Saitek Modulare Serie

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Während Hegener + Glaser (Mephisto) seine modulare Serie bereits 1983 konzipierte und damit in der Bundesrepublik erfolgreich war, zog Saitek, deren Schachcomputer unter dem Markennamen KASPAROV angeboten wurden, erst 1986/1987 nach.

Im Gegensatz zu Mephisto, wo man auf drei unterschiedliche Schachbretter (Modular, Exclusive und München) zur Kombination mit Modulen zurückgreifen konnte, wurde zunächst mit dem Leonardo nur ein Schachbrett auf den Markt gebracht, welches 1988 durch den Galileo ersetzt und 1989 vom Renaissance ergänzt wurde. Die Konzeption ist allerdings grundlegend anders. Während die Mephisto Schachbretter nur leere, nicht spielfähige Gehäuse darstellen, die erst mit Modulen zu funktionsfähigen Computern kombiniert werden, handelt es sich bei um vollwertige, bereits mit einem Grundprogramm ausgestattete Schachrechner.

Leonardo Galileo Renaissance
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Die Spielstärke dieses Grundprogramms ist im Bereich des Anfängers bis zum guten Hobbyspieler angesiedelt und reicht daher in der Regel für den nicht im Schachverein organisierten Spieler aus. Anders als Mephisto erkannte man (notgedrungen?) frühzeitig, dass man sich mit dem Streben nach absoluter Spielstärke eigentlich von der Masse der möglichen Käufer entfernt und schwächte die vorhandenen Programme durch zusätzliche Anfänger- oder Handicapstufen noch einmal ab, auf dass auch der mit dem königlichen Spiel Anfangende einmal ein Erfolgserlebnis erleben konnte. Wer also einen großen, formschönen, bedienungsfreundlichen und luxuriösen Schachcomputer sucht und keine besonders hohen Ansprüche an die Spielstärke stellt, ist mit Geräten aus dieser Reihe bestens bedient.

Mit Modulen können diese elektronischen Schachpartner aber auch auf ein beachtliches Niveau bis hin zu ELO 2000 (Brute Force Modul) aufgerüstet werden, so dass man mit dem Kauf nicht in eine Sackgasse mündet. Mit einem SPARC-Modul gar (neu allerdings nicht mehr erhältlich), lässt sich die Spielstärke auf ELO 2200 hochschrauben.

Die Wahl der Spielstufen ist bei den KASPAROV-Computern an die Felder gekoppelt, die mit den Tasten + und - sowie TAB (wie bei einer Schreibmaschine) angewählt werden können. So stellen z.B. die Felder der A-Linie die sog. Normalspielstufen mit unterschiedlicher, durchschnittlicher Bedenkzeit dar, während die Spielstufen von D1 bis D8 auf den Anfänger ausgerichtet sind. Nach Einsetzen des Moduls kann man zusätzlich die Stufen von E1 bis H8 anwählen und spielt dann mit dem Prozessor und dem Programm der Erweiterungseinheit. Man verfügt also im Prinzip über "zwei Motoren" in einer "Karosserie" und könnte durch permanenten Wechsel der Spielstufen auch das Grundprogramm gegen das Modul spielen lassen, welches in der Regel allerdings nicht sehr sinnvoll erscheint, aber den technischen Unterschied zur Mephisto-Reihe verdeutlichen mag.

Frühzeitig erkannte man bei Saitek bereits die Zeichen der Zeit und bot mit der sog. OSA (Offenen Systemarchitektur) auch die Anschlußmöglichkeit an Computer. Über eine Schnittstelle und ein Verbindungskabel konnte man mit Apple II, Commodore 64 und den stark aufkommenden Personalcomputern kommunizieren. Es fehlte allerdings zunächst die Softwareunterstützung, die erst im Laufe der Jahre von Anwendern realisiert wurde (InCheck).


Übersicht der Module für die "Modulare Serie" von Saitek