Zugumstellung

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Im Zusammenhang mit dem Begriff "Eröffnungsbibliothek" treten immer wieder diese zwei Wörter auf. In der Eröffnung kann eine Stellung durch verschiedene Zugfolgen entstehen, z. B. l. e2-e4 e7-e6 2. d2-d4 d7-d5 sind die charakteristischen Züge der "Französischen Verteidigung". Jedoch entsteht etwa nach l. d2-d4 e7-e6 2. e2-e4 d7-d5 oder 1. d2-d4 d7-d5 2. e2-e4 e7-e6 die gleiche Stellung, obwohl Weiß im ersten Zug den d-Bauern zog und Schwarz jeweils etwas anderes antwortete. Man sagt: durch Zugumstellung ist die gleiche Stellung entstanden. Analog ist folgende Eröffnung denkbar: l. e2-e3 e7-e5 2. d2-d3 d7-d5 3. d3-d4 (zugegebenermaßen ein sehr hypothetisches, aber sehr pragmatisches Beispiel). Jetzt haben wir die gleiche Stellung wie in unserem Zugumstellungsfall, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Rollen von Weiß und Schwarz vertauscht sind. Für die Praxis bedeutet dies, das der Computer im ersten Fall die Zugumstellung und im zweiten Fall die Farbvertauschung erkennen muss bzw. sollte, um an der richtigen Stelle in seiner Eröffnungsbibliothek nachzusehen. Ansonsten kann es zu dem Kuriosum kommen, dass der Computer nach den "normalen" Zügen die Französische Verteidigung erkennt und automatisch den richtigen Zug spielt oder - obwohl ihm die Stellung bekannt ist - in Nachdenken versinkt, um den nächsten Zug zu ermitteln.