Zum Inhalt springen

Videomaster

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
Waddingstons Videomaster Ltd.
Gründung 30. November 1977
Auflösung 16. März 2021
Sitz London (ursprünglich), später Leeds
Vereinigtes Königreich

Waddingstons Videomaster Limited war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (Companies House) eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst.

Die Marke Videomaster war insbesondere zwischen etwa 1975 und 1981 im britischen Markt für elektronische Unterhaltung aktiv.

Unternehmensgeschichte

Die Firma wurde ursprünglich unter dem Namen Danatone Limited gegründet und firmierte später als Waddingstons Videomaster Limited. Der Namensbestandteil „Waddingstons“ weist auf eine Verbindung zur britischen Spielebranche hin, insbesondere zur bekannten Spielefirma Waddingtons, die im 20. Jahrhundert als bedeutender Brettspiel- und Lizenzverlag im Vereinigten Königreich tätig war.

Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in:

36–44 Tabernacle Street
London EC2A 4DT

Diese Adresse war typisch für Import- und Marketinggesellschaften im Londoner Geschäftsviertel.

Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als „Dormant Company“ (ruhend) geführt, was auf fehlende operative Tätigkeit hinweist.

Geschäftstätigkeit

Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“.

Die Marke war in den späten 1970er Jahren im Bereich:

  • Elektronische Brettspiele
  • TV-Games („Dedicated Consoles“)
  • Arcade-Adaptionen für den Heimgebrauch

aktiv.

Schachcomputer

Zu den bekanntesten Produkten gehörte der:

Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des Novag Chess Champion MK I. In späteren Ausführungen wurde eine schnellere „Quick Response“-Version (ca. 3 MHz) vermarktet.

Technisch basierten diese Geräte vollständig auf der Novag-Plattform; Videomaster fungierte als Marken- und Vertriebspartner im Vereinigten Königreich.

Weitere dedizierte Schachcomputer unter dem Videomaster-Label sind bislang nicht belegt.

Weitere „Schach“-Produkte

Neben dem dedizierten Schachcomputer vertrieb Videomaster auch TV-Games mit Schachbezug, darunter:

  • Videomaster Star Chess (ca. 1979)

Diese Geräte waren jedoch Spielkonsolen für den Fernseher und keine eigenständigen Schachcomputer mit dedizierter Engine.

Verflechtung (Waddingstons – Videomaster – Novag)

Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen:

(1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld

Zeitgenössische Quellen führten den Videomaster Chess Champion unter „Waddingstons Videomaster Ltd., 36–44 Tabernacle Street, London EC2A 4DT“. Videomaster fungierte hierbei als lokaler Markenname und Distributor.

(2) Novag als technischer Hersteller

Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem Novag Chess Champion MK I bzw. dessen späterer, schnellerer Revision („Quick Response“). Hardware- und Programmbasis stammten von Novag.

Dieses Modell entsprach einem verbreiteten Muster der späten 1970er Jahre: Internationale Hersteller lieferten die Technik, während nationale Markenpartner Vertrieb und Marketing übernahmen.

Marktumfeld

Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. Klassische Brettspielverlage erweiterten ihr Portfolio um elektronische Produkte.

Videomaster positionierte sich dabei als preisgünstige Consumer-Electronics-Marke im Heimunterhaltungssegment. Die aktive Phase der Marke konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1975 bis etwa 1981.

Bedeutung

Waddingstons Videomaster Limited spielte keine Rolle als eigenständiger Entwickler, war jedoch als Vertriebsmarke Teil der frühen Verbreitung elektronischer Schachcomputer im Vereinigten Königreich.

Der Markenname „Videomaster“ dokumentiert die Übergangsphase von klassischen Brettspielen zur elektronischen Heimunterhaltung.

Mit der formalen Auflösung im Jahr 2021 endete die rechtliche Existenz der Gesellschaft, während ihre Produkte in Sammler- und Dokumentationsprojekten weiterhin präsent sind.

Schachcomputer

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung des Schachcomputer.info Wiki. Durch die Nutzung des Schachcomputer.info Wiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.