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CompuChess Second Edition

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CompuChess Second Edition
Hersteller Data Cash Systems / Staid Inc.
Markteinführung 1978
CElo ca. 900
Programmierer David B. Goodrich & Associates
Prozessor F8 (Fairchild 3850)
Prozessortyp 8 Bit
Takt 3,57 MHz (Quarz 3,579545 MHz)
RAM 256 Byte (+ 64 Byte Scratchpad im F3850)
ROM 4 KB
Bibliothek keine / kein Eröffnungsbuch
Einführungspreis
Rechentiefe
BT-2450
BT-2630
Colditz
Verwandt CompuChess, Novag Chess Champion MK I (Programmfamilie), Conic Master I
Zugeingabe Tastatur
Zugausgabe LED-Display
Display 4 × 7-Segment
Stromversorgung Netzbetrieb (USA-Netzteil am Gerät; 105–130 V~ 50/60 Hz)
Spielstufen 6
Maße 19 × 12 × 4,3 cm
Sonstiges
Beherrscht die Varianten Springerspiel und Amazonenkönigin; 1500 abrufbare Mittelspielstellungen; deutlich kürzere Rechenzeiten als CompuChess (≈ doppelte Geschwindigkeit).

Die CompuChess Second Edition (auch CompuChess II oder The Second Edition) war ein dedizierter Schachcomputer des US-Herstellers Data Cash Systems, der 1978 als überarbeitete Version des CompuChess erschien.

Im Vergleich zum Vorgängermodell verkürzten sich die Rechenzeiten deutlich, da das Gerät mit höherem Prozessortakt und erweitertem Programmspeicher arbeitete. Äußerlich blieb es der frühen Tastatur-Generation treu: Die Züge wurden über eine Tastenmatrix eingegeben und über ein vierstelliges LED-Display ausgegeben.

Historischer Kontext

Die Markteinführung erfolgte vermutlich im Sommer 1978 in den USA; in Deutschland erschien das Gerät nachweislich im Herbst desselben Jahres. Die Second Edition war insgesamt seltener als das ursprüngliche Modell. Konkrete Produktionszahlen wurden nicht veröffentlicht; Sammlerschätzungen gingen von einer vergleichsweise kleinen Stückzahl aus.

Gehäuse und Bedienung

Das Gerät besaß ein kompaktes Tischgehäuse in Holzoptik. Die Anzeige erfolgte über vier 7-Segment-LED-Elemente, die Züge in Koordinatenform darstellten. Der Benutzer gab seine Züge über die Tastatur ein. Das Gerät spielte wahlweise mit Weiß oder Schwarz. Zeitgenössische Berichte erwähnten, dass das Programm gelegentlich illegale Züge akzeptierte oder selbst erzeugte, was bei frühen Mikro-Schachcomputern nicht ungewöhnlich war.

Hardware

Prozessor und Geschwindigkeit

Als CPU diente der Fairchild F3850 aus der F8-Familie. Der Prozessor arbeitete mit einem Takt von etwa 3,57 MHz, üblicherweise realisiert über einen 3,579545-MHz-Quarz. Der ursprüngliche CompuChess lief mit etwa halber Frequenz (ca. 1,78 MHz). Dadurch verdoppelte sich bei identischer Programmstruktur annähernd die Anzahl ausführbarer Instruktionen pro Zeiteinheit, was die Rechenzeiten spürbar verkürzte.

Speicherstruktur

Die Second Edition verfügte über:

  • 256 Byte externes RAM + zusätzlich 64 Byte internes Scratchpad-RAM im F3850
  • 4 KB ROM

Trotz dieser sehr geringen Speicherausstattung realisierte das Programm eine vollständige Schachlogik. Dies gelang durch äußerst kompakte Kodierung der Brettstellung, minimale Suchspeicherstrukturen und eine stark optimierte Bewertungsroutine. Ein Eröffnungsbuch war nicht vorhanden.

Programm und Spielstufen

Das Gerät bot sechs Spielstufen. Mit steigender Stufe erhöhte sich die Rechentiefe, wodurch die Denkzeiten stark zunahmen. Die Zeitangaben lauteten:

  • Stufe 1 – sofortige Antwort
  • Stufe 2 – ca. 7–10 Sekunden
  • Stufe 3–4 – ca. 10 Sekunden bis mehrere Minuten
  • Stufe 5 – mehrere Minuten
  • Stufe 6 – bis zu mehreren Stunden (u. a. für Matt-in-2-Aufgaben)

Eine blinkende Anzeige („-“) signalisierte, dass das Gerät bei drohendem Materialverlust oder Matt tiefer rechnete.

Das Programm war leicht überarbeitet worden und erzeugte teilweise andere Züge als der CompuChess.

Besonderheiten

Schachvarianten

Die Second Edition beherrschte zwei Varianten:

  • Amazonenkönigin – Die Dame durfte zusätzlich wie ein Springer ziehen.
  • Springerspiel – Fast alle Figuren zogen wie Springer (Ausnahme: König und Bauern).

Mittelspielstellungen

Es waren 1500 abrufbare Mittelspielstellungen fest eingespeichert. Diese konnten zufällig ausgewählt und nach Schwierigkeitsgrad gruppiert werden. Die Funktion diente Trainings- und Wettbewerbszwecken.

Spielstärke

In unserer Aktiv-Elo-Liste erreichte die CompuChess Second Edition trotz höherer Taktfrequenz keine Verbesserung gegenüber der Erstversion. Im Gegenteil, sie liegt etwa 30 Elo-Punkte unter dem ursprünglichen CompuChess.

Dieser Befund wirkte zunächst widersprüchlich, da die Second Edition mit etwa 3,57 MHz arbeitete und damit nahezu doppelt so schnell rechnete wie das erste Modell. Die Ursache lag jedoch nicht in der Hardware, sondern in der Programmstruktur.

Tests und Turnieranalysen zeigten, dass das leicht überarbeitete Programm teilweise andere Züge erzeugte als die Erstversion. Offenbar waren Bewertungsparameter oder interne Suchbedingungen verändert worden. Bereits geringfügige Anpassungen in der Materialgewichtung, Zugreihenfolge oder in Abbruchkriterien konnten bei den extrem speicherlimitierten Systemen der späten 1970er Jahre erhebliche Auswirkungen auf das Spielverhalten haben.

Darüber hinaus hatte die Second Edition in praktischen Partien erhebliche Probleme, zwingende Mattstellungen oder deutliche Materialüberlegenheit zu verwerten. Obwohl das Gerät auf höheren Spielstufen theoretisch auch Aufgaben wie „Matt in 2“ berechnen konnte, wurden in realen Partien gewinnbringende Mattkombinationen nicht bzw. nur sehr selten umgesetzt. Das Programm arbeitete primär mit einer vollständigen Variantensuche ohne gezielte Mustererkennung. Mattmotive wurden nicht explizit priorisiert, sondern lediglich im Rahmen der allgemeinen Bewertungsfunktion behandelt. Dadurch konnte es vorkommen, dass forcierte Gewinnwege nicht als beste Fortsetzung ausgewählt wurden.

== Partiebeispiele

Die geringfügig schwächere Spielstärke der Second Edition erklärte sich somit aus einer Kombination aus geänderten Programmparametern, möglicher Reduktion effektiver Suchtiefe in kritischen Stellungen und den generellen taktischen Grenzen früher Mikro-Schachprogramme.

Die Differenz von rund 30 Elo-Punkten lag zudem innerhalb der üblichen statistischen Streuung damaliger Testreihen, die häufig nur auf begrenzten Partienzahlen basierten.

Einordnung

Die CompuChess Second Edition stellte eine spürbare technische Verbesserung gegenüber dem ersten Modell dar. Sie arbeitete schneller, bot mehr Programmspeicher und zusätzliche Funktionen.

Gleichzeitig blieben typische Einschränkungen früher Mikro-Schachcomputer bestehen: geringe Rechentiefe, kein Eröffnungsbuch, gelegentliche Regelprobleme und insgesamt nur mittlere Spielstärke.

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