Mephisto Lyon 68030: Unterschied zwischen den Versionen

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 11: Zeile 11:
 
| Prozessor = [[68030]]
 
| Prozessor = [[68030]]
 
| Prozessortyp = [[32 Bit]]
 
| Prozessortyp = [[32 Bit]]
| Takt = 36 MHz ("Serienversion") bzw. 50 bis 66 Mhz ("WM-Version")
+
| Takt = 36 MHz ("Verkaufsversion") bzw. 50 bis 66 Mhz ("WM-Version")
| RAM = 2048 KB ("Serienversion") bzw. 8.192 KB ("WM-Version")
+
| RAM = 2048 KB ("Verkaufsversion") bzw. 8.192 KB ("WM-Version")
 
| ROM = 128 KB
 
| ROM = 128 KB
 
| Bibliothek = ~13.000 Varianten / >100.000 [[Halbzüge]]  
 
| Bibliothek = ~13.000 Varianten / >100.000 [[Halbzüge]]  
Zeile 31: Zeile 31:
 
| Infos = <br />
 
| Infos = <br />
  
Die Mephisto-Turniermaschinen ('''TM''') waren Spezialanfertigungen und wurden anlässlich der Schachmicro-WM´s  der [[WMCCC]]zwischen 1989 und 1992 zum Verkauf angeboten.
+
Die Mephisto-Turniermaschinen (nachfolgend als TM bezeichnet) waren Spezialanfertigungen und wurden anlässlich der Schachmicro-WM´s  der [[WMCCC]]zwischen 1989 und 1992 vorwiegend von der Hobby Computer Centrale München verkauft.  Das Holzgehäuse basierte auf dem bewährten ESB-Brett. Diese Spezialgeräte unterschieden sich merklich von den 32-Bit "Serienmodulen" (Motorola 68020 mit 12 Mhz und 1 MB RAM), welche gegenüber den TM deutlich langsamer rechneten.  
Diese Geräte unterschieden sich damals deutlich von den 32-Bit "Serienmodulen", welche mit einer Motorola 68020 CPU und 12 Mhz mit 1 MB RAM wesentlich langsamer waren.  
+
Schätzungsweise wurden von den TM in der "Verkaufsversion" (Portorose - Vancouver 68030 mit 36 Mhz) von 1989 bis 1992 zwischen 25 und 50 Geräte an zahlungskräftige Kunden verkauft.  
Schätzungsweise wurden von den TM in der "Verkaufsversion" (Portorose bis Vancouver) mit 68030 CPU 36 Mhz und 2 MB RAM von 1989 bis 1992 zwischen 25 und maximal 50 Geräten an zahlungskräftige Kunden verkauft.  
+
Für die entsprechende Kühlung sorgten zwei im Gerät eingebaute Ventilatoren.
 +
 
 
   
 
   
Bei den Weltmeisterschaften traten speziell getunte WM-Geräte an, der Lyon lief auf einem 68030 mit '''50 MHz und 8 MB RAM'''.
+
Bei den Weltmeisterschaften 1989 bis 1992 traten wiederum speziell getunte WM-Geräte an.  
Die TM in der "WM-Version" unterschieden sich von den TM in der "Verkaufsversion" durch spezielle, handverlesene 68030 CPU´s, deren Taktfrequenzen durch die Techniker in einem speziellen Auswahlprozess "hochgezüchtet" wurden. Zudem waren die Arbeitsspeicher mit 8 MB RAM deutlich schneller  
+
Die TM in der "WM-Version" unterschieden sich von den TM in der "Verkaufsversion" durch handverlesene 68030 CPU´s, einem Schnellwechsler für die EPROMS und die fehlende Abdeckung/Blende auf der Tastatur und dem Display.  Offiziell gab es die 68030 CPU bis maximal 50 Mhz. Die Hardware wurde dann von den Mephisto-Ingenieuren in einem Auswahlprozess aufeinander abgestimmt und angepasst. Ab 1991 wurden zusätzlich die CPU´s übertaktet. Bei jedem Gerät handelte es sich somit um ein "Unikat". Für die entsprechende Kühlung sorgten drei eingebäute Ventilatoren. Um die Hash-Tables bei Turnierbedingungen optimal auszunutzen -insbesondere in langwierigen Endspielen- war der Arbeitsspeicher bei den "WM-Versionen" mit 8 MB RAM viermal (!) so groß und deutlich schneller als bei den TM in der "Verkaufsversion". Frühere Recherchen bei der Hobby Computer Centrale ergaben, dass von der TM in der "WM-Version" vermutlich insgesamt nur 6 bis 7 Stück in Handarbeit hergestellt wurden, und zwar
 +
* 2-3 Geräte mit 50 Mhz Taktfrequenz -> spielten mit dieser Hardware bei den WM in Portoroz 1989 und Lyon 1990
 +
* 2 Geräte mit 60 Mhz Taktfreqzenz  -> spielten mit dieser Hardware bei der WM in Vancouver 1991
 +
* 2 Geräte mit 66 Mhz Taktfrequenz  -> spielten mit dieser Hardware bei der "offenen WM" in Madrid 1992
 +
 
 +
Fazit:
 +
Die TM stellten Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre die "Krönung" im konventionellem Schachcomputerbau dar. Seinerzeit wurde das maximal technisch machbare mit diesen "Monstern" realisiert, angefangen von den eingebauten Lüftern, welche ein unnachahmliches "Säuseln" und einen eigenständigen Geruch im Raum verbreiteten bis zur imposanten Aussenerscheinung. Gleichzeitig markierten diese Boliden das Ende der Brettcomputer-Ära und üben insofern auch heute noch auf viele Schachcomputersammler einen besonderen und unnachahmlichen Reiz aus.
  
 
*s.h. [https://www.schachcomputer.info/html/10__wmccc.html 10.Weltmeisterschaft Lyon 1990]
 
*s.h. [https://www.schachcomputer.info/html/10__wmccc.html 10.Weltmeisterschaft Lyon 1990]
 +
Quellenachweis:
 +
Computer, Schach & Spiele
 +
  
 
<pgn>
 
<pgn>
Zeile 62: Zeile 72:
 
[Date "2011.03.03"]
 
[Date "2011.03.03"]
 
[Round "8.3"]
 
[Round "8.3"]
[White "TM Lyon, Mephisto"]
+
[White "TM Lyon 36 Mhz, Mephisto"]
 
[Black "Elite V11, Fidelity"]
 
[Black "Elite V11, Fidelity"]
 
[Result "0-1"]
 
[Result "0-1"]

Version vom 29. August 2011, 00:12 Uhr

Mephisto Lyon 68030
Hersteller Mephisto Jahr: 1990
Elo 2252 Preis 15.000 DM (7.670 €) in der "Verkaufsversion" bzw. 25.000 DM (12.782 €) in der "WM-Version"
Programmierer Richard Lang BT-2450 2163
Prozessor 68030 BT-2630
Prozessortyp 32 Bit Colditz
Takt 36 MHz ("Verkaufsversion") bzw. 50 bis 66 Mhz ("WM-Version") Rechentiefe
RAM 2048 KB ("Verkaufsversion") bzw. 8.192 KB ("WM-Version") Display 2 x 16-stellige Punktmatrix
ROM 128 KB Zugeingabe Magnetsensoren
Bibliothek ~13.000 Varianten / >100.000 Halbzüge Zugausgabe 64 Feld-LEDs
Spielstufen (fast) alle denkbaren
Maße 50 x 50 x 9,5 cm / Brettgröße 40 cm / Feldgröße 5 cm / Königshöhe 92 cm
Stromversorgung   Netz HGN 5015 (12V~)
Verwandt Mephisto Lyon
Sonstiges
Schublade, Lüfter, Weltmeister 1990 + kampflos in der Herstellergruppe, genaue Typen Bezeichnung Mephisto Turniermaschine Lyon


Mephisto Lyon 68030.jpg

Schriftzug

Mephisto Lyon 68030 Bild 2.JPG

Display


Infos

Die Mephisto-Turniermaschinen (nachfolgend als TM bezeichnet) waren Spezialanfertigungen und wurden anlässlich der Schachmicro-WM´s der WMCCCzwischen 1989 und 1992 vorwiegend von der Hobby Computer Centrale München verkauft. Das Holzgehäuse basierte auf dem bewährten ESB-Brett. Diese Spezialgeräte unterschieden sich merklich von den 32-Bit "Serienmodulen" (Motorola 68020 mit 12 Mhz und 1 MB RAM), welche gegenüber den TM deutlich langsamer rechneten. Schätzungsweise wurden von den TM in der "Verkaufsversion" (Portorose - Vancouver 68030 mit 36 Mhz) von 1989 bis 1992 zwischen 25 und 50 Geräte an zahlungskräftige Kunden verkauft. Für die entsprechende Kühlung sorgten zwei im Gerät eingebaute Ventilatoren.


Bei den Weltmeisterschaften 1989 bis 1992 traten wiederum speziell getunte WM-Geräte an. Die TM in der "WM-Version" unterschieden sich von den TM in der "Verkaufsversion" durch handverlesene 68030 CPU´s, einem Schnellwechsler für die EPROMS und die fehlende Abdeckung/Blende auf der Tastatur und dem Display. Offiziell gab es die 68030 CPU bis maximal 50 Mhz. Die Hardware wurde dann von den Mephisto-Ingenieuren in einem Auswahlprozess aufeinander abgestimmt und angepasst. Ab 1991 wurden zusätzlich die CPU´s übertaktet. Bei jedem Gerät handelte es sich somit um ein "Unikat". Für die entsprechende Kühlung sorgten drei eingebäute Ventilatoren. Um die Hash-Tables bei Turnierbedingungen optimal auszunutzen -insbesondere in langwierigen Endspielen- war der Arbeitsspeicher bei den "WM-Versionen" mit 8 MB RAM viermal (!) so groß und deutlich schneller als bei den TM in der "Verkaufsversion". Frühere Recherchen bei der Hobby Computer Centrale ergaben, dass von der TM in der "WM-Version" vermutlich insgesamt nur 6 bis 7 Stück in Handarbeit hergestellt wurden, und zwar

  • 2-3 Geräte mit 50 Mhz Taktfrequenz -> spielten mit dieser Hardware bei den WM in Portoroz 1989 und Lyon 1990
  • 2 Geräte mit 60 Mhz Taktfreqzenz -> spielten mit dieser Hardware bei der WM in Vancouver 1991
  • 2 Geräte mit 66 Mhz Taktfrequenz -> spielten mit dieser Hardware bei der "offenen WM" in Madrid 1992

Fazit: Die TM stellten Ende der 80er/Anfang der 90er Jahre die "Krönung" im konventionellem Schachcomputerbau dar. Seinerzeit wurde das maximal technisch machbare mit diesen "Monstern" realisiert, angefangen von den eingebauten Lüftern, welche ein unnachahmliches "Säuseln" und einen eigenständigen Geruch im Raum verbreiteten bis zur imposanten Aussenerscheinung. Gleichzeitig markierten diese Boliden das Ende der Brettcomputer-Ära und üben insofern auch heute noch auf viele Schachcomputersammler einen besonderen und unnachahmlichen Reiz aus.

Quellenachweis: Computer, Schach & Spiele