Zum Inhalt springen

Vtech

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
VTech Holdings Ltd.
Gründung 1983
Auflösung 1983
Sitz Hongkong,
Vereinigtes Königreich (bis 1997)

VTech Holdings Ltd. (ursprünglich Video Technology Limited) ist ein multinationales Elektronik- und Technologieunternehmen mit Sitz in Hongkong. Das Unternehmen ist für eine Vielzahl von Elektronikprodukten bekannt, insbesondere für Lernspielzeuge für Kinder, schnurlose Telefone und andere Konsumelektronik-Produkte. In den frühen 1980er Jahren war VTech kurzzeitig auch im Markt für elektronische Schachspiele aktiv.

Geschichte

VTech wurde 1976 von Allan Wong (Chi-Yun) und Stephen Leung in Hongkong gegründet. In den ersten Jahren konzentrierte sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Videospielen: 1977 brachte VTech seine erste Heim-TV-Spielkonsole heraus und ab 1978 folgten tragbare LED- und 1979 LCD-Spiele. 1982 wurde der erste Vertriebsstandort in den USA gegründet. In den 1980er Jahren erweiterte VTech sein Produktspektrum auf elektronische Lernprodukte und Computerhardware sowie – zeitweise – auf Trink- bzw. Freizeit-Elektronik. Neben Heimcomputern und Lernspielzeugen brachte VTech 1983 ein tragbares LCD-Schachspiel namens Vtech Chess Master auf den Markt, das den Eintrag des Unternehmens in der Welt der Schachcomputer markierte.

Im Verlauf der folgenden Jahrzehnte entwickelte sich VTech zum weltweit größten Hersteller von schnurlosen Telefonen und zu einem führenden Anbieter von elektronischen Lernprodukten für Kinder vom Säuglings- bis zum Vorschulalter. Es bietet darüber hinaus Dienstleistungen im Bereich Elektronik-Auftragsfertigung an und ist in zahlreichen Ländern mit Produktions- und Forschungsstandorten vertreten.

VTech Chess Master

Überblick

Der VTech Chess Master ist ein tragbarer Schachcomputer / elektronisches Schachspiel, das 1983 von VTech eingeführt wurde. Obwohl VTech nicht zu den etablierten Schachcomputer-Herstellern zählt, war dies ihr einziger bekannter Beitrag in diesem Segment.

Design und Technik

Der Chess Master besitzt ein sehr kompaktes Gehäuse und ein kleines LCD-Schachbrett-Display. Im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Schachcomputern mit Sensorschachbrettern oder LED-Feldanzeigen wurde hier die gesamte Anzeige virtuell über ein LCD-Modul realisiert. Die Eingabe erfolgt über Tasten unter dem Display.

Hardware

Die interne Hardware des Geräts ist stark minimalisiert:

  • Prozessor: 4-Bit-CPU
  • Arbeitsspeicher: 64 Byte (128 Nibbles)
  • ROM: 2 KB
  • Stromversorgung: 3 Knopfzellen (LR44 bzw. SR44)
  • Maße: 124 × 75 × 16 mm
  • Spielstufen: 2 Schwierigkeitsstufen plus ein Modus zur Zweispieler-Eingabe (MA)

Spielstärke und Funktionen

Der VTech Chess Master ist als Einstiegs- und Fun-Gerät konzipiert und besitzt nur zwei Spielniveaus sowie grundlegende Zugregeln. Das Programm kennt Rochade und en-passant, aber keine Remis-Regeln. Das Spiel endet in manchen Fällen erst, wenn der König physisch geschlagen wird. Die Reaktionen des Computers sind nahezu augenblicklich, was auf eine sehr geringe Rechentiefe hindeutet.

In Sammlerkreisen wird der Chess Master oft humorvoll als eines der „schwächsten“ Schachcomputer-Modelle eingestuft und eignet sich weniger für ernsthaftes Training als vielmehr als Retro-Kuriosität.

Bedeutung

Obwohl der VTech Chess Master kommerziell nur von kurzer Dauer war, spiegelt er die Versuche des Unternehmens wider, im Boom der frühen 1980er Jahre in viele Elektronik-Produktkategorien vorzustoßen, darunter auch den stark wachsenden Markt der Schachcomputer. Im Vergleich zu spezialisierten Herstellern wie Novag oder Mephisto blieb VTech jedoch ein Außenseiter in diesem Segment.

Schachcomputer

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung des Schachcomputer.info Wiki. Durch die Nutzung des Schachcomputer.info Wiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.