Videomaster: Unterschied zwischen den Versionen
Die Seite wurde neu angelegt: „{| valign="top" {{Hersteller_ohne_Webseite | Firma = Waddingstons Videomaster Ltd. | Bild = center|260px | Gründung = 1977 | Auflösung = 2021 | Sitz = London (ursprünglich), später Leeds<br>Vereinigtes Königreich }} |} '''Waddingstons Videomaster Limited''' war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter de…“ |
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
||
| Zeile 3: | Zeile 3: | ||
| Firma = Waddingstons Videomaster Ltd. | | Firma = Waddingstons Videomaster Ltd. | ||
| Bild = [[Bild:Videomaster_Logo.jpeg|center|260px]] | | Bild = [[Bild:Videomaster_Logo.jpeg|center|260px]] | ||
| Gründung = | | Gründung = 30. November 1977 | ||
| Auflösung = | | Auflösung = 16. März 2021 | ||
| Sitz = London (ursprünglich), später Leeds<br>Vereinigtes Königreich | | Sitz = London (ursprünglich), später Leeds<br>Vereinigtes Königreich | ||
}} | }} | ||
|} | |} | ||
'''Waddingstons Videomaster Limited''' war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (''Companies House'') eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst. | '''Waddingstons Videomaster Limited''' war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (''Companies House'') eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst. | ||
Die Marke '''Videomaster''' war insbesondere zwischen etwa 1975 und 1981 im britischen Markt für elektronische Unterhaltung aktiv. | |||
== Unternehmensgeschichte == | == Unternehmensgeschichte == | ||
| Zeile 16: | Zeile 18: | ||
Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in: | Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in: | ||
36–44 Tabernacle Street<br> | 36–44 Tabernacle Street<br> | ||
London EC2A 4DT | London EC2A 4DT | ||
Diese Adresse | Diese Adresse war typisch für Import- und Marketinggesellschaften im Londoner Geschäftsviertel. | ||
Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als '''„Dormant Company“''' (ruhend) geführt, was | Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als '''„Dormant Company“''' (ruhend) geführt, was auf fehlende operative Tätigkeit hinweist. | ||
== Geschäftstätigkeit == | == Geschäftstätigkeit == | ||
Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“. | Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“. | ||
Die Marke war in den späten 1970er Jahren im Bereich: | |||
* Elektronische Brettspiele | |||
* TV-Games („Dedicated Consoles“) | |||
* Arcade-Adaptionen für den Heimgebrauch | |||
aktiv. | |||
=== Schachcomputer === | |||
Zu den bekanntesten Produkten gehörte der: | Zu den bekanntesten Produkten gehörte der: | ||
| Zeile 31: | Zeile 43: | ||
* [[Videomaster Chess Champion]] | * [[Videomaster Chess Champion]] | ||
Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des [[Novag Chess Champion MK I]]. | Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des [[Novag Chess Champion MK I]]. In späteren Ausführungen wurde eine schnellere „Quick Response“-Version (ca. 3 MHz) vermarktet. | ||
Technisch basierten diese Geräte vollständig auf der Novag-Plattform; Videomaster fungierte als Marken- und Vertriebspartner im Vereinigten Königreich. | |||
== Verflechtung | Weitere dedizierte Schachcomputer unter dem Videomaster-Label sind bislang nicht belegt. | ||
=== Weitere „Schach“-Produkte === | |||
Neben dem dedizierten Schachcomputer vertrieb Videomaster auch TV-Games mit Schachbezug, darunter: | |||
* '''Videomaster Star Chess''' (ca. 1979) | |||
Diese Geräte waren jedoch Spielkonsolen für den Fernseher und keine eigenständigen Schachcomputer mit dedizierter Engine. | |||
== Verflechtung (Waddingstons – Videomaster – Novag) == | |||
Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen: | Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen: | ||
; (1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld | ; (1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld | ||
Zeitgenössische Quellen führten den Videomaster Chess Champion unter „Waddingstons Videomaster Ltd., 36–44 Tabernacle Street, London EC2A 4DT“. | |||
Videomaster fungierte hierbei als lokaler Markenname und Distributor. | |||
; (2) Novag als technischer Hersteller | ; (2) Novag als technischer Hersteller | ||
Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem [[Novag Chess Champion MK I]] | Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem [[Novag Chess Champion MK I]] bzw. dessen späterer, schnellerer Revision („Quick Response“). | ||
bzw. | Hardware- und Programmbasis stammten von Novag. | ||
Dieses Modell entsprach einem verbreiteten Muster der späten 1970er Jahre: Internationale Hersteller lieferten die Technik, während nationale Markenpartner Vertrieb und Marketing übernahmen. | |||
== Marktumfeld == | == Marktumfeld == | ||
Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. | Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. Klassische Brettspielverlage erweiterten ihr Portfolio um elektronische Produkte. | ||
Videomaster positionierte sich dabei als preisgünstige Consumer-Electronics-Marke im Heimunterhaltungssegment. Die aktive Phase der Marke konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1975 bis etwa 1981. | |||
== Bedeutung == | == Bedeutung == | ||
Waddingstons Videomaster Limited spielte keine Rolle als eigenständiger Entwickler, war jedoch als Vertriebsmarke Teil der frühen Verbreitung elektronischer Schachcomputer im Vereinigten Königreich. | |||
Der Markenname „Videomaster“ dokumentiert die Übergangsphase von klassischen Brettspielen zur elektronischen Heimunterhaltung. | |||
Mit der formalen Auflösung im Jahr 2021 endete die rechtliche Existenz der Gesellschaft, während ihre Produkte in Sammler- und Dokumentationsprojekten weiterhin präsent sind. | |||
== Schachcomputer == | == Schachcomputer == | ||
Aktuelle Version vom 21. Februar 2026, 00:44 Uhr
| Waddingstons Videomaster Ltd. | ||
|---|---|---|
| Gründung | 30. November 1977 | |
| Auflösung | 16. März 2021 | |
| Sitz | London (ursprünglich), später Leeds Vereinigtes Königreich | |
Waddingstons Videomaster Limited war ein britisches Vertriebsunternehmen für elektronische Spiele und Schachcomputer. Die Gesellschaft wurde am 30. November 1977 gegründet und war unter der Company Number 01341349 im britischen Unternehmensregister (Companies House) eingetragen. Am 16. März 2021 wurde das Unternehmen nach freiwilliger Löschung offiziell aufgelöst.
Die Marke Videomaster war insbesondere zwischen etwa 1975 und 1981 im britischen Markt für elektronische Unterhaltung aktiv.
Unternehmensgeschichte
Die Firma wurde ursprünglich unter dem Namen Danatone Limited gegründet und firmierte später als Waddingstons Videomaster Limited. Der Namensbestandteil „Waddingstons“ weist auf eine Verbindung zur britischen Spielebranche hin, insbesondere zur bekannten Spielefirma Waddingtons, die im 20. Jahrhundert als bedeutender Brettspiel- und Lizenzverlag im Vereinigten Königreich tätig war.
Der eingetragene Firmensitz befand sich in den späten 1970er Jahren in:
36–44 Tabernacle Street
London EC2A 4DT
Diese Adresse war typisch für Import- und Marketinggesellschaften im Londoner Geschäftsviertel.
Im August 2014 wurde der registrierte Firmensitz nach Leeds verlegt. In den letzten Jahren vor der Auflösung war die Gesellschaft im Register als „Dormant Company“ (ruhend) geführt, was auf fehlende operative Tätigkeit hinweist.
Geschäftstätigkeit
Waddingstons Videomaster Limited trat primär als Importeur und Distributor auf. Das Unternehmen entwickelte nach derzeitigem Kenntnisstand keine eigene Hardware, sondern vertrieb elektronische Spiele unter dem Markennamen „Videomaster“.
Die Marke war in den späten 1970er Jahren im Bereich:
- Elektronische Brettspiele
- TV-Games („Dedicated Consoles“)
- Arcade-Adaptionen für den Heimgebrauch
aktiv.
Schachcomputer
Zu den bekanntesten Produkten gehörte der:
Dabei handelte es sich um eine britische Vertriebsvariante des Novag Chess Champion MK I. In späteren Ausführungen wurde eine schnellere „Quick Response“-Version (ca. 3 MHz) vermarktet.
Technisch basierten diese Geräte vollständig auf der Novag-Plattform; Videomaster fungierte als Marken- und Vertriebspartner im Vereinigten Königreich.
Weitere dedizierte Schachcomputer unter dem Videomaster-Label sind bislang nicht belegt.
Weitere „Schach“-Produkte
Neben dem dedizierten Schachcomputer vertrieb Videomaster auch TV-Games mit Schachbezug, darunter:
- Videomaster Star Chess (ca. 1979)
Diese Geräte waren jedoch Spielkonsolen für den Fernseher und keine eigenständigen Schachcomputer mit dedizierter Engine.
Verflechtung (Waddingstons – Videomaster – Novag)
Beim Markennamen „Videomaster“ überlagerten sich zwei Ebenen:
- (1) Videomaster als britisches Vertriebs-/Labelumfeld
Zeitgenössische Quellen führten den Videomaster Chess Champion unter „Waddingstons Videomaster Ltd., 36–44 Tabernacle Street, London EC2A 4DT“. Videomaster fungierte hierbei als lokaler Markenname und Distributor.
- (2) Novag als technischer Hersteller
Technisch entsprach der Videomaster Chess Champion dem Novag Chess Champion MK I bzw. dessen späterer, schnellerer Revision („Quick Response“). Hardware- und Programmbasis stammten von Novag.
Dieses Modell entsprach einem verbreiteten Muster der späten 1970er Jahre: Internationale Hersteller lieferten die Technik, während nationale Markenpartner Vertrieb und Marketing übernahmen.
Marktumfeld
Ende der 1970er Jahre erlebte der Markt für elektronische Brettspiele im Vereinigten Königreich einen starken Aufschwung. Klassische Brettspielverlage erweiterten ihr Portfolio um elektronische Produkte.
Videomaster positionierte sich dabei als preisgünstige Consumer-Electronics-Marke im Heimunterhaltungssegment. Die aktive Phase der Marke konzentrierte sich schwerpunktmäßig auf die Jahre 1975 bis etwa 1981.
Bedeutung
Waddingstons Videomaster Limited spielte keine Rolle als eigenständiger Entwickler, war jedoch als Vertriebsmarke Teil der frühen Verbreitung elektronischer Schachcomputer im Vereinigten Königreich.
Der Markenname „Videomaster“ dokumentiert die Übergangsphase von klassischen Brettspielen zur elektronischen Heimunterhaltung.
Mit der formalen Auflösung im Jahr 2021 endete die rechtliche Existenz der Gesellschaft, während ihre Produkte in Sammler- und Dokumentationsprojekten weiterhin präsent sind.
