Schach dem Computer 1980

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Schach dem Computer - Spielen und lernen mit dem Schachcomputer
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Produktinformation
Autor: Ketterling - Schwenkel - Weiner Preis:
Verlag: Mosaik Verlag 1980 ISBN-10: 3-570-00313-2
Seiten: 176 ISBN-13:
Sprache: Deutsch Sonstiges: Broschiert
Inhalt / Rezension
Spielen und lernen mit dem Schach-Computer, so lautet der Untertitel dieses Buches. Drei Autoren – drei Themenbereiche, von O. Weiner stammt der Lernteil, F. Schwenkel erklärt die Funktonsweise von Schachcomputern sowie Aufbau eines Schachprogramms und H. P. Ketterling steuert eine Marktübersicht sowie Details zu den erhältlichen Geräten bei.

Der Lehrteil richtet sich an den Anfänger und ist in 10 Lektionen aufgegliedert, allerdings scheint die Reihenfolge der Lektionen irgendwie zufällig gewählt worden zu sein oder vielleicht sogar beabsichtigt, um für Abwechslung so sorgen (?). Beginnend mit Lektion 1, in welcher die Regeln des Spiels und die Zugweise der einzelnen Figuren erklärt wird, geht’s dann gleich weiter zur Lektion Mattsetzen. Anschliessend wieder Grundlagen der Eröffnung, dann erneut Mattkombinationen. Es folgen wieder „Eröffnungssünden“ , nach denen dann gleich wieder Endspiele mit verschiedenen Figurenkonstellationen abgehandelt werden. Bezeichnend für diese verwirrende Anordnung ist die letzte Lektion, die da lautet „Kleine Einführung in die Eröffnungstheorie“, vielleicht habe ich auch nur H. Weiners System nicht verstanden, aber einen "roten Faden" kann ich hier nicht erkennen. Die Lektionen selbst sind verständlich und hilfreich aufgebaut.

Hat der Anfänger nun die Grundregeln intus, erwartet ihn aber jetzt ein hartes Stück Arbeit, der Informatiker F. Schwenkel erläutert Schritt für Schritt den Aufbau eines Schachprogramms. Man merkt zwar deutlich, dass er versucht, einfach und verständlich zu erklären, aber den Leser, der vor ein paar Seiten noch gelernt hat, dass der Läufer nur diagonal ziehen kann, jetzt mit Alpha-Beta, Mini-Max, Vor- und Rückwärtsabschneidung zu konfrontieren, scheint mir etwas zu anspruchsvoll. Man hat den Eindruck, dass sich H. Weiner und H. Schwenkel nicht über die Zielgruppe abgesprochen haben.

H. Ketterling liefert im letzten Buchabschnitt einen fachlich versierten und umfassenden Überblick zu den in jener Zeit erhältlichen Geräten sowie jeweils ein kurze Beschreibung der Fähigkeiten des betreffenden Computers. Da bis zum Erscheinungsjahr des Buches 1980 das Schachcomputerangebot noch relativ überschaubar war, werden nahezu alle erhältlichen Schachcomputer aufgeteilt in Produktfamilien erwähnt. Eine Reihe von Testmethoden, z. B. Initiativ-Test, runden dieses Kapitel ab, welches dem Leser und Schachcomputerneuling wirklich weiterhilft.

Aufgrund der Tatsache, dass die beiden ersten Teile des Buches niveaumäßig schlecht aufeinander abgestimmt sind, kann ich das Buch nur bedingt empfehlen, wer aber bereit ist, einen der beiden Teile schlichtweg zu ignorieren, wird sicher seine Freude an diesem Buch haben.

Die drei Jahre später veröffentliche Ausgabe Schach dem Computer 1983 weicht inhaltlich nur im Teil von H. Ketterling ab, insofern die seit 1980 bis 1983 neu auf dem Markt erschienenen Geräte in seine Übersicht mit einbezogen wurden.

Bewertung
Fazit: bedingt empfehlenswert
Rezensent: Uwe Immel