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SciSys Chess Partner 6000

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SciSys Chess Partner 6000
Stammdaten
Einführung:
ca. 800
Neupreis:
ca. 170 DM / 195 US-Dollar
Technik
0,4 MHz
RAM / ROM:
160 × 4 Bit / 2048 × 10 Bit


Ausstattung
Stufen:
4
4-stelliges LCD
16 Rand-LEDs
Maße:
33,5 × 23,3 × 4,8 cm; Spielfeld 16 × 16 cm
3 × AA-Batterien
Stellungsspeicher für bis zu 1 Jahr, Hinweisfunktion, Stellungsprüfung, Seitenwechsel

Der SciSys Chess Partner 6000 war ein batteriebetriebener Schachcomputer des Herstellers SciSys, der im Jahr 1984 auf den Markt kam. Innerhalb der preisgünstigen Chess-Partner-Reihe gehörte er zu den einfacheren Modellen für Einsteiger, besaß jedoch, anders als die tastaturbasierten frühen Partner-Geräte, ein eingebautes Drucksensorbrett. Die Zugeingabe erfolgte direkt auf dem Brett, während der Computer seine Züge über 16 Rand-LEDs und ein vierstelliges LCD anzeigte.

Einordnung

Der Chess Partner 6000 stand am Ende jener einfachen und preisgünstigen SciSys-Produktlinie, die zuvor bereits die Modelle Chess Partner 2000, 3000, 4000 und 5000 hervorgebracht hatte. In einem Messebericht der Europa-Rochade wurde er 1984 als Neuauflage des Partner 3000 bzw. 4000 angekündigt, ausgelegt auf langen Batteriebetrieb und vor allem für Anfänger gedacht.[1]

Gleichzeitig ordnen spätere Sammler- und Klonlisten den Chess Partner 6000 zusammen mit dem Chess Partner 5000 als 100%-Klon des Travel Sensor Chess ein.[2] Diese Einordnung passt gut zu der sehr ähnlichen Hardwarebasis und der vergleichbaren Spielstärke. Nach Mike Watters war der Chess Partner 6000 äußerlich dem Chess Partner 5000 sehr ähnlich, besaß jedoch zusätzlich einen Memory-Schalter.[3]

Technik

Im Inneren arbeitete ein Hitachi-Singlechip vom Typ HD44801 mit einer Taktfrequenz von 0,4 MHz. Die Speicherausstattung betrug 2048 × 10 Bit ROM und 160 × 4 Bit RAM. Damit gehörte der Chess Partner 6000 technisch derselben einfachen 4-Bit-Gerätefamilie an wie mehrere andere frühe SciSys-Einsteigermodelle.

Die Stromversorgung erfolgte über drei AA-Batterien. Als Laufzeit wurden je nach Quelle 400 bis 500 Stunden angegeben. Die späteren Sammlerangaben und Box-/Handbuchinformationen nennen überwiegend 500 Stunden.[3][4][5]

Das Gehäuse maß etwa 33,5 × 23,3 × 4,8 cm, das Spielfeld 16 × 16 cm. Die Königshöhe betrug rund 4,8 cm.[4]

Bedienung und Funktionen

Der Chess Partner 6000 besaß ein integriertes Drucksensorbrett. Die eigenen Züge des Computers wurden über 16 Rand-LEDs angezeigt; hinzu kam ein vierstelliges 7-Segment-LCD. Nach den Angaben auf Box und Handbuch verfügte das Gerät außerdem über Anzeigen für Weiß, Schwarz, Schach, Matt, Patt, Rechnen und Aufbau.[5]

Gesichert sind vier Spielstufen, eine Stellungsprüfung, eine Hinweisfunktion, Seitenwechsel sowie ein Stellungsspeicher, der eine unterbrochene Partie für bis zu ein Jahr erhalten konnte.[5] Die Quellenlage ist bei einzelnen Zusatzfunktionen allerdings nicht ganz einheitlich: Während ein Handbuchauszug auf The Spacious Mind das Aufstellen von Eröffnungen und Problemen erwähnt, führt die dortige technische Übersicht keine freie Stellungseingabe an.[5] Ein klassisches Eröffnungsbuch ist für das Gerät nicht nachgewiesen.[5]

Programm und Spielstärke

Als Programmierer bzw. Berater werden Mark Taylor und David Levy genannt.[6][5] Das Programm gehörte zur sehr einfachen SciSys-4-Bit-Klasse für Gelegenheitsspieler. In heutigen Vergleichslisten wird der Chess Partner 6000 mit etwa 800 Elo geführt, während die Herstellerwerbung ihn mit ungefähr 1100 USCF einstufte.[5]

Damit war das Gerät klar als Einsteigermodell positioniert. Es sollte weniger als ernsthafter Trainingspartner dienen, sondern vielmehr als leicht bedienbarer Haus- und Familienschachcomputer mit sehr langer Batterielaufzeit.[5][3]

Bedeutung

Der Chess Partner 6000 war kein spielstarker Schachcomputer und auch kein technischer Meilenstein. Seine Bedeutung liegt vielmehr in seiner Stellung als spätes und seltenes Modell innerhalb der günstigen Chess-Partner-Reihe. Mike Watters bezeichnete das Gerät als überraschend selten. Bis 2008 waren offenbar keine Exemplare in veröffentlichten Sammlungen im Internet bekannt.[4]

Historisch interessant ist der Chess Partner 6000 vor allem deshalb, weil er einen Übergang markiert: Einerseits stand er noch ganz in der Tradition der einfachen SciSys-Massenmarktgeräte, andererseits übernahm er bereits das komfortablere Brettkonzept der sensorischen Tischgeräte. Dadurch wirkte er wie eine kompaktere, sparsamere Schwester des Chess Partner 5000 und zugleich wie eine stationäre Ableitung des Travel Sensor Chess.[7][4]

References

Weblinks

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