Tiger Electronics
Existenz: 1992 - 2000
Tiger Electronics war ein US-amerikanischer Hersteller von elektronischem Spielzeug und Unterhaltungselektronik. Das Unternehmen wurde 1978 von den Brüdern Gerald, Randy und Arnold Rissman gegründet und hatte seinen Sitz in Vernon Hills, Illinois. Tiger Electronics erlangte vor allem in den 1980er und 1990er Jahren Bekanntheit durch preisgünstige elektronische Handheld-Spiele. Im Jahr 1998 wurde das Unternehmen von Hasbro übernommen und als Marke weitergeführt.
Unternehmensgeschichte
Tiger Electronics begann seine Geschäftstätigkeit mit der Entwicklung und dem Vertrieb einfacher elektronischer Spiele und Spielzeuge. Der große kommerzielle Durchbruch gelang in den 1980er Jahren mit LCD-Handheldspielen, die ohne austauschbare Module auskamen und jeweils nur ein einzelnes Spiel enthielten. Diese Geräte wurden in großen Stückzahlen produziert und häufig mit Lizenzen bekannter Marken aus Film, Fernsehen und Videospielen vermarktet.
In den 1990er Jahren erweiterte Tiger Electronics sein Portfolio um komplexere Produkte wie die tragbaren Spielsysteme R-Zone (1995) und Game.com (1997). Letzteres gilt als eine der ersten Handheld-Konsolen mit Touchscreen und Internet-Funktionalität. Trotz technischer Innovationen konnten diese Systeme sich am Markt nicht dauerhaft durchsetzen.
Zu den bekanntesten Produkten von Tiger Electronics zählen außerdem Furby, Giga Pets sowie der Talkboy, ein tragbarer Audiorekorder, der durch den Film Kevin – Allein in New York internationale Bekanntheit erlangte.
Schachcomputer
Tiger Electronics war kein spezialisierter Hersteller von Schachcomputern, brachte jedoch in den 1990er Jahren mehrere elektronische Schachgeräte unter eigenem Markennamen auf den Markt. Diese Geräte waren in der Regel im Einsteiger- und Freizeitsegment angesiedelt und zeichneten sich durch einfache LCD-Anzeigen, Sensor-Schachbretter und eine begrenzte Spielstärke aus.
Sämtliche elektronischen Schachcomputer von Tiger Electronics stammten entweder von CXG oder Excalibur Electronics, was in beiden Fällen auf eine Verbindung nach Hongkong oder China hindeutet.
Die Schachcomputer von Tiger Electronics wurden überwiegend als OEM-Produkte vertrieben, das heißt, die technische Entwicklung und Fertigung erfolgte durch externe Hersteller, insbesondere asiatische Elektronikunternehmen wie CXG (Newcrest Technology). Tiger fungierte hierbei vor allem als Marken- und Vertriebspartner.
Bekannte Modelle sind unter anderem:
Diese Geräte boten mehrere Spielstufen, einfache Trainingsfunktionen sowie Partiewiedergaben, waren jedoch nicht mit den leistungsstärkeren Schachcomputern etablierter Hersteller wie Fidelity, Saitek oder Mephisto vergleichbar.
Übernahme durch Hasbro
Im Jahr 1998 wurde Tiger Electronics von Hasbro, Inc. übernommen. Nach der Übernahme wurden zahlreiche Produktlinien eingestellt oder unter Hasbro-Marken weitergeführt. Der Markenname „Tiger Electronics“ verlor in den folgenden Jahren zunehmend an Bedeutung und wird heute nur noch vereinzelt für elektronische Spielwaren verwendet.
HASBRO, INC. und TIGER-Tochtergesellschaften
- Tiger Electronics UK Limited Vereinigtes Königreich
- Tiger Electronics Far East, Limited Hongkong
- Tiger Electronics Far East Services, Limited Hongkong
Bedeutung
Tiger Electronics gilt als einer der prägendsten Hersteller von LCD-Handheldspielen der 1980er und 1990er Jahre. Die Schachcomputer des Unternehmens nehmen hingegen nur eine Randstellung in der Geschichte der Schachcomputer ein und werden heute vor allem von Sammlern historischer Elektronikgeräte wahrgenommen.