Mephisto Portorose 68020

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Mephisto Portorose 68020
Hersteller Mephisto Jahr: 1989
Elo 2146 Preis 4598 DM (2300 €)
Programmierer Richard Lang BT-2450 2003
Prozessor 68020 BT-2630
Prozessortyp 32 Bit Colditz
Takt 12 MHz Rechentiefe 31 Halbzüge
RAM 1024 KB Display 2 x 16-stellige Punktmatrix LCD Anzeige
ROM 128 KB Zugeingabe Magnetsensoren
Bibliothek ~ 10.000 Varianten mit ca. 80.000 Halbzüge Zugausgabe 64 Feld-LEDs
Spielstufen beliebig programmierbar
Maße Modulset
Stromversorgung   Netz = HGN 5004A
Verwandt Mephisto Portorose
Sonstiges


Infos

Ein Jahr war seit der Micro-WM im Spanischen Almeria vergangen und der neue Kampfesort hieß Portorose (im heutigen Slowenien). Hegener & Glaser (Mephisto) hatte wie auch die Jahre zuvor auf das gleiche Erfolgsduo Richard Lang / Ossi Weiner gesetzt - zurecht wie sich zeigte. Alles sollte, und gemessen an den hohen Erwartungen, wurde es auch besser. Der "Neue" trat vor allem mit einer "kommerziellen Hardware" an, die es in sich hatte: ein Motorola 68030 mit 36 MHz, 2 Megabyte für Hash Tables, zu erhalten für "günstige" 15.000 DM. Normalsterbliche durften a.) ihre Almeria`s zur Umrüstung nach München senden oder b.) sich mit den "günstigen" 68020 (32 Bit) + 68000 (16 Bit) Modulsets eindecken.

Da auf der WM kein kommerzieller Gegner auf weiter Flur zu finden war, bekam Mephisto diesen Titel kampflos. Doch halt - in der Softwaregruppe durfte der verwöhnte Seriensieger doch die Klingen kreuzen und zeigen welche Verbesserung er gegenüber seinem Vorgänger aufzuweisen hatte. Es wird niemanden überraschen wenn man sagt, dass der Spielstiel des Portorose nach wie vor als Positionell-ruhig zu charakterisieren ist. Die ohnehin schon umfassende Eröffnungsbibliothek wurde nochmals erweitert (von ca. 60.000 auf ca. 85.000 Halbzüge). Auch die Ausstattung wurde abgerundet (einige "Ungeschliffenheiten" des Menü-Systems wurden verbessert, darunter vor allem die Stellungseingabe), 3 wählbare Spielstile eingeführt (Risiko, Aktive (Grundeinstellung) und Solide). Die restlichen Änderungen betrafen vor allem das Schachprogramm. Der Spielstil ist etwas druckvoller, wobei man von einem wilden Angreifer in jeder Spielstileinstellung noch weit entfernt ist. Interessant ist, dass der Portorose teilweise schon echte strategische Ansätze zu zeigen scheint und auch positionell / taktisch nicht ungeschickt agiert. Sicher - es gab zu dieser Zeit bestimmt stärkere Taktiker (Fidelity) die aber leider in positioneller Hinsicht spürbar abfielen (wenn auch auf hohem Niveau). Es scheint vor allem das Gesamtpaket zu sein, was den Portorose damals zu einem für Computer wie Menschen schwer zu schlagenden Gegner machte. In Simultanveranstaltungen wurden die Skalps von Karpov + Hübner erbeutet, auf der offenen Computer WM an der auch Deep Thought teilnahm, wurde dieser prompt besiegt. Wen wundert es da noch, das auch eine Auswahl des damals frisch gebackenen Deutschen Meisters im Schnellschach mit 7,5 zu 4,5 Punkten deklassiert wurde? Nein - um so was zu erreichen, muss der Portorose schon ein wenig Schachspielen können.

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