburger Architekt Gerhard Piel, der als Redakteur bereits durch zahlreiche Testberichte bekannt war, und sein Sohn Florian Piel (als Verleger, Tester und Redakteur). Die Publikation verfolgte das Ziel, Computerschach-Interessierte über neue Geräte, Schachprogramme und Turniere zu informieren.

Erscheinungsweise und Ausgaben

  • Zeitraum und Periodizität: Start mit Ausgabe 1 am 31. August 1982, danach jeweils zweimonatlich.
  • Anzahl der Hefte: Insgesamt erschienen 21 reguläre Ausgaben (Nr. 1–21, letzte Ausgabe Dezember 1985).
  • Sonderheft: Zusätzlich erschien ein Sonderheft zur Computerschach-Weltmeisterschaft 1983.
  • Bezug: Das Jahresabonnement (6 Hefte) kostete DM 58 im Inland und DM 64 im Ausland; Einzelhefte kosteten je nach Ausgabe DM 10–11.

Inhalte und Schwerpunkte

Typische Beiträge der „Schachcomputer“-Hefte umfassten insbesondere:

  • Geräte-Tests und Vergleichsberichte: Detaillierte Tests neuer Schachcomputer wie Fidelity Elite Champion, Fidelity Prestige, Novag Savant Royale oder Omikron Bogol 5.50.
  • Schacheröffnungen und Endspiele: Analysen von Eröffnungsmodulen (mehrteilig) sowie theoretische Endspiele, etwa das Läufer-Springer-Endspiel.
  • Turnier- und Wettkampfberichte: Berichte über Computerschach-Turniere, darunter das 500-DM-Turnier 1983. Das WM-Sonderheft dokumentierte die Computerschach-Weltmeisterschaft 1983.
  • Markt- und Branchennews: Messeberichte (u. a. Nürnberger Spielwarenmesse) und Marktübersichten.

Diese Inhalte machten das Magazin zu einer „Pflichtlektüre“ für Sammler und Enthusiasten, da es neben Testdaten auch Partien und turnierbezogene Analysen bot.

Ausgabenübersicht

Ausgabe Datum Inhalte
Schachcomputer Edition 1 31.08.1982
  • Fidelity Elite Champion
  • Mephisto II ESB
Schachcomputer Edition 2 15.09.1982
  • Fidelity Sensory 9
  • Conchess Ambassador
Schachcomputer Edition 3 30.10.1982
  • Omikron Bogol 5.50
  • Fidelity Sensory 9 + CB 16
  • Mephisto II ESB
Schachcomputer Edition 4 31.01.1983
  • Fidelity Prestige
  • Steinitz Edition 4
  • Mephisto II ESB
  • Läufer-Springer Endspiel
  • Eröffnungsmodule Teil 1
Schachcomputer Edition 5 31.03.1983
  • Novag Savant Royale
  • Omikron Bogol 5.50
  • Destiny/Prodigy
  • Scisys Mark V
  • Eröffnungsmodule Teil 2
  • Commodore VC20
  • Nürnberger Spielwarenmesse 1983
Schachcomputer Edition 6 15.04.1983
  • Novag Constellation
  • Novag Robot
  • Milton Grandmaster
  • 500 DM-Turnier
  • Eröffnungsmodule Teil 3
Schachcomputer Edition 7 15.07.1983
  • Fidelity Playmatic S
  • Scisys Sensor Chess
  • 500 DM-Turnier Teil 2
  • Eröffnungsmodule Teil 4
Schachcomputer Edition 8 30.09.1983
  • Prestige vs. Constellation
  • Test: Der beste Zug Teil 1
Sonderheft WM 1983 Budapest 30.10.1983
  • Vorstellung aller Teilnehmer
  • Rundenverlauf der WM
Schachcomputer Edition 9 01.12.1983
  • Fidelity Elite A/S
  • Mephisto Modular
  • Scisys Superstar 28K
  • Der beste Zug Teil 2
  • Computersimultan in Wien
Schachcomputer Edition 10 01.02.1984
  • Fidelity Super Nine
  • Superstar vs. Constellation
  • Budapester Nachlese
  • Wiener Turnier
  • Der beste Zug Teil 3
  • Destiny vs. Mephisto II ESB
Schachcomputer Edition 11 15.04.1984
  • Fidelity Private Line 5.0 & SPS
  • Playmatic vs. Mephisto II ESB
  • Testmethodik Teil 1
  • Der beste Zug Teil 4
  • Porz Open (Partieanalysen)
  • Stellungsbewertungen
Schachcomputer Edition 12 15.06.1984
  • Scisys Mark VI Philidor Modul
  • Chess King Pocket Micro
  • Chess King Master
  • Hanimex HCG1900
  • Marktübersicht 1984
  • 2. Wiener Computersimultan
  • Elite A/S im Schachclub Teil 1
  • Eröffnungsmodule Teil 5
  • Testmethodik Teil 2
Schachcomputer Edition 13 15.08.1984
  • Super Constellation
  • Super Conny vs. Elite A/S
  • Testmethodik Teil 3
  • Mittel- und Endspieltests
  • Computer im Fernschach
Schachcomputer Edition 14 15.10.1984
  • Mikrocomputer WM 1984 Glasgow
  • Grandmaster ARB 4.0 Modul
  • Elite A/S im Schachclub Teil 2
  • Hamburg-Wien Teil 1
  • Problemschach
Schachcomputer Edition 15 01.12.1984
  • Mephisto Exclusive S
  • Neue Conchess Module
  • Hamburg-Wien Teil 2
  • Super Constellation im Blitz
  • Elite A/S im Schachclub Teil 3/4
  • Testmethodik Teil 4
Schachcomputer Edition 16 01.02.1985
  • Fidelity Elite Private Line
  • Hamburg-Wien Teil 3
  • Nürnberger Spielwarenmesse 1985
  • Schwedische Eloliste
  • Elite A/S im Schachclub Teil 5
Schachcomputer Edition 17 01.04.1985
  • Scisys Turbostar 432
  • Mephisto Blitz & Problem
  • Hamburg-Wien Teil 4
  • Super Conny im Schachclub Teil 1
  • Hobbytronic 1985
Schachcomputer Edition 18 01.07.1985
  • Hamburg-Wien Teil 5
  • Problemschach
  • Endspieltest Teil 1
  • Psion Chess
  • Kasparow in Hamburg (Simultan)
  • Super Conny im Schachclub Teil 2
Schachcomputer Edition 19 01.09.1985
  • Mephisto München
  • Hamburg-Wien Teil 6
  • Der beste Zug Teil 5
  • Endspieltest Teil 2
  • Schwindeltest
  • US Open/Mobile 1985
Schachcomputer Edition 20 01.10.1985
  • Mikrocomputer WM 1985 Amsterdam
  • Interview mit Manfred Hegener (Mephisto)
  • Interview mit Peter Auge (Novag)
Schachcomputer Edition 21 01.12.1985
  • Mephisto Amsterdam S
  • Novag Expert
  • Mephisto MM II
  • Advanced Star Chess
  • Fidelity RCS Granit
  • Interview mit Peter Reckwitz (RCS)
  • GM Sosonko im Simultan
  • Computer im Fernschach Teil 2

Einstellung und Nachwirkungen

Die Zeitschrift erreichte rund 1.500 Abonnenten, was jedoch keinen ausreichenden wirtschaftlichen Erfolg sicherstellte. Nach 21 Ausgaben kündigte Florian Piel im Editorial der Dezember-Ausgabe 1985 die Einstellung der Zeitschrift an.[2] Das letzte reguläre Heft war Ausgabe 21 (Dezember 1985).

Gerhard Piel blieb dem Thema verbunden und eröffnete am 15. Februar 1987 in Hamburg-Othmarschen das erste deutsche Schachcomputermuseum, in dem er seine Sammlung präsentierte. Die Sammlung umfasste Geräte aus den Jahren 1977 bis 1987, mit besonderem Schwerpunkt auf die Frühzeit der Mikro-Schachcomputer. 1998 wurde das Museum geschlossen und die Sammlung verkauft. Ein Gerät behielt Piel aus persönlichen Gründen.[3]

Einzelnachweise

Weblinks

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