Fidelity Sensory Chess Challenger 8
| Fidelity Sensory Chess Challenger 8 | ||
|---|---|---|
| Hersteller | Fidelity | |
| Markteinführung | 1980 | |
| CElo | 1164 | |
| Programmierer | Nelson, Ron | |
| Prozessor | Z80 | |
| Prozessortyp | 8 Bit | |
| Takt | 4 MHz | |
| RAM | 0,5 KB | |
| ROM | 4 KB | |
| Bibliothek | 67 Positionen | |
| Einführungspreis | ~250€ | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | ||
| Colditz | ||
| Verwandt | Fidelity The Gambit, Fidelity Chess Challenger 7 | |
| Zugeingabe | Drucksensoren | |
| Zugausgabe | 64 Feld LEDs | |
| Display | ||
| Stromversorgung | ||
| Spielstufen | 8 | |
| Maße | 27 x 29 x 6,5 cm; Spielfeld = 20 x 20 cm | |
| Sonstiges | ||
| Der Nachfolger des CC 7 war der erste Fidelity mit Sensor-Brett. Das Programm ähnelt stark dem Vorgänger und die Eröffnungen wurden nur leicht modifiziert. | ||
Der Fidelity Sensory Chess Challenger 8 (kurz: Sensory 8, Modellbezeichnung SCC) war ein Schachcomputer des US-Herstellers Fidelity und kam 1980 auf den Markt. Er gehörte zu den frühen Brettgeräten mit druckempfindlichen Sensorfeldern und richtete sich durch seine besonders einfache Bedienung auch an Einsteiger, die keine Notation verwenden wollten.
Historische Einordnung
Ende der 1970er Jahre wurden viele Schachcomputer noch über Tastaturen bzw. Koordinateneingaben bedient. Der Sensory 8 zählt zu den frühen Geräten, die diesen Ablauf durch ein sensorisches Schachbrett vereinfachten: Züge wurden direkt am Brett eingegeben und der Computer zeigte Start- und Zielfeld über Feld-LEDs an. Dieses Bedienkonzept galt als wichtiger Schritt hin zu alltagstauglichen Brettschachcomputern und wurde in den folgenden Jahren branchenweit zum Standard.
Im Fidelity-Programm folgte der Sensory 8 auf den Fidelity Chess Challenger 7. Das Programm ähnelte dem Vorgänger stark, die Eröffnungen wurden laut späteren Zusammenstellungen nur leicht verändert, eine Programmvariante wurde später nochmals im Fidelity Poppy verwendet.
Bedienung und Sensorbrett
Zugeingabe über Drucksensoren
Der Sensory 8 nutzte ein druckempfindliches Sensorbrett, bei dem die Zugeingabe durch Drücken auf das Ausgangs- und anschließend auf das Zielfeld erfolgte („FROM/TO“-Prinzip). Das Handbuch beschreibt ausdrücklich, dass die Figur zum Registrieren des Zuges jeweils auf den Feldern gedrückt werden muss.[1]
Die Zugausgabe erfolgte über 64 Feld-LEDs: Der Computer markierte die zu ziehende Figur bzw. das Ausgangsfeld und anschließend das Zielfeld.
Seitenwahl, Seitenwechsel und Selbstspiel
Mehrere Spielmodi standen zur Wahl, darunter:
- Computer spielt Weiß oder Schwarz (Seitenwahl über die Aufstellung/Signalisierung am Brett),[1]
- Seitenwechsel während der Partie (zum Rollenwechsel und zur Analyse),
- Selbstspiel (Computer spielt beide Seiten; sinngemäß durch wiederholten Seitenwechsel/Steuerung während der Partie).[2]
Stellungsfunktionen
Zu den beworbenen bzw. dokumentierten Komfortfunktionen gehörten u.a.:
- Positionskontrolle (Position verification) und
- ein Problem-/Setup-Modus (zum Einrichten und Verändern von Stellungen bzw. Aufgaben).[3]
Spielstufen und Bedenkzeiten
Der Sensory 8 bot acht Level, die im Handbuch mit durchschnittlichen Antwortzeiten angegeben werden. Diese Stufen reichten von sehr schnellen Einsteigerstufen bis zu deutlich längeren Rechenzeiten (u.a. „Postal Chess“).[1]
| Level | Bezeichnung (Handbuch) | Durchschnittliche Antwortzeit |
|---|---|---|
| H1 | Beginner | 5 Sekunden |
| H2 | Intermediate | 15 Sekunden |
| H3 | Experienced | 1 Minute 20 Sekunden |
| H4 | Advanced | 2 Minuten 10 Sekunden |
| H5 | Expert & Mate in Two (2-move puzzles) | 20 Minuten |
| H6 | Postal Chess | 24 Stunden |
| H7 | Excellent | 6 Minuten |
| H8 | Tournament | 3 Minuten |
Eröffnungsbibliothek
Nachfolgend die kleine Eröffnungsbibliothek des Sensory 8:
- 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Lc5 4. c3 Sf6 5. d4 exd4 6. cxd4 Lb4+
- 1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6
- 1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 g6 6. Le2 Lg7
- 1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5
- 1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Le7 5. e5 Sfd7
- 1. e4 e6 2. d4 d5 3. Sc3 Sf6 4. e5 Sfd7
- 1. d4 d5 2. c4 e6 3. Sc3 Sf6 4. Lg5 Le7
- 1. d4 d5 2. c4 c6 3. Sc3
Stromversorgung
Der Sensory 8 konnte sowohl mit Batterien als auch über Netzbetrieb betrieben werden. Die durchschnittliche Batterielaufzeit wurde mit ungefähr acht Stunden (je nach Batterietyp/-alter) angegeben.[1]
Produktion und Marktstart
Ein internes Dokument von Fidelity, das für den Handel bestimmt war und den Titel „Product Schedule 1980“ trug, zeigte eine Produktions- und Einführungsplanung für den Sensory Chess Challenger 8 für Juli 1980, zu einem Preis von 80 US-Dollar. [4]
Bedeutung
Der Sensory 8 wird als wichtiger Fidelity-Schritt vom klassischen „Tasten-Schachcomputer“ hin zum komfortablen Brettgerät eingeordnet. Seine Stärke lag weniger in maximaler Spielleistung als in der Bedienbarkeit. Die direkte Zugeingabe am Brett, die Feld-LED-Ausgabe und die relativ einfache Stellungsverwaltung machten das Gerät insbesondere für Gelegenheits- und Lernspieler attraktiv.
Varianten und Identifikation
Der Fidelity Sensory Chess Challenger 8 wurde unter der Modellbezeichnung SCC (Sensory Chess Challenger) vertrieben. Äußerlich sind die Geräte relativ einheitlich gestaltet: ein Holzdekor-Gehäuse mit eingelassenem Sensorbrett und umlaufender LED-Anzeige.
Typische Merkmale
- Drucksensitives Sensorbrett ohne Magneterkennung
- 64 einzelne Feld-LEDs zur Zuganzeige
- Separate Funktionssektion mit Bedientasten für Levelwahl und Sonderfunktionen
- Betrieb wahlweise mit Batterien oder Netzteil
Bekannte Eigenheiten
Wie viele frühe Sensorbretter reagierte auch der Sensory 8 empfindlich auf:
- Verschmutzte oder gealterte Kontaktmatten
- Zu leichtes Antippen statt klares Herunterdrücken der Felder
- Kontaktprobleme bei sehr intensiver Nutzung
Diese Effekte äußern sich typischerweise in nicht erkannten oder „doppelten“ Eingaben. In der Sammlerszene gelten gut erhaltene, zuverlässig reagierende Bretter daher als besonders wertvoll.
Vergleich innerhalb der Challenger-Reihe
Gegenüber dem Challenger 7
Im Vergleich zum Fidelity Chess Challenger 7 bot der Sensory 8:
- deutlich komfortablere Zugeingabe über das Brett
- eine zusätzliche Spielstufe (2:10 min)
- leicht überarbeitete Eröffnungsparameter
Die eigentliche Programmarchitektur blieb jedoch eng verwandt, sodass die Spielstärke nur moderat zunahm.
Gegenüber dem Fidelity Chess Challenger Voice
Der Fidelity Chess Challenger Voice war technisch aufwendiger und:
- bot Sprachausgabe
- erreichte eine etwas höhere Spielstärke
- war im Marktsegment höher positioniert
Der Sensory 8 stellte somit einen Mittelweg dar: moderne Brettbedienung ohne die Mehrkosten der Sprachsynthese.
Sammler- und heutige Bedeutung
Unter Sammlern gilt der Sensory 8 als:
- einer der frühen, erschwinglichen Sensorbrett-Computer
- typischer Vertreter der Übergangsphase von Tasten- zu Brettgeräten
- historisch wichtig für die Verbreitung des „Sensory Board“-Prinzips
Gut erhaltene Exemplare mit vollständig funktionierendem Sensorbrett und Originalfiguren sind heute gefragte Sammlerstücke, da viele Geräte unter Kontaktalterung leiden.
Weblinks
- 07-1980 O-0001 Fidelity - Sensory Chess Challenger 8 aus der Datenbank von Hein Veldhuis
- Hein Veldhuis (Datenbank): Dokumente/Scans zur Fidelity-Reihe (u. a. Product Schedule 1980)[4]
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Fidelity Electronics: Owner’s Manual – Model SCC Sensory Chess Challenger “8” (Eight Levels of Play). Scan (PDF), S. 2 [1]
- ↑ Fidelity Electronics: Owner’s Manual – Model SCC Sensory Chess Challenger “8”. Scan (PDF), S. 4 [2]
- ↑ Fidelity Electronics: Owner’s Manual – Model SCC Sensory Chess Challenger “8”. Scan (PDF), S. 3 [3]
- ↑ 4,0 4,1 Hein Veldhuis (Datenbank/Scan): PRODUCT SCHEDULE 1980 … Availability: July 1980 … Price: $80.00 (PDF, 01-1980 [C-6251]) [4]
