Philips Videopac C 7010: Unterschied zwischen den Versionen
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Das '''Philips Videopac C 7010''' war eine Hardware-Erweiterung für die Spielkonsole '''Philips Videopac G7000''' (der zweiten Generation). Es wurde [[1981]] vorgestellt und [[1982]] auf den Markt gebracht. Das Modul galt als eines der ersten Beispiele für „Hardware-Boosting“, bei dem eine Konsole durch einen im Modul verbauten Zusatzprozessor massiv in ihrer Leistungsfähigkeit gesteigert wurde. | |||
=== Software und Programmierung === | |||
Das Herzstück des C7010 basierte auf dem Schachprogramm '''Gambiet 80'''. | |||
=== Der Programmierer Wim Rens === | |||
Die Software wurde von dem niederländischen Programmierer Willem „Wim“ J. Rens entwickelt. Rens hatte den Algorithmus ursprünglich in Z80-Assembler für den TRS-80-Heimcomputer geschrieben. Da das Unternehmen Microtrend nach einem starken Schachprogramm suchte, wurde Rens unter Vertrag genommen, um seinen Code für die Philips-Hardware zu portieren. | |||
=== Algorithmus und Erfolge === | |||
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=== Hardware-Architektur === | |||
Das C 7010 war kein gewöhnliches Steckmodul, sondern ein komplexes, zweiteiliges System: | |||
'''Das Steckmodul:''' Ein Teil, der in den Schacht der Konsole passte und die Verbindung zur Grafikausgabe herstellte. | |||
'''Die Recheneinheit:''' Ein größeres Zusatzgehäuse, das huckepack auf die Lüftungsgitter an der Rückseite der G7000-Konsole gesetzt wurde. | |||
=== Technische Spezifikationen === | |||
Die Wahl der Komponenten war durch die begrenzte Stromversorgung der Konsole vorgegeben: | |||
'''CPU:''' Als Hauptprozessor diente ein NSC800. Dabei handelte es sich um einen CMOS-Mikroprozessor von National Semiconductor, der mit dem Befehlssatz des Zilog Z80 kompatibel war, aber deutlich weniger Strom verbrauchte. Er war mit 4,43 MHz getaktet. | |||
'''Speicher:''' Das Modul verfügte über 2 KB RAM (Arbeitsspeicher) und 8 KB ROM, in dem das Schachprogramm gespeichert war. | |||
'''Terminal-Prinzip:''' Während das C 7010 die gesamte Spiellogik berechnete, fungierte die Videopac-Konsole lediglich als "dummes Terminal" für die Tastatureingabe und die Anzeige der Spielfiguren auf dem Fernseher. | |||
=== Historische Bedeutung === | |||
Das Philips Videopac C7010 war mit einem Verkaufspreis von etwa 300 fast so teuer wie die Konsole selbst. Es blieb ein Nischenprodukt für Enthusiasten, bewies aber schon Anfang der 1980er Jahre, dass Spielkonsolen durch modulare Hardware-Upgrades weit über ihre ursprünglichen technischen Grenzen hinauswachsen konnten. | |||
== Weblinks == | |||
* [https://hessburg.de/schach-dem-g7000/ Schach dem G7000!] von Hessi auf [https://hessburg.de hessburg.de] | |||
* [https://www.chessprogramming.org/Videopac_C_7010 Videopac C 7010] from [https://chessprogramming.org/ Chess Programming WIKI] | |||
* [https://www.schaakcomputers.nl/computerschaak/chessx1.php?item=2&merk=Philips Videopac C 7010 schaakmodule] auf [https://www.schaakcomputers.nl Schaakcomputers en computerschaak] | |||
[[Kategorie:Schachcomputer]] | [[Kategorie:Schachcomputer]] | ||
Version vom 16. Januar 2026, 12:32 Uhr
| Videopac C 7010 | ||
|---|---|---|
| Hersteller | Philips | |
| Markteinführung | 1982 | |
| CElo | ||
| Programmierer | Wim Rens | |
| Prozessor | NSC800, Z80 kompatibel | |
| Prozessortyp | 8 Bit | |
| Takt | 4.43 MHz | |
| RAM | 2 KB | |
| ROM | 8 KB | |
| Bibliothek | Halbzüge | |
| Einführungspreis | 300-400 DM | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | ||
| Colditz | ||
| Verwandt | ||
| Zugeingabe | Tastatur | |
| Zugausgabe | TV Bildschirm | |
| Display | ||
| Stromversorgung | Netzteil | |
| Spielstufen | 6 | |
| Maße | ||
| Sonstiges | ||
| Anschluss an TV Gerät oder PC über TV USB Stick. | ||
| Level Info | ||
| Bedenkzeit | Level | |
| 30 Sek. / Zug | ||
| 30 Min. / Partie | ||
| 60 Sek. / Zug | ||
| 60 Min. / Partie | ||
| Turnier | 1 | |
| Analyse | 6 | |
Das Philips Videopac C 7010 war eine Hardware-Erweiterung für die Spielkonsole Philips Videopac G7000 (der zweiten Generation). Es wurde 1981 vorgestellt und 1982 auf den Markt gebracht. Das Modul galt als eines der ersten Beispiele für „Hardware-Boosting“, bei dem eine Konsole durch einen im Modul verbauten Zusatzprozessor massiv in ihrer Leistungsfähigkeit gesteigert wurde.
Software und Programmierung
Das Herzstück des C7010 basierte auf dem Schachprogramm Gambiet 80.
Der Programmierer Wim Rens
Die Software wurde von dem niederländischen Programmierer Willem „Wim“ J. Rens entwickelt. Rens hatte den Algorithmus ursprünglich in Z80-Assembler für den TRS-80-Heimcomputer geschrieben. Da das Unternehmen Microtrend nach einem starken Schachprogramm suchte, wurde Rens unter Vertrag genommen, um seinen Code für die Philips-Hardware zu portieren.
Algorithmus und Erfolge
Gambiet 80: Das Programm nahm 1980 an der ersten Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft (WMCCC) in London teil und belegte dort sechsten Platz unter 14 Teilnehmern. Es konnte sich gegen namhafte Konkurrenten wie das damals berühmte Sargon behaupten.
Gambiet 82: Eine weiterentwickelte Version des Programms gewann 1982 die niederländische Meisterschaft für Schachcomputer.
Anpassung für Videopac: Da die Standard-Hardware des G7000 (Intel 8048 CPU mit nur 64 Byte RAM) völlig unzureichend für die Berechnung von Schachzügen war, implementierte Rens seinen Z80-Code direkt in die Hardware-Erweiterung des C 7010, um die CPU der Konsole zu umgehen.
Hardware-Architektur
Das C 7010 war kein gewöhnliches Steckmodul, sondern ein komplexes, zweiteiliges System:
Das Steckmodul: Ein Teil, der in den Schacht der Konsole passte und die Verbindung zur Grafikausgabe herstellte.
Die Recheneinheit: Ein größeres Zusatzgehäuse, das huckepack auf die Lüftungsgitter an der Rückseite der G7000-Konsole gesetzt wurde.
Technische Spezifikationen
Die Wahl der Komponenten war durch die begrenzte Stromversorgung der Konsole vorgegeben:
CPU: Als Hauptprozessor diente ein NSC800. Dabei handelte es sich um einen CMOS-Mikroprozessor von National Semiconductor, der mit dem Befehlssatz des Zilog Z80 kompatibel war, aber deutlich weniger Strom verbrauchte. Er war mit 4,43 MHz getaktet.
Speicher: Das Modul verfügte über 2 KB RAM (Arbeitsspeicher) und 8 KB ROM, in dem das Schachprogramm gespeichert war.
Terminal-Prinzip: Während das C 7010 die gesamte Spiellogik berechnete, fungierte die Videopac-Konsole lediglich als "dummes Terminal" für die Tastatureingabe und die Anzeige der Spielfiguren auf dem Fernseher.
Historische Bedeutung
Das Philips Videopac C7010 war mit einem Verkaufspreis von etwa 300 fast so teuer wie die Konsole selbst. Es blieb ein Nischenprodukt für Enthusiasten, bewies aber schon Anfang der 1980er Jahre, dass Spielkonsolen durch modulare Hardware-Upgrades weit über ihre ursprünglichen technischen Grenzen hinauswachsen konnten.