Stadlbauer
| Stadlbauer Spiel- und Freizeitartikel GmbH | ||
|---|---|---|
| Gründung | 1995 | |
| Auflösung | 1996 | |
| Sitz | Puch bei Hallein (Salzburg), Österreich | |
Die Stadlbauer Spiel- und Freizeitartikel GmbH (heute Teil der Carrera Revell Group) war ein international agierendes österreichisches Unternehmen der Spielwarenbranche mit Sitz in Puch bei Hallein (Salzburg). Das 1953 gegründete Familienunternehmen erlangte weltweite Bekanntheit vor allem durch die Sanierung der Marke Carrera sowie die Integration des Modellbauherstellers Revell. Mitte der 1990er Jahre unternahm das Unternehmen zudem einen kurzen, aber technisch bemerkenswerten Ausflug in den Markt der elektronischen Schachcomputer.
Geschichte
Gründung und Aufstieg
Das Unternehmen wurde 1953 von Dr. Hermann Stadlbauer gegründet. Zunächst als Großhändler etabliert, entwickelte sich die Firma unter der Leitung von Dr. Dieter und Andreas Stadlbauer zu einem spezialisierten Marken-Management-Unternehmen. 1999 übernahm Stadlbauer die insolvente Marke Carrera und führte sie zur weltweiten Marktführerschaft im Slotcar-Bereich zurück. 2019 wurde die gesamte Gruppe an die Investmentgesellschaft Quantum Capital Partners (QCP) verkauft.
Der "Maestro Schachprofessor"
In den Jahren 1995 und 1996 versuchte Stadlbauer, im Bereich der elektronischen Unterhaltungsspiele Fuß zu fassen. Das Ergebnis war die Veröffentlichung des Maestro Schachprofessor.
Entwicklung und Programmierung
Das Projekt war eine Kooperation internationaler Experten:
Programmierung: Die Software stammte von dem Niederländer Eric van Riet Paap, der zum Zeitpunkt der Entwicklung erst 24 Jahre alt war. Van Riet Paap war kein Unbekannter in der Szene. Bereits sechs Jahre zuvor hatte er das Programm für den Mephisto Mini geschrieben. Neben Schach entwickelte er auch Software für Backgammon- und Damenspiele.
Konzept: Das gesamte didaktische Konzept stammte von Ossi Weiner, einer Schlüsselfigur der deutschen Schachcomputer-Historie.
Merkmale und Kritik
Das Gerät war als „Schachtrainer“ konzipiert und verfügte über eine integrierte Sprachfunktion. Diese sollte Anfänger anleiten, wurde jedoch zwiespältig aufgenommen: Während die Stimme für Sehbehinderte einen echten Mehrwert bot, wurde sie von fortgeschrittenen Spielern aufgrund des begrenzten Vokabulars und der häufigen Wiederholungen oft als störend empfunden. Ein wesentlicher Bestandteil des Lieferumfangs war ein umfangreiches Lehrbuch mit zahlreichen Übungsaufgaben.
Markterfolg und Verbleib
Trotz der hohen Erwartungen und der Empfehlung durch den Deutschen Schachbund blieb der kommerzielle Erfolg hinter den Prognosen zurück. Bereits Ende 1996 wurde die Produktion eingestellt und das Modell lief aus. Der Maestro Schachprofessor blieb somit der einzige Schachcomputer im Portfolio der Firma Stadlbauer.
