Radica Model 1101 CS1
Der Radica Model 1101 CS1 war ein kompakter Schachcomputer des Herstellers Radica, der (vermutlich) im Jahr 1995 erschien. Das Gerät war als tragbarer Reiseschachcomputer ausgelegt und verband eine kleine Recheneinheit mit einem externen magnetischen Schachbrett.[1]
Programmiert wurde der Schachteil von David Kittinger. Nach Herstellerangabe war das Gerät mit einer Spielstärke von 1750 USCF beworben worden, während es in der Wiki-Elo-Liste von Schachcomputer.info mit 1251 Elo geführt wird. Damit gehörte das Modell zur Gruppe einfacher bis solider Reiseschachcomputer für Freizeitspieler und Einsteiger.[1][2]
Der Funktionsumfang fiel für ein Gerät dieser Klasse vergleichsweise breit aus. Der Model 1101 CS1 verfügte über insgesamt 63 Stufen, darunter 56 reguläre Spielstufen und 7 Mattsuchstufen. Angeboten wurden feste Zeitstufen, durchschnittliche Zeitstufen, feste Suchtiefen, eine unendliche Analysestufe sowie spezielle Anfängerstufen. Die Mattsuchfunktion war für Aufgaben bis Matt in 7 ausgelegt.[1]
Zur weiteren Ausstattung gehörten eine Hinweisfunktion, ein Lernmodus, Stellungsaufbau, Stellungsüberprüfung, Seitenwechsel und eine Speicherfunktion für Partien. Die Zugrücknahme war auf zwei Halbzüge begrenzt. Ein Display mit vier 7-Segment-Anzeigen übernahm die Ausgabe von Zügen und Informationen. Eine Anzeige von Bewertungsdaten oder Varianten war dagegen nicht vorhanden.[1]
Technisch besaß das Gerät 4 KB ROM und 768 Byte RAM bei einer Taktfrequenz von 8 MHz. Als Stromversorgung dienten vier AAA-Batterien. Das Eröffnungsbuch umfasste 145 Halbzüge. Die maximale Suchtiefe wurde mit 14 Halbzügen angegeben.[1]
Spielstufen
Die Spielstufen gliederten sich in mehrere unterschiedliche Betriebsarten, die jeweils auf bestimmte Spielstärken und Einsatzzwecke zugeschnitten waren. Bei den festen Zeitstufen musste der Computer seinen Zug innerhalb einer vorgegebenen Zeit berechnen; je mehr Bedenkzeit ihm eingeräumt wurde, desto stärker fiel sein Spiel in der Regel aus. Die Durchschnittszeitstufen nutzten einen Teil der verfügbaren Zeit zur Vorausberechnung künftiger Züge und den restlichen Teil zur Bewertung des aktuellen Zuges. Hinzu kamen feste Suchtiefen, bei denen der Computer nur eine festgelegte Anzahl von Halbzügen im Voraus untersuchte. Gerade auf niedrigen Tiefenstufen spielte das Gerät dadurch bewusst schwächer, was insbesondere Anfängern und Gelegenheitsspielern entgegenkam. Eine Sonderstellung nahm die unendliche Stufe ein, auf der der Computer so lange weiterrechnete, bis ein erzwungenes Matt gefunden oder die Suche manuell beendet wurde. Ergänzt wurde das Angebot durch besondere Anfängerstufen, auf denen der Rechner mit stark eingeschränkter Vorausberechnung wie ein menschlicher Anfänger agierte, sowie durch Problemstufen, mit denen sich Schachaufgaben und Mattkombinationen bis hin zu Matt in sieben Zügen lösen ließen.
Besonderheiten
- 63 Spiel- und Problemlösestufen
- 56 reguläre Spielstufen und 7 Mattsuchstufen
- Hinweisfunktion und Lernmodus
- Stellungsaufbau und Stellungsüberprüfung
- Speicherfunktion für Partien
- Externes Magnetbrett in Reisebauform
- Mattsuche bis Matt in 7
Technische Daten
- Hersteller: Radica
- Programmierer: David Kittinger
- Erscheinungsjahr: 1995 (nicht gesichert!)
- Modellnummer: 1101 CS1
- Prozessortyp: 4 Bit
- Taktfrequenz: 8 MHz
- ROM: 2048 x 8 Bit
- RAM: 192 x 4 Bit
- Anzeige: LCD mit 4 Stellen / 7-Segment-Anzeige
- Stromversorgung: 4 × AAA
- Bretttyp: externes, nicht-sensorisches Magnetbrett
- Eröffnungsbibliothek: 145 Halbzüge
- Zugrücknahme: 2 Halbzüge
- Maximale Suchtiefe: 14 Halbzüge
