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Capablanca Edition master chess endgame

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Capablanca Edition

Capablanca Edition master chess endgame war ein Endspielmodul der US-amerikanischen Firma Applied Concepts, das im Mai 1981 erschien. Der Einführungspreis betrug 398 DM.

Beschreibung

Die Capablanca Edition wurde für die Systeme Great Game Machine (GGM) sowie Modular Game System (MGS) entwickelt. Sie gilt als eines der ersten kommerziell erhältlichen Endspielmodule für Schachcomputer.

Das Modul war ursprünglich für den Einsatz mit dem Programm Morphy Edition master chess konzipiert und konnte zusammen mit dem Gruenfeld Eröffnungsmodul als Bestandteil des sogenannten „Master Chess Trio“ verwendet werden. Dieses modulare Konzept trennte Eröffnungswissen, Mittelspielberechnung und Endspielwissen funktional voneinander.

Im praktischen Spielbetrieb wurde das Capablanca-Modul typischerweise ab dem späten Mittelspiel bzw. Endspiel eingesetzt. Im Morphy-, Sandy- und Steinitz-Programm wurde der empfohlene Modulwechsel durch einen Punkt rechts unten im Display signalisiert.

Technische Eigenschaften

Laut Hein Veldhuis Datenbank (Eintrag 05-1981 [0947]) verfügte das Modul über folgende Eigenschaften:

  • Endspielmodul für das Morphy-Schachprogramm
  • Auch im Mittelspiel einsetzbar
  • Fähigkeit, Matt in 6 Zügen zu berechnen (ohne Unterverwandlung)
  • 16 Halbzüge Zugrücknahme
  • Automatische Bauernumwandlung zur Dame

Die Angabe „Matt in 6“ bezog sich auf die garantierte Rechenfähigkeit in elementaren Mattführungen ohne spezielle Unterverwandlungsfälle.

Funktionsweise

Nach dem Modulwechsel über die MEM-Stellung des Geräteschalters übernahm das Capablanca-Modul den vollständigen Partiestand einschließlich Spielstufe, Zugzähler und verbrauchter Bedenkzeit. Der Übergang erfolgte ohne Datenverlust.

Das Modul war primär für technische Endspielstellungen konzipiert, konnte jedoch auch bereits im Mittelspiel eingesetzt werden, um die verstärkte Endspielbewertung zu nutzen.

Kompatibilität

Das Modul war kompatibel mit:

Nicht kompatibel war es mit Morphy Encore und Sandy Encore.

Weiterentwicklung

Eine verbesserte und heute seltene Version erschien später unter der Bezeichnung Capablanca S Edition master chess endgame. Diese bot zusätzlich eine sogenannte Fernschachstufe 9 sowie erweiterte Anzeigeoptionen wie Rechentiefe, Stellungsbewertung und Hauptvariante. Äußerlich waren beide Modulversionen nicht voneinander zu unterscheiden.

Bedeutung

Die Capablanca Edition stellte einen frühen Versuch dar, spezialisiertes Endspielwissen aus dem Hauptprogramm auszulagern und in einem eigenen ROM-Modul bereitzustellen. Dieses Konzept nahm strukturell spätere Entwicklungen vorweg, bei denen Endspieltabellen oder spezielle Bewertungsfunktionen getrennt vom Suchalgorithmus implementiert wurden.

In der frühen Phase des Heimcomputerschachs Anfang der 1980er Jahre war ein dediziertes Endspielmodul eine technische Besonderheit und unterstrich den wissensbasierten Ansatz von Applied Concepts im Rahmen des modularen „Master Chess“-Systems.

Quellen

  • Hein Veldhuis: Schachcomputer-Datenbank, Eintrag 05-1981 [0947]
  • Herstellerangaben Applied Concepts (1981)
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