Excalibur Electronic Glass Chess
| Excalibur Electronic Glass Chess | ||
|---|---|---|
| Hersteller | Excalibur | |
| Markteinführung | 1997 | |
| CElo | ca. 1400 (realistische Einordnung) | |
| Programmierer | Kaare Danielsen | |
| Prozessor | Motorola SC551010P | |
| Prozessortyp | 8 Bit | |
| Takt | 2 MHz | |
| RAM | 256 Byte | |
| ROM | 4 KB | |
| Bibliothek | 20 Eröffnungspositionen | |
| Einführungspreis | $129.99 | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | ||
| Colditz | ||
| Verwandt | Lexibook 425 XLight, Yeno 540 XT (Programm-/Gerätefamilie), diverse Klone/Varianten | |
| Zugeingabe | Drucksensoren (druckempfindliche Felder) | |
| Zugausgabe | 64 LEDs (Feld-/Zuganzeige) | |
| Display | --- | |
| Stromversorgung | 4× AA (LR6) oder Netzteil 9 V / 300 mA (Pluspol innen) | |
| Spielstufen | 15, 4 Spielstile: normal, aggressiv, defensiv, zufällig | |
| Maße | ca. 26,5 × 4,6 cm | |
| Sonstiges | ||
| ||
Der Excalibur Electronic Glass Chess (Modell 775) war ein elektronisches Schachbrett des US-Herstellers Excalibur Electronics, das 1997 auf den Markt kam. Das Gerät kombinierte ein transparent gestaltetes Design mit einer vollständigen LED-Feldbeleuchtung und richtete sich primär an Einsteiger und Gelegenheitsspieler.
Technisch war der Glass Chess nahezu identisch mit dem Lexibook 425 XLight. Beide Geräte nutzten dieselbe 4-KB-Programmbasis von Kaare Danielsen sowie die Motorola-SC551010P-CPU mit 2 MHz Taktfrequenz. Unterschiede bestanden im Wesentlichen im Branding und in Details der Gehäusegestaltung.
Historischer Kontext
In den späten 1990er Jahren befand sich der Markt für dedizierte Schachcomputer bereits im Rückgang. Leistungsstarke PC-Programme hatten die technologische Führung übernommen. Hersteller wie Excalibur konzentrierten sich daher zunehmend auf dekorative und preisgünstige LED-Brettgeräte, die als Geschenkartikel oder Wohnzimmerobjekte dienten.
Der Glass Chess war ein typischer Vertreter dieser Phase: Die technische Ausstattung war bewusst minimal gehalten, während Design und Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund standen.
Technik
Das Gerät basierte auf einer kompakten 8-Bit-Architektur:
- Motorola SC551010P, 2 MHz
- 4 KB ROM
- 256 Byte RAM
- Drucksensorbrett
- 64 LED-Felder zur Anzeige von Zug und Zugweg
Besonders auffällig war die sogenannte Pfadanzeige: Bei längeren Zügen (z. B. Läufer oder Turm) wurden mehrere Felder nacheinander beleuchtet, wodurch der Bewegungsweg visuell hervorgehoben wurde.
Spielstufen
Der Glass Chess verfügte über 64 Spielstufen. Diese ergaben sich aus 16 Zeitmodi, die jeweils mit vier Spielstilen kombiniert wurden:
- Normal
- Aggressiv
- Defensiv
- Zufällig
Die Stilwahl veränderte dabei primär Bewertungsgewichtungen, nicht die grundlegende Suchlogik.
Spielcharakteristik
Wie alle 4-KB-Programme dieser Generation zeigte der Glass Chess eine stark materialorientierte Spielweise. In offenen Stellungen agierte das Gerät taktisch aktiv, während strategisch komplexe oder geschlossene Positionen häufiger ungenau behandelt wurden.
Typische Merkmale waren:
- frühe Damenmanöver
- konsequente Vereinfachung bei Materialvorteil
- eingeschränkte Endspieltechnik
- relativ konstante Rechentiefe
Die reale Spielstärke lag im Bereich eines fortgeschrittenen Vereinsspielers, deutlich unter den vom Hersteller beworbenen USCF-Werten.
Einordnung innerhalb der Klonfamilie
Der Glass Chess gehörte zu einer größeren OEM-Familie von 4-KB-LED-Schachcomputern, die unter verschiedenen Markennamen vertrieben wurden. Neben dem Lexibook 425 XLight existierten weitere nahezu baugleiche Varianten für unterschiedliche Märkte.
Solche Mehrfachvermarktungen waren in den 1990er Jahren üblich. Hersteller kombinierten eine standardisierte Elektronikplattform mit abweichendem Gehäusedesign und Branding.
Bedeutung
Der Excalibur Glass Chess stellte keine technische Innovation dar. Seine Bedeutung lag vielmehr in der Verbindung von dekorativem Design und einfacher Zugänglichkeit. Er repräsentierte die späte Phase der LED-Brett-Schachcomputer, in der Ästhetik und Marktsegmentierung wichtiger waren als Leistungssteigerung.
