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Phoenix Chess Systems ist ein kleines Privatunternehmen, das von Ruud Martin aus den Niederlanden gegründet wurde und sich auf die Entwicklung und Herstellung von High-End-Schachcomputern bzw. Modulsets für bestehende Mephisto Schachbretter der [[Mephisto Modulare Serie|modularen Serie]] spezialisiert hat. Das Unternehmen ist insbesondere für die Kombination aus klassischem Design und moderner Computertechnologie bekannt und gilt als Marktführer im Bereich der exklusiven Stand-alone-Schachcomputer. | |||
=== Unternehmensgeschichte === | |||
Das Unternehmen wurde von dem niederländischen Ingenieur Ruud Martin gegründet. In der Zeit nach dem Zusammenbruch des Massenmarktes für dedizierte Schachcomputer Ende der 1990er Jahre besetzte Phoenix Chess Systems eine Marktnische. Während die meisten Hersteller auf PC-Software oder günstige Handheld-Geräte setzten, konzentrierte sich Ruud auf die Entwicklung von leistungsstarken Hardware-Modulen für bestehende Schachbretter der [[Mephisto Modulare Serie|modularen Serie]] von [[Hegener & Glaser]] (Mephisto). | |||
Der Durchbruch gelang 2004 mit dem [[Phoenix Chess Systems Resurrection|Resurrection]] Modulset. Dabei handelte es sich um Austauschmodule für die Gehäuse der weit verbreiteten Mephisto-Schachcomputer der modularen Serie. Dieses Modul nutzte den damals modernen StrongARM-Prozessor und brachten erstmals die Spielstärke moderner PC-Engines in die haptische Form klassischer Holzgeräte. | |||
=== Produkte === | |||
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Im Jahr 2008 folgte das erste Stand-alone Gerät aus dem Hause Phoenix Chess Systems, der Revelaion. Er wurde als einer der leistungsfähigsten Schachcomputer seiner Zeit präsentiert und zeichnete sich durch seine hohe Spielstärke, seine benutzerfreundliche Oberfläche und seine fortschrittliche Technologie aus. | |||
Das bekannteste Produkt des Unternehmens ist der Revelation II (später als Anniversary Edition weiterentwickelt), welcher in Zusammenarbeit mit der Firma DGT entwickelt wurde. Der Revelation II beinhaltete zum ersten Mal eine Figurenerkennung, die das Spiel auf dem Holzbrett noch angenehmer gestaltete. Weiterhin zeigten sich zahlreiche Verbesserungen in Bezug auf Hardware, Software und Benutzerfreundlichkeit. | |||
2022 vollzog Phoenix Chess Systems den nächsten Entwicklungssprung mit der Präsentation des [[Mephisto Phoenix]], der aus einer Kooperation mit der Firma [[Millennium]] entstand. Dieser zeigte neben den bekannten Ausstattungsmerkmalen auch die Möglichkeit des Online Spiels (ab Ende 2024). | |||
=== Technologien === | |||
* Multisystem-Ansatz: Ein zentrales Merkmal ist die Fähigkeit (ab dem Revelation Modulset), sowohl moderne Engines (z. B. Shredder, Fruit, Stockfish, Komodo, Hiarcs usw.) als auch historische Schachprogramme aus den 1980er und 1990er Jahren zu betreiben. Letzteres wird durch eine präzise Emulation der damaligen Prozessoren (z.B. wie dem 6502 oder Motorola 68000) ermöglicht. | |||
* Hardware: Die Geräte nutzen u.a. OLED-Displays und LED-Indikatoren auf dem Brett, um die Züge anzuzeigen, ohne das ästhetische Erscheinungsbild eines Holzbrettes zu stören. | |||
=== Modulsysteme und Zubehör === | |||
Neben Komplettsystemen entwickelt Phoenix Chess Systems weitere Hardware-Erweiterungen: | |||
* Reflection: Ein Modul für klassische Mephisto-Modular-Systeme. | |||
* DGT-Integration: Viele Produkte nutzen die elektronische Figurenerkennung der Firma Digital Game Technology (DGT), was eine nahtlose Einbindung in professionelle Spielumgebungen ermöglicht. | |||
=== Bedeutung für den Schachsport === | |||
Phoenix Chess Systems gilt als Pionier bei der Erhaltung des „klassischen“ Schachcomputers. Durch die Implementierung alter Engines in moderne Hardware leistet das Unternehmen einen Beitrag zur Schachhistorie, da die Spielstile historischer Programme für Sammler und Nostalgiker spielbar bleiben. Gleichzeitig bieten die Geräte durch die Integration modernster Prozessoren eine Spielstärke von über 3200 Elo-Punkten, was sie zu Werkzeugen für die Spielanalyse auf Großmeister-Niveau macht. | |||
=== Rezeption === | |||
In Fachkreisen werden die Produkte von Phoenix Chess Systems für ihre hohe Verarbeitungsqualität und die Authentizität der Emulationen geschätzt. Aufgrund der Preisgestaltung im vierstelligen Euro-Bereich werden sie jedoch primär als Luxusgüter für Enthusiasten und Sammler wahrgenommen. | |||
=== Schachcomputer === | === Schachcomputer === | ||
Aktuelle Version vom 10. Januar 2026, 13:38 Uhr
Existenz: 2004 - *
Phoenix Chess Systems ist ein kleines Privatunternehmen, das von Ruud Martin aus den Niederlanden gegründet wurde und sich auf die Entwicklung und Herstellung von High-End-Schachcomputern bzw. Modulsets für bestehende Mephisto Schachbretter der modularen Serie spezialisiert hat. Das Unternehmen ist insbesondere für die Kombination aus klassischem Design und moderner Computertechnologie bekannt und gilt als Marktführer im Bereich der exklusiven Stand-alone-Schachcomputer.
Unternehmensgeschichte
Das Unternehmen wurde von dem niederländischen Ingenieur Ruud Martin gegründet. In der Zeit nach dem Zusammenbruch des Massenmarktes für dedizierte Schachcomputer Ende der 1990er Jahre besetzte Phoenix Chess Systems eine Marktnische. Während die meisten Hersteller auf PC-Software oder günstige Handheld-Geräte setzten, konzentrierte sich Ruud auf die Entwicklung von leistungsstarken Hardware-Modulen für bestehende Schachbretter der modularen Serie von Hegener & Glaser (Mephisto).
Der Durchbruch gelang 2004 mit dem Resurrection Modulset. Dabei handelte es sich um Austauschmodule für die Gehäuse der weit verbreiteten Mephisto-Schachcomputer der modularen Serie. Dieses Modul nutzte den damals modernen StrongARM-Prozessor und brachten erstmals die Spielstärke moderner PC-Engines in die haptische Form klassischer Holzgeräte.
Produkte
Revelation-Serie
Im Jahr 2008 folgte das erste Stand-alone Gerät aus dem Hause Phoenix Chess Systems, der Revelaion. Er wurde als einer der leistungsfähigsten Schachcomputer seiner Zeit präsentiert und zeichnete sich durch seine hohe Spielstärke, seine benutzerfreundliche Oberfläche und seine fortschrittliche Technologie aus.
Das bekannteste Produkt des Unternehmens ist der Revelation II (später als Anniversary Edition weiterentwickelt), welcher in Zusammenarbeit mit der Firma DGT entwickelt wurde. Der Revelation II beinhaltete zum ersten Mal eine Figurenerkennung, die das Spiel auf dem Holzbrett noch angenehmer gestaltete. Weiterhin zeigten sich zahlreiche Verbesserungen in Bezug auf Hardware, Software und Benutzerfreundlichkeit.
2022 vollzog Phoenix Chess Systems den nächsten Entwicklungssprung mit der Präsentation des Mephisto Phoenix, der aus einer Kooperation mit der Firma Millennium entstand. Dieser zeigte neben den bekannten Ausstattungsmerkmalen auch die Möglichkeit des Online Spiels (ab Ende 2024).
Technologien
- Multisystem-Ansatz: Ein zentrales Merkmal ist die Fähigkeit (ab dem Revelation Modulset), sowohl moderne Engines (z. B. Shredder, Fruit, Stockfish, Komodo, Hiarcs usw.) als auch historische Schachprogramme aus den 1980er und 1990er Jahren zu betreiben. Letzteres wird durch eine präzise Emulation der damaligen Prozessoren (z.B. wie dem 6502 oder Motorola 68000) ermöglicht.
- Hardware: Die Geräte nutzen u.a. OLED-Displays und LED-Indikatoren auf dem Brett, um die Züge anzuzeigen, ohne das ästhetische Erscheinungsbild eines Holzbrettes zu stören.
Modulsysteme und Zubehör
Neben Komplettsystemen entwickelt Phoenix Chess Systems weitere Hardware-Erweiterungen:
- Reflection: Ein Modul für klassische Mephisto-Modular-Systeme.
- DGT-Integration: Viele Produkte nutzen die elektronische Figurenerkennung der Firma Digital Game Technology (DGT), was eine nahtlose Einbindung in professionelle Spielumgebungen ermöglicht.
Bedeutung für den Schachsport
Phoenix Chess Systems gilt als Pionier bei der Erhaltung des „klassischen“ Schachcomputers. Durch die Implementierung alter Engines in moderne Hardware leistet das Unternehmen einen Beitrag zur Schachhistorie, da die Spielstile historischer Programme für Sammler und Nostalgiker spielbar bleiben. Gleichzeitig bieten die Geräte durch die Integration modernster Prozessoren eine Spielstärke von über 3200 Elo-Punkten, was sie zu Werkzeugen für die Spielanalyse auf Großmeister-Niveau macht.
Rezeption
In Fachkreisen werden die Produkte von Phoenix Chess Systems für ihre hohe Verarbeitungsqualität und die Authentizität der Emulationen geschätzt. Aufgrund der Preisgestaltung im vierstelligen Euro-Bereich werden sie jedoch primär als Luxusgüter für Enthusiasten und Sammler wahrgenommen.