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[[Kategorie:Schachcomputer]] | [[Kategorie:Schachcomputer]] | ||
Version vom 14. Januar 2026, 15:19 Uhr
| Milton Bradley - Milton | ||
|---|---|---|
| Hersteller | Milton Bradley | |
| Markteinführung | 1983 | |
| CElo | 1300 | |
| Programmierer | Taylor, Mark | |
| Prozessor | 6502 | |
| Prozessortyp | 8 Bit | |
| Takt | 2 Mhz | |
| RAM | 2 KB | |
| ROM | 16 KB | |
| Bibliothek | 300 Halbzüge | |
| Einführungspreis | 1598 DM (799 EUR) | |
| Rechentiefe | ||
| BT-2450 | ||
| BT-2630 | ||
| Colditz | ||
| Verwandt | SciSys Chess Champion Mark V | |
| Zugeingabe | Drucksensoren | |
| Zugausgabe | Magnetführung (Induktionsspulen) | |
| Display | kein | |
| Stromversorgung | ||
| Spielstufen | 12 | |
| Maße | 56 x 47 x 8,5 cm (ohne Abdeckhaube) | |
| Sonstiges | ||
| zieht Figuren selbst; beherrscht Unterverwandlungen | ||
| Level Info | ||
| Bedenkzeit | Level | |
| 30 Sek. / Zug | 4 (20 Sek.) | |
| 30 Min. / Partie | - | |
| 60 Sek. / Zug | 6 | |
| 60 Min. / Partie | - | |
| Turnier | 10 | |
| Analyse | 12 | |
Milton Bradley Milton / Phantom / Grandmaster
Geschichte und Namensgebung
In den frühen 1980er-Jahren stieg Milton Bradley in den wachsenden Markt für dedizierte Schachcomputer ein. Der Milton Bradley erlangte Berühmtheit als „Roboter-Schachcomputer“, da er als eines der ersten kommerziellen Geräte in der Lage war, seine eigenen Figuren physisch über das Brett zu bewegen. Das entwickelte Gerät war technisch identisch, wurde jedoch aus Marketinggründen unter verschiedenen Namen in unterschiedlichen Regionen veröffentlicht.
Marktvarianten und Bezeichnungen
Milton Bradley (MB) vertrieb das technisch identische Gerät unter drei verschiedenen Namen, um verschiedene Regionen zu bedienen:
Grandmaster: Verkauft auf dem US-amerikanischen Markt.
Milton: Verkauft in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich.
Phantom: Verkauft in Großbritannien.
Abgesehen von den Namen auf dem Gehäuse, den Bezeichnungen der Funktionstasten, den Handbüchern und den regionalen Netzteilen waren die Maschinen völlig gleich. Während der Grandmaster in den USA und der Milton in Deutschland heute noch relativ häufig zu finden sind, gilt der Phantom aufgrund geringer Verkaufszahlen in Großbritannien als selten.
Technologie und Funktionsweise
Das herausragende Merkmal des Computers ist seine "Roboter"-Funktionalität, die auf einer komplexen Mechanik im Inneren des Gehäuses basiert.
XY-Plotter-Mechanik
Im Gegensatz zu den meisten Schachcomputern dieser Zeit, die Züge über LEDs oder Displays anzeigten, nutzt dieses Gerät eine sogenannte XY-Plotter-Mechanik, um Figuren physisch zu bewegen. Unterhalb des Schachbretts befindet sich ein elektromagnetischer Schlitten, der sich auf zwei Schienen (X- und Y-Achse) bewegen kann, d.h. Motoren treiben Riemen an, die einen Elektromagneten entlang zweier Metallstangen in der x- und y-Achse bewegen.
Der Spielablauf gestaltet sich wie folgt:
Zugeingabe: Das Schachbrett ist druckempfindlich. Der menschliche Spieler führt seinen Zug aus, indem er die Figur auf dem Start- und Zielfeld leicht andrückt.
Zugausführung des Computers: Wenn der Computer einen Zug berechnet hat, fährt der Magnetschlitten unter die entsprechende Figur, aktiviert den Magneten und zieht die Figur über die Brettoberfläche auf das Zielfeld.
Schlagen von Figuren: Bei einem Schlagzug bewegt die Mechanik zunächst die geschlagene Figur vom Brett an den Rand, bevor die eigene Figur auf das nun freie Feld gezogen wird.
Figurenbewegung:
Da alle Schachfiguren Magnete im Boden haben, kann der Elektromagnet unter dem Brett die benötigte Figur „greifen“ und zum Zielquadrat ziehen.
Interaktion:
Wenn Figuren im Weg stehen, werden diese vom System beiseite geräumt und anschließend wieder zurück an ihre Position geschoben. Geschlagene Figuren werden automatisch auf zugewiesene Felder am Spielfeldrand transportiert.
Spielstufen
| Stufe | Zeit |
|---|---|
| 1 | 1 Sekunde |
| 2 | 5 Sekunden |
| 3 | 10 Sekunden |
| 4 | 20 Sekunden |
| 5 | 40 Sekunden |
| 6 | 1 Minute |
| 7 | 1 Minute 30 Sekunden |
| 8 | 2 Minuten |
| 9 | 2 Minuten 30 Sekunden |
| 10 | 3 Minuten |
| 11 | 3 Minuten 45 Sekunden |
| 12 | Unlimited |
Auf Spielstufe 12 denkt MILTON ohne zeitliche Begrenzung. Er macht erst dann seinen Zug, wenn Sie UMSCHALT, STOP-Taste drücken.
Entwicklungsgeschichte
Die Entstehung des Computers geht auf eine Initiative von Milton Bradley im Juni 1981 zurück, als das Unternehmen David Levy von der Firma Intelligent Software um Beratung bat.
Das „magische“ Treffen
Bei einem Treffen in East Longmeadow, Massachusetts, präsentierte MB David Levy einen Prototypen. Levy beschrieb später, wie er nach Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung beobachtete, wie sich ein Bauer wie von Geisterhand von e2 nach e4 bewegte, ohne dass ein menschliches Eingreifen oder ein sichtbares Gerät erkennbar war.
Entwicklung und Programmierung
MB beauftragte Intelligent Software damit, den Mechanismus zur Marktreife zu führen und ein passendes Schachprogramm zu entwickeln.
Zeitrahmen:
MB setzte ein enges Zeitlimit von nur fünf Monaten für den Abschluss des Projekts.
Software:
Intelligent Software schrieb sowohl das Schachprogramm als auch die Steuerungssoftware für das elektromagnetische System.
Zielsetzung:
Das Programm sollte stärker sein als Sargon 2.5 auf einem Apple-Computer.
Die Produktion begann Ende 1982, sodass die Geräte Anfang 1983 in den Handel kamen.
Spielstärke und Funktionen
Die Spielstärke des Geräts liegt etwa bei 1350 Elo. Dies war für Gelegenheitsspieler in den 80er-Jahren absolut ausreichend, während erfahrene Vereinsspieler das Gerät relativ schnell besiegen konnten.
Neben dem normalen Spiel bietet der Computer verschiedene Zusatzfunktionen:
Lernmodus:
Der Computer kann legale Züge demonstrieren und Hinweise geben.
Autoplay:
Der Computer spielt gegen sich selbst, wobei die automatische Bewegung der Figuren besonders zur Geltung kommt.
Problem-Modus:
Ermöglicht das Aufbauen und Lösen spezifischer Schachstellungen.
Erbe
Nach dem Rückzug von Milton Bradley aus dem Markt wurde das Patent für die Technologie der selbstziehenden Figuren an Fidelity Electronics verkauft. Fidelity nutzte die mechanische Basis für nachfolgende Modelle, wie den Fidelity Phantom (6100), der mit einem deutlich stärkeren Programm des Ehepaars Dan und Kathe Spracklen ausgestattet war.
Inside the Chess Computer






