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Videomaster: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Waddingstons Videomaster Limited''' war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (''Companies House'') eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst.
'''Waddingstons Videomaster Limited''' war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (''Companies House'') eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst.
Die Marke '''Videomaster''' war insbesondere zwischen etwa 1975 und 1981 im britischen Markt für elektronische Unterhaltung aktiv.


== Unternehmensgeschichte ==
== Unternehmensgeschichte ==
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Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in:
Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in:


36–44 Tabernacle Street<br>
36–44 Tabernacle Street<br>
London EC2A 4DT   
London EC2A 4DT   


Diese Adresse wurde von mehreren britischen Spiele- und Elektronikvertrieben jener Zeit genutzt und war typisch für Import- und Marketinggesellschaften im Londoner Geschäftsviertel.
Diese Adresse war typisch für Import- und Marketinggesellschaften im Londoner Geschäftsviertel.


Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als '''„Dormant Company“''' (ruhend) geführt, was darauf hindeutet, dass keine aktive Geschäftstätigkeit mehr stattfand.
Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als '''„Dormant Company“''' (ruhend) geführt, was auf fehlende operative Tätigkeit hinweist.


== Geschäftstätigkeit ==
== Geschäftstätigkeit ==


Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“.
Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“.
Die Marke war in den späten 1970er Jahren im Bereich:
* Elektronische Brettspiele 
* TV-Games („Dedicated Consoles“) 
* Arcade-Adaptionen für den Heimgebrauch 
aktiv.
=== Schachcomputer ===


Zu den bekanntesten Produkten gehörte der:
Zu den bekanntesten Produkten gehörte der:
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* [[Videomaster Chess Champion]]
* [[Videomaster Chess Champion]]


Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des [[Novag Chess Champion MK I]]. Die Geräte wurden unter dem Videomaster-Label vermarktet, basierten jedoch technisch vollständig auf der Novag-Plattform.
Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des [[Novag Chess Champion MK I]]. In späteren Ausführungen wurde eine schnellere „Quick Response“-Version (ca. 3 MHz) vermarktet.


Dieses Geschäftsmodell – Import asiatischer oder kontinentaleuropäischer Elektronik und Vermarktung unter eigenem Markennamen – war im britischen Spielemarkt der späten 1970er und frühen 1980er Jahre verbreitet.
Technisch basierten diese Geräte vollständig auf der Novag-Plattform; Videomaster fungierte als Marken- und Vertriebspartner im Vereinigten Königreich.


== Verflechtung und Produktabgrenzung (Waddingtons – Videomaster – Novag) ==
Weitere dedizierte Schachcomputer unter dem Videomaster-Label sind bislang nicht belegt.
 
=== Weitere „Schach“-Produkte ===
 
Neben dem dedizierten Schachcomputer vertrieb Videomaster auch TV-Games mit Schachbezug, darunter:
 
* '''Videomaster Star Chess''' (ca. 1979)
 
Diese Geräte waren jedoch Spielkonsolen für den Fernseher und keine eigenständigen Schachcomputer mit dedizierter Engine.
 
== Verflechtung (Waddingstons – Videomaster – Novag) ==


Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen:
Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen:


; (1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld (Waddingtons)
; (1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld
Der Videomaster Chess Champion wurde in Großbritannien unter dem Namen
Zeitgenössische Quellen führten den Videomaster Chess Champion unter „Waddingstons Videomaster Ltd., 36–44 Tabernacle Street, London EC2A 4DT“.
„Waddingtons Videomaster Ltd.“ geführt; zeitgenössische Übersichten nannten dabei
Videomaster fungierte hierbei als lokaler Markenname und Distributor.
auch die Adresse 36–44 Tabernacle Street, London EC2A 4DT.<ref>[https://www.chesscomputeruk.com/Review_of_Electronic_Board_Games_2.pdf Review in ''Electronic Board Games 2'': Eintrag „Videomaster Chess Champion“ mit Hersteller/Adresse.] by [http://www.chesscomputeruk.com Chess Computer UK]</ref>


; (2) Novag als technischer Hersteller
; (2) Novag als technischer Hersteller
Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem [[Novag Chess Champion MK I]]
Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem [[Novag Chess Champion MK I]] bzw. dessen späterer, schnellerer Revision („Quick Response“).
bzw. einer späteren, schnelleren Revision („Quick Response“).<ref>Wiki-Eintrag: [[Novag Chess Champion MK I]] – Hinweis auf die unter Videomaster vermarktete schnelle Revision.</ref>
Hardware- und Programmbasis stammten von Novag.
 
Damit war Videomaster beim Schachcomputer vor allem als lokales Branding/Distribution
zu verstehen, während die Hardware- und Programmbasis von Novag stammte.


=== Weitere „Schach“-Produkte von Videomaster ===
Dieses Modell entsprach einem verbreiteten Muster der späten 1970er Jahre: Internationale Hersteller lieferten die Technik, während nationale Markenpartner Vertrieb und Marketing übernahmen.
Neben dem dedizierten Schachcomputer „Chess Champion“ tauchte der Name Videomaster
auch bei TV-Games/Spielkonsolen mit Schachbezug auf (z.&nbsp;B. „Star Chess“). Diese Geräte
gehörten jedoch nicht zur Klasse der dedizierten Schachcomputer. <ref>Computing History: Videomaster Star Chess (dedicated console), datiert 1979.</ref><ref>MobyGames: Waddingtons Videomaster Ltd. – Produktliste inkl. „Star Chess“ (dedicated console).</ref>


== Marktumfeld ==
== Marktumfeld ==


Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. Firmen wie Waddingtons erweiterten ihr klassisches Brettspielportfolio um elektronische Produkte, während spezialisierte Hersteller wie Novag oder Fidelity die eigentliche technische Entwicklung verantworteten.
Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. Klassische Brettspielverlage erweiterten ihr Portfolio um elektronische Produkte.


Waddingstons Videomaster Limited fungierte in diesem Umfeld als Bindeglied zwischen internationaler Produktion und britischem Einzelhandel.
Videomaster positionierte sich dabei als preisgünstige Consumer-Electronics-Marke im Heimunterhaltungssegment. Die aktive Phase der Marke konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1975 bis etwa 1981.


== Bedeutung ==
== Bedeutung ==


Obwohl das Unternehmen keine eigenständige technische Entwicklung betrieb, spielte es eine Rolle bei der Verbreitung früher Schachcomputer im britischen Markt. Der Markenname „Videomaster“ taucht in zeitgenössischen Anzeigen und Verpackungen regelmäßig auf und dokumentiert die frühe Phase der Elektronik-Diversifikation britischer Spieleverlage.
Waddingstons Videomaster Limited spielte keine Rolle als eigenständiger Entwickler, war jedoch als Vertriebsmarke Teil der frühen Verbreitung elektronischer Schachcomputer im Vereinigten Königreich.


Mit der formalen Auflösung im Jahr 2021 endete die rechtliche Existenz der Gesellschaft, wenngleich ihre Produkte in Sammlerkreisen weiterhin dokumentiert werden.
Der Markenname „Videomaster“ dokumentiert die Übergangsphase von klassischen Brettspielen zur elektronischen Heimunterhaltung.


=References=
Mit der formalen Auflösung im Jahr 2021 endete die rechtliche Existenz der Gesellschaft, während ihre Produkte in Sammler- und Dokumentationsprojekten weiterhin präsent sind.
<references />


== Schachcomputer ==
== Schachcomputer ==

Aktuelle Version vom 21. Februar 2026, 00:44 Uhr

Waddingstons Videomaster Ltd.
Gründung 30. November 1977
Auflösung 16. März 2021
Sitz London (ursprünglich), später Leeds
Vereinigtes Königreich

Waddingstons Videomaster Limited war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (Companies House) eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst.

Die Marke Videomaster war insbesondere zwischen etwa 1975 und 1981 im britischen Markt für elektronische Unterhaltung aktiv.

Unternehmensgeschichte

Die Firma wurde ursprünglich unter dem Namen Danatone Limited gegründet und firmierte später als Waddingstons Videomaster Limited. Der Namensbestandteil „Waddingstons“ weist auf eine Verbindung zur britischen Spielebranche hin, insbesondere zur bekannten Spielefirma Waddingtons, die im 20. Jahrhundert als bedeutender Brettspiel- und Lizenzverlag im Vereinigten Königreich tätig war.

Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in:

36–44 Tabernacle Street
London EC2A 4DT

Diese Adresse war typisch für Import- und Marketinggesellschaften im Londoner Geschäftsviertel.

Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als „Dormant Company“ (ruhend) geführt, was auf fehlende operative Tätigkeit hinweist.

Geschäftstätigkeit

Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“.

Die Marke war in den späten 1970er Jahren im Bereich:

  • Elektronische Brettspiele
  • TV-Games („Dedicated Consoles“)
  • Arcade-Adaptionen für den Heimgebrauch

aktiv.

Schachcomputer

Zu den bekanntesten Produkten gehörte der:

Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des Novag Chess Champion MK I. In späteren Ausführungen wurde eine schnellere „Quick Response“-Version (ca. 3 MHz) vermarktet.

Technisch basierten diese Geräte vollständig auf der Novag-Plattform; Videomaster fungierte als Marken- und Vertriebspartner im Vereinigten Königreich.

Weitere dedizierte Schachcomputer unter dem Videomaster-Label sind bislang nicht belegt.

Weitere „Schach“-Produkte

Neben dem dedizierten Schachcomputer vertrieb Videomaster auch TV-Games mit Schachbezug, darunter:

  • Videomaster Star Chess (ca. 1979)

Diese Geräte waren jedoch Spielkonsolen für den Fernseher und keine eigenständigen Schachcomputer mit dedizierter Engine.

Verflechtung (Waddingstons – Videomaster – Novag)

Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen:

(1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld

Zeitgenössische Quellen führten den Videomaster Chess Champion unter „Waddingstons Videomaster Ltd., 36–44 Tabernacle Street, London EC2A 4DT“. Videomaster fungierte hierbei als lokaler Markenname und Distributor.

(2) Novag als technischer Hersteller

Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem Novag Chess Champion MK I bzw. dessen späterer, schnellerer Revision („Quick Response“). Hardware- und Programmbasis stammten von Novag.

Dieses Modell entsprach einem verbreiteten Muster der späten 1970er Jahre: Internationale Hersteller lieferten die Technik, während nationale Markenpartner Vertrieb und Marketing übernahmen.

Marktumfeld

Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. Klassische Brettspielverlage erweiterten ihr Portfolio um elektronische Produkte.

Videomaster positionierte sich dabei als preisgünstige Consumer-Electronics-Marke im Heimunterhaltungssegment. Die aktive Phase der Marke konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1975 bis etwa 1981.

Bedeutung

Waddingstons Videomaster Limited spielte keine Rolle als eigenständiger Entwickler, war jedoch als Vertriebsmarke Teil der frühen Verbreitung elektronischer Schachcomputer im Vereinigten Königreich.

Der Markenname „Videomaster“ dokumentiert die Übergangsphase von klassischen Brettspielen zur elektronischen Heimunterhaltung.

Mit der formalen Auflösung im Jahr 2021 endete die rechtliche Existenz der Gesellschaft, während ihre Produkte in Sammler- und Dokumentationsprojekten weiterhin präsent sind.

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