Remisfaktor

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Mit der Einstellmöglichkeit des Remisfaktors lässt sich die Stellungsbewertung eines Computers manuell verändern und so das Spielverhalten des Computers beeinflussen. Wird der Remisfaktor beispielsweise auf +0,50 (Bauerneinheiten) eingestellt, wird sich das Programm in einer obkjektiv völlig ausgeglichenen Stellung mit einer halben Bauerneinheit im Vorteil sehen. Bei ausgeschaltetem Remisfaktor wäre die Bewertung der gleichen Stellung 0,00. Umgekehrt verhält es sich genauso, bei negativen Einstellwerten sieht sich das Programm in ausgeglichener Stellung im Nachteil. Bei technischen Remis wie z. B. Stellungswiederholung, ungenügendem Material oder 50 Züge Regel greift der Remisfaktor nicht, solche Stellungen werden immer mit 0,00 bewertet unabhängig von der Einstellung des Remisfaktors.

Grundgedanke ist dabei, den Computer in Partien gegen stärkere Gegner (hier wird der Remisfaktor auf einen negativen Wert eingestellt) aufgrund seiner negativen Bewertung zu veranlassen, Remisstellungen, Stellungswiederholung u. ä. anzustreben. Gegen schwächere Gegner (Remisfaktor auf einem positiven Wert) wird der Computer aufgrund seiner positiven Bewertung versuchen, ein Remis zu vermeiden und auf Gewinn weiterspielen.

Die Einstellung des Remisfaktors ist nur bei den Modulsets der Firma Mephisto möglich, erstmalig bei dem Mephisto Portorose. Verschiedene Tester haben berichtet, dass sich die Einstellung von +0,25 im Spiel gegen andere Computer positiv auswirken soll, gesicherte Ergebnisse dazu gibt es allerdings nicht.

In der Bedienungsanleitung des Mephisto Vancouver findet man den Hinweis:

In Turnierpartien gegen weniger starke Spieler (und besonders gegen andere Schachcomputer) mit einer Elo-Zahl unter 2100 empfehlen wir die Einstellung +0,25, die sich in der Praxis gut bewährt hat.