Lexibook: Unterschied zwischen den Versionen
Keine Bearbeitungszusammenfassung |
|||
| (5 dazwischenliegende Versionen desselben Benutzers werden nicht angezeigt) | |||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
[[Bild:lexibook.jpg| | {| valign="top" | ||
{{Hersteller | |||
| Firma = Lexibook | |||
| Bild = [[Bild:lexibook.jpg|center|250px]] | |||
| Gründung = [[1998]] | |||
| Auflösung = * | |||
| Sitz = Frankreich | |||
| Webseite = [https://www.lexibook.com lexibook.com] | |||
}} | |||
|} | |||
'''Lexibook''' ist ein französisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von elektronischen Lern- und Freizeitprodukten spezialisiert hat. Bekannt wurde die Firma vor allem durch elektronische Lernsysteme, Spielzeugelektronik und interaktive Spiele. Seit den 1990er-Jahren führt Lexibook auch elektronische Schachcomputer im Sortiment. | |||
== Unternehmensgeschichte == | |||
Lexibook wurde 1981 in Frankreich gegründet. Das Unternehmen konzentrierte sich von Beginn an auf elektronische Konsumgüter mit pädagogischem oder spielerischem Anspruch. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Lexibook zu einem international tätigen Anbieter im Bereich elektronischer Lern- und Freizeitgeräte. | |||
Ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie ist die Nutzung von Marken- und Figurenlizenzen. Lexibook besitzt und verwaltet zahlreiche Markenrechte und produziert regelmäßig lizenzierte Produkte zu bekannten Unterhaltungsmarken, insbesondere im Kinder- und Jugendsegment. | |||
Der Vertrieb erfolgt international über Spielwarenhandel, Elektronikfachmärkte und Versandhandel. Die Fertigung der Geräte wird üblicherweise über Auftragsproduktion in Asien realisiert, während Konzeption, Design und Vermarktung durch Lexibook gesteuert werden. | |||
== Produktportfolio == | |||
Das Sortiment von Lexibook umfasst unter anderem: | |||
* Elektronische Lerncomputer | |||
* Lernspiele und Sprachlernprodukte | |||
* Interaktive Spielzeuge | |||
* Uhren, Radios und Multimedia-Geräte | |||
* Elektronische Spielekonsolen | |||
* Elektronische Schachcomputer | |||
Lexibook positioniert sich vor allem im Segment der familien- und kinderorientierten Elektronikprodukte. | |||
== Lexibook und Schachcomputer == | |||
=== Schachcomputer Markteintritt === | |||
[[1998]] übernahm Lexibook Teile des Schachcomputer-Programms der französischen Marke [[Yeno]] und führte mehrere deren Modelle nahezu unverändert unter eigenem Namen fort. | |||
Ende der 1990er-Jahre bot Lexibook auch eigene elektronische Schachcomputer an. Diese richteten sich überwiegend an Einsteiger, Kinder und Gelegenheitsspieler. Zielgruppe waren weniger Turnier- oder Vereinsspieler als vielmehr Nutzer, die Schach als Freizeit- oder Lernspiel betrieben. | |||
Als Eigentümer von 200 eingetragenen Marken, wie zum Beispiel Touchman, Digital Emotions, TravelMachine, Interactive for all, Meteoclock, Serenity, Lexibook, ist das Unternehmen europäischer Marktführer für lizenzierte Unterhaltungselektronik. Der Erfolg basiert auf einer Strategie, die sich auf starke, internationale und meist exklusive Lizenzen stützt (Barbie, Spiderman, Disney...) sowie auf elektronische Produkte mit beträchtlichem integrierten Mehrwert (Lerncomputer, Fernseher). | Als Eigentümer von 200 eingetragenen Marken, wie zum Beispiel Touchman, Digital Emotions, TravelMachine, Interactive for all, Meteoclock, Serenity, Lexibook, ist das Unternehmen europäischer Marktführer für lizenzierte Unterhaltungselektronik. Der Erfolg basiert auf einer Strategie, die sich auf starke, internationale und meist exklusive Lizenzen stützt (Barbie, Spiderman, Disney...) sowie auf elektronische Produkte mit beträchtlichem integrierten Mehrwert (Lerncomputer, Fernseher). | ||
=== Schachcomputer === | === Typische Merkmale === | ||
Lexibook-Schachcomputer zeichnen sich häufig aus durch: | |||
* zahlreiche Schwierigkeitsstufen | |||
* Trainings- und Lernmodi | |||
* Zuganzeige über LEDs oder Display | |||
* kompakte Bauweise für den Heim- oder Reisegebrauch | |||
* einfache Bedienkonzepte ohne Schachnotation | |||
Der pädagogische Ansatz steht meist im Vordergrund. Viele Geräte bieten Hinweise oder Zugvorschläge, um Anfängern den Einstieg zu erleichtern. | |||
=== Bekannte Modellreihen === | |||
Zu den bekannten Lexibook-Schachcomputern zählen unter anderem: | |||
* ''Chessman Classic'' | |||
* ''Chessman Classic Light'' | |||
* ''Chessman Elite'' | |||
* ''Chessman FX / FX Elite'' | |||
* ''Chessman Light'' | |||
* ''Chessman Max'' | |||
* ''Chessman Pro'' | |||
* ''Travel Chess'' | |||
* ''425 XLight'' | |||
Die Modelle unterscheiden sich in Ausstattung, Spielstärke und Zusatzfunktionen, folgen jedoch meist einem ähnlichen Bedienkonzept. | |||
== Marktposition == | |||
Im Gegensatz zu klassischen Schachcomputer-Herstellern der 1980er-Jahre, die sich stark an ambitionierte Spieler richteten, positioniert Lexibook seine Geräte primär im Massen- und Bildungsmarkt. Die Spielstärke steht weniger im Vordergrund als Benutzerfreundlichkeit und Lernunterstützung. | |||
Damit gehört Lexibook zu den Herstellern, die das elektronische Schachspiel im Bereich Spielzeug- und Lerncomputer fortführten, nachdem der klassische Schachcomputer-Boom der 1980er-Jahre abgeklungen war. | |||
== Historische Einordnung im Computerschach == | |||
Aus historischer Sicht nimmt Lexibook im Bereich des Computerschachs eine deutlich andere Rolle ein als die klassischen Pioniere der 1970er- und 1980er-Jahre wie [[Fidelity]], [[Mephisto]] oder [[Novag]]. Während diese Hersteller die technische Entwicklung des Computerschachs maßgeblich vorantrieben und mit immer stärkeren Programmen sowie spezialisierten Prozessorlösungen experimentierten, trat Lexibook erst in einer Phase auf den Markt, als die große Innovationsdynamik im dedizierten Schachcomputerbau bereits nachgelassen hatte. | |||
Die Schachcomputer von Lexibook waren in erster Linie als Konsum- und Lernprodukte konzipiert. Der Fokus lag weniger auf maximaler Spielstärke oder turnierfähiger Hardware, sondern auf Zugänglichkeit, Preisgestaltung und pädagogischem Nutzen. Damit repräsentieren Lexibook-Geräte einen Trend der 1990er- und 2000er-Jahre, in dem das elektronische Schachspiel zunehmend in den Bereich der Spielwaren- und Edutainment-Industrie überging. | |||
Technisch basierten viele Lexibook-Modelle auf kostengünstiger Standardhardware mit vorgefertigten Schach-Engines, wie sie auch in anderen Massenmarktgeräten Verwendung fanden. Eigene, bahnbrechende Programm- oder Hardwareentwicklungen sind von Lexibook im Schachbereich nicht bekannt. Die Bedeutung der Geräte liegt daher weniger in ihrer computerschachhistorischen Innovationskraft als in ihrer Rolle als niedrigschwelliger Zugang zum Schachspiel. | |||
Gleichzeitig dokumentieren Lexibook-Schachcomputer den Wandel des Marktes: Nachdem Personal Computer und später Schachsoftware für PCs und Mobilgeräte die Spitzenklasse des Computerschachs dominierten, verlagerte sich das Segment dedizierter Schachcomputer zunehmend in Richtung Lern- und Freizeitprodukte. Lexibook gehörte zu den Unternehmen, die diese Marktnische konsequent bedienten. | |||
Aus Sammlersicht werden Lexibook-Geräte heute eher als Vertreter der späten Phase dedizierter Schachcomputer betrachtet. Ihr Wert liegt vor allem in der Dokumentation der Markt- und Zielgruppenverschiebung im Computerschach, weniger in technischer Exzellenz oder historischer Schlüsselbedeutung. | |||
== Bedeutung == | |||
Lexibook trug dazu bei, elektronische Schachcomputer einer jüngeren Zielgruppe zugänglich zu machen. Die Geräte sind weniger als historische Meilensteine der Computerschachentwicklung zu betrachten, sondern vielmehr als Vertreter moderner Lern- und Freizeitprodukte. | |||
== Weblinks == | |||
* [https://www.spacious-mind.com/html/lexibook.html Lexibook-Übersicht bei The Spacious Mind] | |||
== Schachcomputer == | |||
<categorytree mode="pages" hideroot="on" depth="0">Lexibook</categorytree> | <categorytree mode="pages" hideroot="on" depth="0">Lexibook</categorytree> | ||
[[Kategorie:Hersteller]] | [[Kategorie:Hersteller]] | ||
Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 22:41 Uhr
| Lexibook | ||
|---|---|---|
| Gründung | 1998 | |
| Auflösung | * | |
| Sitz | Frankreich | |
| Webseite | lexibook.com | |
Lexibook ist ein französisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von elektronischen Lern- und Freizeitprodukten spezialisiert hat. Bekannt wurde die Firma vor allem durch elektronische Lernsysteme, Spielzeugelektronik und interaktive Spiele. Seit den 1990er-Jahren führt Lexibook auch elektronische Schachcomputer im Sortiment.
Unternehmensgeschichte
Lexibook wurde 1981 in Frankreich gegründet. Das Unternehmen konzentrierte sich von Beginn an auf elektronische Konsumgüter mit pädagogischem oder spielerischem Anspruch. Im Laufe der Zeit entwickelte sich Lexibook zu einem international tätigen Anbieter im Bereich elektronischer Lern- und Freizeitgeräte.
Ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie ist die Nutzung von Marken- und Figurenlizenzen. Lexibook besitzt und verwaltet zahlreiche Markenrechte und produziert regelmäßig lizenzierte Produkte zu bekannten Unterhaltungsmarken, insbesondere im Kinder- und Jugendsegment.
Der Vertrieb erfolgt international über Spielwarenhandel, Elektronikfachmärkte und Versandhandel. Die Fertigung der Geräte wird üblicherweise über Auftragsproduktion in Asien realisiert, während Konzeption, Design und Vermarktung durch Lexibook gesteuert werden.
Produktportfolio
Das Sortiment von Lexibook umfasst unter anderem:
- Elektronische Lerncomputer
- Lernspiele und Sprachlernprodukte
- Interaktive Spielzeuge
- Uhren, Radios und Multimedia-Geräte
- Elektronische Spielekonsolen
- Elektronische Schachcomputer
Lexibook positioniert sich vor allem im Segment der familien- und kinderorientierten Elektronikprodukte.
Lexibook und Schachcomputer
Schachcomputer Markteintritt
1998 übernahm Lexibook Teile des Schachcomputer-Programms der französischen Marke Yeno und führte mehrere deren Modelle nahezu unverändert unter eigenem Namen fort.
Ende der 1990er-Jahre bot Lexibook auch eigene elektronische Schachcomputer an. Diese richteten sich überwiegend an Einsteiger, Kinder und Gelegenheitsspieler. Zielgruppe waren weniger Turnier- oder Vereinsspieler als vielmehr Nutzer, die Schach als Freizeit- oder Lernspiel betrieben.
Als Eigentümer von 200 eingetragenen Marken, wie zum Beispiel Touchman, Digital Emotions, TravelMachine, Interactive for all, Meteoclock, Serenity, Lexibook, ist das Unternehmen europäischer Marktführer für lizenzierte Unterhaltungselektronik. Der Erfolg basiert auf einer Strategie, die sich auf starke, internationale und meist exklusive Lizenzen stützt (Barbie, Spiderman, Disney...) sowie auf elektronische Produkte mit beträchtlichem integrierten Mehrwert (Lerncomputer, Fernseher).
Typische Merkmale
Lexibook-Schachcomputer zeichnen sich häufig aus durch:
- zahlreiche Schwierigkeitsstufen
- Trainings- und Lernmodi
- Zuganzeige über LEDs oder Display
- kompakte Bauweise für den Heim- oder Reisegebrauch
- einfache Bedienkonzepte ohne Schachnotation
Der pädagogische Ansatz steht meist im Vordergrund. Viele Geräte bieten Hinweise oder Zugvorschläge, um Anfängern den Einstieg zu erleichtern.
Bekannte Modellreihen
Zu den bekannten Lexibook-Schachcomputern zählen unter anderem:
- Chessman Classic
- Chessman Classic Light
- Chessman Elite
- Chessman FX / FX Elite
- Chessman Light
- Chessman Max
- Chessman Pro
- Travel Chess
- 425 XLight
Die Modelle unterscheiden sich in Ausstattung, Spielstärke und Zusatzfunktionen, folgen jedoch meist einem ähnlichen Bedienkonzept.
Marktposition
Im Gegensatz zu klassischen Schachcomputer-Herstellern der 1980er-Jahre, die sich stark an ambitionierte Spieler richteten, positioniert Lexibook seine Geräte primär im Massen- und Bildungsmarkt. Die Spielstärke steht weniger im Vordergrund als Benutzerfreundlichkeit und Lernunterstützung.
Damit gehört Lexibook zu den Herstellern, die das elektronische Schachspiel im Bereich Spielzeug- und Lerncomputer fortführten, nachdem der klassische Schachcomputer-Boom der 1980er-Jahre abgeklungen war.
Historische Einordnung im Computerschach
Aus historischer Sicht nimmt Lexibook im Bereich des Computerschachs eine deutlich andere Rolle ein als die klassischen Pioniere der 1970er- und 1980er-Jahre wie Fidelity, Mephisto oder Novag. Während diese Hersteller die technische Entwicklung des Computerschachs maßgeblich vorantrieben und mit immer stärkeren Programmen sowie spezialisierten Prozessorlösungen experimentierten, trat Lexibook erst in einer Phase auf den Markt, als die große Innovationsdynamik im dedizierten Schachcomputerbau bereits nachgelassen hatte.
Die Schachcomputer von Lexibook waren in erster Linie als Konsum- und Lernprodukte konzipiert. Der Fokus lag weniger auf maximaler Spielstärke oder turnierfähiger Hardware, sondern auf Zugänglichkeit, Preisgestaltung und pädagogischem Nutzen. Damit repräsentieren Lexibook-Geräte einen Trend der 1990er- und 2000er-Jahre, in dem das elektronische Schachspiel zunehmend in den Bereich der Spielwaren- und Edutainment-Industrie überging.
Technisch basierten viele Lexibook-Modelle auf kostengünstiger Standardhardware mit vorgefertigten Schach-Engines, wie sie auch in anderen Massenmarktgeräten Verwendung fanden. Eigene, bahnbrechende Programm- oder Hardwareentwicklungen sind von Lexibook im Schachbereich nicht bekannt. Die Bedeutung der Geräte liegt daher weniger in ihrer computerschachhistorischen Innovationskraft als in ihrer Rolle als niedrigschwelliger Zugang zum Schachspiel.
Gleichzeitig dokumentieren Lexibook-Schachcomputer den Wandel des Marktes: Nachdem Personal Computer und später Schachsoftware für PCs und Mobilgeräte die Spitzenklasse des Computerschachs dominierten, verlagerte sich das Segment dedizierter Schachcomputer zunehmend in Richtung Lern- und Freizeitprodukte. Lexibook gehörte zu den Unternehmen, die diese Marktnische konsequent bedienten.
Aus Sammlersicht werden Lexibook-Geräte heute eher als Vertreter der späten Phase dedizierter Schachcomputer betrachtet. Ihr Wert liegt vor allem in der Dokumentation der Markt- und Zielgruppenverschiebung im Computerschach, weniger in technischer Exzellenz oder historischer Schlüsselbedeutung.
Bedeutung
Lexibook trug dazu bei, elektronische Schachcomputer einer jüngeren Zielgruppe zugänglich zu machen. Die Geräte sind weniger als historische Meilensteine der Computerschachentwicklung zu betrachten, sondern vielmehr als Vertreter moderner Lern- und Freizeitprodukte.
