Mephisto Montreux - Garry Kasparov 1995 New York Edition

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Mephisto Montreux - Garry Kasparov 1995 New York Edition
Hersteller Saitek
Markteinführung 1995
CElo 2196
Programmierer Johan de Koning
Prozessor Takt RAM ROM
ARM6 14 MHz 128, 512 oder 2048 KB 256 KB
Rechentiefe BT-2450 BT-2630 Colditz
2200 - -
Bibliothek 380.000 Halbzüge
Display 2-zeiliges LC-Display
Spielstufen (fast) alle denkbaren
Zugeingabe Drucksensoren
Zugausgabe LC-Display (je 1 Zeile Punktmatrix und 7-Segment-LCD) und 16 Rand-LEDs
Einführungspreis 999 DM (500€) (?)
Prozessortyp 32 Bit
Stromversorgung Batterie = nicht möglich, Netz = HGN 5050, 5,6V / 1A (Plus innen)
Maße 41,7 x 28,2 x 3,5 cm; Spielfeld = 20,2 x 20,2 cm
Verwandt Saitek Risc 2500
Sonstiges
Engine The King 2.01, unterschiedliche Spielstile (solid, defensiv, normal, aktiv, offensiv) auswählbar



Infos

  • Diese Edition erschien "wohl" zum Wettkampf um die Weltmeisterschaft (Ausrichter PCA) zwischen Garry Kasparov gegen Viswanathan Anand




Montreux, das kleine Städtchen am Genfer See, war Namenspate des gleichnamigen Mephisto Computers. "Wenn du Seelenfrieden willst, komm nach Montreux", forderte Freddie Mercury einst die Welt auf. Warum nun aber ausgerechnet dieser Schachcomputer den Namen Montreux bekommen hat, wird wohl immer ein Geheimnis der Firma Hegener & Glaser (Saitek) bleiben, denn für den Seelenfrieden kann dieses Gerät nicht beitragen. Sein Trachten besteht viel mehr darin, genau diesen mit seinem aggressiven Spielstil zu malträtieren. Hinter dem schwarzen Plastikmantel verbirgt sich ein ARM6 32Bit RISC Prozessor, welcher mit 14 MHz angetrieben wird. Weiterhin finden sich 128KB RAM zur gedanklichen Unterstützung. Bedient wird das Gerät über 17 Tasten, die an der rechten Seite Platz finden. Die Figuren werden per Drucksensoren gesetzt bzw. durch die 16 Rand LEDs zum Setzen animiert. Vielleicht sind diese Faktoren u.a. dafür verantwortlich, dass der Montreux es nie zu einem echten Sammlertraum brachte. Das gesamte Äußere (Waschbrett-Design) ist als schlicht oder wenn man hämisch wäre, als billig zu bezeichnen. Hinzu kommt noch der Zeitpunkt der Erschaffung. Der Montreux stammt aus dem Jahre 1995. Eine Zeit, wie wir alle wissen, in der die heranstürmende PC Welle fast alle Schachcomputer wegspülte. Kurzum, der Montreux kam einfach zu spät, um noch ein paar letzte Lorbeeren zu erhaschen.

Als Programm dient der wohl mittlerweile sehr bekannte Schachmotor The King, von dem holländischen Programmierer Johan de Koning. Um welche Version es sich handelt, ist nicht genau zu sagen. Das EPROM ist in diesem Fall leider nicht besonders aussagekräftig, da es nur den Hinweis "Montreux V1.00 10-Dec-94" liefert. Somit kann der Montreux als kleiner Bruder des Tasc R30 bezeichnet werden. Sein Stil schwankt zwischen sehr aktiv und aggressiv, je nach eingestellter Spielart. Zu den positiven Eigenschaften zählen vor allem sein taktischer Spürsinn, was häufig zu eindrucksvollen langen Mattansagen führt, positionelles Verständnis und ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Geräten, sein gutes Endspiel. Besonders auffällige Schwächen weist das Gerät eigentlich nicht auf. Sein mangelnder Sinn zur Verteidigung ist seine kleine Schwachstelle. Drohungen, die der Montreux im Angriff sofort für sich zu nutzen weiß, übersieht er zum Teil in der Verteidigung.


Beispielpartie