Mephisto Portorose 68000

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Mephisto Portorose 68000
Hersteller Mephisto Jahr: 1989
Elo 2046 Preis 2300 DM (1150 €)
Programmierer Richard Lang BT-2450 1961
Prozessor 68000 BT-2630
Prozessortyp 16 Bit Colditz
Takt 12 MHz Rechentiefe 31 Halbzüge
RAM 512 KB Display 2 x 16-stellige Punktmatrix LCD Anzeige
ROM 128 KB Zugeingabe Magnetsensoren
Bibliothek ~ 10.000 Varianten mit ca. 80.000 Halbzüge Zugausgabe 64 Feld-LEDs
Spielstufen beliebig programmierbar
Maße Modulset
Stromversorgung   Netz = HGN 5004A
Verwandt Mephisto Portorose
Sonstiges


Infos

Tastatur-Modul
Prospekt



Ein Jahr war seit der Micro-WM im Spanischen Almeria vergangen und der neue Kampfesort hiess Portorose (im heutigen Slowenien). Hegner & Glaser (Mephisto) hatte wie auch die Jahre zuvor auf das gleiche Erfolgsduo Richard Lang/Ossi Weiner gesetzt - zurecht wie sich zeigte. Alles sollte, und gemessen an den hohen erwartungen, wurde es auch besser. Der "neue" trat vor allem mit einer "Komerziellen Hardware" an die es in sich hatte: ein Motorola 68030 mit 36 Mhz, 2 Megabyte für Hash Tabels zu erhalten für "günstige" 15.000 DM. Normalsterbliche durften a.) ihre Almeria`s zur umrüstung nach München senden oder b.) sich mit den "günstigen" 68020(32 Bit) + 68000(16 Bit) Modulsets eindecken. Da auf der WM kein komerzieller Gegner auf weiter flur zu finden war bekam Mephisto diesen Titel Kampflos. Doch halt - in der Softwaregruppe durfte der verwöhnte Seriensieger doch die Klingen kreuzen und zeigen welch verbesserung er gegenüber seinem Vorgänger aufzuweisen hat. Es wird niemanden überraschen wenn man sagt das der Spielstiel des Portorose nach wie vor als Positionell-Ruhig zu charakterisieren ist. Die ohnehin schon umfassende Eröffnungsbibliotek wurde nochmals erweitert (von ca. 60000 auf ca. 85000 Halbzüge). Auch die Ausstattung wurde abgerundet (einige "ungeschliffenheiten" des Menuesystems wurden verbessert, darunter vor allem die Stellungseingabe), 3 wählbare Spielstile eingeführt (Risiko, Aktive(Grundeinstellung) und Solide). Die restlichen Änderungen betreffen vor allem das Schachprogramm. Der spielstil ist etwas druckvoller wobei man von einem wilden Angreifer in jeder Spielstileinstellung noch weit entfernt ist. Interesannt ist das der Portorose teilweise schon echte Stratigische ansätze zu zeigen scheint und auch positionell/taktisch nicht ungeschickt agiert. Sicher - es gab zu dieser zeit bestimmt stärkere Taktiker (Fidelity) die aber leider in Positioneller hinsicht spürbar Abfielen (wenn auch auf hohem Niveau). Es scheint vor allem das ge samtpacket zu sein was den Portorose damals zu einem für Computer wie Menschen schwer zu schlagenden gegner machte. In Simultanveranstaltungen wurden die Skalps von Karpov + Hübner erbeutet, auf der Offenen Computer WM an der auch Deep Thought teilnahm wurde dieser prompt besiegt. Wen wundert es da noch das auch eine Auswahl das damals frisch gebackenen Deutschen Meisters im Schnellschach mit 7,5 zu 4,5 Punkten deklassiert wurde? Nein - um sowas zu erreichen muss der Portorose schon ein wenig Schachspielen können.