Boris Master: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Boris Master gilt als der erste netzunabhängige Schachcomputer weltweit, eine Akkuladung reichte für etwa sieben Stunden Spielbetrieb. Außerdem war er der erste Schachcomputer mit einer echten Speicherfunktion für Spielstellungen. Vermarktet wurde das Gerät über den Distributor '''Chafitz''', in Deutschland unter anderem über '''Sandy Electronic'''. | |||
== Entwicklung == | |||
Der ''Boris Master'' entstand als direkte Weiterentwicklung des Schachcomputers ''Boris''. Wie bei seinem Vorgänger wurde das Schachprogramm von '''David Lindsay''' entwickelt, dessen Softwarearchitektur als solide Grundlage für die erweiterte Funktionalität diente. Das Gerät wurde 1979 vorgestellt und richtete sich an Nutzer, die bereits grundlegende Erfahrungen mit elektronischen Schachcomputern gesammelt hatten und Wert auf komfortablere Betriebsmöglichkeiten legten. | |||
== Technische Merkmale == | |||
Der Schachcomputer basierte auf einem 8-Bit-Mikroprozessor vom Typ Fairchild F8 (MK3850), der mit rund 1 MHz getaktet wurde. Bei ansonsten identischer Grundarchitektur gegenüber dem Originalmodell verfügte der ''Boris Master'' über einige zusätzliche Merkmale: | |||
* Einen integrierten wiederaufladbaren Akku | |||
* Eine Memory-Funktion zur Speicherung einer beliebigen Stellung | |||
* Standardfunktionen wie ein 8-stellige LED-Anzeige und ein Tastenfeld zur direkten Zugeingabe. | |||
Die Speicherausstattung blieb auf ca. 2,5 KB ROM und 256 Byte RAM, was typisch für Schachcomputer jener Zeit war. Die Zeiteinstellung war flexibel wählbar, von kurzer Denkdauer bis zu sehr langen Bedenkzeiten. | |||
== Funktionen und Bedienung == | |||
Der ''Boris Master'' verfügte analog zum Vorgänger über verschiedene Spielstufen, darunter sowohl feste Level als auch Zeitbegrenzungsmodi. Die Eingabe der Züge erfolgte über ein Tastenfeld, während die LED-Anzeige die Züge des Computers und Statusinformationen darstellte. Das Gerät konnte sowohl als Weiß als auch als Schwarz spielen und bot zusätzliche Komfortfunktionen wie Stellungsspeicherung. | |||
== Spielstärke und Bewertung == | |||
Mit einer geschätzten ELO-Stärke von etwa 1200 gehörte der ''Boris Master'' zu den soliden Schachcomputern seiner Zeit, die erfahrenen Hobbyspielern eine anspruchsvollere Partie boten als frühe Einstiegssysteme. Gegen sehr starke Gegner blieb die Herausforderung begrenzt, doch war das Gerät aufgrund seiner erweiterten Funktionen für viele Anwender attraktiv. | |||
== Bedeutung == | |||
Der ''Boris Master'' war besonders bemerkenswert, weil er neben dem klassischen Netzbetrieb erstmals einen Akku-Betrieb für Schachcomputer ermöglichte und mit einer Memory-Funktion zur Speicherung von Stellungen aufwartete. Diese Funktionen zeigten die frühe Entwicklung von Benutzerkomfort im Bereich dedizierter Schachcomputer. | |||
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Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 14:53 Uhr
Boris Master war ein 1979 von der US-Firma Applied Concepts, Inc. entwickelter Schachcomputer und stellte eine technisch erweiterte Version des Vorgängermodells Boris. Die wichtigste Neuerung war ein integrierter Akku, der einen mehrstündigen netzunabhängigen Betrieb ermöglichte. Zudem besaß das Gerät eine Memory-Funktion, die über den Ein-/Ausschalter realisiert wurde und das Speichern beliebiger Stellungen erlaubte; beim Vorgänger befand sich an dieser Stelle noch die Reset-Funktion. Das Schachprogramm selbst blieb unverändert.
Der Boris Master gilt als der erste netzunabhängige Schachcomputer weltweit, eine Akkuladung reichte für etwa sieben Stunden Spielbetrieb. Außerdem war er der erste Schachcomputer mit einer echten Speicherfunktion für Spielstellungen. Vermarktet wurde das Gerät über den Distributor Chafitz, in Deutschland unter anderem über Sandy Electronic.
Entwicklung
Der Boris Master entstand als direkte Weiterentwicklung des Schachcomputers Boris. Wie bei seinem Vorgänger wurde das Schachprogramm von David Lindsay entwickelt, dessen Softwarearchitektur als solide Grundlage für die erweiterte Funktionalität diente. Das Gerät wurde 1979 vorgestellt und richtete sich an Nutzer, die bereits grundlegende Erfahrungen mit elektronischen Schachcomputern gesammelt hatten und Wert auf komfortablere Betriebsmöglichkeiten legten.
Technische Merkmale
Der Schachcomputer basierte auf einem 8-Bit-Mikroprozessor vom Typ Fairchild F8 (MK3850), der mit rund 1 MHz getaktet wurde. Bei ansonsten identischer Grundarchitektur gegenüber dem Originalmodell verfügte der Boris Master über einige zusätzliche Merkmale:
- Einen integrierten wiederaufladbaren Akku
- Eine Memory-Funktion zur Speicherung einer beliebigen Stellung
- Standardfunktionen wie ein 8-stellige LED-Anzeige und ein Tastenfeld zur direkten Zugeingabe.
Die Speicherausstattung blieb auf ca. 2,5 KB ROM und 256 Byte RAM, was typisch für Schachcomputer jener Zeit war. Die Zeiteinstellung war flexibel wählbar, von kurzer Denkdauer bis zu sehr langen Bedenkzeiten.
Funktionen und Bedienung
Der Boris Master verfügte analog zum Vorgänger über verschiedene Spielstufen, darunter sowohl feste Level als auch Zeitbegrenzungsmodi. Die Eingabe der Züge erfolgte über ein Tastenfeld, während die LED-Anzeige die Züge des Computers und Statusinformationen darstellte. Das Gerät konnte sowohl als Weiß als auch als Schwarz spielen und bot zusätzliche Komfortfunktionen wie Stellungsspeicherung.
Spielstärke und Bewertung
Mit einer geschätzten ELO-Stärke von etwa 1200 gehörte der Boris Master zu den soliden Schachcomputern seiner Zeit, die erfahrenen Hobbyspielern eine anspruchsvollere Partie boten als frühe Einstiegssysteme. Gegen sehr starke Gegner blieb die Herausforderung begrenzt, doch war das Gerät aufgrund seiner erweiterten Funktionen für viele Anwender attraktiv.
Bedeutung
Der Boris Master war besonders bemerkenswert, weil er neben dem klassischen Netzbetrieb erstmals einen Akku-Betrieb für Schachcomputer ermöglichte und mit einer Memory-Funktion zur Speicherung von Stellungen aufwartete. Diese Funktionen zeigten die frühe Entwicklung von Benutzerkomfort im Bereich dedizierter Schachcomputer.
Siehe auch

Vordefinierte Spielstufen aus der Anleitung
Bedienung

Bilder
-
Weiße Figuren
-
Schwarze Figuren
-
Schachbrett
-
Geschlossenes Gehäuse
-
Mainboard
