Splice
Existenz: 1982 - 1982
Die Firma Splice da Amazônia S/A ist ein faszinierendes, wenn auch heute fast vergessenes Kapitel der Computergeschichte.
Ein Kind der „Zona Franca de Manaus“
Splice da Amazônia S/A war ein brasilianischer Elektronik- und Telekommunikationshersteller mit Sitz in der Freihandelszone von Manaus, mitten im Amazonas-Regenwald. In den 1970er und 80er Jahren boomte dort die Produktion, da Brasilien eine strikte Protektionismus-Politik verfolgte. Importierte Elektronik war extrem teuer oder gar nicht erlaubt, was einheimische Firmen dazu brachte, westliche Technologie zu „adaptieren“ (man könnte auch sagen: zu klonen).
Der legendäre „Byte XD-300“
Das bekannteste und wahrscheinlich einzige Schachprodukt der Firma war der Byte XD-300, der vermutlich 1982 auf den Markt kam.
- Der Klon: Der Byte XD-300 war technisch gesehen eine exakte Kopie des Fidelity Chess Challenger 7 aus den USA.
- Die Technik: Er nutzte denselben Z80-Prozessor (getaktet mit ca. 3,5 MHz) und das Programm von Ron Nelson. Die Software war bitweise identisch mit dem US-Original.
- Kleine Unterschiede: Während der amerikanische Challenger einen Piezo-Beepers hatte, verbaute Splice im Byte einen echten kleinen Lautsprecher. Auch die Tastaturmatte fühlte sich haptisch etwas anders an.
Bewertung und Bedeutung
Als relativ seltenes Gerät hat der Byte XD-300 heute vor allem Sammlerwert unter Liebhabern historischer Schachcomputer. Seine enge Nähe zum CC7 macht ihn weniger originell in Bezug auf Software- und Spielstärke-Entwicklung, doch als brasilianischer Beitrag zur Schachcomputer-Geschichte ist das Modell einzigartig.