Hanimex
Existenz: 1981 - 1984
Hanimex Pty Ltd war ein australisches Unternehmen der Unterhaltungselektronik, das in den frühen 1980er-Jahren auch als Marke für elektronische Schachcomputer auftrat. In diesem Bereich war Hanimex nicht als eigenständiger Entwickler oder Hersteller tätig, sondern fungierte hauptsächlich als Vertriebs- und Markenpartner für Geräte, die von spezialisierten Schachcomputer-Herstellern entworfen und produziert wurden.
Hintergrund
In den 1970er Jahren war Hanimex ein bedeutender Importeur von in Hongkong hergestellten elektronischen Rechnern nach Großbritannien. Ab 1977 vertrieb das Unternehmen außerdem seine eigenen frühen Videospielkonsolen.
Die unter dem Namen Hanimex vertriebenen Schachcomputer erschienen überwiegend zwischen 1981 und 1984. Zielgruppe waren vor allem Freizeit- und Gelegenheitsspieler.
Zusammenarbeit mit CXG / Newcrest Technology
Der wichtigste technische Ursprung der Hanimex-Schachcomputer lag bei der Firma CXG (Chess eXpert Group) / Newcrest Technology Ltd. mit Sitz in Hongkong. CXG war in den 1980er-Jahren einer der weltweit größten Produzenten elektronischer Schachcomputer und belieferte zahlreiche internationale Marken im Rahmen von OEM-Vereinbarungen.
CXG entwickelte sowohl die Hardware (Gehäuse, Sensorbretter, Elektronik) als auch die Firmware der Geräte. Identische oder nahezu identische Schachcomputer wurden unter verschiedenen Markennamen vertrieben, darunter CXG selbst, Systema, Schneider, RadioShack und Hanimex. Die unter der Marke Hanimex angebotenen Modelle stellten daher meist umgelabelte CXG-Geräte dar.
Rolle von Eric White
Eine zentrale Figur im Hintergrund der CXG-Produkte war der australische Unternehmer Eric White. Er war Mitbegründer und leitende Persönlichkeit mehrerer Firmen, die sich seit Ende der 1970er-Jahre mit der Entwicklung und Vermarktung von Schachcomputern befassten, darunter Cassia, White and Allcock sowie später Newcrest Technology / CXG.
Eric White war nicht primär als Schachprogrammierer tätig, sondern als Unternehmer und Organisator, der Entwickler, Fertigung und internationalen Vertrieb zusammenführte. Die von seinen Firmen entwickelten Schachcomputer bildeten die technische Grundlage vieler Geräte, die später unter Fremdmarken wie Hanimex verkauft wurden.
Modelle
Zu den bekannten unter der Marke Hanimex vertriebenen Schachcomputern zählten unter anderem:
- Hanimex Computer Chess – ein Steckschach-Gerät, das mit 64 Feld-LED's ausgestattet war
- Hanimex HCG 1900 – ein leistungsstärkeres Modell, das technisch dem CXG Chess 2001 entsprach und unter verschiedenen Labels vermarktet wurde
Diese Geräte verfügten in der Regel über mehrere Spielstufen, einfache Eröffnungsbibliotheken und nutzten 8-Bit-Mikroprozessoren. Die Spielstärke lag im Bereich von Einsteiger- bis gehobenem Hobby-Niveau.
Einordnung
Hanimex nahm im Bereich der Schachcomputer die Rolle eines regional und international aktiven Vertriebsunternehmens ein, das bestehende Technik anderer Hersteller unter eigener Marke vermarktete. Die eigentliche technologische Entwicklung der Geräte ging überwiegend auf CXG und damit mittelbar auf die unternehmerische Tätigkeit von Eric White zurück. Mit dem Niedergang des Marktes für dedizierte Schachcomputer Ende der 1980er-Jahre endete auch das Engagement von Hanimex in diesem Segment. Heutzutage ist HANIMEX ein Teil von FujiFilm aus Japan.