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5. WCCC Köln 1986: Unterschied zwischen den Versionen

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55 games: +31 =7 -17
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== Alle Partien der 5. WCCC ==
== Partien der 5. WCCC ==
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[Event "5th World Computer Chess Championship"]
[Event "5th World Computer Chess Championship"]
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Kd4 Ra4+ 52. Kd5 Rhxe4 53. Kc5 Ra5+ 54. Kd6 Rd4+ 55. Ke6 Kg8 56. Ke7 Re5# 0-1
Kd4 Ra4+ 52. Kd5 Rhxe4 53. Kc5 Ra5+ 54. Kd6 Rd4+ 55. Ke6 Kg8 56. Ke7 Re5# 0-1
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== Rekordbeteiligung bei der Computerschach-WM ==
== Rekordbeteiligung bei der Computerschach-WM ==
''(aus Computerschach und Spiele / Heft 3 / Juni-Juli 1986)''
''(aus Computerschach und Spiele / Heft 3 / Juni-Juli 1986)''
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'''REX:''' Die Amerikaner Don Dailey und Sam Sloan spielten zum ersten Mal bei einem wichtigen Computerturnier mit. Ihr Programm, das auf einem Tandy 3000 lief, bekam seine Eröffnungsbibliothek von einem neunjährigen Mädchen: Judit Polgar, die immerhin 2200 Elo-Punkte hat!
'''REX:''' Die Amerikaner Don Dailey und Sam Sloan spielten zum ersten Mal bei einem wichtigen Computerturnier mit. Ihr Programm, das auf einem Tandy 3000 lief, bekam seine Eröffnungsbibliothek von einem neunjährigen Mädchen: Judit Polgar, die immerhin 2200 Elo-Punkte hat!


'''PLYMATE:''' Die Schweden [[Ulf Rathsman]] und Lars Hjörth schreiben Programme für die Firmen [[Conchess]] und Hegener + Glaser (bei der Mikro-WM in Amsterdam 1985 wurden sie Zweite). In Köln traten sie mit einer frisierten Conchess-Hardware an, die den [[6502]] auf über 9 MHz laufen ließ.
'''PLYMATE:''' Die Schweden [[Ulf Rathsman]] und Lars Hjorth schreiben Programme für die Firmen [[Conchess]] und Hegener + Glaser (bei der Mikro-WM in Amsterdam 1985 wurden sie Zweite). In Köln traten sie mit einer frisierten Conchess-Hardware an, die den [[6502]] auf über 9 MHz laufen ließ.


'''SHESS:''' Über dieses neue Programm von dem Holländer Ard van Bergen war vor der WM wenig bekannt. Es ist in FORTRAN und Assembler geschrieben und untersucht nur 150 bis 400 Stellun-gen pro Sekunde. Benutzt wurde eine MikroVAX, die der Programm-Autor selbst nach Köln mitbrachte.
'''SHESS:''' Über dieses neue Programm von dem Holländer Ard van Bergen war vor der WM wenig bekannt. Es ist in FORTRAN und Assembler geschrieben und untersucht nur 150 bis 400 Stellun-gen pro Sekunde. Benutzt wurde eine MikroVAX, die der Programm-Autor selbst nach Köln mitbrachte.
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Re8 15. Ncb5 $1 {Verbindet zwei taktische Motive: den Angriff auf den
Re8 15. Ncb5 $1 {Verbindet zwei taktische Motive: den Angriff auf den
schwachen Bauern d6 und die Schwäche der Diagonale h1-a8 (15...cxb5 scheitert
schwachen Bauern d6 und die Schwäche der Diagonale h1-a8 (15...cxb5 scheitert
natürlich an 16.Lxb7). Außerdem droht Weiß sim-­pel mit der Gabel Sc7.} Na6
natürlich an 16.Lxb7). Außerdem droht Weiß simpel mit der Gabel Sc7.} Na6
16. Nxd6 Bxd6 17. Bxd6 Kh8 18. Kd2 Ng4 19. Nb3 Nxf2 20. Rxe8+ Rxe8 21. Rf1 Ng4
16. Nxd6 Bxd6 17. Bxd6 Kh8 18. Kd2 Ng4 19. Nb3 Nxf2 20. Rxe8+ Rxe8 21. Rf1 Ng4
22. Na5 Bc8 23. Nxb7 Nxh2 24. Bxh2 Bxb7 25. Bg1 Nc7 {Ein typischer Horizontzug.
22. Na5 Bc8 23. Nxb7 Nxh2 24. Bxh2 Bxb7 25. Bg1 Nc7 {Ein typischer Horizontzug.
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$2 {Schwarz hätte den weißen Fehler im letzten Zug mit 6...b5 ausnutzen
$2 {Schwarz hätte den weißen Fehler im letzten Zug mit 6...b5 ausnutzen
sollen. Nach der Abwicklung 7.Lxb5 Lxb5 8.Sxb5 Sxe4 bricht das weiße Zentrum
sollen. Nach der Abwicklung 7.Lxb5 Lxb5 8.Sxb5 Sxe4 bricht das weiße Zentrum
zu-­sammen.} 7. Rb1 Na6 8. Be3 O-O-O 9. b4 Nb8 10. Nf3 Ng4 11. bxc5 Qc7 {Das
zu­sammen.} 7. Rb1 Na6 8. Be3 O-O-O 9. b4 Nb8 10. Nf3 Ng4 11. bxc5 Qc7 {Das
verführerische 11...Sxe3? scheitert an 12.cxb6 Sxd1 13.bxa7, und Schwarz kann
verführerische 11...Sxe3? scheitert an 12.cxb6 Sxd1 13.bxa7, und Schwarz kann
die Um-­wandlung nicht verhindern.} 12. Bd2 Qxc5 13. O-O Be7 14. Nb5 f5 15. Rb3
die Umwandlung nicht verhindern.} 12. Bd2 Qxc5 13. O-O Be7 14. Nb5 f5 15. Rb3
Bxb5 16. Bxb5 fxe4 17. Rc3 exf3 18. Qxf3 Nf6 19. Rxc5+ dxc5 20. Qf5+ Nbd7 21.
Bxb5 16. Bxb5 fxe4 17. Rc3 exf3 18. Qxf3 Nf6 19. Rxc5+ dxc5 20. Qf5+ Nbd7 21.
c4 a6 $2 22. Bxa6 $1 Nxd5 {Auch die Annahme des Figurenopfers führt nach 22...
c4 a6 $2 22. Bxa6 $1 Nxd5 {Auch die Annahme des Figurenopfers führt nach 22...
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1. e4 c5 2. Nf3 d5 3. Bc4 e6 4. d4 cxd4 5. Nxd4 Nf6 6. Nc3 Be7 7. Be3 Nbd7 8.
1. e4 c5 2. Nf3 d5 3. Bc4 e6 4. d4 cxd4 5. Nxd4 Nf6 6. Nc3 Be7 7. Be3 Nbd7 8.
Qd2 Ne5 9. Be2 O-O 10. h3 Bd7 11. Nf3 Nxf3+ 12. gxf3 {Prof. Berliner freute
Qd2 Ne5 9. Be2 O-O 10. h3 Bd7 11. Nf3 Nxf3+ 12. gxf3 {Prof. Berliner freute
sich darüber, dass sein Pro-­gramm mit dem g-Bauern zurückschlug: "Völlig
sich darüber, dass sein Programm mit dem g-Bauern zurückschlug: "Völlig
richtig, damit haben wir gute Angriffschancen".} Qa5 13. O-O-O Rac8 $2 {In
richtig, damit haben wir gute Angriffschancen".} Qa5 13. O-O-O Rac8 $2 {In
jedem Lehrbuch über Sizilianisch steht es: Hier gehört der f-Turm nach c8!
jedem Lehrbuch über Sizilianisch steht es: Hier gehört der f-Turm nach c8!
Damit kann zum einen der weiße Angriff auf der g-Linie mittels ...Lf8 leicht
Damit kann zum einen der weiße Angriff auf der g-Linie mittels ...Lf8 leicht
abgewehrt werden, zum anderen kommt Schwarz schneller zum An-­griff am
abgewehrt werden, zum anderen kommt Schwarz schneller zum Angriff am
Damenflügel, wenn er ...Tab8 nebst ...b5 spielt.} 14. Rhg1 Rfe8 15. Bh6 g6 16.
Damenflügel, wenn er ...Tab8 nebst ...b5 spielt.} 14. Rhg1 Rfe8 15. Bh6 g6 16.
Bg5 Qc5 $2 {Hier gab es viele gute Züge für Schwarz: b5, Tc5, Lc6... Der
Bg5 Qc5 $2 {Hier gab es viele gute Züge für Schwarz: b5, Tc5, Lc6... Der
Textzug verliert zwei Tempi und damit möglicher-­weise die Partie.} 17. Qf4
Textzug verliert zwei Tempi und damit möglicherweise die Partie.} 17. Qf4
Nh5 18. Qh4 f6 {Nach den unglücklichen Turm- und Damenzügen hat Schwarz
Nh5 18. Qh4 f6 {Nach den unglücklichen Turm- und Damenzügen hat Schwarz
seine an-­fänglichen Vorteile völlig verspielt.} (18... Bxg5+ {verliert nach}
seine anfänglichen Vorteile völlig verspielt.} (18... Bxg5+ {verliert nach}
19. Rxg5 {nebst Dxh5 eine Figur.}) ({Eine besonders schöne Variante hätte
19. Rxg5 {nebst Dxh5 eine Figur.}) ({Eine besonders schöne Variante hätte
entstehen können nach} 18... Bf8 19. Qxh5 $3 gxh5 20. Bf6+ Bg7 21. Rxg7+ Kf8 (
entstehen können nach} 18... Bf8 19. Qxh5 $3 gxh5 20. Bf6+ Bg7 21. Rxg7+ Kf8 (
21... Kh8 22. Rg6#) 22. Rdg1 {nebst matt.}) 19. Be3 Qa5 20. Bb5 $3 {Ein
21... Kh8 22. Rg6#) 22. Rdg1 {nebst matt.}) 19. Be3 Qa5 20. Bb5 $3 {Ein
Verstellungsmotiv wie aus dem Lehr-­buch. Beeindruckend, dass heutzutage
Verstellungsmotiv wie aus dem Lehr­buch. Beeindruckend, dass heutzutage
solche Züge in Computerpartien vorkommen.} Bxb5 21. Qxh5 g5 ({Vlastimil Hort
solche Züge in Computerpartien vorkommen.} Bxb5 21. Qxh5 g5 ({Vlastimil Hort
erwog} 21... Rxc3 {mit gefährlichem Gegenspiel. Aber zur Verblüffung des
erwog} 21... Rxc3 {mit gefährlichem Gegenspiel. Aber zur Verblüffung des
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25. Qb3 Qc6 26. Qxb4 {Sieht nach einem klassischen Bock aus. Kann denn nicht
25. Qb3 Qc6 26. Qxb4 {Sieht nach einem klassischen Bock aus. Kann denn nicht
Mephisto mit dem teuflischen 26...Txh3 wegen der Fesselung auf der langen
Mephisto mit dem teuflischen 26...Txh3 wegen der Fesselung auf der langen
wei-­ßen Diagonale eine Figur gewinnen? Aber das Engelchen aus Schweden
wei­ßen Diagonale eine Figur gewinnen? Aber das Engelchen aus Schweden
bleibt gelassen...} Rxh3 27. Qa5+ Ke8 28. d5 Qxc2 29. gxh3 Qe4+ 30. Kg1 Qd4+
bleibt gelassen...} Rxh3 27. Qa5+ Ke8 28. d5 Qxc2 29. gxh3 Qe4+ 30. Kg1 Qd4+
31. Rf2 exd5 32. Qc7 Qe3 33. Qd6 Rb8 34. b4 Qe4 35. Qxa6 Qxb4 36. Qc6 Qd4 37.
31. Rf2 exd5 32. Qc7 Qe3 33. Qd6 Rb8 34. b4 Qe4 35. Qxa6 Qxb4 36. Qc6 Qd4 37.
Re1+ Kd8 38. Qc2 $2 {Besser war 38.Kg2 mit der Absicht, Tfe2 nebst Te8 folgen
Re1+ Kd8 38. Qc2 $2 {Besser war 38.Kg2 mit der Absicht, Tfe2 nebst Te8 folgen
zu lassen. Nach dem Textzug kommt Schwarz zu gefährlichem Ge-­genspiel.} Nf6
zu lassen. Nach dem Textzug kommt Schwarz zu gefährlichem Ge­genspiel.} Nf6
39. Rc1 Qb6 40. Kh1 Ne4 41. Rff1 Rb7 42. Qc8+ Ke7 43. Rfe1 Rd7 44. Qh8 $2 {
39. Rc1 Qb6 40. Kh1 Ne4 41. Rff1 Rb7 42. Qc8+ Ke7 43. Rfe1 Rd7 44. Qh8 $2 {
Turnierleiter Mike Valvo: "Ein unglaublich schlechter und unbegreiflicher
Turnierleiter Mike Valvo: "Ein unglaublich schlechter und unbegreiflicher
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exf6 Bxf6 9. O-O Nc6 10. Nxe4 dxe4 11. Bxe4 Nxd4 12. c3 Nxf3+ 13. Bxf3 Qxd1 14.
exf6 Bxf6 9. O-O Nc6 10. Nxe4 dxe4 11. Bxe4 Nxd4 12. c3 Nxf3+ 13. Bxf3 Qxd1 14.
Rxd1 Re8 15. Bf4 c6 16. g4 $1 {Zunächst sah es in dieser Partie sehr nach
Rxd1 Re8 15. Bf4 c6 16. g4 $1 {Zunächst sah es in dieser Partie sehr nach
Remis aus, aber Weiß schränkte mit raumgreifen-­den Zügen das gegnerische
Remis aus, aber Weiß schränkte mit raumgreifenden Zügen das gegnerische
Spiel immer mehr ein, und nach einigen schlechten Zügen stand Schwarz sehr
Spiel immer mehr ein, und nach einigen schlechten Zügen stand Schwarz sehr
passiv.} Bd8 17. Kg2 Be6 18. a4 Rf8 $2 ({Besser z.B.} 18... Bb3 19. Rd7 Re7)
passiv.} Bd8 17. Kg2 Be6 18. a4 Rf8 $2 ({Besser z.B.} 18... Bb3 19. Rd7 Re7)
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bxc5 21. fxe5 Rhf8 22. Nf5+ {mit Vorteil für Weiß}) 21. fxe5 Nxe5 22. Nf5+
bxc5 21. fxe5 Rhf8 22. Nf5+ {mit Vorteil für Weiß}) 21. fxe5 Nxe5 22. Nf5+
Kf8 23. Qd6+ ({Gut war z.B.} 23. cxb6 axb6 24. Rad1) 23... Qxd6 $2 {Es ist
Kf8 23. Qd6+ ({Gut war z.B.} 23. cxb6 axb6 24. Rad1) 23... Qxd6 $2 {Es ist
unlo-­gisch, die Damen zu tauschen, wenn man einen starken Angriff hat.} 24.
unlo­gisch, die Damen zu tauschen, wenn man einen starken Angriff hat.} 24.
cxd6 f6 25. Bd4 Nd7 26. e4 Nac5 27. Ne7 Nxe4 $1 {Schwarz gibt den schwachen
cxd6 f6 25. Bd4 Nd7 26. e4 Nac5 27. Ne7 Nxe4 $1 {Schwarz gibt den schwachen
Turm für den starken Springer und bekommt einen Bauern dazu. Kein allzu
Turm für den starken Springer und bekommt einen Bauern dazu. Kein allzu
schlechtes Geschäft.} 28. Ng6+ Kg8 29. Nxh8 Kxh8 30. Rad1 Rd8 31. Rf3 Kg8 $2 {
schlechtes Geschäft.} 28. Ng6+ Kg8 29. Nxh8 Kxh8 30. Rad1 Rd8 31. Rf3 Kg8 $2 {
Nach 31...Sxd6? gewinnt 32.Tfd3! nebst Abzug des Ld4, aber 31...Sb8 kam in
Nach 31...Sxd6? gewinnt 32.Tfd3! nebst Abzug des Ld4, aber 31...Sb8 kam in
Betracht, mit Angriff auf den Bauern d6 und der zusätzlichen Möglich-­keit ..
Betracht, mit Angriff auf den Bauern d6 und der zusätzlichen Möglichkeit ..
.Sc6.} 32. Ra3 a5 33. Rb3 a4 34. Rb4 Nf8 35. Bxb6 Rxd6 36. Rxd6 Nxd6 37. Bc5 {
.Sc6.} 32. Ra3 a5 33. Rb3 a4 34. Rb4 Nf8 35. Bxb6 Rxd6 36. Rxd6 Nxd6 37. Bc5 {
und Schwarz gab angesichts des erneuten Materialverlustes auf.} 1-0
und Schwarz gab angesichts des erneuten Materialverlustes auf.} 1-0
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1. e4 e5 2. f4 exf4 3. Be2 Qh4+ 4. Kf1 Nf6 5. Nc3 Bb4 6. e5 $1 Bxc3 7. dxc3 Ng8
1. e4 e5 2. f4 exf4 3. Be2 Qh4+ 4. Kf1 Nf6 5. Nc3 Bb4 6. e5 $1 Bxc3 7. dxc3 Ng8
({Nach} 7... Ne4 {was viele Zuschauer erwartet haben, woll-­te Hitech} 8. Nh3 {
({Nach} 7... Ne4 {was viele Zuschauer erwartet haben, wollte Hitech} 8. Nh3 {
spielen, mit Vorteil für Weiß.}) 8. Nf3 Qh6 9. Qd4 g5 10. h4 Nc6 11. Qe4 Qg6
spielen, mit Vorteil für Weiß.}) 8. Nf3 Qh6 9. Qd4 g5 10. h4 Nc6 11. Qe4 Qg6
12. Nxg5 Qxe4 13. Nxe4 f3 14. gxf3 Nxe5 15. Bf4 d6 16. Re1 Bd7 17. Bc4 Kf8 ({
12. Nxg5 Qxe4 13. Nxe4 f3 14. gxf3 Nxe5 15. Bf4 d6 16. Re1 Bd7 17. Bc4 Kf8 ({
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1. e4 Nf6 2. e5 Nd5 3. d4 d6 4. c4 Nb6 5. exd6 exd6 6. Nc3 Be7 7. h3 O-O 8. Nf3
1. e4 Nf6 2. e5 Nd5 3. d4 d6 4. c4 Nb6 5. exd6 exd6 6. Nc3 Be7 7. h3 O-O 8. Nf3
Nc6 9. Be2 Bf5 10. O-O Qd7 11. Bf4 Rae8 12. a4 Bf6 13. a5 Nc8 14. a6 b6 15. g4
Nc6 9. Be2 Bf5 10. O-O Qd7 11. Bf4 Rae8 12. a4 Bf6 13. a5 Nc8 14. a6 b6 15. g4
Bxg4 16. hxg4 Qxg4+ 17. Bg3 Nxd4 18. Nxd4 Qxd4 19. Qc2 $6 {Bei unsiche-­rer
Bxg4 16. hxg4 Qxg4+ 17. Bg3 Nxd4 18. Nxd4 Qxd4 19. Qc2 $6 {Bei unsiche­rer
Königsstellung und Figurenübermacht sollte man unbedingt die Damen tauschen.
Königsstellung und Figurenübermacht sollte man unbedingt die Damen tauschen.
Vielleicht hätte Weiß nach Dxd4 sogar eine leicht bessere Stellung.} h6 20.
Vielleicht hätte Weiß nach Dxd4 sogar eine leicht bessere Stellung.} h6 20.
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O-O b5 9. Rd1 Qe7 10. Bd3 e5 11. e4 Nc6 12. Nc3 Bg4 13. Be3 Rd8 14. h3 Bxe3 15.
O-O b5 9. Rd1 Qe7 10. Bd3 e5 11. e4 Nc6 12. Nc3 Bg4 13. Be3 Rd8 14. h3 Bxe3 15.
Qxe3 Bxf3 16. Qxf3 Nd4 17. Qg3 O-O 18. a4 b4 19. Nd5 Nxd5 20. exd5 Rxd5 $6 {
Qxe3 Bxf3 16. Qxf3 Nd4 17. Qg3 O-O 18. a4 b4 19. Nd5 Nxd5 20. exd5 Rxd5 $6 {
Unge-­nau. Eine allgemeine Regel lautet: Beim Kampf Läufer gegen Springer ist
Unge­nau. Eine allgemeine Regel lautet: Beim Kampf Läufer gegen Springer ist
die ungleiche Bauernver-­teilung mit Freibauern auf beiden Seiten günstig
die ungleiche Bauernver­teilung mit Freibauern auf beiden Seiten günstig
für den langbeinigen Läufer. Deshalb sollte Schwarz besser 20...a5 ziehen.}
für den langbeinigen Läufer. Deshalb sollte Schwarz besser 20...a5 ziehen.}
21. Bxa6 b3 22. Qe3 Rfd8 (22... Nc2 23. Qxb3 $1) 23. Bc4 Nc2 24. Qe2 Rc5 25.
21. Bxa6 b3 22. Qe3 Rfd8 (22... Nc2 23. Qxb3 $1) 23. Bc4 Nc2 24. Qe2 Rc5 25.
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Rxb3 Qd5 33. Rb4 Rc2 34. b3 Qd2 35. Rc4 Rb2 36. Re4 Qd5 37. Qc4 Qd1+ 38. Kh2
Rxb3 Qd5 33. Rb4 Rc2 34. b3 Qd2 35. Rc4 Rb2 36. Re4 Qd5 37. Qc4 Qd1+ 38. Kh2
Rxf2 {Ein vorsichtiger Spieler hätte mit 38...Dxb3 auf Remis gespielt, aber
Rxf2 {Ein vorsichtiger Spieler hätte mit 38...Dxb3 auf Remis gespielt, aber
Schwarz schielt offensichtlich auf den vollen Punkt und geht da-­mit ein
Schwarz schielt offensichtlich auf den vollen Punkt und geht damit ein
großes Risiko ein.} 39. Rxe5 Qd6 40. Qc8+ Kg7 41. Qc5 Qd2 42. Rg5 Re2 $2 ({
großes Risiko ein.} 39. Rxe5 Qd6 40. Qc8+ Kg7 41. Qc5 Qd2 42. Rg5 Re2 $2 ({
Besser war} 42... Qf4+ 43. Rg3 h5 44. Qe3 (44. Qg5 $2 Qxg5 45. Rxg5 f5 $1 46.
Besser war} 42... Qf4+ 43. Rg3 h5 44. Qe3 (44. Qg5 $2 Qxg5 45. Rxg5 f5 $1 46.
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Bg4 9. Be2 Qb6 10. Qd2 Bg7 11. O-O O-O 12. h3 Bxf3 13. Bxf3 Nbd7 14. Rad1 Rfe8
Bg4 9. Be2 Qb6 10. Qd2 Bg7 11. O-O O-O 12. h3 Bxf3 13. Bxf3 Nbd7 14. Rad1 Rfe8
15. b3 Ne5 16. Be2 Qb4 17. Qc2 Re7 18. Bg3 Rae8 19. Rfe1 g5 20. Rf1 Kh8 21. Rc1
15. b3 Ne5 16. Be2 Qb4 17. Qc2 Re7 18. Bg3 Rae8 19. Rfe1 g5 20. Rf1 Kh8 21. Rc1
h5 $2 {Bisher hat Schwarz die Eröffnung recht gut behan-­delt, nach
h5 $2 {Bisher hat Schwarz die Eröffnung recht gut behan­delt, nach
klassischem Muster, während Weiß nur planlos herumzog. Doch nun macht Be-Be
klassischem Muster, während Weiß nur planlos herumzog. Doch nun macht Be-Be
einen schwerwiegenden Fehler (besser war 21...h6) und verliert damit beinahe
einen schwerwiegenden Fehler (besser war 21...h6) und verliert damit beinahe
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Kg6 d4 60. h6 {und Weiß wandelt als erster mit Schach um. So verpasste Rebel
Kg6 d4 60. h6 {und Weiß wandelt als erster mit Schach um. So verpasste Rebel
die Gelegenheit, die Schachcomputergemeinde mit einer Sensation ersten Ranges
die Gelegenheit, die Schachcomputergemeinde mit einer Sensation ersten Ranges
zu erschüttern - und vielleicht das ganz große Ge-­schäft zu machen. Denn
zu erschüttern - und vielleicht das ganz große Ge­schäft zu machen. Denn
wer hätte es sich nehmen lassen, einen amtierenden Weltmeister aller
wer hätte es sich nehmen lassen, einen amtierenden Weltmeister aller
Klas-­sen zu sich nach Hause zu holen?}) 56... d4 57. Rxa6 d3 58. Rg6 d2 59.
Klas­sen zu sich nach Hause zu holen?}) 56... d4 57. Rxa6 d3 58. Rg6 d2 59.
Rg1 Kf2 60. Reg8 Re1 61. R1g2+ Ke3 62. Rxd2 Kxd2 63. Rc8 Bd4 64. Rb8 Re6 65.
Rg1 Kf2 60. Reg8 Re1 61. R1g2+ Ke3 62. Rxd2 Kxd2 63. Rc8 Bd4 64. Rb8 Re6 65.
Rb7 Kc2 66. b4 c4 67. b5 c3 68. Rd7 Kd3 69. b6 c2 70. b7 c1=Q 0-1
Rb7 Kc2 66. b4 c4 67. b5 c3 68. Rd7 Kd3 69. b6 c2 70. b7 c1=Q 0-1
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Um ein Haar hätte es also einen Weltmeister gege-ben, der für einige hundert Mark zu kaufen gewe-sen wäre. Rebel-Betreuer Jan Louwman konnte sich von der Aufregung kaum noch erholen, und das Publikum begann gleich in den Messehallen nach der Verfügbarkeit des Programms zu fragen. Bekannt war, dass Hegener + Glaser gerade in diesem Jahr einen Vertrag mit Ed Schröder abge-schlossen hatten und das Programm als MM-III-Modul auf den Markt bringen wollten. Aber nun erklärte man auf einmal, Rebel sei nur schwer auf die Standardhardware zu bringen, da das Programm mit 32K-ROM und ziemlich viel RAM eine völlig neue Modul-Architektur verlange. Offensichtlich wollen die Münchner keine Unruhe in den Markt bringen, die den Verkaufserfolg der anderen Mephisto-Geräte schmälern könnte.
Um ein Haar hätte es also einen Weltmeister gege-ben, der für einige hundert Mark zu kaufen gewesen wäre. Rebel-Betreuer Jan Louwman konnte sich von der Aufregung kaum noch erholen, und das Publikum begann gleich in den Messehallen nach der Verfügbarkeit des Programms zu fragen. Bekannt war, dass Hegener + Glaser gerade in diesem Jahr einen Vertrag mit Ed Schröder abge-schlossen hatten und das Programm als MM-III-Modul auf den Markt bringen wollten. Aber nun erklärte man auf einmal, Rebel sei nur schwer auf die Standardhardware zu bringen, da das Programm mit 32K-ROM und ziemlich viel RAM eine völlig neue Modul-Architektur verlange. Offensichtlich wollen die Münchner keine Unruhe in den Markt bringen, die den Verkaufserfolg der anderen Mephisto-Geräte schmälern könnte.
Immerhin steht inzwischen fest, dass Rebel noch vor Weihnachten auf den Markt kommt, aller-dings als Zusatzmodul, keinesfalls als Standar-dausrüstung für den Mephisto Modular oder Exc-lusive. Natürlich wird es nicht so schnell laufen wie mit der Accelleratorkarte (11 MHz), aber das dürfte die wenigsten Schachcomputer-Freunde stören. Über Preise schweigt man sich indes noch aus.
Immerhin steht inzwischen fest, dass Rebel noch vor Weihnachten auf den Markt kommt, aller-dings als Zusatzmodul, keinesfalls als Standar-dausrüstung für den Mephisto Modular oder Exc-lusive. Natürlich wird es nicht so schnell laufen wie mit der Accelleratorkarte (11 MHz), aber das dürfte die wenigsten Schachcomputer-Freunde stören. Über Preise schweigt man sich indes noch aus.


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Datei:CSS 86-3-18- IX Computerschach WM in Köln.jpg|Hans Berliner und Carl Eberling von der Carnegie-Mellon-University  
Datei:CSS 86-3-18- IX Computerschach WM in Köln.jpg|Hans Berliner und Carl Eberling von der Carnegie-Mellon-University  
Datei:CSS 86-3-18- VIII Computerschach WM in Köln.jpg|Talkshow am Rande der WM: Michael Kipp-Thomas (NDR), Helmut Pfleger, Ephraim Kishon  
Datei:CSS 86-3-18- VIII Computerschach WM in Köln.jpg|Talkshow am Rande der WM: Michael Kipp-Thomas (NDR), Helmut Pfleger, Ephraim Kishon  
Datei:CSS 86-3-18- VIII 2 Computerschach WM in Köln.jpg|Besiegten den Mikro-Weltmeister: Plymate-Autoren Lars Hjörth und Ulf Rathsman (v.l.n.r.)  
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Datei:CSS 86-3-18- VII Computerschach WM in Köln.jpg|Fantastische Kombination in der Hitech-Partie: GM Vlastimil Hort analysiert mit Hans Berliner  
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Datei:CSS 86-3-18- VI Computerschach WM in Köln.jpg|Sun-Phoenix-Autor Jonathan Schaeffer brachte seine Frau zur WM mit  
Datei:CSS 86-3-18- VI Computerschach WM in Köln.jpg|Sun-Phoenix-Autor Jonathan Schaeffer brachte seine Frau zur WM mit  

Aktuelle Version vom 18. April 2025, 17:43 Uhr

  • Köln Deutschland, 1986.06.11 - 1986.06.15
  • World Computer Chess Champion: Cray Blitz
  • Programmierer: Robert Hyatt


Player Score SOP 1 2 3 4 5
1: Cray Blitz 4.0 / 5 14.5 20w+ 6b- 2w+ 14b+ 3w+
2: Be-Be 4.0 / 5 13.5 16b+ 15w+ 1b- 11w+ 5b+
3: Hitech 4.0 / 5 13.5 18b+ 14w+ 7b+ 5w+ 1b-
4: Sun Phoenix 4.0 / 5 13.0 5b- 11w+ 18b+ 7w+ 6b+
5: Rebel 3.0 / 5 17.5 4w+ 12b+ 6w+ 3b- 2w-
6: Bobby 3.0 / 5 15.5 19b+ 1w+ 5b- 8w+ 4w-
7: Plymate 3.0 / 5 14.5 21b+ 8w+ 3w- 4b- 12w+
8: Mephisto X 3.0 / 5 13.0 9w+ 7b- 17w+ 6b- 14w+
9: Dutch 3.0 / 5 11.5 8b- 19w+ 11b= 15w= 13w+
10: Nona 3.0 / 5 6.5 14b- 18w- 21b+ 22b+ 15w+
11: Advance 68K 2.5 / 5 14.5 17w+ 4b- 9w= 2b- 19w+
12: Lachex 2.5 / 5 12.0 13b+ 5w- 16b= 18w+ 7b-
13: Ostrich 2.5 / 5 11.0 12w- 20b+ 15b= 16w+ 9b-
14: Schach 2.7 2.0 / 5 14.0 10w+ 3b- 22w+ 1w- 8b-
15: Cyrus 68K 2.0 / 5 12.5 22w+ 2b- 13w= 9b= 10b-
16: Vaxchess 2.0 / 5 11.0 2w- 22b+ 12w= 13b- 17w=
17: Chat 2.0 / 5 10.0 11b- 21w+ 8b- 19w= 16b=
18: Bcp 1.5 / 5 15.0 3w- 10b+ 4w- 12b- 20w=
19: Enterprise 1.5 / 5 12.0 6w- 9b- 20w+ 17b= 11b-
20: Awit 1.5 / 5 10.5 1b- 13w- 19b- 21w+ 18b=
21: Rex 1.0 / 5 9.5 7w- 17b- 10w- 20b- 22b+
22: Shess 0.0 / 5 10.0 15b- 16w- 14b- 10w- 21w-

55 games: +31 =7 -17

Partien der 5. WCCC

Rekordbeteiligung bei der Computerschach-WM

(aus Computerschach und Spiele / Heft 3 / Juni-Juli 1986)

Cover Begleitheft der WM 1986 Köln

Mit insgesamt 23 Programmen gab es bei der 5. Computerschach-Weltmeisterschaft in Köln eine absolute Rekordbeteiligung. Auch von der Zuschauerzahl her setzte Köln neue Maßstäbe: Im Rahmen der Computermesse C'86 konnten viele tausend Besucher erleben, wie die besten Programme aus insgesamt acht Nationen um den Titel kämpften.

Bei der letzten WM in New York bedienten sich die meisten Programmierer noch der guten alten Telefonleitung: Sie sprachen mit einem Kollegen, der im Rechenzentrum saß und den eigentlichen Dialog mit dem Computer führte. Zeitverluste und Missverständnisse waren unvermeidlich, und die hohen Kosten für die Standleitungen machten die Veranstaltung zu einer sehr kostspieligen Angelegenheit.

In Köln wurde modernste Kommunikationstechnik eingesetzt. Ein führendes Unternehmen für elektronische Datenfernübertragung, die Deutsche Mailbox GmbH in Hamburg, hat es tatsächlich fertiggebracht, alle extern stationierten Großrechner über den weitaus preiswerteren Datex-P-Service der Bundespost mit Köln zu verbinden. Dabei wurden alle anfallenden Daten in einem Knotenrechner gesammelt und über eine gemeinsame ("virtuelle") Leitung nach USA, Kanada oder England geschickt. Berechnet wird bei Datex-P nur die aktuelle Übertragungszeit " mitunter Bruchteile eines Pfennigs pro Zug. Das alles geschah fast ohne Zeitverzögerung, so dass der Bediener eines Rechners in Neumexiko fast das Gefühl hatte, sein Terminal sei mit einem Computer im Nebenzimmer verbunden.

Natürlich verfügt nicht jeder Rechner über einen Datex-P-kompatiblen Anschluss, und so musste das Kommunikationsgenie der Deutschen Mailbox, Horst-Günter Lynsche, am Vorabend der WM so manch abenteuerliche Verbindung stricken. "Wenn Sie mit Ihrem System eine Verbindung von Minnesota über Alabama nach Alberta herstellen können, dann klinken wir uns einfach in Kanada in das Netz ein!" Auch eingefleischte Computerspezialisten waren von so viel Improvisationstalent beeindruckt, und am Ende des Turniers mussten sogar die Skeptiker gestehen: Es hat alles tadellos geklappt.

Auch sonst spielten Computer am Rande der Weltmeisterschaft eine wichtige Rolle. Mit einem neuentwickelten Programm, das eingegebene Schachzüge auf Korrektheit überprüft und in verschiedene Sprachen und Formate übersetzt, hat CSS-Herausgeber Dieter Steinwender zusammen mit einigen Lesern unserer Zeitschrift alle WM-Partien erfaßt. Pünktlich eine halbe Stunde nach jeder Runde wurde so ein Turnierbulletin mit Diagrammen und Zwischenergebnissen an die Teilnehmer und Pressevertreter verteilt " eine Leistung, die mit viel Beifall bedacht wurde.

Die technische Leitung des Turniers nahmen der frischgewählte Präsident des Welt-Computerschachbunds ICCA, David Levy, und CSS-Herausgeber Frederic Friedel gemeinsam wahr. Die organisatorische Einbettung der WM in die Köln Messe besorgte die PR-Firma Henschel + Stinnes, ein Großteil der Finanzierung stammte von dem Münchner Schachcomputerhersteller Hegener + Glaser. Wie bei allen wichtigen Computerschach-Meisterschaften war IM Mike Valvo der souverän agierende Turnierleiter, der gemeinsam mit den Großmeistern Helmut Pfleger und Vlastimil Hort auch noch die laufenden Partien kommentierte.

Prominentester Besucher der WM war der israelische Humorist Ephraim Kishon, der ein begeisterter Schachcomputer-Fan ist (das Thema einer Messe-Talkshow "Computerschach " warum?" formulierte er elegant um: "Computerschach warum nicht?"). Auch vier Fernsehanstalten schickten Kamerateams zur Weltmeisterschaft nach Köln, die ARD berichtete sogar in einer halb-stündigen Livesendung über die Finalrunde am Sonntag " und das während der Fußball-WM in Mexiko!

Die Teilnehmer

OSTRICH: Das Programm stammt von einem Schachprogrammierer der ersten Stunde: Prof. Monroe Newborn von der McGill University in Quebec, Kanada, hat bislang an jeder Welt- und US-Meisterschaft teilgenommen. Er war lange Zeit Präsident des Welt-Computerschach-Verbands (ICCA) und hat mehrere Bücher über Computerschach geschrieben. Newborn gilt als Experte für "Multiprocessing", und bei der WM in Köln spielte er mit acht parallelgeschalteten 16-Bit-Rechnern, die in Montreal stehen.

AWIT: Auch Prof. Tony A. Marsland von der University of Alberta in Kanada gehört zu den regelmäßigsten Teilnehmern an Computerschach-Meisterschaften. Er benutzte einen 32-Bit-Rechner (Amdahl 5860), und sein stark selektives Programm AWIT ist mit 750 KB außergewöhnlich groß.

SUN PHOENIX: Früher ließ Phoenix-Autor Jonathan Schaeffer von der University of Alberta sein Programm auf einem Großrechner laufen, aber nun arbeitet auch er mit parallelgeschalteten Systemen: Zwanzig 32-Bit SUN-Rechner, die in Kalifornien stehen, führen gemeinsam die Suche nach dem besten Zug.

LACHEX: Burton Wendroff und Tony Warnock von dem berühmten Los Alamos National Laboratory in Neumexiko (USA) setzten den zur Zeit größten Computer der Welt ein: Ein in Chippen Falls, Wisconsin, stehender Cray XMP 4/16 kann mehrere hundert Millionen Operationen pro Sekunde ausführen. Allerdings bekam die Lachex-Mannschaft während der Weltmeisterschaft selten mehr als einen kleinen Teil der Rechnerzeit für sich.

CRAY BLITZ: Der amtierende Weltmeister lief ebenfalls auf einem Cray XMP mit vier Zentra-leinheiten, die zusammen nicht weniger als 420.000.000 Operationen pro Sekunde ausführen können. Der freongekühlte Superrechner stand in den Forschungslabors von Cray Research in Mendota Hights, Minnesota, und setzte während der Partien seine gesamte Rechengewalt für das Schachspiel ein. Bedient wurde der Computer von Harry Nelson, während die beiden anderen BLITZ-Autoren Robert Hyatt und Al Gower von der University of Alabama am anderen Ende der Leitung saßen.

HITECH: Prof. Hans Berliner, ein Pionier des Computerschachs (und zweifacher Fernschach-Weltmeister!) hat zusammen mit einem Team von Experten eine superschnelle Schachhardware entwickelt, die in der Lage ist, bis zu 200.000 Stellungen in der Sekunde zu erzeugen und zu bewerten. Hardware-Spezialist C. Eberling reiste mit Berliner zur WM in Köln, der Rechner blieb aber in der heimatlichen Carnegie-Mellon-University in Pittsburgh.

SCHACH 2.7: Matthias Engelbach war zum dritten Mal bei einer Computerschach-WM dabei. Er hat ein traditionelles Brute-Force-Programm, das in ALGOL geschrieben ist und 1000 bis 2000 Stellungen pro Sekunde untersucht. Der bei der WM verwendete Burroughs Großrechner stand in der Bundeswehrhochschule in Neubiberg.

BOBBY: Das deutsche Programm debütierte 1983 bei der WM in New York und machte einen vielversprechenden Eindruck. Die Autoren Hans-Jo-achim Kraas und Günther Schrüfer arbeiten in der Programmiersprache PASCAL und traten in Köln mit einem Amdahl 470 V7B der TU Braunschweig an.

BE-BE: Tony and Linda Scherzer aus Illinois, USA, haben vor vielen Jahren eine besondere Schachmaschine gebaut, die sie "Chess Engine" nennen. Sie untersucht 45.000 Stellungen pro Sekunde und ist in der Lage, jeden anderen Computer der Welt in Verlegenheit zu bringen. Auch Be-Be galt als Anwärter auf den Titel (Scherzer: "Irgendwann sind auch wir an der Reihe.)

BCP: Don Beal vom Queen Mary College in London trat früher mit Großrechnern an, jetzt begnügt er sich mit einem Mikroprozessor-System. Immerhin kann der verwendete Z8000 ebenso-schnell rechnen, wie mancher Großrechner vergangener Jahre.

CYRUS-68K: Die Firma Intelligent Software (Mark Taylor, David Levy, Kevin O'Connell) lässt selten eine Meisterschaft aus. Diesmal kamen sie mit einer von der Firma selbst entwickelten 68020-Karte für den IBM PC sowie einem Programm, das zwei Tage vor der Weltmeisterschaft zum ersten Mal Schach spielte.

KEMPELEN ATARI: Der Ungar Attila Kowacs hatte Probleme mit seinem neuen, für den Atari 520 ST geschriebenen Programm. Schade, denn viele ST-Besitzer warten mit Spannung auf ein starkes Schachprogramm für den preiswerten 68000-Rechner.

MEPHISTO COLOGNE: Im September 1985 deklassierte Richard Lang mit dem Mephisto Amsterdam die gesamte Konkurrenz und gewann den Titel des Mikrocomputer-Weltmeisters. In Köln wollte er die "Großen" das Fürchten lehren, mit einem verbesserten Programm auf 68020-Hardware, die in einem handelsüblichen MEPHISTO-Schachcomputer (mit zusätzlichem Ventilator) lief. Theoretisch könnte auch diese superschnelle Hardware einem größeren Publikum zur Verfügung gestellt werden.

NONA: Das Programm des Holländers Frans Morsch lief in einem MEPHISTO Mondial, der im Laden weniger als DM 500,- kostet. Das Programm war allerdings vor der WM verbessert worden und dürfte im Mondial II zum Einsatz kommen.

REX: Die Amerikaner Don Dailey und Sam Sloan spielten zum ersten Mal bei einem wichtigen Computerturnier mit. Ihr Programm, das auf einem Tandy 3000 lief, bekam seine Eröffnungsbibliothek von einem neunjährigen Mädchen: Judit Polgar, die immerhin 2200 Elo-Punkte hat!

PLYMATE: Die Schweden Ulf Rathsman und Lars Hjorth schreiben Programme für die Firmen Conchess und Hegener + Glaser (bei der Mikro-WM in Amsterdam 1985 wurden sie Zweite). In Köln traten sie mit einer frisierten Conchess-Hardware an, die den 6502 auf über 9 MHz laufen ließ.

SHESS: Über dieses neue Programm von dem Holländer Ard van Bergen war vor der WM wenig bekannt. Es ist in FORTRAN und Assembler geschrieben und untersucht nur 150 bis 400 Stellun-gen pro Sekunde. Benutzt wurde eine MikroVAX, die der Programm-Autor selbst nach Köln mitbrachte.

ADVANCE 68: Das Programm von Dave Wilson beherrschte viele Mikro-Weltmeisterschaften, als es noch auf selbstgebastelter Bit-Slice-Hardware lief. Nun ist der Engländer auf den beliebtesten "Schach-Prozessor", den 68000 von Motorola, umgestiegen.

REBEL: Der Holländer Ed Schröder reiste mit einem Apple-kompatiblen Computer an, der mit einer Accelleratorkarte von CSS-Mitarbeiter Jörg Mitsdörffer auf Touren (11 MHz) gebracht wurde. Das 8-Bit-Programm lässt sich ohne weiteres mit 6502-Hardware betreiben und wird sicherlich bald als Programm-Modul in den Mephisto-Geräten erscheinen.

CHAT: Wolfgang Delmare aus Solingen war zum ersten Mal mit seinem in Pascal geschriebenen Programm bei einer Computermeisterschaft dabei. Die Leistung des Programms hing zum großen Teil davon ab, wie viele andere Benutzer im Re-chenzentrum gerade den CYBER 175 beanspruchten.

DUTCH: Die Holländer Hühnen, Nefkens und van den Herik haben ihr großes (350K!) C-Programm von PION auf den Namen DUTCH umgetauft und auf einer Vax 11/750 laufen lassen.

ENTERPRISE: Programm-Autor Kaare Danielsen aus Dänemark spielte mit einem völlig unveränderten Advanced Star Chess (Kostenpunkt: DM 298,-) und stellte damit das kleinste Gerät dieser Weltmeisterschaft.

VAXCHESS: Ein völlig neues Programm der Engländer Tony Guilfoyle und Richard Hooker lief auf einer MikroVAX und wurde im letzten Augenblick wegen der Absage einiger Programme (JAMIC von Dave Kittinger, und SPOC von Jacques Middlecoff) zum Turnier zugelassen.

Die WM-Teilnehmer im Überblick

Programm Land Autoren Prog.-sprache Prog.-größe Eröffnungen Computer Wortlänge Mio Ins/s Stellungen pro Sek
Cray Blitz USA Hyatt, Gower, Nelson Fortran/CAL 100K 5.000 Cray XMP 64 420 100.000
Hitech USA Berliner u.a. C 5.800 VLSI-Sys 175.000
Be-Be USA Scherzer Assembler 16K 4.000 Chess En. 16 10 45.000
Sun Phoenix CDN Schaeffer, Olafsson 250K 3.000 20 x SUN 32 40 9
Rebel NL Schröder, Louwman Assembler 20K 5.000 Eigenbau 8 2 500
Bobby Schrüfer, Kraas Pascal 500K 5.000 Amdahl 32 6 400
Plymate S Rathsman Assembler 40K 2.500 65CO2 8 2,6 2.500
Mephisto D Lang Assembler 48K 20.000 68020 32 4 2.000
Dutch NL Hünen, Nefkens, Herik Assembler 350K 5.000 Gould 32 4 1.000
Nona NL Morsch Assembler 32K 7.000 65CO2 8 1 800
Advance 68K GB Wilson Assembler 60K 4.500 68000 16 1 100
Lachex USA Warnock, Wendroff Fortran/Ass. 20.000 Cray XMP 64 ? 40.000
Ostrich CDN Newborn Assembler 16K 1.000 8 x DG 16 8 2000
Schach 2.7 D Engelbach u.a. Algol 4MB 10.000 B 7800 48 8 1.500
Cyrus 68K GB Taylor, Levy, O'Connell Assembler 32K 16.000 68020 32 4 3.000
Vaxchess GB Guilfoyle, Hooker MicroVAX 32 ?
Chat Delmare Pascal 22K 4.500 Cyber 175 60 10 500
BCP GB Beal Assembler 64K 1.000 Z8000 16 4 5.000
Enterprise D Danielsen Assembler 16K 6.000 HD 6301 Y 8 ? 500
Awit CDN Marsland Algol-W 750K 10.000 Amdahl 32 12 8
Rex USA Dailey, Sloan Pascal 48K IBM XT 16 0,5 9
Shess NL van Bergen Fortran/Ass. 70K 1.000 Vax 32 4 400
Kempelen H Kovacs C/Assembler 720K 65.000 Atari ST 16 1 9

Mikrorechner beinahe Weltmeister

Spannung und Dramatik bei der Computerschach-WM in Köln

Im nachfolgenden Turnierbericht finden Sie die interessantesten Partien der Weltmeisterschaft. Unser besonderer Dank gilt IM Otto Borik, der am Tage nach der WM in einer Mammutsitzung bei der Analyse und Kommentierung der Partien half.

Erste Runde

Am Mittwoch, den 11. Juni begann die Weltmeisterschaft. Die meisten Teilnehmer waren bereits um 8.00 Uhr im noch leeren Messegebäude, denn niemand erwartete eine schnelle Lösung aller Kommunikationsprobleme. Aber der quirlige Horst-Günter Lynsche hatte bereits am Vortag alle Terminals aufgestellt und alle Verbindungen geprüft, so dass die Runde pünktlich um 10.00 beginnen konnte.

Vier Favoriten wurden unter den Experten als mögliche Anwärter auf den Titel gehandelt: Cray Blitz, Hitech, Be-Be und Mephisto Cologne. Kein anderes Programm, so meinte beispielsweise David Levy, habe eine Chance. Die Paarungen wurden am Vorabend vom Turnierdirektor Valvo zusammen mit Levy, Friedel und Prof. Newborn auf Grund der geschätzten Spielstärke der Programme vorgenommen. Dabei ergab sich, dass Mephisto Cologne gleich in der ersten Runde gegen einen holländischen Großrechner anzutreten hatte. Auf diese Partie waren die meisten Augen gerichtet - besonders die der Schachcomputer-Fans. Mephisto konnte also diese lange Zeit nach Remis aussehende Partie zum Schluss doch noch gewinnen und seinen Anspruch auf einen der vorderen Plätze bekräftigen. Auch der amtierende Weltmeister Cray Blitz setzte sich gegen den zweiten der letzten WM, das stark selektiv arbeitende Programm Awit, mit taktischen Mitteln glatt durch. Der Spezialrechner HITECH ließ dem ebenfalls selektiv arbeitenden Programm BCP in einer aggressiv geführten Partie keine Chance, und auch Be-Be nutzte eiskalt einen Fehler des Gegners Vaxchess zu einem vollen Punktgewinn. Alle vier Favoriten besiegten damit erwartungsgemäß die niedriger gesetzten Gegner. Dafür gab es fast die erste große Sensation der WM, als das deutsche Großrechnerprogramm BOBBY einen krassen Fehler machte und beinahe gegen das kleinste Gerät im Saal verlor. Aber Enterprise versagte im Endspiel und konnte das Geschenk nicht zum Punktgewinn verwerten.

Aufregung gab es in der Partie Rebel gegen Sun Phoenix, als das kleine 8-Bit-Programm den zwanzig 32-Bittern in Kalifornien trotzte.

Zweite Runde

Die Großmeister Pfleger und Hort wechselten sich bei der Kommentierung des Geschehens für das Publikum ab, aber bald konzentrierte sich das Interesse aller Anwesenden auf eine Partie, die sich zu einer der schönsten der Computerschachgeschichte entwickelte: Nebenan spielten im Grunde genommen zwei Mephistos gegeneinander, denn das Programm Plymate steckt bekanntlich im MM II-Modul. Die Mephisto-Cologne-Mannschaft um Richard Lang und Ossi Weiner war recht zuversichtlich. Weiner: "Wir haben in Amsterdam gegen das Rathsman-Programm 11:0 gespielt, warum sollten wir heute das erste Mal verlieren?" Zumal Mephisto Cologne wieder mit superschneller 68020-Hardware lief und neue, aggressivere Algorithmen erhalten hatte. Ein schwerer Schock für die siegesgewohnte Mephisto-Mannschaft, aber auch einem anderen WM-Anwärter ging es ähnlich: Be-Be gewann gegen den schwach spielenden Cyrus 68K bereits im 12. Zug eine Figur und beendete die Partie mit weiterem Materialgewinn in 19 Zügen. Der kleine Enterprise bekam gegen Dutch wieder eine sehr vorteilhafte Stellung, die er bis ins Endspiel Läufer und Springer gegen Turm behielt. Dann aber spielte das Programm ziellos und verlor gegen das holländische Großrechnerprogramm. Währenddessen setzte sich Rebel mit den schwarzen Steinen gegen das Los-Alamos-Programm Lachex durch und übernahm mit Hitech, Be-Be, Bobby und Plymate die Spitze.

Attila Kovac war am ersten Turniertag gar nicht erschienen und erhielt dafür eine Null. In der zweiten Runde lieferte sein Programm die kürzeste Partie der Weltmeisterschaft:

Kempelen Atari-Vaxchess: 1.e4 Sf6 2.d4 Sc6 3.Ld3 d6 4.Lg5 Sxd4 und trotz größter Anstrengung des Programmautors weigerte sich Kempelen, die Partie fortzusetzen. Offensichtlich lag ein Diskettenfehler vor und der Ungar Attila Kovac hatte unverständlicherweise keine Sicherheitskopie mitgebracht. Kempelen Atari konnte nicht wieder in Gang gesetzt werden und schied damit endgültig aus dem Turnier aus. 0:1

Dritte Runde

Das Braunschweiger Programm Bobby wurde bereits als neuer Favorit diskutiert, hatte er doch am Vortag den amtierenden Weltmeister geschlagen. Für die heutige Runde erwarteten Schrüfer und Kraas keine allzu großen Probleme. Doch der aufgemotzte Apple ihres holländischen Gegners rebellierte gegen das Diktat der Großrechner. Viele Zuschauer verstanden die Welt nicht mehr: Bobby schlägt den amtierenden Weltmeister Cray Blitz und wird selbst von Rebel geschlagen. Sollte ein kleines 8-Bit-System Ehrgeiz auf den Titel haben?

Nebenan setzte sich Cray Blitz in einer zähen Verteidigungspartie gegen Be-Be durch - und wahrte damit die Chance auf eine Titelverteidigung. Währenddessen traf Hitech auf den ungeschlagenen Plymate, der ihn an der Tabellenspitze arg bedrängte. In dieser Runde gab es außerdem noch die ersten drei Remispartien, und am Ende führten Hitech und Rebel alleine mit je drei Punkten aus drei Spielen. Auch die kleinsten Geräte im Feld konnten ihre ersten Punkte sammeln, Nona gegen den schwach spielenden Rex und Enterprise immerhin gegen das Großrechnerprogramm Awit. Man sollte bedenken, dass der kleine Computer aus Hongkong weniger kostet als die Rechenzeit für einen einzigen Zug auf dem Amdahl!

Vierte Runde

In dieser Runde waren alle gespannt auf das Abschneiden der verschiedenen "Mephistos". Rebel, der als Mephisto-Modul auf den Markt kommen wird, hatte bislang alle Partien gewonnen, musste aber gegen den sehr stark spielenden Hitech antreten. Diese Partie stand naturgemäß im Mittelpunkt des Interesses, und die Zuschauer waren einhellig der Meinung, dass beide Seiten ganz ausgezeichnet gespielt hatten. Schwarz hatte erstaunlich viel gesehen, wurde aber von der überlegenen Rechenkraft von Hitech letztlich glatt überspielt.

Auch in der nachfolgenden Partie kamen die Zuschauer voll auf ihre Kosten: Nachdem Mephisto in der Eröffnung schlechter weggekommen war, opferte er auf dramatische Weise eine Figur, konnte aber in der Folge keinen zwingenden Angriff aufbauen. Würde nun der dritte "Mephisto" (Plymate alias MM II) zu Rebel aufschließen? Gleich in der Eröffnung sah er sich mit einer Art Trompowsky-Angriff konfrontiert, von dem er offensichtlich nicht allzu viel verstand. Von Sun Phoenix sah man dagegen eine erstaunlich reife positionelle Leistung, die zeigt, wie weit es solche Programme inzwischen gebracht haben (etwa Verbandsliga-Niveau). Der kleinste Mephisto, Nona, hatte einen weitaus schwächeren Gegner und brauchte mit den schwarzen Figuren nur 35 Züge, um Shess zu besiegen und damit die größeren Brüder einzuholen. Nun lagen sie gemeinsam mit zwei Punkten auf Platz 9 bis 14, immerhin noch vor drei Großrechnern und zwei MikroVAX. Weiter oben hielt sich Cray Blitz mit einem schwarzen Sieg gegen Schach 2.7 alle Optionen offen, denn am letzten Tag konnte er nun gegen den führenden Hitech antreten, um aus eigener Kraft dessen Siegeszug zu stoppen.

Fünfte Runde

Für die meisten Zuschauer war klar: Hitech wird Weltmeister. Die Maschine aus Pittsburgh hatte das attraktivste Schach gezeigt, und auch in der laufenden Partie gegen Cray Blitz sah es ganz nach einem weiteren Sieg der Mannschaft um Hans Berliner aus. Dann zeigte Hitech plötzlich Nerven... "Be-Be wird Rebel in 20 Zügen erledigen!" Das war die Meinung vieler Experten vor der Partie. Doch als sich die Niederlage von Hitech abzeichnete, begann man zu rechnen: Würde Rebel Be-Be schlagen, wäre er auf Grund der besten Buchholz-Wertung unter den Erstplatzierten Weltmeister. Und ein Blick auf das Brett verriet: Rebel steht klar auf Gewinn! Für Rebel-Autor Ed Schröder wurde es eine herzzerreißende Partie. Um ein Haar hätte es also einen Weltmeister gege-ben, der für einige hundert Mark zu kaufen gewesen wäre. Rebel-Betreuer Jan Louwman konnte sich von der Aufregung kaum noch erholen, und das Publikum begann gleich in den Messehallen nach der Verfügbarkeit des Programms zu fragen. Bekannt war, dass Hegener + Glaser gerade in diesem Jahr einen Vertrag mit Ed Schröder abge-schlossen hatten und das Programm als MM-III-Modul auf den Markt bringen wollten. Aber nun erklärte man auf einmal, Rebel sei nur schwer auf die Standardhardware zu bringen, da das Programm mit 32K-ROM und ziemlich viel RAM eine völlig neue Modul-Architektur verlange. Offensichtlich wollen die Münchner keine Unruhe in den Markt bringen, die den Verkaufserfolg der anderen Mephisto-Geräte schmälern könnte. Immerhin steht inzwischen fest, dass Rebel noch vor Weihnachten auf den Markt kommt, aller-dings als Zusatzmodul, keinesfalls als Standar-dausrüstung für den Mephisto Modular oder Exc-lusive. Natürlich wird es nicht so schnell laufen wie mit der Accelleratorkarte (11 MHz), aber das dürfte die wenigsten Schachcomputer-Freunde stören. Über Preise schweigt man sich indes noch aus.

Aber auch das ist verständlich: Wer wird den Münchner Herstellern nach diesem unerwarteten Erfolg eine kleine Besinnungspause vergönnen?

Strahlender Sieger der Weltmeisterschaft war zum Schluss Cray Blitz, der von den vier punktgleich an der Tabellenspitze liegenden Programmen die beste Buchholz-Wertung aufwies. Ein denkbar knapper, aber dennoch verdienter Sieg des alten und neuen Weltmeisters.

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