Commodore Chessmate
| Commodore Chessmate | ||
|---|---|---|
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| Hersteller | Commodore | |
| Markteinführung | 1978 | |
| CElo | 683 | |
| Programmierer | Jennings, Peter | |
| Prozessor | 6504 | |
| Prozessortyp | 8 Bit | |
| Takt | 1 MHz | |
| RAM | 320 Bytes | |
| ROM | 5 KB | |
| Bibliothek | 32 Eröffnungen à la 16 Züge | |
| Einführungspreis | 199 DM (99 €) | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | ||
| Colditz | ||
| Verwandt | Novag Chess Champion MK II, TEC Schachcomputer | |
| Zugeingabe | Tastatur | |
| Zugausgabe | Display | |
| Display | 4-stellige 7-Segment Anzeige | |
| Stromversorgung | Netz = AC, 10V, 600 mA | |
| Spielstufen | 8 | |
| Maße | 16 x 22 x 5 cm | |
| Sonstiges | ||
| Enthält Programm Microchess 1.5 | ||
Der Commodore Chessmate war ein dedizierter Schachcomputer des Herstellers Commodore International, der 1978 vorgestellt wurde. Er zählt zu den frühen Schachcomputern für den Heimgebrauch und basierte technisch weitgehend auf dem Einplatinencomputer "KIM-1". Das Gerät verwendete das Schachprogramm MicroChess 1.5 von Peter R. Jennings.
Geschichte
Der Chessmate-Schachcomputer wurde im Juni 1978 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Chicago erstmals präsentiert. Entwickelt wurde er bei Commodore International Limited. Die Serienproduktion erfolgte aus Kostengründen in Hongkong.
Der Vertrieb konzentrierte sich auf die USA, Großbritannien und Deutschland. Ein großer kommerzieller Erfolg blieb dem Gerät jedoch versagt. Heute gilt er als seltenes Sammlerstück.
Software
Als Schachprogramm kam MicroChess 1.5 zum Einsatz, das Peter R. Jennings 1977 für den KIM-1 entwickelte. In einigen Quellen wird MicroChess 2.0 genannt, jedoch gilt Version 1.5 als die tatsächlich verwendete Fassung.
Das Programme bot:
- eine einfache Bewertungsfunktion
- begrenzte Suchtiefe
- Eröffnungsbibliothek
- regelkonformes Spiel einschließlich Rochade und en passant
Die effektive Rechentiefe betrug bei etwa drei Minuten pro Zug zwei Halbzüge.
Hardware
Der Chessmate war im Wesentlichen ein modifiziertes KIM-1-System, bei dem der Monitor durch Tastatur und eine 4-stellige 7-Segment Anzeige ersetzt wurde.
Prozessor
- MOS MPS 6504
- 1 MHz Taktfrequenz
- 28-Pin-Variante des MOS 6502
- 13 Adressleitungen (8 KB adressierbar)
Speicher
- 5 KB ROM (Schachprogramm)
- 320 Byte RAM gesamt
- MOS 6530 RIOT mit:
- 64 Byte RAM
- 1 KB ROM
- Ein-/Ausgabeports
- Timer
Ein- und Ausgabe
- vier 7-Segment-LED-Anzeigen
- zusätzliche Status-LEDs
- Membrantastatur zur Zugeingabe
- akustische Signalgeber (Pieper)
Funktionen
Der Funktionsumfang war zur Zeit der Markteinführung beachtlich:
- acht Schwierigkeitsstufen
- eingebaute Schachuhren (Summenzeit)
- Farbwahl (Weiß oder Schwarz)
- Spiele gegen sich selbst
- Stellungsprüfungen während des Spiels
- Problemeingabe
- regelkonformes Spiel (Rochade, en passant)
- 32 Standarderöffnungen
- ca. 500 Halbzüge insgesamt
- bis zu 16 Züge pro Variante
- Zufallsgeneratoren in der Eröffnungsphase
- Matt-in-zwei-Zügen lösbar
- 14 elektronische Töne
- Siegesmelodien bei Gewinn
- „Trauermarsch“ bei Niederlage
Modellausführungen
Es existieren zwei Gehäusevarianten:
- cremefarbene Gehäuse (häufigste Version)
- hellblaue Gehäuse (selten)
Die Varianten sind technisch identisch.
Spielstärke
Die Spielstärke der Chessmate-Schachcomputer liegt im Anfängerbereich. Für geübte Hobbyspieler stellen sie keine große Herausforderung dar. Aus technischer Sicht gelten die Programme jedoch als bemerkenswerte Leistungen, da sie mit äußerst geringem Speicher auskommen.
Rezeption und Besonderheiten
Zeitgenössische Nutzerberichte heben insbesondere die akustischen Eigenschaften der Geräte hervor. Schachfreund Tom Spira beschreibt das Spiel mit dem Chessmate nachfolgend sehr plastisch:
"Der Chessmate macht bei Tastendruck und Zugausgabe Piepstöne, die der natürlichen Obertonreihe entsprechen. Wenn er matt gesetzt wird ertönt eine wirre Tonfolge, die befürchten lässt, er explodiert gleich. Wenn er hingegen matt setzt, ertönt eine Tonfolge, die einem (hämischen) Lachen ähnelt. - Ich bin Musiker, besser kann ich es nicht beschreiben. Zudem gab es das "H-Knack"-Problem: Beim Lesen über das historische Programm "Robot Chess" von 1952, wo innerhalb des Feldes von 10x10 Feldern das Schachbrett eingebettet wurde, fiel mir mein alter Chessmate wieder ein: In ausweglosen Situationen kam es vor, dass er seinen Springer nach "H-Knack" zog, soll heißen: Das Ursprungsfeld des Springers wurde noch korrekt angegeben, das Zielfeld aber nicht. Das Zielfeld war hingegen ein Feld der Spalte H, die auch erreichbar war - aber nicht in eine der Zeilen 1-8, sondern offenbar außerhalb des Schachfeldes. In der Anzeige erschien dann z. b. "G8-H-", wobei die Töne für "G", "8" und "H" gewohnt ertönten, hingegen bei der Teilkoordinate "-" lediglich ein "Knack". Solche Partien ließen sich nicht weiter spielen, weil unklar war, wo der Computer wähnte, dass sein Springer wohl steht (jedenfalls nicht auf dem regulären Schachbrett)."
Bedeutung
Der Chessmate dokumentiert eine frühe Phase des Computerschachs, in der komplexe Spiele erstmals auf Mikroprozessoren mit sehr begrenzten Ressourcen umgesetzt wurden. Die Arbeit von Peter R. Jennings gilt als Pionierleistung der Schachprogrammierung.
Mit dem Aufkommen leistungsfähiger Heimcomputer verlagerte sich das Computerschach in den 1980er Jahren zunehmend auf Softwarelösungen, wodurch dedizierte Schachcomputer wie der Chessmate an Bedeutung verloren.
Bilder
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Level Beschreibung
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Platine
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PCB
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