Fidelity Playmatic S
| Fidelity Playmatic S | ||
|---|---|---|
| Hersteller | Fidelity | |
| Markteinführung | 1983 | |
| CElo | 1707 | |
| Programmierer | Spracklen, Dan & Kathe | |
| Prozessor | 6502 | |
| Prozessortyp | 8 Bit | |
| Takt | 3,1 MHz | |
| RAM | 2 KB | |
| ROM | 16 KB (erweiterbar auf 32KB) | |
| Bibliothek | ca. 3.000 Züge / 4.400 Stellungen | |
| Einführungspreis | 898 DM | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | ||
| Colditz | 1648 | |
| Verwandt | Fidelity Sensory 9 | |
| Zugeingabe | Magnetsensoren | |
| Zugausgabe | 64 Feld-LEDs | |
| Display | --- | |
| Stromversorgung | Netz = 9V~ / 1.1A | |
| Spielstufen | 8 Spielstufen + 2 Analysestufen (s.h. Infos) | |
| Maße | 46,5 x 48,2 x 3,5 cm | |
| Sonstiges | ||
| Erweiterbar durch Eröffnungsmodule CB9 und CB16 | ||
Der Fidelity Playmatic S war ein Schachcomputer des US-amerikanischen Herstellers Fidelity Electronics, der 1983 vorgestellt wurde. Er beinhaltete eine verbesserte Programmversion des Fidelity Sensory Chess Challenger 9 und gehörte zu den leistungsstärkeren sensorbasierten Schachcomputern seiner Zeit. Zielgruppe waren vor allem ambitionierte Hobby- und Vereinsspieler. Charakteristisch waren die vollständig in ein hochwertiges Holzschachbrett integrierte Elektronik sowie modulare Erweiterungsmöglichkeiten für die Eröffnungsmodule CB9 und CB16.
Einordnung und Marktposition
Zum Zeitpunkt der Markteinführung lag der Verkaufspreis für das Neugerät bei rund 900 DM. Besonders hervorzuheben war die Upgrade-Möglichkeit für Besitzer des Vorgängermodells Fidelity Sensory 9. Für etwa 600 DM konnten diese Geräte in der deutschen Fidelity-Niederlassung sowohl technisch als auch optisch auf den Stand des Playmatic S aufgerüstet werden. Aufgrund der doppelt so hohen Rechengeschwindigkeit und der gesteigerten Spielstärke konnte der Playmatic S jedoch nicht lediglich als „Luxusausführung“ des Sensory 9 betrachtet werden.
Das Schachbrett mit Holzfiguren wurde in Deutschland gefertigt. Die Elektronik war vollständig im Brett integriert; lediglich Leuchtdioden in den Feldern, dezente Drucktaster an der Seite sowie die Stromversorgung wiesen auf den Computercharakter des Geräts hin.
Technik und Bedienung
Der Playmatic S besaß ein Magnetsensorbrett, bei dem die Züge durch das Setzen der Figuren erkannt wurden. Vom Computer berechnete Züge wurden über 64 Feld-LEDs angezeigt, akustische Signale informierten über fehlerhafte Aufstellungen, Mattankündigungen, Matt, Patt oder Remis. Die Software unterstützte u.a. Standardfunktionen wie Zugrücknahme, Zugvorschläge für den menschlichen Spieler und Einsicht in den Rechenvorgang des Computers.
Spielstärke und Funktionen
Die niedrigste Spielstufe richtete sich an Anfänger, höhere Stufen boten auch erfahrenen Spielern eine ernsthafte Herausforderung. Besonderheiten waren unter anderem eine zusätzliche Figur, die nicht Teil des eigentlichen Spiels war, sondern zur Eingabe bestimmter Befehle diente.
Endspielkenntnisse: Das Programm beherrschte komplexe Regeln wie die Opposition (Abdrängen des Königs) sowie Unterverwandlung (Umwandlung in z.B. Turm oder Springer statt Dame).
Eröffnungen: Der Playmatic S verfügte über ein internes Eröffnungsrepertoire, darunter die Französische Verteidigung. Ohne Zusatzmodule spielte der Computer meist passiv; aktivere Eröffnungsvarianten konnten durch die steckbaren Eröffnungsmodule CB9 und CB16 genutzt werden.
Spielmodi: Neben acht Spielstufen (Stufe 1 für Anfänger, ab Stufe 3 für Fortgeschrittene) verfügte das Gerät über einen Schiedsrichter-Modus, in dem es die Regelkonformität der Züge zweier menschlicher Spieler überwachte. Weitere Funktionen umfassten Zugrücknahme, Anzeige des Rechenvorgangs, Zugvorschläge für den Spieler, Schiedsrichterfunktion für zwei menschliche Spieler und das Spielen mit Schwarz bei gedrehtem Brett.
Der Zufallsgenerator wählte nur dann Züge nach dem Zufallsprinzip, wenn nach der Positionsbewertung völlig gleichwertige Optionen vorhanden waren. Die Variationsbreite war somit geringer als bei Geräten, die auch annähernd gleichwertige Züge zufällig auswählten.
Module und Eröffnungswissen
Wie beim Sensory 9 unterstützte der Playmatic S steckbare Eröffnungs- und Endspielmodule, die auch während einer laufenden Partie gewechselt werden konnten. Die Modulanschlüsse befanden sich auf der Rückseite des Geräts. Auch ohne Modul verfügte der Computer über ein umfangreiches, überwiegend passiv genutztes Eröffnungswissen. Mit eingesetztem Modul griff der Playmatic S auf aktivere gespeicherte Varianten zurück.
Kritik
Zeitgenössische Testberichte lobten die hochwertige Verarbeitung und die im Holzbrett versteckte Elektronik, die das Spielgefühl einer klassischen Schachpartie vermittelte. Kritisiert wurde die teils umständliche Befehlseingabe über die Spielfelder, die häufiges Nachschlagen im Handbuch erforderlich machte.
Bewertung und Bedeutung
Der Fidelity Playmatic S galt als leistungsfähiger Schachcomputer seiner Epoche, besonders geeignet für Training unter turnierähnlichen Bedingungen und bot vielen Spielern einen zuverlässigen und jederzeit verfügbaren Spielpartner.
In der Entwicklungsgeschichte hochwertiger Schachcomputer mit Sensorbrett nahm der Playmatic S einen festen Platz ein und zählt zu den bekanntesten Modellen von Fidelity Electronics.
Spielstufen Übersicht
| Spielstufe | Anzeige | Zeitkontrolle | Antwortzeit |
|---|---|---|---|
| 1 | H1 | 60 Züge / 5 Minuten (Blitzschach) | 5 Sekunden |
| 2 | H2 | 60 Züge / 15 Minuten (Schnellschach) | 15 Sekunden |
| 3 | H3 | 60 Züge / 30 Minuten | 30 Sekunden |
| 4 | H4 | 60 Züge / 60 Minuten | 60 Sekunden |
| 5 | H5 | 30 Züge / 60 Minuten | 2 Minuten |
| 6 | H6 | 40 Züge / 2 Stunden (Turnierschach) | 3 Minuten |
| 7 | H7 | 40 Züge 2,5 Stunden (Turnierschach) | 3 Minuten 45 Sekunden |
| 8 | H8 | 30 Züge / 3 Stunden | 6 Minuten |
| 9 | H1 - H8 | zeitlich unbegrenzte | Analyse- und Mattsuchstufe |
YouTube Video by Vince Gum
