Zum Inhalt springen

Peri Spiele: Unterschied zwischen den Versionen

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
 
Zeile 72: Zeile 72:
=== Design und Konzept ===
=== Design und Konzept ===


Peri entwarf für Chesster ein vollständig neues, modernes Gehäuse, das sich deutlich vom ursprünglichen Erscheinungsbild abhob. Ziel war es, den Schachcomputer als zeitgemäßes Designobjekt zu positionieren. Intern wurde das Erscheinungsbild teils als „design by dabljuupi“ (Wolfgang Perner) bezeichnet.
Peri entwarf für Chesster ein vollständig neues, modernes Gehäuse, das sich deutlich vom ursprünglichen Erscheinungsbild abhob. Ziel war es, den Schachcomputer als zeitgemäßes Designobjekt zu positionieren. Intern wurde das Erscheinungsbild teils als „design by dabljuupi“ (Wolfgang Perner) bezeichnet und einer einer "Malerpalette" nachempfunden.


<gallery style="text-align:left" widths="200" heights="150" mode="packed">
<gallery style="text-align:left" widths="200" heights="150" mode="packed">

Aktuelle Version vom 23. Januar 2026, 14:40 Uhr

Existenz: 1989 - 1994

Peri Spiele war ein österreichischer Spiele- und Spielwarenhersteller mit Sitz in Scharnstein (Oberösterreich). Das Unternehmen wurde 1959 gegründet und war über mehrere Jahrzehnte hinweg vor allem für klassische Brett- und Gesellschaftsspiele sowie für Schachzubehör bekannt. Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre trat Peri zudem als Anbieter von Schachcomputern in Erscheinung, die sich durch eigenständiges Design, ergonomische Konzepte und hochwertige Materialien auszeichneten. Die technische Basis dieser Geräte stammte aus einer Kooperation mit dem US-amerikanischen Hersteller Fidelity Electronics. Mitte der 1990er-Jahre zog sich Peri Spiele aus dem Schachcomputer-Geschäft zurück.

Unternehmensgeschichte

Peri Spiele wurde 1959 von Erich Perner gegründet. Das Unternehmen etablierte sich zunächst als Hersteller klassischer Spielwaren und Gesellschaftsspiele. Zum Sortiment zählten unter anderem Domino, Triomino, Mikado, Würfelspiele, Roulette, Rummy-Varianten sowie das Spiel Schiffe versenken. Darüber hinaus entwickelte sich Peri zu einem der größeren österreichischen Produzenten von Schachfiguren, Schachbrettern und Schachkassetten.

In den 1980er-Jahren erfolgte eine internationale Expansion. 1989 verfügte Peri über Niederlassungen in mehreren europäischen Ländern, darunter Deutschland (Nürnberg), Belgien, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Island, Norwegen, Portugal und die Schweiz. Die operative Leitung lag zu diesem Zeitpunkt bei Wolfgang Perner, dem Sohn des Firmengründers.

Einstieg in das Schachcomputer-Geschäft

Hintergrund

Der Markt für dedizierte Schachcomputer befand sich Ende der 1980er-Jahre in einer Hochphase. Peri Spiele sah hierin die Möglichkeit, das bestehende Schachsortiment um ein technologisch anspruchsvolleres Segment zu erweitern. Anstatt eigene Schachprogramme zu entwickeln, entschied sich das Unternehmen für eine Lizenz- und Designkooperation mit Fidelity Electronics.

Unter dem Werbeslogan „Stark - Cool“ präsentierte Peri 1989 erstmals eigene Schachcomputer. Diese unterschieden sich äußerlich deutlich von den Originalgeräten von Fidelity, während Elektronik und Schachprogramme unverändert übernommen wurden. Der Schwerpunkt lag auf Design, Ergonomie und hochwertiger Verarbeitung.

Peri-Schachcomputer

Allgemeine Merkmale

Mit Ausnahme des Einstiegsmodells Alpha nutzten alle Peri-Schachcomputer ein drucksensitives Spielfeld mit einer Größe von 20 × 20 cm. Charakteristisch war die linksseitige Anordnung der Bedienelemente, während sich die Spielfläche rechts befand. Dieses Layout war bewusst auf eine beidhändige Bedienung ausgelegt: Figurenbewegungen mit der rechten Hand, Bedienungstasten mit der linken.

Die Geräte waren für Netz- und Batteriebetrieb vorgesehen und unterschieden sich primär durch das jeweils eingesetzte Fidelity-Schachprogramm.

Modelle

Peri Alpha

Der Peri Alpha war das einfachste Modell der Reihe. Technisch entsprach er dem Micro Chess bzw. der Chess Card von Fidelity/CXG. Das Gerät verfügte nur über eine geringe Spielstärke und eingeschränkte Funktionen und trug teilweise noch das Fidelity-Logo. der Alpha wurde nur kurze Zeit angeboten.

Peri Beta

Der Peri Beta basierte auf dem Fidelity Designer 1500 mit einem 4-KByte-Programm. Er stellte den Einstieg in die eigentliche Peri-Designlinie dar und übernahm erstmals das charakteristische Gehäuse- und Bedienkonzept.

Peri Gamma

Der Peri Gamma entsprach technisch dem Fidelity Designer 2000. Er nutzte einen 6502-Prozessor mit 3 MHz, bot mehrere Spielstufen sowie eine Eröffnungsbibliothek von rund 12.000 Zügen. Das Modell richtete sich an ambitionierte Hobbyspieler.

Peri Delta

Der Peri Delta stellte das leistungsstärkste Serienmodell dieser Linie dar. Er war technisch identisch mit dem Fidelity Designer 2100, verfügte über einen 6502-Prozessor mit 5 MHz und eine Eröffnungsbibliothek von etwa 16.000 Zügen.

Peri Epsilon

Der Peri Epsilon nahm innerhalb der Produktpalette eine Sonderstellung ein. Er war das exklusivste und zugleich seltenste Schachcomputer-Modell von Peri Spiele. Nach Einschätzungen wurden wahrscheinlich weniger als 50 Exemplare gefertigt.

Legendäre, aber offenbar nicht realisierte Planungen, das Gerät mit stärkerer 68000-Hardware bzw. Mach III-Programm anzubieten, wurden nicht umgesetzt.

Technik

Technisch war der Epsilon identisch mit dem Fidelity Par Excellence. Das Gerät nutzte dessen Schachprogramm und Elektronik, ohne funktionale Änderungen. Der Fokus lag nicht auf einer Steigerung der Spielstärke, sondern auf einer besonders hochwertigen äußeren Gestaltung.

Design und Material

Das Gehäuse des Peri Epsilon wurde aus Birnbaumholz gefertigt. Dieses Holz zeichnet sich durch eine sehr feine, gleichmäßige Struktur und einen geringen Anteil an Astlöchern aus, was ihm ein ruhiges, elegantes Erscheinungsbild verleiht. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich Birnbaumholz besonders für präzise handwerkliche Verarbeitung.

Der Peri Epsilon gilt als hervorragendes Beispiel für den Designanspruch von Peri im Schachcomputer-Segment und wurde bewusst als Prestige- und Designobjekt konzipiert. Heute zählt er zu den gesuchtesten Sammlerstücken klassischer Schachcomputer.

Peri Chesster

Neben den klassischen Brett-Schachcomputern befasste sich Peri auch mit einer Neugestaltung des sprachfähigen Schachcomputers Chesster, der ursprünglich von Fidelity Electronics entwickelt worden war.

Technik

Die Elektronik des Peri Chesster stammte vollständig von Fidelity. Das zugrunde liegende Schachprogramm entsprach funktional dem des Peri Delta bzw. der entsprechenden Fidelity-Geräte. Technische Neuerungen wurden nicht eingeführt.

Design und Konzept

Peri entwarf für Chesster ein vollständig neues, modernes Gehäuse, das sich deutlich vom ursprünglichen Erscheinungsbild abhob. Ziel war es, den Schachcomputer als zeitgemäßes Designobjekt zu positionieren. Intern wurde das Erscheinungsbild teils als „design by dabljuupi“ (Wolfgang Perner) bezeichnet und einer einer "Malerpalette" nachempfunden.

Sprachfunktion

Ein zentrales Thema war die Überarbeitung der Sprachausgabe. Das Originalgerät war für seine als unpassend empfundene Sprachwiedergabe bekannt. Peri plante daher, Chesster nur dann ernsthaft zu vermarkten, wenn es gelingen würde, die Kommentare in korrektes und situationsbezogenes Deutsch zu übertragen. Vorgesehen war ein Wortschatz von etwa 500 Wörtern.

Markteinführung

Der Peri Chesster sollte zu einem Preis von unter 300 DM angeboten werden. Ob das Gerät in nennenswerter Stückzahl ausgeliefert wurde, ist nicht eindeutig belegt. Mit dem Rückzug von Peri aus dem Schachcomputer-Geschäft wurde das Projekt schließlich eingestellt.

Marktresonanz und Rückzug

Die Peri-Schachcomputer fanden insbesondere in Österreich Beachtung. Der deutsche Markt wurde mitbedient, spielte für das Unternehmen jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Vertrieb erfolgte unter anderem über spezialisierte Händler wie Elektroschach in Berlin. Die Übernahme von Fidelity durch die Hegener + Glaser AG führte zu Unsicherheiten in der Zusammenarbeit. In der Folge zog sich Peri Spiele schrittweise aus dem Schachcomputer-Segment zurück. Mitte der 1990er-Jahre wurde die Produktlinie endgültig eingestellt, Restbestände gelangten noch in den Fachhandel.

Bedeutung

Peri Spiele nimmt innerhalb der Geschichte der Schachcomputer eine besondere Rolle ein. Das Unternehmen entwickelte keine eigenen Schachprogramme, setzte jedoch Maßstäbe im Bereich Design, Ergonomie und Materialwahl. Die Peri-Geräte gelten als Beispiele für einen designorientierten Ansatz im Schachcomputerbau und sind heute vor allem für Sammler und Liebhaber klassischer Schachcomputer von Bedeutung.


Schachcomputer

Prospekte

Weblinks

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung des Schachcomputer.info Wiki. Durch die Nutzung des Schachcomputer.info Wiki erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies speichern.