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Conchess: Unterschied zwischen den Versionen

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| Firma = Conchess
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| Gründung = [[1982]]
| Auflösung = [[1990]]
| Sitz = München,<br>Deutschland
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'''Conchess''' bezeichnet eine Reihe modular aufgebauter Schachcomputer, die ab 1982 in Europa entwickelt und produziert wurden. Der Markenname setzt sich aus dem Firmennamen ''Consumenta'' (München) und dem englischen Wort ''Chess'' zusammen. Die Geräte basierten auf Schachprogrammen des schwedischen Ingenieurs und Programmierers [[Rathsman, Ulf|Ulf Rathsman]] und zählten in den frühen 1980er Jahren zu den stärksten kommerziell erhältlichen 8-Bit-Schachcomputern.
 
Conchess entstand in einer Übergangsphase des Computerschachs, in der sich leistungsfähige Mikrocomputer zunehmend von akademischen Großrechnern lösten und als eigenständige kommerzielle Produkte etablierten. Technisch zeichnete sich Conchess durch eine modulare Architektur, hochwertige Bretter mit Sensorsystemen sowie eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Spielstärke aus.
 
Obwohl Conchess internationale Turniererfolge feierte, darunter den Weltmeistertitel bei der [[4. WMCCC Glasgow 1984|Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft 1984]], war die Firmengeschichte von wirtschaftlichen Schwierigkeiten überschattet. Mehrere Insolvenzen beteiligter Unternehmen und gescheiterte Vertriebspartnerschaften verhinderten eine nachhaltige Markteinführung.  Heutzutage gelten Conchess-Geräte als interessante und sehr schöne Zeugnisse der frühen europäischen Schachcomputer-Ära und sind bei Sammlern durchaus begehrt.


===== Existenz: [[1982]] - [[1990]] =====
== Vorgeschichte ==
=== Princhess und Travemünde 1981 ===


Conchess war eine Marke für elektronische Schachcomputer, die von der deutschen Firma Consumenta (München) in den 1980er Jahren entwickelt und vertrieben wurde. Die Geräte gehörten zur frühen Generation dedizierter Schachcomputer und kombinierten modulare Hardware mit einem leistungsfähigen Schachprogramm der damaligen Zeit. Der Markenname "Conchess" setzt sich aus Consumenta (München) und Chess zusammen.
Die unmittelbare Vorgeschichte von Conchess ist eng mit dem Schachprogramm '''''Princhess''''' verbunden, das von Ulf Rathsman Ende der 1970er Jahre für Mikrocomputer entwickelt worden war. Das Programm zeichnete sich durch eine aggressive, taktisch geprägte Spielweise sowie eine für die damalige Hardware außergewöhnlich effiziente Nutzung der verfügbaren Ressourcen aus.


=== Geschichte ===
Den internationalen Durchbruch erzielte ''Princhess'' bei der '''[[2. WMCCC Travemünde 1981|World Microcomputer Chess Championship 1981]]''' in Travemünde, wo es den zweiten Platz belegte. Besonders bemerkenswert war dieses Ergebnis, da Princhess auf einem System mit lediglich 1 MHz Taktfrequenz lief, während konkurrierende Programme teilweise mit deutlich leistungsstärkerer Hardware (Siegerprogramm von [[Fidelity]] mit 5 MHz) antraten. Das Turnier machte Rathsman schlagartig in der internationalen Computerschachszene bekannt und belegte das kommerzielle Potenzial seines Programms.


Die Schachcomputer-Reihe Conchess wurde Anfang der 1980er Jahre von der Firma Consumenta (München) mit Sitz in München eingeführt. Die Inhaber von Consumenta (München), Peter-Ingolf Gericke und Klaus Heyne, wurden auf [[Rathsman, Ulf|Ulf Rathsman]] aufmerksam, nachdem sie den Erfolg seines neuen experimentellen Schachprogramms Namens Princhess 2.9 gesehen hatten. Dieses Programm hatte gerade den zweiten Platz bei der [[2. WMCCC Travemünde 1981|Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft 1981]] in Travemünde, Deutschland belegt.
== Unternehmens- und Produktionsgeschichte ==
=== Zusammenarbeit mit Consumenta (1981–1982) ===


Im Umfeld dieses Turniers kam es zu ersten Gesprächen zwischen Rathsman und '''Peter-Ingolf Gericke''', dem Geschäftsführer der '''Münchner Firma Consumenta Computer'''. Gericke, der zu diesem Zeitpunkt als Generalvertreter von [[Fidelity]] in Deutschland tätig war, erkannte die Möglichkeit, auf Basis von Princhess einen eigenständigen europäischen Schachcomputer zu entwickeln. Diese Begegnungen in Travemünde bildeten den Ausgangspunkt für das spätere Conchess-Projekt.
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Bild:Consumenta_Logo.png|Consumenta (München) Logo
Bild:Consumenta_Logo.png|Consumenta (München) Logo
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Consumenta (München) war auf diesem Markt nicht unbekannt, denn bis Anfang der 1980er Jahre hatte diese Firma den Vertrieb von Schachcomputern der Firma [[Fidelity|Fidelity Electronics]] übernommen. Ulf Rathsman, unterstützt von [[Enroth, Johan|Johan Enroth]], stimmte der Verwendung von Princhess zu und die Schachcomputermarke Conchess wurde 1982 eingeführt. Die Computer wurden von der Firma EES (später als Loproc GmbH), Deutschland entwickelt und bei Waltham Electronics, einer Fabrik für HiFi-Equipment in Dun Laoghaire, Irland gefertigt.
Im Herbst [[1981]] schlossen Rathsman und Gericke einen Vertrag über die Entwicklung eines eigenen europäischen Schachcomputers. Ziel war es, ein technisch hochwertiges und zugleich preislich konkurrenzfähiges Produkt zu schaffen. Die '''Hardwareentwicklung''' übernahm '''Christian Nitschke''' ('''EES, später Loproc'''), während die '''Platinen und Programmkassetten''' von der '''Siemens-Tochter CGK''' (Computer Gesellschaft Konstanz) gefertigt werden sollten. Als Produktionsstandort für die Seriengeräte wurde '''''Waltham Electronics in Dun Laoghaire, Irland''''', ausgewählt.


=== Insolvenz von Consumenta (München) ===
Consumenta plante von Beginn an eine groß angelegte Markteinführung und prognostizierte eine Stückzahl von bis zu 50.000 Geräten. Diese ambitionierten Erwartungen führten bereits in der frühen Phase zu einer umfangreichen Produktionsvorbereitung bei den beteiligten Unternehmen. Parallel dazu arbeitete Rathsman intensiv an der Anpassung seines Programms an die neue Hardwareplattform.
 
Nach dem Konkurs des Conchess-Herstellers Consumenta (München) 1983 hatte die schwedische Firma System Integrierung (Stockholm) die Belange von Programmautor Ulf Rathsman übernommen und ihn fest angestellt. Als Arbeitskollege bekam er den jungen [[Hjorth, Lars|Lars Hjorth]], den Conchess-Betreuer Johan Enroth schlicht "ein Genie" nannte. Entstanden war ein neues Conchess-Modul mit 32 KByte ROM und 4 KByte RAM.


'''[[Enroth, Johan|Johan Enroth]]''' spielte in der frühen Phase von Conchess eine wichtige unterstützende Rolle. Als langjähriger Förderer von Ulf Rathsman trug er wesentlich zur organisatorischen Koordination des Projekts bei und unterstützte die Entwicklung insbesondere in der Übergangsphase zwischen Softwareentwicklung und kommerziellem Produkt. Auch nach der Insolvenz von Consumenta war Enroth an der Aufrechterhaltung der Entwicklungsaktivitäten beteiligt.
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File:Ulf_Rathsman_und_Johan_Enroth_Restauriert_und_Koloriert.png|Die Entwickler des „in Schweden hergestellten” Schachcomputers Conchess, Ulf Rathsman und Johan Enroth.<br> Aus "''Tidskrift för Schack - 1982'' "<br>(restauriert und koloriert)
File:Ulf_Rathsman_und_Johan_Enroth_Restauriert_und_Koloriert.png|Die Entwickler des „in Schweden hergestellten” Schachcomputers Conchess, Ulf Rathsman und Johan Enroth.<br> Aus "''Tidskrift för Schack - 1982'' "<br>(restauriert und koloriert)
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Bereits 1982 kamen drei Conchess-Modelle auf den Markt: Escorter, Ambassador und Monarch. Sie unterschieden sich äußerlich durch Größe und Material, waren technisch jedoch identisch. Elegantes Design, unsichtbar verbaute Elektronik, Magnetsensoren und ein innovatives Modulsystem machten Conchess zu etwas Besonderem. Dieses System erlaubte nicht nur Programm-Updates, sondern theoretisch sogar den Einsatz mehrerer Prozessoren – für die damalige Zeit außergewöhnlich.
=== Insolvenz von Consumenta und Fortführung durch Waltham ===


Auch spielerisch überzeugte Conchess. Trotz eines vergleichsweise kleinen Eröffnungsbuchs bot das Programm fortschrittliche Funktionen wie vollständige Remis-Regeln, Mattsuche, Unterverwandlungen und Partierücknahme. In internen Vergleichen und frühen Elo-Listen rangierte Conchess zeitweise vor namhaften Konkurrenten wie Mephisto, Novag oder SciSys.
Bereits wenige Monate nach Vertragsabschluss geriet Consumenta in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Im Frühjahr [[1982]] meldete das Unternehmen Insolvenz an. Nach späteren Angaben von Peter-Ingolf Gericke waren unter anderem interne Unregelmäßigkeiten und Veruntreuung von Firmengeldern ursächlich für den Zusammenbruch.


Wirtschaftlich blieb der Erfolg jedoch aus. Die Produktionszahlen waren zu hoch angesetzt, die Verarbeitungsqualität nicht immer überzeugend, und 1983 wurde der Vertrieb eingestellt. Viele Kunden standen plötzlich mit defekten Geräten da, was sogar Verbraucherschützer auf den Plan rief.
Obwohl Consumenta Insolvenz anmelden musste, wurde das Conchess-Projekt nicht sofort eingestellt. Waltham Electronics übernahm die Produktion und den Vertrieb der Schachcomputer. Rathsman wurde von Waltham weiterbeschäftigt, um die Softwareentwicklung fortzusetzen und die Serienreife des Produkts zu gewährleisten.


=== Der Triumph von Glasgow (1984) ===
In dieser Phase gelang die Markteinführung der ersten Conchess-Geräte. Technisch konnten sie sich in Vergleichstests mit zeitgenössischen Schachcomputern behaupten und zählten zu den stärksten 8-Bit-Systemen ihrer Zeit. Dennoch blieb die wirtschaftliche Situation angespannt, da die ursprünglichen Vertriebsstrukturen von Consumenta weggefallen waren und neue Absatzkanäle erst aufgebaut werden mussten.


Unerwartet folgte [[1984]] ein Comeback. Mit verbesserten Modulen, deutlich höheren Taktfrequenzen und dem sogenannten Glasgow-Programm kehrte Conchess auf die Turnierbühne zurück. Das Jahr 1984 markiert zugleich den Zenit der Marke Conchess. Princhess, das auf einem Conchess-Computer lief, wurde [[4. WMCCC Glasgow 1984|1984 in Glasgow]] Weltmeister im Mikrocomputer-Schach, wo auch zwei weitere Conchess-Computer (Conchess X und Y) mit [[Hjorth, Lars|Lars Hjorth]] als Co-Autor antraten. Princess teilte sich mit [[Psion Chess]], [[Fidelity Elite A/S Glasgow|Fidelity]] und [[Mephisto  III-S Glasgow|Mephisto]] mit 5 Punkten aus 7 Partien den ersten Platz. Die Fachpresse lobte damals besonders die "menschliche" Spielweise des Programms von Ulf Rathsman.
=== Milton-Bradley-Episode und wirtschaftlicher Niedergang ===


=== Weitere Erfolge ===
Anfang [[1983]] zeichnete sich eine mögliche '''wirtschaftliche Stabilisierung''' ab, als der US-amerikanische Spielwarenkonzern '''[[Milton Bradley]]''' Interesse bekundete, die gesamte Conchess-Produktion für den nordamerikanischen Markt zu übernehmen. Entsprechende Verpackungen mit Milton-Bradley-Kennzeichnung wurden vorbereitet und sowohl Entwickler als auch Vertriebspartner verbanden mit diesem Schritt große Erwartungen.


Bei der [[5. WMCCC Amsterdam 1985|WMCCC 1985]] in Amsterdam traten Rathsmans neues Programm Plymate sowie Princhess auf speziellen Conchess-Computern an. Ihr respektabler zweiter Platz wurde jedoch durch den Erfolg von [[Lang, Richard|Richard Lang]] mit seinem alles überragenden Programm [[Mephisto Amsterdam]] etwas in den Schatten gestellt, was mehr oder weniger zum Ende der Conchess-Computerproduktion führte.  
Der geplante Großauftrag kam jedoch nicht zustande. Milton Bradley zog sich nach internen Tests zurück und begründete die Entscheidung unter anderem mit Qualitäts- und Transportproblemen der Geräte, insbesondere im Hinblick auf thermische Probleme und die mechanische Stabilität der Bretter. Die Stornierung dieses Geschäfts entzog Waltham Electronics die wirtschaftliche Grundlage.


Den Höhepunkt markierte 1985 der Conchess T8 mit 8 MHz, ein extrem starker Taktiker und heute ein begehrtes Sammlerstück.
Im August [[1983]] meldete schließlich auch '''Waltham Electronics Insolvenz''' an. Die Produktion der Conchess-Schachcomputer wurde eingestellt, vorhandene Lagerbestände wurden veräußert und das Projekt zerfiel in einzelne Restaktivitäten. Für Rathsman bedeutete dies das Ende der kontinuierlichen Beschäftigung im Rahmen von Conchess, auch wenn einzelne Programmvarianten und Module noch in kleinen Stückzahlen weiterverwendet oder vertrieben wurden.


Doch neue Konkurrenten, allen voran [[Lang, Richard|Richard Langs]] Mephisto-Programme, überholten Conchess endgültig. Ohne starken Hersteller im Rücken ebbten die Erfolge ab, letzte Programmvarianten erschienen nur noch in Kleinstauflagen. Nach insgesamt weniger als 10.000 produzierten Geräten verschwand Conchess endgültig vom Markt.
Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen und der letztlich gescheiterten Expansion in den US-Markt erreichte Conchess eine beachtliche Produktions- und Verkaufszahl. Von den ursprünglich '''geplanten 50.000 Geräten''' wurden nach Angaben von Ulf Rathsman insgesamt rund '''37.000 Conchess-Schachcomputer produziert und verkauft'''.


Trotz seines kurzen Bestehens bleibt Conchess ein faszinierendes Beispiel dafür, wie technischer Ehrgeiz, spielerische Stärke und wirtschaftliche Realität nicht immer zusammenfinden und ein fast vergessenes Kapitel der Schachcomputergeschichte.
=== Chronologie 1981–1984 ===


=== Produkte ===
Diese Chronologie bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Meilensteine in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Schachcomputer-Marke '''Conchess'''. Sie richtet sich an Sammler, Historiker und technisch interessierte Leser und ermöglicht eine präzise zeitliche Einordnung der Ereignisse zwischen 1981 und 1984. Die Entwicklung und Produktion von Conchess war von einer außergewöhnlich komplexen Abfolge technischer, wirtschaftlicher und organisatorischer Ereignisse geprägt.


[[1982]] kamen die ersten Conchess-Modelle auf den Markt. Conchess-Computer waren im Vergleich zu den damals verbreiteten Plastikgeräten (wie der Chess Challenger-Reihe von Fidelity) im gehobenen Preissegment angesiedelt.
== 1981 ==


=== Technische Merkmale ===
* '''Januar 1981''' – Ulf Rathsman gibt seine Anstellung bei L. M. Ericsson auf, um sich vollständig der Entwicklung seines Schachprogramms ''Princhess'' zu widmen.


Die Geräte verfügten u.a. über:
* '''21.–25. September 1981''' – ''Princhess'' erreicht den zweiten Platz bei der [[2. WMCCC Travemünde 1981|World Microcomputer Chess Championship]] in Travemünde. Im Umfeld des Turniers kommt es zu ersten Gesprächen zwischen Rathsman und Peter-Ingolf Gericke (Consumenta).


* Einführung: [[1982]]
* '''Oktober 1981''' – Christian Nitschke (EES) unterzeichnet einen Vertrag mit Gericke. Erste Hardware-Entwürfe für den späteren Conchess-Schachcomputer werden erstellt.
* Zugeingabe: [[Magnetsensoren]]
* Zugzurücknahme: ja
* Zugausgabe: 64 LEDs
* Zugvorschläge: ja
* Farbwechsel: ja
* Akustik: Tonsignale
* Schachuhr: nein
* Zufallsgenerator: abschaltbar
* Stromversorgung: Netz


Diese Ausstattung war für die frühen 1980er Jahre technisch fortschrittlich.
* '''November 1981''' – Vertragsabschluss zwischen Rathsman und Consumenta Computer (München) über die Entwicklung eines kommerziellen Schachcomputers. Festlegung von Waltham Electronics (Irland) als Produktionsstandort sowie CGK (Konstanz) als Zulieferer für Platinen und Kassetten.


==== Brett Varianten ====
* '''23.–29. November 1981''' – Präsentation eines frühen Conchess-Prototyps beim Turnier ''Stockholm Micro-81''. ''Princhess B'' läuft erstmals auf einem Metallbrett-Prototyp.


Die drei Hauptmodelle waren:
== 1982 ==


* '''Februar 1982''' – Präsentation eines Conchess-Prototyps auf der Nürnberger Spielwarenmesse. Kurz darauf treten erste finanzielle Probleme bei Consumenta offen zutage.
* '''März 1982''' – Insolvenz von Consumenta Computer. Waltham Electronics übernimmt die Verantwortung für Produktion und Vertrieb der Conchess-Schachcomputer. Rathsman wird weiterbeschäftigt.
* '''Mai 1982''' – Fertigung der ersten Serienplatinen (Revision A0). Abschluss der finalen EPROM-Versionen des Conchess-Programms.
* '''Juni 1982''' – Interne Vergleichstests bestätigen die hohe Spielstärke von Conchess im Vergleich zu zeitgenössischen 8-Bit-Schachcomputern.
* '''Juli 1982''' – Auslieferung der ersten Demogeräte. Beginn der regulären Serienproduktion.
* '''August 1982''' – Markteinführung von Conchess-Geräten mit EPROM-Kassetten.
* '''September 1982''' – Teilnahme an der 3. Europäischen Mikrocomputer-Schachmeisterschaft in London. Conchess erreicht den 11. Platz.
* '''Herbst 1982''' – Umstellung auf Mask-ROM-Kassetten. Besuch von Rathsman in der Produktionsstätte von Waltham Electronics in Irland.
== 1983 ==
* '''Februar 1983''' – Präsentation von Conchess-Geräten auf der Nürnberger Spielwarenmesse.
* '''25. Februar – 14. März 1983''' – Ulf Rathsman entwickelt im Auftrag von Cherry Entertainment Schachprogramme für Arcade-Automaten (''Aladdin'' und ''Pirat'').
* '''Frühjahr 1983''' – Gespräche zwischen Waltham Electronics und dem US-Spielwarenkonzern Milton Bradley über einen großvolumigen Vertrieb der Conchess-Schachcomputer in Nordamerika.
* '''Sommer 1983''' – Rückzug von Milton Bradley nach internen Tests. Waltham storniert ausstehende Zahlungen.
* '''Juli–August 1983''' – Entwicklung experimenteller Mehrprozessor- und Hochgeschwindigkeitsvarianten (u. a. „Tactical Cartridge“).
* '''August 1983''' – Insolvenz von Waltham Electronics. Einstellung der regulären Produktion. Verwertung von Lagerbeständen.
* '''Herbst 1983''' – Abwicklung der verbliebenen Conchess-Bestände. Einzelne Entwickler erhalten Geräte oder Vergütungen als Ausgleich.
== 1984 ==
* '''Anfang 1984''' – Fortführung der Softwareentwicklung unter veränderten organisatorischen Rahmenbedingungen mit Unterstützung von Systemhuset (Schweden).
* '''Juni 1984''' – Kommerzielle Verwertung einzelner Module (u. a. [[Conchess L-Eröffnungskassette|Bibliothekskassette „L“]]).
* '''Oktober 1984''' – ''Princhess'' erringt den geteilten Weltmeistertitel bei der [[4. WMCCC Glasgow 1984|World Microcomputer Chess Championship]] in Glasgow (kommerzieller Bereich), basierend auf Conchess-Hardware.
* '''Ende 1984''' – Conchess ist faktisch nicht mehr als eigenständiger Hersteller aktiv, bleibt jedoch über Programme, Module und Turniererfolge weiterhin präsent.
Obwohl die Serienproduktion der Conchess-Schachcomputer bereits 1983 endete, existierte die Marke formal noch bis etwa 1990. In dieser Zeit wurden vereinzelt Restbestände, Module und Sondervarianten weiter vertrieben. Eine eigenständige industrielle Fertigung fand nach 1983 jedoch nicht mehr statt.
== Einordnung ==
Die Chronologie verdeutlicht die außergewöhnliche Dynamik des Conchess-Projekts. Innerhalb von weniger als drei Jahren durchlief Conchess alle Phasen eines technologiegetriebenen Unternehmens. Von der Innovation über die Serienproduktion bis hin zum wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem sportlichen Höhepunkt nach Ende der regulären Fertigung.
== Produktlinie ==
''Infos von [[Hjorth, Lars|Lars Hjorth]], Bilder von Mike Watters - [http://www.chesscomputeruk.com/ chesscomputeruk.com]''  
''Infos von [[Hjorth, Lars|Lars Hjorth]], Bilder von Mike Watters - [http://www.chesscomputeruk.com/ chesscomputeruk.com]''  
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=== Conchess Escorter ===
 
Der '''Conchess Escorter''' stellte das Einstiegsmodell der Conchess-Reihe dar. Er war als kompakter und vergleichsweise preisgünstiger Schachcomputer konzipiert und richtete sich an ambitionierte Hobbyspieler sowie an Käufer, die erstmals einen modularen Schachcomputer erwerben wollten.
 
Das Gerät verfügte über ein integriertes Sensor-Schachbrett mit Kunststoffgehäuse und bot bereits die vollständige Modularität des Conchess-Systems. Trotz seiner Positionierung als Basismodell entsprach die Spielstärke der eingesetzten Programme dem hohen technischen Niveau der gesamten Produktlinie. Der Escorter bildete damit den funktionalen Einstieg in das Conchess-System.
==== Produktdetails ====
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| (2 Varianten)
===== Monarch =====
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[[Datei:Monarch.jpg|250px|thumb|Bilder von Mike Watters - [http://www.chesscomputeruk.com/ chesscomputeruk.com]]]  
[[Datei:Escorter.jpg|250px|thumb|'''Silber/Bronze Ausführung'''<br>Bilder von Mike Watters - [http://www.chesscomputeruk.com/ chesscomputeruk.com]]]  
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* Abmessungen: 520 x 520 x 35 mm
* Abmessungen: 300 x 300 x 32 mm  
* Preis: 998 DM  
* Preis: 598 DM  
* Hergestellt aus Rosenholz von Lefebvre Marquetry in Belgien.
* Hergestellt aus Kunststoff von einer Bilderrahmenfirma in Enniskillen, Nordirland.
* Staunton-Stücke wurden im Fernen Osten hergestellt.
* Brett und Figuren wurden in zwei verschiedenen Farben hergestellt: silber/bronze und silber/schwarz.
* Die Kunststoffteile wurden von einer irischen Spritzgussfirma hergestellt.
* Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.  
* Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.  
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| [[Datei:Escorter_2.jpg|250px|thumb|'''Silber/Schwarz Ausführung'''<br>Bilder von Mike Watters - [http://www.chesscomputeruk.com/ chesscomputeruk.com]]]
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=== Conchess Ambassador ===
 
Der '''Conchess Ambassador''' war das am weitesten verbreitete Modell der Conchess-Reihe. Er verband die modulare Technik des Systems mit einer deutlich hochwertigeren Ausführung als der Escorter und stellte damit den Kern des kommerziellen Angebots dar.
 
Der Ambassador verfügte über ein größeres Schachbrett mit verbesserter Sensorik und wurde mit Holzgehäuse ausgeliefert. Dieses Modell wurde sowohl im privaten Bereich als auch für Demonstrationen und Turniere eingesetzt. Viele der bekannten Conchess-Programme, darunter Varianten von Princhess und Plymate, wurden primär auf dem Ambassador betrieben, wodurch dieses Modell eng mit den internationalen Erfolgen der Marke verbunden ist.
 
==== Produkdetails ====
 
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===== Ambassador =====
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* Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.  
* Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.  
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=== Conchess Monarch ===
 
Der '''Conchess Monarch''' stellte das Luxusmodell der Conchess-Serie dar. Er richtete sich an anspruchsvolle Anwender und Sammler und zeichnete sich durch ein besonders großes und hochwertig verarbeitetes Holzschachbrett aus.
 
Der Monarch kombinierte die modulare Technik von Conchess mit einer repräsentativen Gestaltung und wurde häufig als Premiumprodukt beworben. Aufgrund seines höheren Preises und der wirtschaftlich schwierigen Situation des Herstellers wurde dieses Modell nur in vergleichsweise geringer Stückzahl produziert und zählt heute zu den seltensten und begehrtesten Conchess-Geräten.
 
==== Produktdetails ====
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===== Escorter =====
(2 Varianten)
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* Abmessungen: 300 x 300 x 32 mm  
* Abmessungen: 520 x 520 x 35 mm
* Preis: 598 DM  
* Preis: 998 DM  
* Hergestellt aus Kunststoff von einer Bilderrahmenfirma in Enniskillen, Nordirland.
* Hergestellt aus Rosenholz von Lefebvre Marquetry in Belgien.
* Brett und Figuren wurden in zwei verschiedenen Farben hergestellt: silber/bronze und silber/schwarz.
* Staunton-Stücke wurden im Fernen Osten hergestellt.
* Die Kunststoffteile wurden von einer irischen Spritzgussfirma hergestellt.
* Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.  
* Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.  
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==== Bedienungselemente ====
==== Bedienungselemente ====
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==== Modulvarianten ====
=== Sonder- und Spätmodelle ===


Programmautor: '''[[Rathsman, Ulf|Ulf Rathsman]]''' 
Neben den Hauptmodellen Escorter, Ambassador und Monarch erschienen im Laufe der Produktionszeit weitere Sonder- und Spätvarianten der Conchess-Schachcomputer. Diese unterschieden sich teilweise in Gehäusegestaltung, Brettgröße oder Programmausstattung und entstanden häufig in kleinen Serien.


===== Kassetten =====
Einige dieser Modelle wurden nach dem Ende der regulären Serienproduktion aus vorhandenen Lagerbeständen gefertigt oder für spezielle Märkte angepasst. Aufgrund der geringen Stückzahlen und der fragmentierten Produktionsphase sind diese Varianten heute nur unvollständig dokumentiert.
 
== Technische Merkmale ==
=== Hardware ===
 
Die Conchess-Schachcomputer basierten auf Prozessoren der MOS-Technology-6502-Familie. Abhängig vom eingesetzten Modul und der jeweiligen Gerätegeneration kamen unterschiedliche Taktfrequenzen zum Einsatz. Die Hardware war auf eine möglichst effiziente Nutzung begrenzter Ressourcen ausgelegt, um trotz geringer Speicherausstattung eine hohe Spielstärke zu erzielen.
 
Die Geräte verfügten über Arbeitsspeicher sowie Programmspeicher in Form von EPROM- oder später Mask-ROM-Kassetten. Ein wesentliches Merkmal der Conchess-Hardware war die enge Abstimmung zwischen Prozessor, Speicherorganisation und Programmcode, die eine vergleichsweise tiefe Stellungsanalyse auf 8-Bit-Systemen ermöglichte.
 
In der späteren Phase der Conchess-Entwicklung wurde die Hardware für den Turniereinsatz unter Mitwirkung von Lars Hjorth weiter optimiert. Das enge Zusammenspiel zwischen Softwareentwicklung und angepasster Hardware trug wesentlich zur hohen Spielstärke der späten Conchess-Varianten bei.
 
=== Modularität ===
 
Ein zentrales Merkmal der Conchess-Reihe war ihr modularer Aufbau. Prozessor- und Programmmodule konnten unabhängig voneinander ausgetauscht werden, wodurch sich sowohl die Rechenleistung als auch die spielerischen Eigenschaften des Schachcomputers verändern ließen.
 
Diese Modularität ermöglichte es den Anwendern, bestehende Geräte durch neue Module aufzurüsten, ohne das komplette System ersetzen zu müssen. Damit unterschied sich Conchess deutlich von vielen zeitgenössischen Schachcomputern, die als geschlossene Systeme konzipiert waren.
 
=== Software und Programmkassetten ===
 
Die Schachprogramme der Conchess-Reihe wurden von Ulf Rathsman entwickelt und basierten auf den Erfahrungen aus der Arbeit an Princhess. Charakteristisch war eine starke Betonung taktischer Spielweisen sowie eine extrem schnelle Bewertungsfunktion, die auf maximale Suchtiefe optimiert war.
 
Neben dem ursprünglichen A-Programm, das auf positionsbezogener Bewertung beruhte, kamen Varianten mit stark vereinfachter Bewertung zum Einsatz, die vor allem material- und mattorientiert suchten. Ergänzend erschienen spezialisierte Programmkassetten, darunter eine Bibliothekskassette mit erweiterter Eröffnungsbehandlung sowie leistungsstärkere Module mit erhöhter Taktfrequenz.
 
Den technischen Höhepunkt der Conchess-Software stellte eine Variante mit 8&nbsp;MHz Taktfrequenz dar, die aufgrund ihrer taktischen Spielstärke und Seltenheit heute als besonders begehrt gilt.
 
== Kassetten ==


* L0/L16/A0/A1/ A2 /A3 = Namen der Vertreiber in United Kingdom
* L0/L16/A0/A1/ A2 /A3 = Namen der Vertreiber in United Kingdom
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* C wurde zum ersten Mal für Conchess Glasgow 1984 verwendet.
* C wurde zum ersten Mal für Conchess Glasgow 1984 verwendet.


==== 1982 ====
=== 1982 ===


'''Conchess Original'''
'''Conchess Original'''
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* CLC B4 : 3xROM.
* CLC B4 : 3xROM.


==== 1983 ====
=== 1983 ===
* "L" cartridge (L (L0) = Libary, Feb-März 1984: 2973 Züge in 537 Varianten)
* "L" cartridge (L (L0) = Libary, Feb-März 1984: 2973 Züge in 537 Varianten)
** Preis: 248 DM
** Preis: 248 DM


==== 1984 ====
=== 1984 ===
* Programmkassette M (A0)
* Programmkassette M (A0)
** Modifizierte Standardkassette, Princhess, die nur mit der Programmergänzung P läuft, P und M laufen nur gemeinsam
** Modifizierte Standardkassette, Princhess, die nur mit der Programmergänzung P läuft, P und M laufen nur gemeinsam
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** Programmergänzung, die nur mit modifizierter Standardkassette "M" ("modified") funktioniert, P (Programmkassette) und M laufen nur gemeinsam, Programmversion Princhess
** Programmergänzung, die nur mit modifizierter Standardkassette "M" ("modified") funktioniert, P (Programmkassette) und M laufen nur gemeinsam, Programmversion Princhess


===== Programmversion Glasgow =====  
== Programmversionen ==
=== Programmversion Glasgow ===  
(Die erste Mask ROM Version)
(Die erste Mask ROM Version)


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Die H-Kassette war nie offiziell im Handel erhältlich. Sie wurde meist zu Testzwecken verwendet in Turnieren und leihweise vergeben an Händler und Journalisten. Anfangs mit dem Princhess-Programm der WM 1984 in Glasgow bestückt, später auch mit dem Plymate-Programm der WM 1985 in Amsterdam.
Die H-Kassette war nie offiziell im Handel erhältlich. Sie wurde meist zu Testzwecken verwendet in Turnieren und leihweise vergeben an Händler und Journalisten. Anfangs mit dem Princhess-Programm der WM 1984 in Glasgow bestückt, später auch mit dem Plymate-Programm der WM 1985 in Amsterdam.


==== 1985 ====
=== 1985 ===
===== Programmversion Glasgow Plus =====
==== Programmversion Glasgow Plus ====


Die Umrüstung wurde von der Firma EES in München zum Preis von 148 DM angeboten.  
Die Umrüstung wurde von der Firma EES in München zum Preis von 148 DM angeboten.  
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Im Vereinigten Königreich (UK) waren Varianten mit 2, 5.5 und 8 MHz erhältlich.
Im Vereinigten Königreich (UK) waren Varianten mit 2, 5.5 und 8 MHz erhältlich.


===== Programmversion Amsterdam (Plymate) =====
==== Programmversion Amsterdam (Plymate) ====


Die Umprogrammierung der T-, S- und P-Kassetten auf das WM-Programm Amsterdam betrug 148 DM. Lieferant war die Firma Loproc GmbH (früher EES) aus München (Feldafing).
Die Umprogrammierung der T-, S- und P-Kassetten auf das WM-Programm Amsterdam betrug 148 DM. Lieferant war die Firma Loproc GmbH (früher EES) aus München (Feldafing).
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Die L16-Eröffnungskassette funktioniert nicht mit Standard / Glasgow / Glasgow Plus. Arbeitet mit Amsterdam und späteren Modulen, z.B. Plymate Victoria.
Die L16-Eröffnungskassette funktioniert nicht mit Standard / Glasgow / Glasgow Plus. Arbeitet mit Amsterdam und späteren Modulen, z.B. Plymate Victoria.


==== 1986 ====  
=== 1986 ===  


* Conchess Plymate 5.5 MHz (Swedish and UK market mainly)
* Conchess Plymate 5.5 MHz (Swedish and UK market mainly)
* Conchess Cologne/Köln + "Cologne Lib" (Very limited series were sold)
* Conchess Cologne/Köln + "Cologne Lib" (Very limited series were sold)


==== 1988 ====  
=== 1988 ===  


* Conchess Victoria + "L1024" (Very limited series were sold)
* Conchess Victoria + "L1024" (Very limited series were sold)


Die Kassetten '''Standard''', '''S''', '''M''' und '''T''' beinhalten die [[CPU]], [[Taktfrequenz|Taktgeber]] und die Speicherbausteine für [[RAM]] und [[ROM]]. Die Sensorbretter beinhalten nur die Stromversorgung und die Schnittstelle zur Kassettenhardware.
Zu den späteren und leistungsstärkeren Modulen gehörten insbesondere Varianten der '''[[Conchess T-Kassette|T-Kassette]]''' mit erhöhten Taktfrequenzen. Diese Module erzielten eine deutlich gesteigerte Spielstärke und waren vor allem unter fortgeschrittenen Spielern und Turnierteilnehmern beliebt. Aufgrund geringer Produktionszahlen zählen sie heute zu den begehrtesten Conchess-Komponenten.


Die Kassetten '''Standard''', '''S''', '''M''' und '''T''' beinhalten die [[CPU]], [[Taktfrequenz|Taktgeber]] und die Speicherbausteine für [[RAM]] und [[ROM]]. 
=== Levels der Programmversionen ===
Die Sensorbretter beinhalten nur die Stromversorgung und die Schnittstelle zur Kassettenhardware.


=== Levels ===
'''Conchess Standard'''
'''Conchess Standard'''
* T = Tournament/Time Levels. LED has constant light.
* T = Tournament/Time Levels. LED has constant light.
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** P6 King = Analysis until mate found or max search depth reached: 23.
** P6 King = Analysis until mate found or max search depth reached: 23.


=== Bedeutung ===
== Turniere und Erfolge ==


Conchess-Schachcomputer gehören heute zu den frühen Beispielen dedizierter Schachcomputer, die modulare Erweiterbarkeit und ein relativ starkes Programm in einem ästhetisch ansprechenden Design verbanden. Sie spiegeln die Entwicklung des Computerschachs in der Übergangszeit zwischen einfachen elektromechanischen Rechnern und stärker integrierten Systemen der späten 1980er und frühen 1990er Jahre wider. Conchess bestand nur bis 1990, aber während dieser kurzen Periode bauten sie schöne modulare Schachbretter und Schachmodule.
Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Conchess-Schachcomputer wurde insbesondere durch ihre Teilnahme an Computer- und Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaften unter Beweis gestellt. Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation des Herstellers konnten Conchess-Geräte und darauf basierende Programme mehrfach vordere Platzierungen erzielen.


=== Schachcomputer ===
* '''1984 – World Microcomputer Chess Championship (Glasgow):''' 
<categorytree mode="pages" hideroot="on" depth="0">Conchess</categorytree>
Das Programm ''Princhess'' errang den geteilten Weltmeistertitel in der kommerziellen Gruppe. Der Erfolg gilt als Höhepunkt der Conchess-Geschichte und belegte die Leistungsfähigkeit der Kombination aus effizientem Programmcode und angepasster Hardware.


== Die Geschichte der Conchess-Schachcomputer ==
* '''1985 – World Microcomputer Chess Championship (Amsterdam):''' 
Heute kaum noch vorstellbar, aber es gab einmal Schachcomputer, die in Irland gefertigt wurden. {{Erscheinungsjahr|1984}} waren '''Conchess'''-Schachcomputer sogar einmal [[WMCCC|Weltmeister]]. Dennoch gibt es heute nur noch wenige, die sich an diese Geräte erinnern. Karsten Bauermeister ruft sie noch einmal ins Gedächtnis. (aus Computer Schach & Spiele / Heft 4 / August-September 1998)
Die Programme ''Princhess'' und ''Plymate'' erreichten jeweils den zweiten Platz. Die Veranstaltung markierte zugleich einen Wendepunkt, da [[Lang, Richard|Richard Langs]] Programme für die Mephisto-Reihe erstmals eine deutliche Dominanz zeigten.


[[1981]] bei der [[WMCCC|Weltmeisterschaft]] in Travemünde trat in der Experimentalgruppe ein bis dahin praktisch unbekanntes Programm namens '''Princhess 2.9''' an. Dieses war von dem Schweden [[Ulf Rathsman]] für den Commodore geschrieben worden und belegte fast sensationell den zweiten Platz, mit fünf Punkten aus sieben Partien. Wir erinnern uns: Erster der Experimentalgruppe wurde der [[Fidelity Elite A/S|Fidelity Experimental]] (= [[Fidelity Elite A/S|Fidelity Elite '81]]) mit sechs Punkten, den dritten Platz belegte ein [[Novag]]-Gerät mit 4.5 Punkten, vierter wurde [[Scisys Chess Champion Mark V|Philidor Experimental]] (= [[Scisys Chess Champion Mark V|SciSys Mark V]] ) mit ebenfalls 4.5 Punkten. Nicht nur wegen der etablierten Gegnerschaft war dieser Erfolg eine Überraschung, sondern auch, weil '''Princhess''' Ende [[1980]] bei einem Turnier in Stockholm (genannt "Mikro '80") noch hoffnungslos abgeschlagen den letzten Platz mit null Punkten belegt hatte.
Bei internationalen Turnieren, insbesondere Mitte der 1980er Jahre, profitierte Conchess von der Kombination aus Rathsman's Software und von '''[[Hjorth, Lars|Lars Hjorth]]''' optimierter '''Hardware'''.


Dass das Ergebnis der [[WMCCC|WM]] keine Eintagsfliege war, zeigte sich dann bei der "Mikro '81" im November in Stockholm, wo '''Princhess 2.9''' ebenfalls Zweiter wurde. Diese Erfolge wären wohl heute kaum noch erwähnenswert, wäre das [[Rathsman, Ulf|Rathsman]]-Programm nicht auch kommerziell zu erwerben gewesen.
Darüber hinaus kamen Conchess-Computer auch bei weiteren internationalen Turnieren zum Einsatz, darunter Welt- und Europameisterschaften im Computerschach. Insgesamt trugen diese Auftritte wesentlich zum Ruf von Conchess als leistungsstarkem, wenn auch wirtschaftlich kurzlebigem System bei.


=== Die Conchess-Produktlinie ===
== Bedeutung und Einordnung ==
Das unerwartet gute Abschneiden bewegte die zwei Geschäftsführer Peter-Ingolf Genicke und Klaus Heyne der Münchener Firma Consumenta (München), genau diesen [[Ulf Rathsman]] in Travemünde vom Fleck weg für ein eigenes Schachcomputerprojekt zu engagieren. Gänzlich unerfahren war Consumenta (München) auf diesem Markt nicht, denn bis Anfang der 80er Jahre hatte die Firma den Vertrieb von Schachcomputern der Firma Fidelity betrieben.


Dennoch muss noch ein anderer Name in diesem Zusammenhang genannt werden, ohne den diese Geschichte nicht erzählt werden kann: '''Johan Enroth'''. Dieser stand [[Ulf Rathsman]] finanziell und vor allem als Texter zur Seite. Der Programmierer gab nämlich bereits im Januar [[1981]] seine Ingenieursstelle in Stockholm für die Schachprogrammierung auf, sehr zum Missfallen seiner Ehefrau! Die Hardwareentwicklung wurde der Firma EES/Loproc übergeben, die binnen lediglich vier Wochen einen ersten Prototyp auf die Beine stellte.
Conchess nimmt innerhalb der Geschichte der Schachcomputer eine besondere Stellung ein. Die Geräte standen exemplarisch für die hohe Innovationskraft europäischer Entwickler in den frühen 1980er Jahren und demonstrierten, dass auch mit vergleichsweise begrenzten Hardware-Ressourcen eine konkurrenzfähige Spielstärke erreicht werden konnte.
Für die Fertigung fand man einen Partner in einer Fabrik für HiFi-Equipment in Dun Laoghaire, Irland (Waltham Electronics), mit der man auch gleich über ganz große Stückzahlen im Bereich von 50.000 verhandelte. Hier lag wohl einer der Gründe für die späteren Schwierigkeiten. Die Absatzchancen waren trotz eines in Auftrag gegebenen umfangreichen Marktgutachtens einfach nicht richtig eingeschätzt worden. Man muss sich vor Augen halten, dass [[1983]] insgesamt überhaupt nur etwa 50.000 Schachcomputer in Deutschland abgesetzt wurden.


[[1982]] kamen dann schließlich drei Schachcomputer mit dem sinnreichen Markennamen "'''Conchess'''" (= Consumenta (München) Chess) auf den Markt. Man hatte sich beim Hersteller ausgerechnet, dass mit spielstarken und komfortablen Schachcomputern ein gutes Geschäft zu machen sei. Außerdem wollte man wohl auch das persönliche Empfinden der Geschäftsführer für Ästhetik befriedigen. Das Ergebnis waren drei nicht nur optisch sehr gelungene Modelle: "'''Escorter'''" (Plastik Silber/Kupfer / Maße 30 x 30 x 3 cm / 598.- DM) mit einem Kunststoffgehäuse von 30x30 cm, "'''Ambassador'''" (Edelholz-Intarsien / Maße 37,5 x, 37,5 x 3 cm - 798.- DM) mit einem 40x40 cm großen Holzbrett, und der wahrhaft königliche "'''Monarch'''" (Edelholz-Intarsien / Maße 52 x 52 cm / 998.- DM) mit turniergroßem Holzbrett. Die Elektronik war jeweils komplett unsichtbar im Inneren des Gerätes untergebracht und wurde über zur Optik des Brettes passende Knöpfe bedient. Technisch waren die drei Brüder vollkommen identisch: Sie hatten Magnetsensortechnik, das 24 KByte große Programm, ein 6502-Prozessor mit 2 MHz und ein richtiges Modulsystem mit zwei (!) Schächten gemein.
Technisch war Conchess seiner Zeit in mehreren Punkten voraus, insbesondere durch den konsequent modularen Aufbau und die enge Abstimmung zwischen Hardware und Software. Die Programme von Ulf Rathsman zeigten, dass eine stark vereinfachte, aber extrem schnelle Bewertungsfunktion in Kombination mit großer Suchtiefe zu bemerkenswerten Ergebnissen führen konnte.


Das Modulsystem war übrigens so ausgelegt, dass die Kassetten nicht nur ausgetauscht werden konnten, sondern dass auch eine zweite Kassette mit zusätzlichem Prozessor eingesetzt werden konnte! Ja, Sie lesen richtig: Theoretisch war ein echtes Multiprocessing denkbar. Ein solches Modul war [[1982]] bereits in der Erprobung, kam jedoch wegen des Konkurses nicht mehr auf den Markt. Es sollte übrigens eine reine Materialbewertung durchführen, während das Grundmodul für die Positionsbewertung zuständig war.
Zeitgenössische Rezensionen lobten insbesondere die spielerische Stärke und das modulare Konzept der Conchess-Schachcomputer. Kritisch angemerkt wurden vereinzelt Aspekte der mechanischen Ausführung, insbesondere die Empfindlichkeit der Sensorsysteme bei Transport und thermische Probleme. Diese Punkte spielten auch bei späteren Vertriebsentscheidungen eine Rolle.


Auch das schwedische Programm musste sich nicht hinter der Konkurrenz verstecken. Das Eröffnungsrepertoire war zwar mit nur 829 [[Halbzügen]] nicht sonderlich groß, aber dafür kannte '''Conchess''' sämtliche Remis Regeln, verfügte über eine Mattsuchstufe, beherrschte die Unterverwandlung und man konnte eine gespielte Partie beliebig zurück- und wieder vorspielen. [[1982]] wahrlich nicht selbstverständlich.
Wirtschaftlich blieb Conchess jedoch hinter seinem technischen Potenzial zurück. Ambitionierte Produktionsziele, mehrere Insolvenzen beteiligter Unternehmen sowie der gescheiterte Vertrieb über den US-Markt verhinderten eine nachhaltige Etablierung der Marke. Der Niedergang von Conchess steht damit exemplarisch für die Risiken der frühen Schachcomputer-Industrie, in der technischer Erfolg nicht zwangsläufig wirtschaftliche Stabilität bedeutete.


===Die alte Frage...===
In der Literatur und in Sammlerkreisen kursieren teils deutlich niedrigere Angaben zur Gesamtstückzahl. Nach Aussagen von Ulf Rathsman, der als Hauptentwickler direkten Einblick in die Produktions- und Abrechnungszahlen hatte, wurden jedoch insgesamt rund 37.000 Conchess-Geräte produziert und verkauft. Diese Zahl gilt heute als die verlässlichste verfügbare Angabe.
... ist natürlich die nach der Spielstärke. Ohne daß der '''Conchess''' den Spitzenprogrammen von [[1982]], dem [[Fidelity Prestige]] und dem [[Fidelity Sensory 9|Sensory 9]], wirklich gefährlich geworden wäre, lag er doch mit an der Spitze. Erstaunlich ist in diesem Zusammenhang eine Eloliste, die ich in der Rochade Nr. 213 vom April [[1982]] fand: Dort belegte '''Princhess 2.9''' mit 1838 [[Elo]] hinter dem [[MGS III]] mit [[Grünfeld]] und [[Capablanca]] mit 1849 [[Elo]] den zweiten Platz unter den kommerziellen Mikros, noch vor [[Mephisto II]], dem Weltmeister [[Scisys Chess Champion Mark V|SciSys Mark V]] oder [[Novag Savant|Novags Savant]], allesamt direkte Konkurrenten auf dem Markt. Es muß jedoch bemerkt werden, daß dieser Auswertung lediglich 12 Partien zugrunde lagen.


Aussagekräftiger schon die Ergebnisse von Jan Louwman, die dieser Mitte [[1982]] auf Turnierstufe gegen die Konkurrenz sammeln konnte: '''Conchess''' - [[Mephisto II]] 7,5:2,5; '''Conchess''' - [[Scisys Chess Champion Mark V|Mark V]] 7:3; '''Conchess''' - [[Morphy GGM]] 6.5:3,5; '''Conchess''' - [[Fidelity CC Champion|Fidelity Champion]] 8,5:1,5; '''Conchess''' - [[Fidelity Elite A/S|Fidelity Elite]] 1,5:2,5! Hätte Jan Louwman 1982 eine "holländische Weltrangliste der Schachcomputer" herausgegeben, wäre er bei diesen Ergebnissen sicher von irgendeinem Händler aus Deutschland der unglaublichsten Manipulationen verdächtigt und angeklagt worden! Sehen wir uns ein Beispiel an:
Heute gelten Conchess-Schachcomputer als wichtige historische Zeugnisse der frühen Mikrocomputer-Ära. Aufgrund ihrer spielerischen Stärke, der modularen Architektur und der vergleichsweise geringen Produktionszahlen genießen sie in der Sammler- und Retro-Computerszene einen hohen Stellenwert.


<pgn>
-----
[Event "4/98-30 Jan Louwmann"]
* '''''Informationen wurden von Ulf Rathsman und Lars Hjorth zur Verfügung gestellt'''''
[Date "1982.09.04"]
[Round "?"]
[White "Sensory 9, Fidelity"]
[Black "Conchess"]
[Result "0-1"]
[ECO "E10"]
[PlyCount "82"]
[EventDate "1982.??.??"]


1. c4 e6 2. Nf3 Nc6 {
Nach diesem Zug muessen bereits beide Computer selbst rechnen.} 3. d4 Nf6 4.
Bd2 h6 5. e3 a6 6. Bd3 d5 7. O-O dxc4 8. Bxc4 Bd6 9. Nc3 O-O 10. Rc1 e5 11. Ne2
Bg4 12. dxe5 Nxe5 13. Nxe5 Bxe5 14. Bb4 Bxb2 15. Bxf8 Bxc1 16. Bxg7 Kxg7 17.
Qxc1 b5 {Sollte Weiss diesen Zug etwa uebersehen haben...?} 18. Rd1 Qe7 19. Bd3
{...Nein!} c5 20. Ng3 c4 21. Nf5+ Bxf5 22. Bxf5 Re8 23. Qc2 Qc7 24. a4 c3 25.
Qd3 Qc5 26. axb5 axb5 {Diese Bauern werden nun das Rennen machen.} 27. Ra1 b4
28. Ra6 b3 29. Ra1 c2 30. Re1 c1=Q 31. Rxc1 Qxc1+ 32. Qf1 b2 33. h3 Qxf1+ 34.
Kxf1 Ne4 35. Ke2 b1=Q 36. Bxe4 Qxe4 37. g3 Qc2+ 38. Ke1 Qd3 39. h4 Rd8 40. f4
Qd1+ 41. Kf2 Rd2# 0-1
</pgn>
=== Conchess am Ende? ===
[[1983]] wurde es dann auf einmal sehr, sehr still um '''Conchess'''. Ob es an der nicht wirklich überzeugenden Verarbeitungsqualität mit anfälligen Reed-Kontakten und lediglich geklebten Schraubenhalterungen oder am Kaufverhalten der Konsumenten lag, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Tatsache ist, dass der Vertrieb bald eingestellt wurde und nicht wenige Kunden auf einmal mit defekten Geräten da saßen, was sogar dem Verbrauchermagazin DM eine Schlagzeile wert war: "Geld zurück bei Matt. Ein führender Hersteller von Schachcomputern ging Pleite. Händler müssen für Garantiefristen einstehen", titelte das Blatt in Heft Nr. 10/1983, S.22. Doch dies war wider Erwarten nicht das Ende von '''Conchess'''! Die Loproc GmbH erhielt nach rechtlichen Auseinandersetzungen nämlich 173 '''Conchess'''-Schachcomputer als Ausgleich für einen Teil ihrer Forderungen.


=== Neuer Start unter gutem Stern ===
== Schachcomputer ==
[[1984]] bei der [[WMCCC|WM in Glasgow]] gab es eine Überraschung: In der Meldeliste tauchte nämlich der Name '''Conchess''' wieder auf. Johan Enroth hatte [[Ulf Rathsman]] bei seiner Firma ''System Integrierung'' in Stockholm angestellt. Das Ergebnis der Bemühungen war das Glasgow-Programm, das in Deutschland wieder über die Firma EES (später als Loproc GmbH) vertrieben wurde und das dank der Modultechnik auch Besitzer älterer '''Conchess'''-Schachcomputer nutzen konnten. Es konnte zum einen als Zusatzmodul ('''P-Kassette''') zu dem bereits vorhandenen Programm eingesetzt werden. Ferner waren schnellere Kassetten erhältlich: '''S ("Speed")''' mit 3.2 MHz und '''T ("Topspeed")''' mit 6 MHz. Damit gehörte '''Conchess''' nicht nur zu den absolut schnellsten Programmen auf dem Markt, sondern war taktisch auch mit Abstand das beste. Für Besitzer des alten Programms gab es auch noch die '''Eröffnungskassette L''', die das alte Programm wenigstens eröffnungstechnisch auf den Stand des Glasgow-Moduls brachte.


CSS-Leser der ersten Stunde werden sich noch an die sensationellen Ergebnisse des '''Conchess''' im sogenannten "[[Colditz|Colditz-Test]]" erinnern. Diese taktische Spielstärke war denn auch mit dafür verantwortlich, dass "'''Princhess X'''", eins von drei teilnehmenden '''Conchess'''-Geräten, mit fünf Punkten geteilter Erster und damit einer von insgesamt vier ebenfalls geteilten [[WMCCC|Weltmeistern in Glasgow]] wurde.
<categorytree mode="pages" hideroot="on" depth="0">Conchess</categorytree>


Eine zusätzliche Einnahmequelle für [[Rathsman, Ulf|Rathsman]] und System Integrierung ergab sich noch durch die Vermarktung des [[Rathsman, Ulf|Rathsman]]-Programmes in den Mephisto-Modulen [[Mephisto B&P|B+P]] ([[1985]]) und später [[Mephisto MM II|MM II]] ([[1986]]). Durch dieses Geld konnte auch Johan Enroth ein Teil seiner Investitionen zurückbezahlt werden. Den absoluten Höhepunkt der Entwicklung markierte aber erst der '''Conchess T8''' mit dem [[1985]]er Plymate-Programm und für damalige Verhältnisse schier unglaublichen 8 MHz! Für knapp 2000,- DM sicherlich der potenteste Taktiker weit und breit - und heute ein begehrtes Sammlerstück.
== Bilder ==


=== Schließlich doch schachmatt ===
<gallery style="text-align:left" widths="300" heights="167" mode="packed">
Dieses Programm startete auch bei der [[WMCCC|Mikroweltmeisterschaft 1985 in Amsterdam]], wo jedoch ein neuer Star, [[Richard Lang]] mit seinem [[Mephisto Amsterdam]], die Bühne betritt. Hinter dessen Leistungen verblasste der zweite Platz der '''Conchess'''-Mannschaft (dort unter dem Namen '''Plymate''' bzw. '''Princhess''' startend) leider vollständig. Nach diesem Achtungserfolg gab es keine weiteren Schachcomputer mehr mit dem Namen '''Conchess''', doch [[Ulf Rathsman]] arbeitete noch eine Weile weiter an seinem Programm und startete bei den [[WMCCC|Mikro-WMs 1987 in Rom]] (3. Platz in der Softwaregruppe mit Plymate), [[1988]] in [[WMCCC|Almeria]] mit Y!88 (gesprochen: Why not '88 = "Warum nicht '88"), [[1989]] in [[WMCCC|Portoroz]] und bei der [[6. WCCC Edmonton 1989|6. WCCC]] in Edmonton mit "Y!89" (Plymate).
File:01 conchess_1478x2048.jpg|Werbeprospekt
File:Conchess Boards information-DE-624x850.png|Brett Infos
File:Consumenta - Conchess_German_Prospekt-918x1190.jpg|Werbeprospekt
File:CSS_86-3-18-_VIII_2_Computerschach_WM_in_Köln-Lars Hjorth and Ulf Rathsman!.jpg|Lars Hjorth und Ulf Rathsman (1986)
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Da jedoch die Erfolge nachließen und es auch keine Unterstützung durch einen Hersteller mehr gab, waren dies die letzten Auftritte der [[Rathsman, Ulf|Rathsman-Programme]], wenn man von einem Experimentalprogramm namens [[Conchess Plymate Victoria]] absieht, das noch bis Anfang [[1996]] (!) bei etwa 1868 Elopunkten in der schwedischen Eloliste herumgeisterte. Es gab zwar Pläne für ein [[Rathsman, Ulf|Rathsman]]-Comeback in einem [[Saitek]]modul für den [[Saitek Leonardo|Leonardo]]/[[Saitek Galileo|Galileo]] (Name: "'''Brute Force'''"), doch dieses ist über das Planungsstadium nie hinaus gekommen. Damit stellte also der '''T8''' zwar den Höhepunkt, doch leider auch die letzte Evolutionsstufe der Baureihe dar.
== Prototypen ==


[[Conchess Plymate Victoria]] wurde nur noch in Schweden 1990 und Italien in sehr kleinen Mengen verkauft, etwa 10 in Schweden, und auch in Italien wurden nicht viele verkauft.
<gallery style="text-align:left" widths="300" heights="167" mode="packed">
 
File:01.Conchess_Prototype_for CBM PET IO-test.jpg|Conchess Prototype for CBM PET IO-test
''Nach nicht einmal 10.000 produzierten Exemplaren war Conchess bereits Geschichte!'' ('''Anmerkung:''' fehlerhafte Aussage)
File:02.Conchess_Prototype_1_Used_at_Stockholm Micro-81.jpg|Conchess Prototype 1 Used at Stockholm Micro-81
 
File:03.Conchess_Prototype_Used_at_Spielwarenmesse Nürnberg_1982.jpg|Conchess Prototype Used at Spielwarenmesse Nürnberg 1982
'''Korrektur:''' 37.000 der 50.000 geplanten Conchess Geräte wurden letztendlich produziert und verkauft.  
File:04.Conchess_Wooden_Prototype_1982.jpg|Conchess Wooden Prototype 1982
(Quelle Ulf Rathsman)
File:05.Mephisto_B&P_Prototype_1985_Module.jpg|Mephisto B&P Prototype 1985 Module
 
File:06.Mephisto_B&P_Prototype_1985_PCB.jpg|Mephisto B&P Prototype 1985 PCB
'''Quelle:''' C Computer Schach & Spiele / Heft 4 / August-September 1998 / Seiten 29-31 / '''Autor:''' Karsten Bauermeister '''und zusätzliche Informationen von [[Hjorth, Lars|Lars Hjorth]].'''
File:07.Mephisto_B&P_Prototype_1985_EPROMS.jpg|Mephisto B&P Prototype 1985 EPROMS
File:08.Saitek_Brute_Force_Rathsman_Production_Box_1987.jpg|Saitek Brute Force Rathsman Production Box 1987
File:09.Yeno_532_XL_Prototype_1988_based_on_Mephisto_ESB 3000_Board.jpg|Yeno 532XL Prototype 1988 based on Mephisto ESB 3000 Board
File:10.Conchess_Ultimate_100_Prototypes_2025.jpg|Conchess Ultimate 100 Prototypes 2025
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== Bilder von Thorsten Czub und Weiteren ==
== Bilder von Thorsten Czub und Weiteren ==
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Datei:Conchess Monarch Bild 3.jpg
Datei:Conchess Monarch Bild 3.jpg
Datei:Conchess Monarch Bild 4.jpg
Datei:Conchess Monarch Bild 4.jpg
Bild:Conchess Prospekt.jpg|Conchess Prospekt
Bild:Conchess_Preisliste_1986.jpg| Preisliste 1986
Bild:Conchess_Preisliste_1986.jpg| Preisliste 1986
Datei:Conchess T6 Glasgow Platine Umbau 1.jpg| T6 "Glasgow" Platine (Nachbau - Steve UK)
Datei:Conchess T6 Glasgow Platine Umbau 1.jpg| T6 "Glasgow" Platine (Nachbau - Steve UK)
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Bild:Figuren.jpg|Monarch-Figuren
Bild:Figuren.jpg|Monarch-Figuren
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== Weblinks ==
== Weblinks ==
* [https://www.schaakcomputers.nl/hein_veldhuis/database/click.php?zz=88&id=317 01-0000 Conchess Information] aus der [http://www.schaakcomputers.nl/hein_veldhuis/database/ Datenbank  von Hein Veldhuis]
* [https://www.schaakcomputers.nl/hein_veldhuis/database/click.php?zz=88&id=317 01-0000 Conchess Information] aus der [http://www.schaakcomputers.nl/hein_veldhuis/database/ Datenbank  von Hein Veldhuis]

Aktuelle Version vom 11. Februar 2026, 17:00 Uhr

Conchess
Gründung 1982
Auflösung 1990
Sitz München,
Deutschland

Conchess bezeichnet eine Reihe modular aufgebauter Schachcomputer, die ab 1982 in Europa entwickelt und produziert wurden. Der Markenname setzt sich aus dem Firmennamen Consumenta (München) und dem englischen Wort Chess zusammen. Die Geräte basierten auf Schachprogrammen des schwedischen Ingenieurs und Programmierers Ulf Rathsman und zählten in den frühen 1980er Jahren zu den stärksten kommerziell erhältlichen 8-Bit-Schachcomputern.

Conchess entstand in einer Übergangsphase des Computerschachs, in der sich leistungsfähige Mikrocomputer zunehmend von akademischen Großrechnern lösten und als eigenständige kommerzielle Produkte etablierten. Technisch zeichnete sich Conchess durch eine modulare Architektur, hochwertige Bretter mit Sensorsystemen sowie eine für die damalige Zeit außergewöhnliche Spielstärke aus.

Obwohl Conchess internationale Turniererfolge feierte, darunter den Weltmeistertitel bei der Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaft 1984, war die Firmengeschichte von wirtschaftlichen Schwierigkeiten überschattet. Mehrere Insolvenzen beteiligter Unternehmen und gescheiterte Vertriebspartnerschaften verhinderten eine nachhaltige Markteinführung. Heutzutage gelten Conchess-Geräte als interessante und sehr schöne Zeugnisse der frühen europäischen Schachcomputer-Ära und sind bei Sammlern durchaus begehrt.

Vorgeschichte

Princhess und Travemünde 1981

Die unmittelbare Vorgeschichte von Conchess ist eng mit dem Schachprogramm Princhess verbunden, das von Ulf Rathsman Ende der 1970er Jahre für Mikrocomputer entwickelt worden war. Das Programm zeichnete sich durch eine aggressive, taktisch geprägte Spielweise sowie eine für die damalige Hardware außergewöhnlich effiziente Nutzung der verfügbaren Ressourcen aus.

Den internationalen Durchbruch erzielte Princhess bei der World Microcomputer Chess Championship 1981 in Travemünde, wo es den zweiten Platz belegte. Besonders bemerkenswert war dieses Ergebnis, da Princhess auf einem System mit lediglich 1 MHz Taktfrequenz lief, während konkurrierende Programme teilweise mit deutlich leistungsstärkerer Hardware (Siegerprogramm von Fidelity mit 5 MHz) antraten. Das Turnier machte Rathsman schlagartig in der internationalen Computerschachszene bekannt und belegte das kommerzielle Potenzial seines Programms.

Unternehmens- und Produktionsgeschichte

Zusammenarbeit mit Consumenta (1981–1982)

Im Umfeld dieses Turniers kam es zu ersten Gesprächen zwischen Rathsman und Peter-Ingolf Gericke, dem Geschäftsführer der Münchner Firma Consumenta Computer. Gericke, der zu diesem Zeitpunkt als Generalvertreter von Fidelity in Deutschland tätig war, erkannte die Möglichkeit, auf Basis von Princhess einen eigenständigen europäischen Schachcomputer zu entwickeln. Diese Begegnungen in Travemünde bildeten den Ausgangspunkt für das spätere Conchess-Projekt.

Im Herbst 1981 schlossen Rathsman und Gericke einen Vertrag über die Entwicklung eines eigenen europäischen Schachcomputers. Ziel war es, ein technisch hochwertiges und zugleich preislich konkurrenzfähiges Produkt zu schaffen. Die Hardwareentwicklung übernahm Christian Nitschke (EES, später Loproc), während die Platinen und Programmkassetten von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) gefertigt werden sollten. Als Produktionsstandort für die Seriengeräte wurde Waltham Electronics in Dun Laoghaire, Irland, ausgewählt.

Consumenta plante von Beginn an eine groß angelegte Markteinführung und prognostizierte eine Stückzahl von bis zu 50.000 Geräten. Diese ambitionierten Erwartungen führten bereits in der frühen Phase zu einer umfangreichen Produktionsvorbereitung bei den beteiligten Unternehmen. Parallel dazu arbeitete Rathsman intensiv an der Anpassung seines Programms an die neue Hardwareplattform.

Johan Enroth spielte in der frühen Phase von Conchess eine wichtige unterstützende Rolle. Als langjähriger Förderer von Ulf Rathsman trug er wesentlich zur organisatorischen Koordination des Projekts bei und unterstützte die Entwicklung insbesondere in der Übergangsphase zwischen Softwareentwicklung und kommerziellem Produkt. Auch nach der Insolvenz von Consumenta war Enroth an der Aufrechterhaltung der Entwicklungsaktivitäten beteiligt.

Insolvenz von Consumenta und Fortführung durch Waltham

Bereits wenige Monate nach Vertragsabschluss geriet Consumenta in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Im Frühjahr 1982 meldete das Unternehmen Insolvenz an. Nach späteren Angaben von Peter-Ingolf Gericke waren unter anderem interne Unregelmäßigkeiten und Veruntreuung von Firmengeldern ursächlich für den Zusammenbruch.

Obwohl Consumenta Insolvenz anmelden musste, wurde das Conchess-Projekt nicht sofort eingestellt. Waltham Electronics übernahm die Produktion und den Vertrieb der Schachcomputer. Rathsman wurde von Waltham weiterbeschäftigt, um die Softwareentwicklung fortzusetzen und die Serienreife des Produkts zu gewährleisten.

In dieser Phase gelang die Markteinführung der ersten Conchess-Geräte. Technisch konnten sie sich in Vergleichstests mit zeitgenössischen Schachcomputern behaupten und zählten zu den stärksten 8-Bit-Systemen ihrer Zeit. Dennoch blieb die wirtschaftliche Situation angespannt, da die ursprünglichen Vertriebsstrukturen von Consumenta weggefallen waren und neue Absatzkanäle erst aufgebaut werden mussten.

Milton-Bradley-Episode und wirtschaftlicher Niedergang

Anfang 1983 zeichnete sich eine mögliche wirtschaftliche Stabilisierung ab, als der US-amerikanische Spielwarenkonzern Milton Bradley Interesse bekundete, die gesamte Conchess-Produktion für den nordamerikanischen Markt zu übernehmen. Entsprechende Verpackungen mit Milton-Bradley-Kennzeichnung wurden vorbereitet und sowohl Entwickler als auch Vertriebspartner verbanden mit diesem Schritt große Erwartungen.

Der geplante Großauftrag kam jedoch nicht zustande. Milton Bradley zog sich nach internen Tests zurück und begründete die Entscheidung unter anderem mit Qualitäts- und Transportproblemen der Geräte, insbesondere im Hinblick auf thermische Probleme und die mechanische Stabilität der Bretter. Die Stornierung dieses Geschäfts entzog Waltham Electronics die wirtschaftliche Grundlage.

Im August 1983 meldete schließlich auch Waltham Electronics Insolvenz an. Die Produktion der Conchess-Schachcomputer wurde eingestellt, vorhandene Lagerbestände wurden veräußert und das Projekt zerfiel in einzelne Restaktivitäten. Für Rathsman bedeutete dies das Ende der kontinuierlichen Beschäftigung im Rahmen von Conchess, auch wenn einzelne Programmvarianten und Module noch in kleinen Stückzahlen weiterverwendet oder vertrieben wurden.

Trotz der wirtschaftlichen Verwerfungen und der letztlich gescheiterten Expansion in den US-Markt erreichte Conchess eine beachtliche Produktions- und Verkaufszahl. Von den ursprünglich geplanten 50.000 Geräten wurden nach Angaben von Ulf Rathsman insgesamt rund 37.000 Conchess-Schachcomputer produziert und verkauft.

Chronologie 1981–1984

Diese Chronologie bietet einen umfassenden Überblick über die wichtigsten technischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Meilensteine in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Schachcomputer-Marke Conchess. Sie richtet sich an Sammler, Historiker und technisch interessierte Leser und ermöglicht eine präzise zeitliche Einordnung der Ereignisse zwischen 1981 und 1984. Die Entwicklung und Produktion von Conchess war von einer außergewöhnlich komplexen Abfolge technischer, wirtschaftlicher und organisatorischer Ereignisse geprägt.

1981

  • Januar 1981 – Ulf Rathsman gibt seine Anstellung bei L. M. Ericsson auf, um sich vollständig der Entwicklung seines Schachprogramms Princhess zu widmen.
  • 21.–25. September 1981Princhess erreicht den zweiten Platz bei der World Microcomputer Chess Championship in Travemünde. Im Umfeld des Turniers kommt es zu ersten Gesprächen zwischen Rathsman und Peter-Ingolf Gericke (Consumenta).
  • Oktober 1981 – Christian Nitschke (EES) unterzeichnet einen Vertrag mit Gericke. Erste Hardware-Entwürfe für den späteren Conchess-Schachcomputer werden erstellt.
  • November 1981 – Vertragsabschluss zwischen Rathsman und Consumenta Computer (München) über die Entwicklung eines kommerziellen Schachcomputers. Festlegung von Waltham Electronics (Irland) als Produktionsstandort sowie CGK (Konstanz) als Zulieferer für Platinen und Kassetten.
  • 23.–29. November 1981 – Präsentation eines frühen Conchess-Prototyps beim Turnier Stockholm Micro-81. Princhess B läuft erstmals auf einem Metallbrett-Prototyp.

1982

  • Februar 1982 – Präsentation eines Conchess-Prototyps auf der Nürnberger Spielwarenmesse. Kurz darauf treten erste finanzielle Probleme bei Consumenta offen zutage.
  • März 1982 – Insolvenz von Consumenta Computer. Waltham Electronics übernimmt die Verantwortung für Produktion und Vertrieb der Conchess-Schachcomputer. Rathsman wird weiterbeschäftigt.
  • Mai 1982 – Fertigung der ersten Serienplatinen (Revision A0). Abschluss der finalen EPROM-Versionen des Conchess-Programms.
  • Juni 1982 – Interne Vergleichstests bestätigen die hohe Spielstärke von Conchess im Vergleich zu zeitgenössischen 8-Bit-Schachcomputern.
  • Juli 1982 – Auslieferung der ersten Demogeräte. Beginn der regulären Serienproduktion.
  • August 1982 – Markteinführung von Conchess-Geräten mit EPROM-Kassetten.
  • September 1982 – Teilnahme an der 3. Europäischen Mikrocomputer-Schachmeisterschaft in London. Conchess erreicht den 11. Platz.
  • Herbst 1982 – Umstellung auf Mask-ROM-Kassetten. Besuch von Rathsman in der Produktionsstätte von Waltham Electronics in Irland.

1983

  • Februar 1983 – Präsentation von Conchess-Geräten auf der Nürnberger Spielwarenmesse.
  • 25. Februar – 14. März 1983 – Ulf Rathsman entwickelt im Auftrag von Cherry Entertainment Schachprogramme für Arcade-Automaten (Aladdin und Pirat).
  • Frühjahr 1983 – Gespräche zwischen Waltham Electronics und dem US-Spielwarenkonzern Milton Bradley über einen großvolumigen Vertrieb der Conchess-Schachcomputer in Nordamerika.
  • Sommer 1983 – Rückzug von Milton Bradley nach internen Tests. Waltham storniert ausstehende Zahlungen.
  • Juli–August 1983 – Entwicklung experimenteller Mehrprozessor- und Hochgeschwindigkeitsvarianten (u. a. „Tactical Cartridge“).
  • August 1983 – Insolvenz von Waltham Electronics. Einstellung der regulären Produktion. Verwertung von Lagerbeständen.
  • Herbst 1983 – Abwicklung der verbliebenen Conchess-Bestände. Einzelne Entwickler erhalten Geräte oder Vergütungen als Ausgleich.

1984

  • Anfang 1984 – Fortführung der Softwareentwicklung unter veränderten organisatorischen Rahmenbedingungen mit Unterstützung von Systemhuset (Schweden).
  • Ende 1984 – Conchess ist faktisch nicht mehr als eigenständiger Hersteller aktiv, bleibt jedoch über Programme, Module und Turniererfolge weiterhin präsent.


Obwohl die Serienproduktion der Conchess-Schachcomputer bereits 1983 endete, existierte die Marke formal noch bis etwa 1990. In dieser Zeit wurden vereinzelt Restbestände, Module und Sondervarianten weiter vertrieben. Eine eigenständige industrielle Fertigung fand nach 1983 jedoch nicht mehr statt.

Einordnung

Die Chronologie verdeutlicht die außergewöhnliche Dynamik des Conchess-Projekts. Innerhalb von weniger als drei Jahren durchlief Conchess alle Phasen eines technologiegetriebenen Unternehmens. Von der Innovation über die Serienproduktion bis hin zum wirtschaftlichen Zusammenbruch und dem sportlichen Höhepunkt nach Ende der regulären Fertigung.

Produktlinie

Infos von Lars Hjorth, Bilder von Mike Watters - chesscomputeruk.com

Conchess Escorter

Der Conchess Escorter stellte das Einstiegsmodell der Conchess-Reihe dar. Er war als kompakter und vergleichsweise preisgünstiger Schachcomputer konzipiert und richtete sich an ambitionierte Hobbyspieler sowie an Käufer, die erstmals einen modularen Schachcomputer erwerben wollten.

Das Gerät verfügte über ein integriertes Sensor-Schachbrett mit Kunststoffgehäuse und bot bereits die vollständige Modularität des Conchess-Systems. Trotz seiner Positionierung als Basismodell entsprach die Spielstärke der eingesetzten Programme dem hohen technischen Niveau der gesamten Produktlinie. Der Escorter bildete damit den funktionalen Einstieg in das Conchess-System.

Produktdetails

(2 Varianten)
Silber/Bronze Ausführung
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  • Abmessungen: 300 x 300 x 32 mm
  • Preis: 598 DM
  • Hergestellt aus Kunststoff von einer Bilderrahmenfirma in Enniskillen, Nordirland.
  • Brett und Figuren wurden in zwei verschiedenen Farben hergestellt: silber/bronze und silber/schwarz.
  • Die Kunststoffteile wurden von einer irischen Spritzgussfirma hergestellt.
  • Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.
Silber/Schwarz Ausführung
Bilder von Mike Watters - chesscomputeruk.com

Conchess Ambassador

Der Conchess Ambassador war das am weitesten verbreitete Modell der Conchess-Reihe. Er verband die modulare Technik des Systems mit einer deutlich hochwertigeren Ausführung als der Escorter und stellte damit den Kern des kommerziellen Angebots dar.

Der Ambassador verfügte über ein größeres Schachbrett mit verbesserter Sensorik und wurde mit Holzgehäuse ausgeliefert. Dieses Modell wurde sowohl im privaten Bereich als auch für Demonstrationen und Turniere eingesetzt. Viele der bekannten Conchess-Programme, darunter Varianten von Princhess und Plymate, wurden primär auf dem Ambassador betrieben, wodurch dieses Modell eng mit den internationalen Erfolgen der Marke verbunden ist.

Produkdetails

Bilder von Mike Watters - chesscomputeruk.com
  • Abmessungen: 380 x 380 x 35 mm
  • Preis: 798 DM
  • Hergestellt aus Mahogny von Lefebvre Marquetry in Belgien.
  • Staunton-Stücke wurden im Fernen Osten hergestellt.
  • Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.

Conchess Monarch

Der Conchess Monarch stellte das Luxusmodell der Conchess-Serie dar. Er richtete sich an anspruchsvolle Anwender und Sammler und zeichnete sich durch ein besonders großes und hochwertig verarbeitetes Holzschachbrett aus.

Der Monarch kombinierte die modulare Technik von Conchess mit einer repräsentativen Gestaltung und wurde häufig als Premiumprodukt beworben. Aufgrund seines höheren Preises und der wirtschaftlich schwierigen Situation des Herstellers wurde dieses Modell nur in vergleichsweise geringer Stückzahl produziert und zählt heute zu den seltensten und begehrtesten Conchess-Geräten.

Produktdetails

Bilder von Mike Watters - chesscomputeruk.com
  • Abmessungen: 520 x 520 x 35 mm
  • Preis: 998 DM
  • Hergestellt aus Rosenholz von Lefebvre Marquetry in Belgien.
  • Staunton-Stücke wurden im Fernen Osten hergestellt.
  • Die Kassetten wurden von der Siemens-Tochter CGK (Computer Gesellschaft Konstanz) in Konstanz hergestellt und von EES in Deutschland nach Irland verkauft.

Bedienungselemente


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Sonder- und Spätmodelle

Neben den Hauptmodellen Escorter, Ambassador und Monarch erschienen im Laufe der Produktionszeit weitere Sonder- und Spätvarianten der Conchess-Schachcomputer. Diese unterschieden sich teilweise in Gehäusegestaltung, Brettgröße oder Programmausstattung und entstanden häufig in kleinen Serien.

Einige dieser Modelle wurden nach dem Ende der regulären Serienproduktion aus vorhandenen Lagerbeständen gefertigt oder für spezielle Märkte angepasst. Aufgrund der geringen Stückzahlen und der fragmentierten Produktionsphase sind diese Varianten heute nur unvollständig dokumentiert.

Technische Merkmale

Hardware

Die Conchess-Schachcomputer basierten auf Prozessoren der MOS-Technology-6502-Familie. Abhängig vom eingesetzten Modul und der jeweiligen Gerätegeneration kamen unterschiedliche Taktfrequenzen zum Einsatz. Die Hardware war auf eine möglichst effiziente Nutzung begrenzter Ressourcen ausgelegt, um trotz geringer Speicherausstattung eine hohe Spielstärke zu erzielen.

Die Geräte verfügten über Arbeitsspeicher sowie Programmspeicher in Form von EPROM- oder später Mask-ROM-Kassetten. Ein wesentliches Merkmal der Conchess-Hardware war die enge Abstimmung zwischen Prozessor, Speicherorganisation und Programmcode, die eine vergleichsweise tiefe Stellungsanalyse auf 8-Bit-Systemen ermöglichte.

In der späteren Phase der Conchess-Entwicklung wurde die Hardware für den Turniereinsatz unter Mitwirkung von Lars Hjorth weiter optimiert. Das enge Zusammenspiel zwischen Softwareentwicklung und angepasster Hardware trug wesentlich zur hohen Spielstärke der späten Conchess-Varianten bei.

Modularität

Ein zentrales Merkmal der Conchess-Reihe war ihr modularer Aufbau. Prozessor- und Programmmodule konnten unabhängig voneinander ausgetauscht werden, wodurch sich sowohl die Rechenleistung als auch die spielerischen Eigenschaften des Schachcomputers verändern ließen.

Diese Modularität ermöglichte es den Anwendern, bestehende Geräte durch neue Module aufzurüsten, ohne das komplette System ersetzen zu müssen. Damit unterschied sich Conchess deutlich von vielen zeitgenössischen Schachcomputern, die als geschlossene Systeme konzipiert waren.

Software und Programmkassetten

Die Schachprogramme der Conchess-Reihe wurden von Ulf Rathsman entwickelt und basierten auf den Erfahrungen aus der Arbeit an Princhess. Charakteristisch war eine starke Betonung taktischer Spielweisen sowie eine extrem schnelle Bewertungsfunktion, die auf maximale Suchtiefe optimiert war.

Neben dem ursprünglichen A-Programm, das auf positionsbezogener Bewertung beruhte, kamen Varianten mit stark vereinfachter Bewertung zum Einsatz, die vor allem material- und mattorientiert suchten. Ergänzend erschienen spezialisierte Programmkassetten, darunter eine Bibliothekskassette mit erweiterter Eröffnungsbehandlung sowie leistungsstärkere Module mit erhöhter Taktfrequenz.

Den technischen Höhepunkt der Conchess-Software stellte eine Variante mit 8 MHz Taktfrequenz dar, die aufgrund ihrer taktischen Spielstärke und Seltenheit heute als besonders begehrt gilt.

Kassetten

  • L0/L16/A0/A1/ A2 /A3 = Namen der Vertreiber in United Kingdom
  • L /L16/M /P /P4M/P41M/C /S/S4/S5/T/T6/T8/H = Deutsche Händlernamen
  • C wurde zum ersten Mal für Conchess Glasgow 1984 verwendet.

1982

Conchess Original

  • Programmkassette Standard / erste Programmversion Hardware 2 MHz (4 MHz Quarz)

Die Original-Kassetten wurden mit keinem Buchstaben versehen. Es wurden mindestens 4 verschiedene Module der Standard Kassette verkauft! 1 frühe Platine mit 6 Eproms, und 3 spätere mit verschiedenen Platinen mit 3 ROMs. Alle hatten das gleiche 24 KByte Programm.

Platinen:

  • CPU CLC B2 : 6x2732 EPROM. (Weiße oder rote Eprom-Etiketten)
  • CLC B2 : 3xROM.
  • CLC B3: 3xROM.
  • CLC B4 : 3xROM.

1983

  • "L" cartridge (L (L0) = Libary, Feb-März 1984: 2973 Züge in 537 Varianten)
    • Preis: 248 DM

1984

  • Programmkassette M (A0)
    • Modifizierte Standardkassette, Princhess, die nur mit der Programmergänzung P läuft, P und M laufen nur gemeinsam
  • Ergänzungskassette P (A1)
    • Programmergänzung, die nur mit modifizierter Standardkassette "M" ("modified") funktioniert, P (Programmkassette) und M laufen nur gemeinsam, Programmversion Princhess

Programmversionen

Programmversion Glasgow

(Die erste Mask ROM Version)

  • Programmkassette P
    • Speed: 2 MHz
    • Preis: 348 DM
  • Programmkassette S
    • Speed: 3.2 und 4 MHz
    • Preis: 598 DM
  • Programmkassette T
    • Speed: 5.5 und 6 MHz
    • Preis: 1198 DM
  • Programmkassette H (H steht für "Herstellermuster")
    • Speed: 4 MHz
    • kam nie in den Handel, nur für Testzwecke
    • Preis: geplant für 648 DM

Die H-Kassette war nie offiziell im Handel erhältlich. Sie wurde meist zu Testzwecken verwendet in Turnieren und leihweise vergeben an Händler und Journalisten. Anfangs mit dem Princhess-Programm der WM 1984 in Glasgow bestückt, später auch mit dem Plymate-Programm der WM 1985 in Amsterdam.

1985

Programmversion Glasgow Plus

Die Umrüstung wurde von der Firma EES in München zum Preis von 148 DM angeboten.

Die neue Version "Glasgow Plus" basierte auf dem WM-Programm (Glasgow 1984), wurde aber in den Mattsuchstufen und den Spielstufen weiterentwickelt. Es gab nunmehr eine Anfängerstufe mit 2 Halbzügen Rechtiefe, vier Blitzstufen mit einer mittleren Zugzeit von 5, 10, 20 und 30 Sekunden, fünf Turnierstufen mit Zeitabstufungen von 1, 2, 3, 3:45 und 10 Minuten pro Zug, sowie eine Analyse- und Mattsuchstufe. In der letzteren konnte die Suchtiefe in 1 bis 12 Halbzügen eingestellt und die Aufgabe auf Nebenlösungen geprüft werden. Auch die eingebaute Schachuhr wurde überarbeitet, um die Zugausführungszeiten zu neutralisieren. Die Uhr des Computers wurde erst dann in Gang gesetzt, wenn der Gegner den Computerzug vollständig ausgeführt hatte.

In Deutschland waren folgende Varianten erhältlich:

  • Programmkassette P
    • Speed: 2 MHz
  • Programmkassette S
    • Speed: 4 MHz
  • Programmkassette T
    • Speed: 6 MHz

Im Vereinigten Königreich (UK) waren Varianten mit 2, 5.5 und 8 MHz erhältlich.

Programmversion Amsterdam (Plymate)

Die Umprogrammierung der T-, S- und P-Kassetten auf das WM-Programm Amsterdam betrug 148 DM. Lieferant war die Firma Loproc GmbH (früher EES) aus München (Feldafing).

  • Programmkassette S 4 (S = Speed)
    • Speed: 4 MHz
    • Preis: 598 DM
  • Programmkassette C (A2)
  • Speed: 2, 6, 8, 5.5 MHz
  • Programmkassette T 6 (T = Top Speed)
    • Speed 6 MHz
    • Preis: 998 DM
  • Programmkassette T 8 (T = Top Speed)
    • Speed: 8 MHz
    • Preis: 1198 DM
  • Eröffnungskassette L16
    • 1985-09-xx : 8850 Züge in 1740 Varianten , (L = Library)

Die L16-Eröffnungskassette funktioniert nicht mit Standard / Glasgow / Glasgow Plus. Arbeitet mit Amsterdam und späteren Modulen, z.B. Plymate Victoria.

1986

  • Conchess Plymate 5.5 MHz (Swedish and UK market mainly)
  • Conchess Cologne/Köln + "Cologne Lib" (Very limited series were sold)

1988

  • Conchess Victoria + "L1024" (Very limited series were sold)

Die Kassetten Standard, S, M und T beinhalten die CPU, Taktgeber und die Speicherbausteine für RAM und ROM. Die Sensorbretter beinhalten nur die Stromversorgung und die Schnittstelle zur Kassettenhardware.


Zu den späteren und leistungsstärkeren Modulen gehörten insbesondere Varianten der T-Kassette mit erhöhten Taktfrequenzen. Diese Module erzielten eine deutlich gesteigerte Spielstärke und waren vor allem unter fortgeschrittenen Spielern und Turnierteilnehmern beliebt. Aufgrund geringer Produktionszahlen zählen sie heute zu den begehrtesten Conchess-Komponenten.

Levels der Programmversionen

Conchess Standard

  • T = Tournament/Time Levels. LED has constant light.
    • T1 Pawn = 5 sec
    • T2 Knight = 45 sec
    • T3 Bishop = 2 min
    • T4 Rook = 3 min
    • T5 Queen = 3 3/4 min + 3 min
    • T6 King = Mate search Level. Maximum mate in 5.
  • P = Practice Levels. LED has flashing light.
    • P1 Pawn = 1 ply
    • P2 Knight = 2 ply
    • P3 Bishop = 3 ply
    • P4 Rook = 4 ply
    • P5 Queen = 5 ply
    • P6 King = Analysis until mate found or max search depth reached.


Conchess Glasgow Levels

  • T = Tournament/Time Levels. LED has constant light.
    • T1 Pawn = 5 sec
    • T2 Knight = 45 sec
    • T3 Bishop = 2 min
    • T4 Rook = 3 min
    • T5 Queen = 3 3/4 min + 3 min
    • T6 King = Mate search Level. Maximum mate in 11.
  • P = Practice Levels. LED has flashing light.
    • P1 Pawn = 2 ply
    • P2 Knight = 3 ply
    • P3 Bishop = 4 ply
    • P4 Rook = 5 ply
    • P5 Queen = 6 ply
    • P6 King = Analysis until mate found or max search depth reached.


Conchess Glasgow Plus / Amsterdam Levels

  • T = Tournament/Time Levels. LED has constant light.
    • T1 Pawn = 1 min
    • T2 Knight = 2 min
    • T3 Bishop = 3 min
    • T4 Rook = 3 3/4 min + 3 min
    • T5 Queen = 10 min
    • T6 King = Mate search Level. Maximum mate in 12.
  • P = Practice Levels. LED has flashing light.
    • P1 Pawn = 2 ply
    • P2 Knight = 5 sec
    • P3 Bishop = 10 sec
    • P4 Rook = 20 sec
    • P5 Queen = 30 sec
    • P6 King = Analysis until mate found or max search depth reached: 23.

Turniere und Erfolge

Die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Conchess-Schachcomputer wurde insbesondere durch ihre Teilnahme an Computer- und Mikrocomputer-Schachweltmeisterschaften unter Beweis gestellt. Trotz der wirtschaftlich angespannten Situation des Herstellers konnten Conchess-Geräte und darauf basierende Programme mehrfach vordere Platzierungen erzielen.

  • 1984 – World Microcomputer Chess Championship (Glasgow):

Das Programm Princhess errang den geteilten Weltmeistertitel in der kommerziellen Gruppe. Der Erfolg gilt als Höhepunkt der Conchess-Geschichte und belegte die Leistungsfähigkeit der Kombination aus effizientem Programmcode und angepasster Hardware.

  • 1985 – World Microcomputer Chess Championship (Amsterdam):

Die Programme Princhess und Plymate erreichten jeweils den zweiten Platz. Die Veranstaltung markierte zugleich einen Wendepunkt, da Richard Langs Programme für die Mephisto-Reihe erstmals eine deutliche Dominanz zeigten.

Bei internationalen Turnieren, insbesondere Mitte der 1980er Jahre, profitierte Conchess von der Kombination aus Rathsman's Software und von Lars Hjorth optimierter Hardware.

Darüber hinaus kamen Conchess-Computer auch bei weiteren internationalen Turnieren zum Einsatz, darunter Welt- und Europameisterschaften im Computerschach. Insgesamt trugen diese Auftritte wesentlich zum Ruf von Conchess als leistungsstarkem, wenn auch wirtschaftlich kurzlebigem System bei.

Bedeutung und Einordnung

Conchess nimmt innerhalb der Geschichte der Schachcomputer eine besondere Stellung ein. Die Geräte standen exemplarisch für die hohe Innovationskraft europäischer Entwickler in den frühen 1980er Jahren und demonstrierten, dass auch mit vergleichsweise begrenzten Hardware-Ressourcen eine konkurrenzfähige Spielstärke erreicht werden konnte.

Technisch war Conchess seiner Zeit in mehreren Punkten voraus, insbesondere durch den konsequent modularen Aufbau und die enge Abstimmung zwischen Hardware und Software. Die Programme von Ulf Rathsman zeigten, dass eine stark vereinfachte, aber extrem schnelle Bewertungsfunktion in Kombination mit großer Suchtiefe zu bemerkenswerten Ergebnissen führen konnte.

Zeitgenössische Rezensionen lobten insbesondere die spielerische Stärke und das modulare Konzept der Conchess-Schachcomputer. Kritisch angemerkt wurden vereinzelt Aspekte der mechanischen Ausführung, insbesondere die Empfindlichkeit der Sensorsysteme bei Transport und thermische Probleme. Diese Punkte spielten auch bei späteren Vertriebsentscheidungen eine Rolle.

Wirtschaftlich blieb Conchess jedoch hinter seinem technischen Potenzial zurück. Ambitionierte Produktionsziele, mehrere Insolvenzen beteiligter Unternehmen sowie der gescheiterte Vertrieb über den US-Markt verhinderten eine nachhaltige Etablierung der Marke. Der Niedergang von Conchess steht damit exemplarisch für die Risiken der frühen Schachcomputer-Industrie, in der technischer Erfolg nicht zwangsläufig wirtschaftliche Stabilität bedeutete.

In der Literatur und in Sammlerkreisen kursieren teils deutlich niedrigere Angaben zur Gesamtstückzahl. Nach Aussagen von Ulf Rathsman, der als Hauptentwickler direkten Einblick in die Produktions- und Abrechnungszahlen hatte, wurden jedoch insgesamt rund 37.000 Conchess-Geräte produziert und verkauft. Diese Zahl gilt heute als die verlässlichste verfügbare Angabe.

Heute gelten Conchess-Schachcomputer als wichtige historische Zeugnisse der frühen Mikrocomputer-Ära. Aufgrund ihrer spielerischen Stärke, der modularen Architektur und der vergleichsweise geringen Produktionszahlen genießen sie in der Sammler- und Retro-Computerszene einen hohen Stellenwert.


  • Informationen wurden von Ulf Rathsman und Lars Hjorth zur Verfügung gestellt


Schachcomputer

Bilder

Prototypen

Bilder von Thorsten Czub und Weiteren

Weblinks

YouTube Video by Vince Gum

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