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SciSys Travel Sensor Chess

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SciSys Travel Sensor Chess
Stammdaten
Einführung:
ca. 900
Neupreis:
ca. 50 US-Dollar
Technik
0,4 MHz
RAM / ROM:
160 × 4 Bit (80 Byte) / 2048 × 10 Bit


Ausstattung
Stufen:
8
16 Rand-LEDs
Maße:
18,8 × 11,5 × 3,8 cm; Schachbrett 8,8 × 8,8 cm
3 × AA-Batterien
integriertes Reise-Steckbrett, Abdeckhaube, Stellungsspeicher

Der SciSys Travel Sensor Chess war ein kompakter Reiseschachcomputer des Herstellers SciSys, der im Jahr 1982 auf den Markt kam. Das Gerät gehörte zu den frühen tragbaren Schachcomputern mit integriertem Stecksensorbrett und richtete sich vor allem an Einsteiger und Gelegenheitsspieler, die auch unterwegs mit einem vollwertigen Brett spielen wollten. Innerhalb des SciSys-Programms nahm der Travel Sensor Chess eine wichtige Stellung ein, da er die Idee des besonders kleinen sensorischen Reiseschachcomputers in einer frühen und wirtschaftlich erfolgreichen Form umsetzte.

Einordnung

Der Travel Sensor Chess erschien 1982 unter der SciSys-Modellnummer 121. Er ist nicht mit ähnlich aussehenden oder ähnlich benannten späteren Geräten zu verwechseln, insbesondere nicht mit dem SciSys Travel Mate (Modell 122, 1983) und schon gar nicht mit dem deutlich späteren und stärkeren Travel Mate II (Modell 125, 1986).

Gerade diese Abgrenzung ist wichtig, weil mehrere SciSys-Reisegeräte ein sehr ähnliches Format mit Steckfiguren, Rand-LEDs und Batteriebetrieb aufweisen. Der Travel Sensor Chess war das frühere Modell und besaß noch ein besonders schlichtes, kompaktes Einteiler-Gehäuse mit integriertem Sensorbrett. Der spätere Travel Mate verwendete ein verändertes Gehäusekonzept, während der Travel Mate II bereits zu einer anderen, stärkeren Gerätefamilie gehörte.

Gehäuse und Bedienung

Der Travel Sensor Chess war als echtes Reisegerät konzipiert. Das integrierte Steckbrett sorgte dafür, dass die Figuren auch bei Bewegung des Geräts an ihrem Platz blieben. Eine Abdeckhaube beziehungsweise Staubschutzabdeckung gehörte zum Lieferumfang und erhöhte die Transporttauglichkeit zusätzlich.

Die Eingabe der Züge erfolgte über das Stecksensorbrett, die Ausgabe über 16 rote Rand-LEDs, die parallel zu den Außenseiten des Bretts angeordnet waren. Der Computer zeigte seine eigenen Züge durch Koordinaten an, indem die betreffenden LEDs aufleuchteten. Ein separates numerisches oder alphanumerisches Display besaß das Gerät nicht.

Mit seinen Abmessungen von nur etwa 18,8 × 11,5 × 3,8 cm war der Travel Sensor Chess eines der kleinsten sensorischen Schachgeräte seiner Zeit. Die Feldgröße des Schachbretts betrug rund 8,8 × 8,8 cm, die Königshöhe etwa 1,0 cm.

Technik

Im Inneren arbeitete ein Hitachi-Singlechip vom Typ HD44801 mit 4-Bit-Architektur und einer Taktfrequenz von etwa 0,4 MHz. Der Programmspeicher lag bei 2048 × 10 Bit, der Arbeitsspeicher bei 160 × 4 Bit beziehungsweise etwa 80 Byte. Damit gehörte der Travel Sensor Chess zur großen Gruppe früher einfacher SciSys-Geräte auf HD44801-Basis.

Die Stromversorgung erfolgte über drei AA-Batterien. Zeitgenössische Spezifikationen und Sammlerquellen nennen eine außergewöhnlich hohe Laufzeit von bis zu 500 Stunden, was den Reisecharakter des Geräts zusätzlich unterstrich.

Funktionen

Zeitgenössische Produktankündigungen beschrieben den Travel Sensor Chess als Gerät mit acht Spielstufen. Das Gerät beherrschte die wichtigsten Grundregeln des Schachs, darunter Rochade, en passant und Bauernumwandlung. Außerdem wurde ein Position-Setup-Modus genannt, ebenso eine automatische Kontrolle geschlagener Figuren sowie die Möglichkeit, eine Partie nach dem Ausschalten des Geräts fortzusetzen.

In späteren Sammlerquellen wird dagegen betont, dass der Travel Sensor Chess kein Eröffnungsbuch besaß. Diese Angabe steht scheinbar im Widerspruch zur Einordnung des späteren Travel Mate, dem teils eine kleine Eröffnungsbibliothek zugeschrieben wird. Da mehrere äußerlich ähnliche Geräte und Varianten existieren, ist bei der Funktionszuordnung Vorsicht geboten. Für den Travel Sensor Chess selbst gelten die zeitgenössisch belegten acht Spielstufen und die elementaren Regel- und Speicherfunktionen als die sichersten Angaben.

Programm und Spielstärke

Als Programmierer werden in den SciSys-Übersichten Mark Taylor und David Levy genannt. Das Gerät war eindeutig für Einsteiger ausgelegt. In der Aktiv-Schach-Elo-Liste ordnet sich der Travel Sensor Chess mit etwa 900 Elo ein.

Bedeutung

Der Travel Sensor Chess war kein Turniergerät und auch kein Meilenstein in der Spielstärke. Seine Bedeutung lag vielmehr in der gelungenen Verbindung von Portabilität, sensorgestützter Zugeingabe und geringem Energieverbrauch. Anfang der 1980er Jahre war dies noch keineswegs selbstverständlich, zumal das Gerät ein echtes Brettgefühl mit Steckfiguren bot und sich deutlich angenehmer bedienen ließ als viele reine Tasten- oder Displayschachcomputer derselben Leistungsklasse.

Aus heutiger Sicht ist der Travel Sensor Chess vor allem als früher Vertreter der kleinen SciSys-Reisesensorgeräte interessant. Er steht am Anfang einer Modelllinie, die über Travel Mate und Chess Partner 5000/6000 zu mehreren äußerlich ähnlichen, aber nicht immer leicht zu unterscheidenden Geräten führte.

Weblinks

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