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Krypton

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Existenz: 1994 - 2001

Krypton Ltd. war ein in den 1990er Jahren aktives Unternehmen im Bereich der elektronischen Schachcomputer. Die Firma entstand in einer Umbruchphase des Marktes nach dem Zusammenbruch von Newcrest Technology (CXG) und war eng mit bekannten Persönlichkeiten der Schachcomputer‑Szene wie Eric White und David Levy verbunden. Ab 1995 firmierte das Unternehmen unter dem Namen Timoride, bevor es Ende der 1990er Jahre schrittweise vom Markt verschwand.

Vorgeschichte

Krypton war eine Computermarke, die ursprünglich vom australischen Geschäftsmann Eric White vertrieben wurde, nachdem er den Betrieb mit dem Schachcomputer CXG Sphinx 40/50 und den damit verbundenen Aktivitäten unter dem Namen CXG eingestellt hatte. Die ersten unter dem Markennamen Krypton vertriebenen Schachcomputer kamen 1994 auf den Markt.

Nach dem Konkurs von Newcrest Technology (CXG) am 16. September 1991, ausgelöst durch technische Probleme mit dem Kindercomputer „Columbus“, entstand im Markt für elektronische Schachcomputer eine deutliche Marktlücke, insbesondere im Segment preisgünstiger Geräte. Eric White verlor zwar sein Unternehmen, blieb der Branche jedoch weiterhin eng verbunden.

Gründung von Krypton Ltd.

Nach dem Konkurs von CXG / Newcrest Technology im Jahr 1991, ausgelöst durch technische Probleme mit dem Kindercomputer „Columbus“, entstand im Markt für elektronische Schachcomputer eine deutliche Marktlücke, insbesondere im Niedrigpreissegment. Der frühere Firmenchef Eric White verlor zwar sein Unternehmen, blieb der Branche jedoch weiterhin verbunden.

Diese Marktsituation nutzte David Levy, der 1994 die Firma Krypton Ltd. gründete. Ziel war es, erneut preiswerte Schachcomputer anzubieten. Die eingesetzten Programme stammten überwiegend aus Levys früherer Firma Intelligent (Chess) Software, die bereits zuvor zahlreiche Hersteller beliefert hatte.

Im Jahr 1995 kehrte Eric White offiziell in die Schachcomputer‑Industrie zurück und übernahm bei Krypton eine Beraterfunktion. Unter seinem wachsenden Einfluss entwickelte sich die Produktion erfolgreich und Krypton konnte sich innerhalb kurzer Zeit wieder als relevanter Anbieter im unteren Preissegment etablieren.

Software und Produktion

Die Programme der Krypton‑Schachcomputer stammten überwiegend von Intelligent (Chess) Software, einer früheren Firma von David Levy. Diese Software war bereits seit Jahren unter zahlreichen Markennamen im Einsatz, darunter:

Die Geräte wurden, wie in dieser Branche üblich, kostengünstig in Hongkong (China) produziert. Die etablierten Marktführer wie SciSys/Saitek, Fidelity und Mephisto spielten in dieser Phase für Krypton eine eher untergeordnete Rolle, da sich das Unternehmen klar auf das Niedrigpreissegment konzentrierte.

Umbenennung in Timoride

Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgs in den ersten Jahren erhielt Eric White zunehmend mehr Mitspracherecht. 1995 wurde der Firmenname Krypton in Timoride geändert. In diesem Jahr verlief der Absatz so erfolgreich, dass Timoride die Produktion in einer eigenen Fabrik in China fortsetzte. Das Unternehmen fertigte Schachcomputer nicht nur unter den eigenen Markennamen Krypton und später Systema, sondern auch als OEM-Hersteller für andere Firmen. Sowohl [[Excalibur|Excalibur Electronics[[ als auch Millennium begannen ihr Geschäft mit dem Vertrieb von Krypton-Schachcomputern, die unter ihren jeweiligen eigenen Markennamen verkauft wurden.

Krypton diente zudem als wichtiges Standbein für die englische Firma Systema Electronics, die die Marke Krypton gemeinsam mit dem eigenen Markennamen Systema auf Verpackungen und in begleitender Produktliteratur vermarktete.

Kooperationen und Niedergang

1998 ging Timoride eine Partnerschaft mit Tiger Electronics (Tiger Toys) ein. In der Folge rückte der Markenname "Tiger Chess" zunehmend in den Vordergrund, auch wenn der Name Krypton auf einigen neuen Modellen weiterhin verwendet wurde.

Trotz dieser Kooperation zeichnete sich bereits der Niedergang des Unternehmens ab. 1999 schloss sich Tiger Electronics mit dem US‑amerikanischen Spielzeugkonzern Hasbro zusammen. Trotz dieser starken Verbindung erschien bis Ende 1999 lediglich ein einziges neues Modell, das "Star Wars Electronic Galactic Chess".

Mit dem Beginn des neuen Jahrtausends gingen die Verkaufszahlen deutlich zurück. Neben der starken Konkurrenz durch Saitek trug insbesondere der Aufstieg des Personal Computers dazu bei, dass dedizierte Schachcomputer zunehmend an Bedeutung verloren.

Spätere Markenverwendung

Nach dem Rückzug von Timoride aus dem aktiven Schachcomputermarkt blieb der Markenname Krypton weiterhin bestehen. Zuletzt befand sich die Marke im Besitz der chinesischen Firma Year Vantage Holdings Limited, einem Hersteller elektronischer Produkte mit eigener Produktionsstätte in der Provinz Guangdong.

Die Fabrik umfasst eine Fläche von über 3.000 Quadratmetern sowie angeschlossene Unterkünfte und Einrichtungen für Angestellte und Arbeiter. Year Vantage Holdings produziert sowohl eigene Produkte als auch Geräte im Rahmen von OEM-Vereinbarungen für Kunden aus verschiedenen Ländern. Die jährliche Produktionskapazität beträgt rund 3 Millionen Einheiten. Die Produktionsstätte ist LGA-zertifiziert, und das Unternehmen besitzt das Recht zur Nutzung des GS-Gütezeichens.

Die von Year Vantage Holdings Limited verwendeten Markennamen umfassen Brain Games, Krypton und RYO. Noch im Jahr 2018 wurden umgestaltete und neu verpackte Versionen von Krypton-Schachcomputern unter verschiedenen Markennamen des Unternehmens vertrieben.

Bedeutung

Krypton Ltd. und Timoride nehmen in der Geschichte der elektronischen Schachcomputer eine besondere Rolle ein, da sie den Übergang von klassischen, dedizierten Geräten zur PC‑basierten Schachsoftware miterlebten und mitprägten. Die Unternehmen standen exemplarisch für eine Phase, in der spezialisierte Schachcomputer noch ein eigenständiges, kommerziell relevantes Marktsegment darstellten.

Der rasche technologische Fortschritt, der Marktdruck durch große Hersteller wie Saitek sowie der zunehmende Siegeszug des Personal Computers führten jedoch dazu, dass dieses Segment ab Ende der 1990er Jahre stark an Bedeutung verlor. Die Überlegungen Hasbros im Jahr 2001, den Verkauf von Schachcomputern ganz einzustellen, markierten sinnbildlich das Ende einer Ära, in der preiswerte, dedizierte Schachcomputer für viele Spieler den Einstieg in computergestütztes Schach ermöglicht hatten.

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