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'''CLJ Industries''' war ein französisches Unternehmen mit Sitz in Paris, das Mitte der 1980er-Jahre elektronische Schachcomputer sowie Softwareprodukte entwickelte, importierte und vertrieb. Die Firma wurde von '''Jean-Jacques Japhet''' gegründet, einem ehemaligen Mitarbeiter der | '''CLJ Industries''' war ein französisches Unternehmen mit Sitz in Paris, das Mitte der 1980er-Jahre elektronische Schachcomputer sowie Softwareprodukte entwickelte, importierte und vertrieb. Die Firma wurde von '''Jean-Jacques Japhet''' gegründet, einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma des französischen Unternehmers '''[[France double R|Frédéric Ries]]''', die 2 Jahre zuvor den Schachcomputer [[Sandy Electronic TSB 4 La Regence|La Régence]] auf den Markt gebracht hatte. | ||
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Version vom 27. Januar 2026, 18:41 Uhr
Existenz: 1984 - 1986
CLJ Industries war ein französisches Unternehmen mit Sitz in Paris, das Mitte der 1980er-Jahre elektronische Schachcomputer sowie Softwareprodukte entwickelte, importierte und vertrieb. Die Firma wurde von Jean-Jacques Japhet gegründet, einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma des französischen Unternehmers Frédéric Ries, die 2 Jahre zuvor den Schachcomputer La Régence auf den Markt gebracht hatte.
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Jean-Jacques Japhet (1984)
Japhet machte sich selbständig und gründete CLJ Industries mit dem Ziel, einen hochwertigen Holz-Schachcomputer im Premiumsegment zu entwickeln. Der Firmenname setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Vornamen seiner Töchter Cyrielle Loreen Jessica sowie Coralie Laetitia Jenifer zusammen.
Der Unternehmenssitz befand sich in der 10, place de la Bastille, 75011 Paris. Neben der Entwicklung eigener Hardware trat CLJ Industries hauptsächlich auch als "Importateur et Distributeur exclusif CLJ Industries" auf. Unter dieser Bezeichnung importierte und vertrieb das Unternehmen verschiedene Video- und Schachprogramme, wodurch es nicht nur als Hersteller, sondern überwiegend als exklusiver Vertriebspartner für elektronische Unterhaltungs- und Schachsoftware in Erscheinung trat.
Werbeanzeigen von CLJ Industries finden sich in zeitgenössischen Fach- und Publikumsmagazinen, darunter auch im französischen Computer- und Videospielmagazin Tilt. Die nachweisbare Werbe- und Marktpräsenz des Unternehmens konzentriert sich dabei auf die Jahre 1984 bis 1986. Nach 1986 sind bislang keine weiteren Anzeigen, Produktankündigungen oder Pressehinweise zu CLJ Industries bekannt geworden, was darauf hindeutet, dass das Unternehmen nur über einen relativ kurzen Zeitraum aktiv war und anschließend vom Markt verschwand.
L’Empereur (Schachcomputer)
L’Empereur war ein elektronischer Schachcomputer, der 1984 von CLJ Industries vorgestellt wurde. Das Gerät kombinierte ein leistungsfähiges Schachprogramm mit hochwertiger Verarbeitung aus Holz und gilt als eines der ambitioniertesten europäischen Schachcomputerprojekte der 1980er-Jahre.
Entwicklung und Programm
Die Entwicklung von L’Empereur erfolgte mit Unterstützung des britischen Internationalen Meisters David Levy, einer prägenden Persönlichkeit der internationalen Computerschachszene. Das Schachprogramm wurde von Richard Lang entwickelt, der zu dieser Zeit für die Firma Intelligent Chess Software tätig war, ein Unternehmen von David Levy und Kevin O’Connell.
Das Programm lief auf einem Zilog-Z80H-Prozessor mit 8 MHz und verfügte über 16 KByte ROM sowie 2 KByte RAM. Es bot 12 Spielstufen, darunter eine adaptive Stufe, die sich automatisch an das Spieltempo des menschlichen Gegners anpasste.
L’Empereur nahm 1984 an der 4. World Microcomputer Chess Championship (WMCCC) in Glasgow teil. Da zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Hundert Geräte produziert worden waren, wurde der Schachcomputer offiziell als kommerziell erhältlich anerkannt, was eine Teilnahme an internationalen Wettbewerben ermöglichte.
Design und Ausstattung
Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal von L’Empereur war sein Holzgehäuse in französischer Marketerie-Ausführung, das traditionelle Handwerkskunst mit moderner Elektronik verband. Diese Gestaltung hob den Computer deutlich von den überwiegend kunststoffbasierten Geräten der damaligen Zeit ab. Ausgeliefert wurde L’Empereur mit vollständigem Figurensatz, einschließlich je zwei Damen pro Farbe, sowie einem Netzadapter.
Garantie und Marktposition
Ungewöhnlich für Schachcomputer der 1980er-Jahre war die von CLJ Industries gewährte zweijährige Garantie, die die Zuverlässigkeit der verwendeten Technik unterstreichen sollte.
Der Verkaufspreis lag bei 3000 Franc (etwa 1.000 DM), womit L’Empereur klar im gehobenen Marktsegment angesiedelt war.
Bilder
- Werbeanzeigen von CLJ aus dem französischen Magazin TILT