Saitek RISC 2500

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Saitek Risc 2500
Hersteller Saitek Jahr: 1992
Elo 2242 Preis 998 DM (500 €)
Programmierer de Koning, Johan BT-2450 -
Prozessor ARM2 (VY86C010) BT-2630 2316 (offensiv)
Prozessortyp 32 Bit Risc Colditz
Takt 14 MHz (28 MHz Quarzoszillator) Rechentiefe 30 Halbzüge
RAM 128 KB erweiterbar auf 2048 KB Display 2-zeiliges LCD Display (je 1 Zeile Punktmatrix und 7-Segment-LCD)
ROM 128 KB Zugeingabe Drucksensoren
Bibliothek 100.000 ? / 38.000 lt. Saitek Prospekt Halbzüge Zugausgabe 2-zeiliges LCD Display (je 1 Zeile Punktmatrix und 7-Segment-LCD) + 16 Rand-LEDs
Spielstufen (fast) alle denkbaren, löst Matt in bis zu 15 Zügen
Maße 41,7 x 28,2 x 3,5 cm; Spielfeld = 20,2 x 20,2 cm
Stromversorgung   Batterie = nicht möglich, Netz = z. B. HGN 5050, 5,8V Gleichspannung bei 500 mA
Verwandt Mephisto Montreux
Sonstiges
unterschiedliche Spielstile auswählbar (normal, activ, offensiv, solide, defensive). Bekannte Programmversionen sind 1.02, 1.03 und 1.04, wobei zwischen Version 1.03 und 1.04 nur ein Zeitraum von einer Woche liegt, was auf ein kurzfristiges Bugfixing hindeutet. Infos zur Version sowie RAM/ROM Größe sind nach dem Einschalten im Startdisplay mit den den Cursortasten "links" und "rechts" abrufbar. Der RISC 2500 ist quasi baugleich zum später erschienenen Mephisto Montreux.



Level Infobox
30 Sek / Zug 30 Min / Partie 60 Sek / Zug 60 Min / Partie Turnier Analyse
frei einstellbar frei einstellbar frei einstellbar frei einstellbar frei einstellbar auswählbar
Risc2500.jpg


Infos
Johan de Koning gehört ohne Zweifel zu den besten Schachprogrammierern unserer Zeit. Eine Variante seines Erfolgsprogramms The King wurde von der Firma Saitek 1992 für den Risc 2500 erworben. Wobei mindestens drei Programmversionen (1.02, 1.03 und 1.04) existieren.

Dieser Schachcomputer gehört ohne Zweifel zu den taktisch stärksten Schachcomputern! Für die Höchstleistung sorgt ein 32 Bit Risc Prozessor mit 128 KB RAM. Die Hardware basiert auf der bewährten Technologie der Chessmachine der Firma Tasc. Der vorhandene Arbeitsspeicher (128 KB) kann auf 2 MB aufgerüstet werden. Allerdings ist der dadurch zu erzielende Spielstärkezuwachs gegenüber 512 KB marginal und konnte in der Praxis bisher nicht nachgewiesen werden. Beim Einschalten des Computers wird dabei das Spielprogramm vom langsamen EPROM in den schnellen Programmspeicher (RAM) geladen. Dadurch bleiben bei der Version mit 128 KB RAM nur rund 30 KB für Hash Tables übrig. Bei 512 KB sind es dagegen über 400 KB. Der dadurch erzielbare Spielstärke Zuwachs macht sich besonders in figurenarmen Endspielen bemerkbar. Die Spielstärke läßt sich eher durch die Optionen zur Einstellung des Spielstils beeinflussen. Das Design des Gerätes ist wie bei allen Geräten dieses Herstellers als gelungen zu bezeichnen, das flache Gehäuse hat die Abmessungen von 41 cm x 29cm x 4cm und ist mit Drucksensortechnik ausgestattet. Die Drucksensoren sprechen auf leichten Druck an, die Züge des Computers werden über 16 Randdioden angezeigt. Der Risc 2500 ist mit einem Display versehen, dessen Kontrast mit Hilfe eines Schiebeschalters den Helligkeitsverhältnissen angepaßt werden kann. Der Computer ist mehrsprachig, d. h. der Spieler kann zwischen verschiedenen Sprachen wählen. Der Risc 2500 kann seine Informationen in Deutsch, Englisch, Französisch und Holländisch weitergeben. Ähnlich wie beim Mephisto Polgar wird der Name der Eröffnung während der Partie angezeigt, auch Zugumstellungen erkennt der Computer. Sämtliche Funktionen des Computers lassen sich durch ein gut durchdachtes Menüsystem bedienen. Wichtige Funktionen lassen sich durch die Taste MENU jederzeit aufrufen oder verlassen Spielstufen sind reichlich vorhanden, der Spieler kann selbstverständlich auch seine eigenen Vorgaben benutzen. Leider verfügt der Rechner nicht über einen Partienspeicher, in dem Partien abgespeichert werden könnten. Lediglich die zuletzt gespielte Partie bleibt nach dem Ausschalten im Speicher erhalten. Für Abwechslung ist durch die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten gesorgt. So kann der Spieler zwischen fünf verschiedenen Spielstilen wählen: normal, offensiv, defensiv, aktiv oder solide. Wobei sich das Setup "Aktiv" zumindest auf Turnierstufe als die Stärkste erwiesen hat. Aber in verschiedenen Spielpositionen kann auch eine andere Einstellung zu besseren Resultaten verhelfen. Hier bietet nach wie vor ein breites Experimentierfeld für den Benutzer. Die Eröffnungsbibliothek läßt sich übrigens ebenfalls abschalten oder einschränken und ist in eine Zufalls- und Turnierbibliothek unterteilt. Mit Hilfe der Zufallsbibliothek spielt der Risc 2500 in der Eröffnung sehr abwechslungsreich, die Turnierbibliothek enthält vor allem Varianten, die speziell auf die Spielweise des Computers zugeschnitten sind. Selbstverständlich gestattet der Risc 2500 seinem Widerpart auch Einblick in sein "Gehirn". Sämtliche Informationen wie z. B. Stellungsbewertung, Suchtiefe, beste oder momentane Variante zeigt der Computer in seinem übersichtlichen Display an. Abgesehen von der hohen Spielstärke begeistert der Computer durch seinen unternehmenden Stil. Besonders in der Einstellung "offensiv" spielt der Risc 2500 auf Biegen und Brechen auf Gewinn. Langweiliges, zähes Hin- und Hergeschiebe wird der Spieler mit dieser Einstellung nicht erleben. Die große und breit angelegte Eröffnungsbibliothek sorgt immer wieder für Uberraschungen. Das Mittelspiel ist positionell sehr gut, taktisch gehört der Rechner zum Besten, was die Schachcomputerszenen zu bieten hat. Die Endspielführung bewegt sich auf sehr hohem Niveau und kann mit allen Spitzenprogrammen gut mithalten. Der Risc 2500 ist im Unterschied zu anderen Rechnern nicht einseitig auf den Erhalt von Material fixiert. Die Bereitwilligkeit, mit der das Programm immer wieder Materialopfer bringt, um positionelle Vorteile oder gar Angriff zu erlangen, kann begeistern.


Display mit RAM Anzeige
Originalnetzteil



Bilder - © Theodor Heinze


Beispielpartien (Aktivschach)