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Sargon 2.5

aus Schachcomputer.info Wiki, der freien Schachcomputer-Wissensdatenbank
(Weitergeleitet von Chafitz Sargon 2.5)
Sargon 2.5 (Modul)
Hersteller Chafitz / (Sandy Electronic Vertrieb Deutschland / France double R in Frankreich)
Markteinführung 1979
CElo 1371
Programmierer Spracklen, Dan & Spracklen, Kathe
Prozessor 6502
Prozessortyp 8 Bit
Takt 2 MHz
RAM 2 KB
ROM 8 KB
Bibliothek ca. 800 Halbzüge
Einführungspreis $149 / DM 998 (mit MGS)
Rechentiefe
BT-2450
BT-2630
Colditz
Verwandt Boris 2.5, Grand Master Series Sargon 2.5 Typ ARB
Zugeingabe Tastatur
Zugausgabe Alphanumerisches Display
Display 8 stellige alphanumerische Anzeige
Stromversorgung 9 Volt =
Spielstufen 7
Maße
Sonstiges
Level Info
Bedenkzeit Level
30 Sek. / Zug ~2 (20 - 40 Sek.)
30 Min. / Partie Keine Stufe für gesamte Partie!
60 Sek. / Zug ~3 (45 - 90 Sek.)
60 Min. / Partie Keine Stufe für gesamte Partie!
Turnier 4 (40 Züge in 2 Stunden)
Analyse ~6

Die Sargon 2.5-Version für das Modular Game System (MGS) erschien Ende 1979 als steckbares ROM-Modul der Firma Applied Concepts.

Das MGS-Multispielsystem wurde anfänglich mit dem Sargon 2.5-Modul ausgeliefert und stellte eines der ersten modular aufgebauten Heim-Schachsysteme dar.

Das Programm war technisch identisch mit dem unter dem Namen Boris 2.5 vertriebenen Modul.

Das Modular Game System (MGS)

Ende 1979 war das Modular Game System im Handel erhältlich, unter anderem über Sandy Electronic in Deutschland.

Das herausragende Merkmal bestand im austauschbaren Spielmodul. Dadurch war das System nicht nur als Schachcomputer nutzbar, sondern auch für:

  • Dame
  • Backgammon
  • Black Jack (17 + 4)
  • weitere strategische Spiele
  • zusätzliche Schachmodule

Dank des integrierten Spielstandspeichers konnte das Modul sogar während einer laufenden Partie gewechselt werden (z. B. Eröffnungs- oder Endspielmodule).

Technische Daten des MGS

  • Abmessungen: 23 × 23 × 5 cm
  • Gewicht: ca. 1,2 kg
  • Magnetisches Schachbrett
  • 20-Tasten-Tastatur
  • 8-stellige grüne LED-Anzeige
  • Figurenaufbewahrungsfach
  • Integrierter Spielstandspeicher
  • Akkubetrieb bis ca. 7 Stunden

Boris 2.5 und Sargon 2.5

Sargon 2.5 war der Name des Schachprogramms, das von Dan und Kathe Spracklen entwickelt wurde und zunächst im Modular Game System (MGS) von Chafitz vertrieben wurde.

Im Zuge der rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Chafitz und Applied Concepts um die Vertriebs- und Namensrechte am Modular Game System geriet auch die Vermarktung des Programms in Bewegung:

  • Chafitz verkaufte das Modul unter dem Namen Sargon 2.5 als Bestandteil des Modular Game System.
  • Im Zuge der Auseinandersetzungen übernahm Applied Concepts fortan den Vertrieb des Systems und bot dasselbe Programm unter dem Namen „Boris 2.5“ an, während der Code unverändert blieb.

Die unterschiedlichen Bezeichnungen resultierten aus den jeweiligen vertrieblichen und rechtlichen Rahmenbedingungen, die sich 1980/81 nach dem Streit zwischen Chafitz und Applied Concepts ergaben.

Im Ergebnis blieben Programmcode und Funktionalität von Sargon 2.5 bzw. Boris 2.5 gleich; lediglich die Bezeichnung variierte je nach herausgebender Firma und Vertriebsweg.

Diese unterschiedlichen Bezeichnungen spiegeln die vertrieblichen Auswirkungen des Rechtsstreits zwischen Chafitz und Applied Concepts um das MGS wider, wie er 1980 öffentlich diskutiert wurde.

Zeitliche Einordnung (1979–1981)

  • 1979 – Einführung des Modular Game System (MGS) durch Chafitz mit dem Programm Sargon 2.5.
  • Mai 1980Applied Concepts kündigt an, Marketing und Vertrieb eigener Produkte künftig selbst zu übernehmen; es kommt zum Rechtsstreit mit Chafitz.
  • 1980 – Das identische Programm erscheint zeitweise unter der Bezeichnung Boris 2.5, vertrieben durch Applied Concepts.
  • 1981 – Nach dem Rückzug von Chafitz wird das modulare System unter neuer Bezeichnung als Great Game Machine weitergeführt.

Rechtsstreit mit Applied Concepts und Folgen

Ende der 1970er Jahre arbeitete Chafitz Inc. eng mit dem Hersteller Applied Concepts zusammen. Applied Concepts entwickelte und fertigte die Hardware des modularen Systems, während Chafitz Marketing und Vertrieb übernahm. Das Modular Game System (MGS) wurde von Chafitz ab Anfang 1979 im Handel angeboten.

Im Mai 1980 kündigte Applied Concepts an, Marketing und Vertrieb der eigenen Produkte – einschließlich des MGS – künftig nicht mehr über Chafitz abzuwickeln, sondern unter eigene Kontrolle zu bringen. Chafitz reagierte darauf scharf; es kam zu einem Rechtsstreit über die Rechte am Modular Game System.

Im Zuge dieses Konflikts gerieten auch Lizenz- und Vergütungsfragen rund um das Schachprogramm Sargon 2.5 (Dan & Kathe Spracklen) unter Druck. Applied Concepts verweigerte zwischenzeitlich die ursprünglich vereinbarte Vergütung pro verkauftem Gerät; letztlich kam es zu einem Kompromiss mit reduzierten Zahlungen.[1]

Als Folge der Auseinandersetzung zog sich Chafitz aus dem Schachcomputermarkt zurück. Applied Concepts führte die modulare Produktlinie anschließend unter eigenem Namen weiter; das System erschien ab 1981 unter der Bezeichnung Great Game Machine (GGM), was als Konsequenz des vorangegangenen Rechtsstreits um die Rechte am Namen bzw. am Produkt „Modular Game System“ verstanden wird.

Die Spracklens erhielten aus dem defizitären Projekt kaum Tantiemen und wechselten Anfang der 1980er Jahre zu Fidelity Electronics, dem damals größten Konkurrenten.

Turniereinsatz 1980

Im September 1980 nahm Boris 2.5 an einem nordamerikanischen Computerschachturnier in San Jose (Kalifornien) teil.

Ergebnis:

  • 2. Platz (punktgleich mit Boris Experimental)
  • Sieger: Fidelity Champion Sensory Chess Challenger

Der ebenfalls zweitplatzierte Boris Experimental wurde 1981 als Morphy Edition master chess weiterentwickelt.

Damit bildet Sargon/Boris 2.5 die direkte Grundlage für Morphy.

Spielstufen

Sargon 2.5 verfügte über sieben klar unterscheidbare Spielstufen:

Stufe Charakteristik
0 Anfänger-/Blitzstufe, findet jedes Matt in 1
1 Einschaltstufe (ca. 1000 USCF)
2 20–40 Sekunden pro Zug
3 45–90 Sekunden pro Zug, löst Matt in 2
4 Hauptturnierstufe
5 20–40 Minuten pro Zug, löst Matt in 3
6 2–4 Stunden pro Zug (Fernschach/Postschach)

Best-Funktion

Durch Betätigung der „Best“-Taste konnte der eingebaute Zufallsgenerator deaktiviert werden. Das Programm spielte dann stets den intern höchstbewerteten Zug.

Funktionen und Besonderheiten

Anzeige- und Kontrollfunktionen

  • Opto-elektronische Anzeige kompletter Brettreihen mittels „RANK“-Taste
  • Anzeige der aktuell berechneten Hauptvariante während des Denkens
  • Anzeige des ausgeführten Zuges mit akustischem Signal
  • Eingebauter Zugzähler
  • Integrierte Schachuhr zur Registrierung von vier verschiedenen Zeiten (Einzel- und Gesamtzeit für beide Seiten)

Spieltechnische Funktionen

  • Denken in der gegnerischen Zeit
  • Zugvorschlagsfunktion („Hint“)
  • Unterbrechung der Denkzeit mittels „Halt“-Taste
  • Rücknahme von bis zu sechs Einzelzügen (drei Zugpaare)
  • Erkennung von Pattsituationen
  • Seitenwechsel während der Partie
  • Selbstspielmodus

Kommentarfunktion

Charakteristisch war die Anzeige 70 humorvoller Kommentare auf dem LCD-Display, z. B.:

  • „I expected that“
  • „Are you rated?“
  • „Ready to resign?“
  • „Want a draw?“
  • „Usually I play better“

Kommentarübersicht

Tabelle ausklappen
Englisch Deutsch
AAIGH... Aaach...
AH, RUTHLESS... Ooh, grausam
ALL PLAYED OUT?... Alle Möglichkeiten ausgeschöpft?
A NICE TOUCH... Ein starker Zug
ARE THERE LADIES PRESENT?... Sind Damen anwesend?
ARE YOU ANOTHER COMPUTER?... Sind Sie auch ein Computer?
ARE YOU RATED?... Haben Sie Führungspunkte?
AT LAST... Na endlich
AWFUL... Schrecklich
BOOK MOVE... Ein Zug aus dem Theoriebuch
BUT, IS IT SOUND?... Ist das fundiert?
BUT, OF COURSE... Aber natürlich
CHECKMATE... Schachmatt
CONGRATULATIONS... Gratuliere!
DAZZLING... Blendend
DISREGARD PREVIOUS COMMENT... Ignorieren Sie den vorherigen Kommentar
DO I HAVE A CHANCE?... Habe ich eine Chance?
DON'T GET NERVOUS... Nur nicht nervös werden
DO YOU HAUE A PLAN?... Haben Sie einen Plan?
ELEMENTARY... Elementar
GIVE ME MORE TIME... Geben Sie mir mehr Zeit
GOOD, BUT NOT GREAT... Gut, aber nicht großartig
HAVE YOU PLAYED BEFORE?... Haben Sie je Schach gespielt?
HURRAY... Hurra
ILLEGAL MOVE... Irregulärer Zug
I EXPECTED THAT... Das habe ich erwartet
I MISSED THAT... Das habe ich verpaßt
I MUST REMEMBER TRAT... Das muß ich mir merken
I NEED HELP... Ich benötige Hilfe
I SHOULD HAVE SEEN THAT... Das hätte ich sehen müssen
IS THIS A TRAP?... Ist das eine Falle?
IS THAT ALL?... Ist das alles?
I WOULDN'T UAVE DONE THAT... Das hätte ich nicht getan
LET'S ADJOURN NOW... Wir sollten die Partie jetzt vertagen
MATE IN ONE... Matt in einem Zug
MATE IN TWO... Matt in zwei Zügen
MATE IN THREE... Matt in drei Zügen
MATE IN FOUR... Matt in vier Zügen
MAYBE SO... Vielleicht so
MAY I CHEAT?... Darf ich mogeln?
MATERIALIST... Materialist
MY TURN AGAIN... Bin ich wieder dran?
NOW FOR THE KILL... Jetzt zum Totschlag
NOW THE DEFENSE CRUMBLES... Jetzt fällt die Verteidigung zusammen
NOW THE OUTCOME IS OBVIOUS... Jetzt ist das Ergebnis klar
OH, YOU'RE STILL THERE?... Oh, Sie sind auch noch da?
READY FOR THIS?... Bereit für das?
READY TO RESIGN?... Bereit zum Aufgeben?
REALLY?... Wirklich?
SARGON AWAITS YOUR MOVE... Sargon wartet auf ihren Zug
SHOULD WE SWITCH SIDES?... Wollen wir die Seiten wechseln?
SO MUCH FOR THAT... Soviel für das
SPOT ME A QUEEN... Eine Dame, bitte
STALEMATE... Patt
SUCH BRILLIANCE... Glänzend
SUITING MY PLAN... Das paßt in meinen Plan
THAT MOVE WORKED BEFORE... Der Zug wirkte schon zuvor
THERE IS ALWAYS HOPE... Es gibt immer noch Hoffnung
T00 BAD... Zu dumm
T00 MUCH... Das ist zuviel
UNLEASHING THE ATTACK... Voll auf Angriff
USUALLY I PLAY BETTER... Gewöhnlich spiele ich besser
VERY INTERESTING... Sehr interessant
VERY TRICKY... Sehr trickreich
WHAT CAN I SAY?... Was kann ich sagen?
WHERE DID I GO WRONG?... Wo habe ich bloß den Fehler gemacht?
WHY DID YOU DO THAT?... Warum haben Sie das getan?
WHOOPS... Hoppla
YOU'VE BEEN PRACTICING... Sie haben geübt
YOU WIN, BUT YOU HAD TO USE THE "BACKSPACE" KEY... Sie gewinnen zwar, aber Sie mußten die „RESTORE“-Taste benützen

Diese Nachrichten traten häufiger auf niedrigeren Stufen auf und waren ein Markenzeichen der Boris/Sargon-Serie.

Durch die damalige überragende Spielstärke, den hohen Bedienungskomfort und die teilweise einzigartigen Eigenschaften war das MGS-Multispielsystem vor allem bei der Prominenz beliebt. Einer der bekanntesten Besitzer war der Bestseller-Autor Ephraim Kishon.

Eröffnungsbibliothek

Das ROM enthielt eine vorprogrammierte Eröffnungsbibliothek mit etwa 50 Varianten.

Die Varianten waren jedoch meist flach implementiert und reichten in der Regel nicht über drei Züge pro Seite hinaus.

Bekannte Systeme:

Mit Weiß:

  • 1.e4
  • 1.d4
  • 1.c4
  • 1.Sf3
  • 1.f4

Mit Schwarz gegen 1.e4:

  • 1...e5
  • Sizilianisch
  • Französisch
  • Aljechin
  • Pirc

Gegen 1.d4:

  • Nimzoindisch
  • Königsindisch
  • Grünfeld
  • Damengambit

Spielcharakteristik

Stärken

  • Sehr starke Kurz-Taktik
  • Gute Materialverwertung
  • Solides Endspielspiel
  • Effiziente Zeitverwaltung
  • Turnierfähige Spielstärke für 1979/80

Schwächen

  • Sehr begrenztes Eröffnungsbuch
  • Teilweise positionelle Schwächen
  • Probleme bei Stellungswiederholungen
  • Wiederholte identische Verlustpartien möglich

Bedeutung in der 8-Bit-Ära

Sargon 2.5 gilt als:

  • erstes wirklich turnierfähiges Mikrocomputer-Schachprogramm
  • Meilenstein der 8-Bit-Optimierung
  • Wendepunkt im Leistungsvergleich mit Fidelity
  • direkte Grundlage für die Morphy-Generation

Es war das Kernprogramm des frühen MGS-Systems und markiert den Übergang von der Boris- zur Morphy-Generation.

Prospekte

Die Wegbereiter

Antiquitäten aus guter alter Zeit
(Auszug aus Computerschach und Spiele / Heft 4 / 1987 von Bernd Schneider)

Sargon 2.5 war das erste Mikrocomputerprogramm, dass eine achtbare Spielstärke aufwies. Tatsächlich habe ich einige Durchschnittsspieler gesehen, die von diesem Gerät glatt überrollt wurden - auch wenn seine Elo-Einschätzung günstigstenfalls bei 1500 liegen dürfte. Aber damit war dieses Gerät doch bereits den allermeisten Nicht-Clubspielern zumindest ebenbürtig.

Erstes Luxusgerät

Das Programm stammte von den Spracklens, die später die Gehirne der Fidelity-Maschinen schufen. Das MGS wurde von der Firma Applied Concepts produziert, die wiederum mit einer Gesellschaft namens „Chafitz" kollaborierte. Neben der Ausführung als Drucktastengerät existiert auch noch das sehr schöne Holzgerät von Chafitz, das als „ARB" (für „Automatic Response Board") verdienterweise in die Schachcomputer-Annalen als erstes Luxusgerät einging.

Als Nachfahre des ehrwürdigen Ur-Boris verfügte natürlich auch Sargon 2.5 über jene drolligen Kommentare, mit denen der menschliche Gegner bei Laune gehalten wurde. Während einer Partie gegen einen Computer des Jahres 1986 beschimpfte er denselben als „Materialist", wunderte sich „Are you still there?" und fand alles „too bad", womit er recht hatte, wurde er doch vom Gegner ganz schön auseinandergenommen. Es lohnt sich dennoch, die Partie (siehe Kasten) nachzuspielen, weil sie einerseits ein Gefühl dafür gibt, welche positionelle Fortschritte seit anno dunnemals (1981) in der Programmierkunst gemacht worden sind, und weil man andererseits auch die Leistung von Sargon würdigen sollte, denn er spielt so schlecht durchaus nicht - wäre die unselige lange Rochade nicht gewesen, hätte er sicher länger überlebt.

Sinnvolle Kommentare?

Im Gegensatz zu Boris und MK I pflegte Sargon 2.5 seine Spielzeit nach Gutdünken einzuteilen und nicht starr nach der Zeitvorgabe „n Sekunden pro Zug" zu rechnen. Die stärkste Spielstufe wurde mit „über 1800 Elo-Punkten" angegeben, was in der Tat „angegeben" war. Sämtliche Spezialzüge waren ihm bekannt, er besaß eine kleine Eröffnungsbibliothek (ca. 50 Varianten) und einen Zufallsgenerator - einen solchen hatten auch die späteren Varianten des MK 1. Bis zu sechs Halbzüge konnte man zurücknehmen, wurde jedoch, wenn man später die Partie gewann, mit der hämischen Bemerkung dafür gestraft: „Sie haben gewonnen, aber Sie mussten Züge zurücknehmen". Ein Computer vergisst nie. Es wurde oft behauptet, im Gegensatz zu Boris gebe Sargon 2.5 seine Kommentare irgendwie „sinnvoll", d.h. auf die Spielsituation bezogen. Doch daran muss massiv gezweifelt werden.

Sargon 2.5 konnte mit Schwarz oder Weiß spielen (wie auch schon Boris - hier irrte ich in CSS 4/86), er machte Zugvorschläge und man konnte selbst während seiner Denkphase die Stellung im Display in Symbolen abrufen. Diese zischten nicht, wie bei Boris, wildumher auf der Suche nach dem besten Zug. Der jeweils für den besten gehaltene erschien dafür alphanumerisch blinkend im Display.

Das MGS hatte einen Spielstandspeicher und als besonderen Luxus gab es eine integrierte Vier-Zeiten-Schachuhr. Auch die Kunst des Permanent Brain beherrschte Sargon, meines Wissens als erstes Mikrocomputerprogramm überhaupt. Und noch eines: Dieser Apparat war verteufelt hübsch, viel eleganter als das 1986er Gerät, gegen das er verlor.

Wunderkind gegen Schachcomputer

Nigel Short 1981 - CSS Heft 4/87

1981 spielte der vierzehnjährige Nigel Short, heute Supergroßmeister und Weltmeisterschaftskandidat, zwei Blindpartien gegen Sargon 2.5 - derweilen zwei junge Damen versuchten, ihm den Flohwalzer auf dem Klavier beizubringen. Zwischen viel Gelächter und musikalischen Dissonanzen wurden die Züge per Zuruf ausgetauscht. Hier die historischen Partien:

Bemerkenswert in der ersten Partie das Manöver nach dem 12. Zug. Ohne sich einen Augenblick lang vom Klavierspiel ablenken zu lassen, mobilisiert Nigel seinen Springer b1 und bringt ihn für den Schlussangriff in vier Zügen nach h7. Bemerkenswert auch, dass er inzwischen wohl die Partien, nicht aber die Klavierstücke vergessen hat.

Weblinks

  1. Chess Programming Wiki: Artikel „Chafitz“ und „Modular Game System“, www.chessprogramming.org.
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