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Conic

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Conic International Ltd.
Gründung 1968
Auflösung 1982
Sitz Hongkong,
Vereinigtes Königreich (bis 1997)

Conic International Ltd. war ein in Hongkong ansässiger Hersteller von Konsumelektronik, der vor allem in den 1970er und frühen 1980er Jahren tätig war. Das Unternehmen vertrieb seine Produkte unter dem Markennamen „Conic“ und war international als OEM-Hersteller aktiv.

Heute ist Conic vor allem für seine frühen elektronischen Schachcomputer bekannt, die international unter zahlreichen Handelsnamen verkauft wurden.

Unternehmensgeschichte

Conic International wurde 1968 in Hongkong gegründet, einer Zeit, in der sich die Region zu einem der weltweit wichtigsten Produktionsstandorte für preisgünstige Elektronik entwickelte und war Teil der sogenannten „Conic Group“ (康力集團), die vom Unternehmer Alex Au Yan-din (柯俊文, *1938 in Amoy) aufgebaut wurde. Au begann in den 1960er Jahren als Kunststoffhersteller und weitete seine Aktivitäten ab den frühen 1970er Jahren auf Elektronikprodukte aus. Unter seiner Leitung entwickelte sich die Conic Group zeitweise zu einem der größten Elektronikproduzenten Hongkongs.

Das Unternehmen spezialisierte sich auf die OEM-Fertigung (Original Equipment Manufacturer) und belieferte internationale Märkte mit Geräten, die häufig unter fremden Marken verkauft wurden. Conic fungierte dabei sowohl als Hersteller als auch als Markenlabel für verschiedene Elektronikprodukte.

In den 1970er Jahren weitete Conic seine Aktivitäten stark aus und produzierte eine breite Palette von Konsumelektronik. Neben klassischen Radiogeräten und Radiorecordern wurden auch digitale Uhren, Taschenrechner sowie einfache elektronische Spiele gefertigt.

In den späten 1970er Jahren nutzte Conic den wachsenden Markt für elektronische Spiele und brachte mehrere Schachcomputer-Modelle heraus. Diese Geräte wurden über Distributoren in Europa und Nordamerika vertrieben und trugen je nach Absatzmarkt unterschiedliche Markennamen.

Die Conic Group zählte in ihrer Hochphase zu den größten Elektronikherstellern Hongkongs und produzierte erhebliche Anteile der von dort exportierten Radios, Kassettenrekorder und Digitaluhren. Die Gruppe verfügte über zahlreiche Tochtergesellschaften und umfangreiche Fertigungskapazitäten.

Die Aktivitäten von Conic International lassen sich bis etwa 1982 nachweisen. Danach verschwindet das Unternehmen weitgehend aus den verfügbaren Handels- und Produktverzeichnissen.

Einordnung als Elektronikhersteller

Zeitgenössische Verzeichnisse führen Conic als Hersteller bzw. Markenlabel für:

  • Radios und Radiorecorder
  • Uhren- und Weckgeräte (insbesondere Digitaluhren)
  • Fernsehgeräte
  • Taschenrechner
  • elektronische „Pocket Games“

Conic war damit kein reiner Spiele- oder Schachcomputerhersteller, sondern ein breit aufgestellter Anbieter von Unterhaltungselektronik im unteren bis mittleren Preissegment.

Verhältnis zu „Conic“ in Indien

Eine Beziehung zur 1977 gegründeten indischen Firma „Conic Electronic Industries“, die ein ähnliches Produktspektrum aufwies, gilt als nicht belegt. Eine finanzielle oder organisatorische Verbindung zwischen beiden Unternehmen konnte bislang nicht nachgewiesen werden.

Produkte

Conic stellte eine Vielzahl einfacher elektronischer Konsumgeräte her, darunter:

  • elektronische Brett- und Tischspiele
  • Taschenrechner
  • einfache LED- und LCD-Spielgeräte
  • Radios und Radiorecorder
  • Digitaluhren und Wecker

Bekanntheit erlangte das Unternehmen jedoch durch seine Schachcomputer, die zu den frühesten Modellen dieser Gerätegattung zählen.

Der bekannteste Schachcomputer von Conic erschien u. a. unter folgenden Namen:

  • Conic Computer Chess
  • Dealor Computer Chess (Frankreich)
  • Zetron Computer Chess (Vereinigtes Königreich)
  • Master I Schach-Computer (Deutschland)
  • Trevi 444 Scaccomatto (Italien)

Diese Modelle waren technisch weitgehend identisch und unterschieden sich meist nur in Gehäusegestaltung, Beschriftung und Verpackung.

Das Programm war eine Raubkopie vom CompuChess Second Edition. Zusätzliche Spielvarianten wurden entfernt; zum Start wird nach der Levelwahl die Taste „F“ gedrückt („A“ beim CompuChess). Das Gerät arbeitet zudem etwa 50 % langsamer als das Original.

Technische Ausrichtung

Conic setzte bei seinen Schachcomputern auf kostengünstige Mikroprozessor-Architekturen, insbesondere den Fairchild F3850. Die Geräte verfügten über sehr begrenzte Speicherressourcen und einfache Anzeige- und Eingabesysteme, was sie klar im Einsteigersegment positionierte.

Charakteristisch für Conic-Produkte war die Kombination aus:

  • geringen Produktionskosten
  • internationaler Mehrfachvermarktung
  • technischer Einfachheit bei dennoch innovativem Charakter für die jeweilige Zeit

Bedeutung

Conic International gilt als typischer Vertreter der Hongkonger Elektronikindustrie der 1970er Jahre, die maßgeblich zur weltweiten Verbreitung elektronischer Spiel- und Lerngeräte beitrug.

Im Bereich der Schachcomputer spielte das Unternehmen eine Rolle bei der Popularisierung elektronischen Schachs außerhalb kleiner technikaffiner Zielgruppen. Obwohl Conic selbst keine technologischen Spitzenprodukte entwickelte, trugen seine Geräte dazu bei, Schachcomputer als Massenprodukt zu etablieren.

Nachwirkung

Heute ist Conic International vor allem Sammlern historischer Elektronik und Schachcomputer bekannt. Die Produkte des Unternehmens werden in der Fachliteratur häufig als Beispiele für frühe, international vertriebene Schachcomputer genannt.

Originalgeräte sind zunehmend selten und besitzen vor allem historischen und dokumentarischen Wert.

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