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Klone

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Version vom 15. März 2026, 22:15 Uhr von Chessguru (Diskussion | Beiträge)
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Einige Hersteller von Schachcomputern sind wahre Weltmeister im Recyceln. Alte Hard- und Software wurde kurze Zeit später in einem neuen Gehäuse und mit anderem Namen wieder auf den Markt gebracht. Für einen Käufer konnte dies eine ärgerliche Überraschung sein und selbst heute gibt es dieses Phänomen bei Billig-Schachcomputern noch. Diese Klone sollen im Folgenden nun identifiziert und vorgestellt werden.

Die Identifizierung von Klonen ist sowohl für Nutzer und Sammler interessant, als auch nützlich bei der Planung von Turnieren, um dort doppelte Teilnehmer zu vermeiden. Ich selber sammele Schachcomputer, aber nur nach der drinnen arbeitenden Software. Habe ich ein Gerät mit einer spezifischen Software, so interessiert mich ein Duplikat nicht mehr, auch wenn es in völlig anderem Gewand daher kommt. Daher habe ich Verfahren entwickelt, um Duplikate zu entdecken.

Als "100% Klon" bezeichne ich ein Gerät mit derselben Hardware (CPU, Takt, RAM) und gleicher Softwareversion. Das Gehäuse ist nicht relevant, auch kleine Änderungen am Eröffnungsbuch führen nicht zu einem neuen Gerät. Ebenso wenig zusätzliche Funktionen wie Meisterpartien, Lehrgänge, Sprachausgabe und andere Features, die das eigentliche Spiel nicht beeinflussen. Daher ist die ROM-Größe keine zuverlässige Kenngröße zur Ermittlung von Klonen. Erst wenn die Hardware und/oder Software so stark verändert wird, dass die Geräte nicht mehr gleich spielen ist etwas Neues entstanden. Ähnliche Geräte (nicht 100% identisch) nenne ich "verwandt". Das kann durch Fehlerkorrekturen oder leichte Verbesserungen der Software passieren oder durch andere Performance der Hardware, also wenn dieselbe Software auf anderer Hardware schneller oder auch langsamer läuft (was i. A. in einer unterschiedlichen Spielweise resultiert).

Um Klone zu entdecken hilft zunächst ein Blick in das Handbuch - ist die Bedienung fast identisch und sind die Spielstufen gleich wie bei einem anderen Modell, so ist dies ein Indiz für einen Klon. Der nächste Blick gilt der Hardware, was aber ein Öffnen des Geräts verlang (wenn nicht genaue Angaben zu CPU, RAM und Takt im Handbuch stehen). Abgesichert wird ein Verdacht durch ein Spiel beider Probanden nach folgendem Modus:

Beide Geräte spielen ab der Grundstellung gegen sich selbst (Autoplay) auf gleichem Level (schnelle Level reichen, z. B. 5 Sek/Zug), durch einen ersten Zug h3 oder f3 werden die Geräte aus den Buch geworfen. Nun veranlasst man auf jedem Gerät immer den Gegenzug (Wechsel von Weiß und Schwarz). Bei Klonen entwickelt sich auf beiden Computern dieselbe Partie mit gleichen Zugfolgen. Bei 20 gleichen Zügen kann man schon von Klonen ausgehen. Viele Geräte haben einen Zufallsgenerator, der bei gleichwertigen Zügen einen zufällig auswählt. Daher können auch bei 100% Klonen Abweichungen in der Zugfolge entstehen, in diesem Fall ist folgendermaßen vorzugehen: Auf einem der beiden Probanden wird der letzte Zug zurück genommen und die Berechnung neu gestartet. Dies kann mehrfach wiederholt werden (5-6 Mal kann schon mal vorkommen), solange bis dieser Computer denselben Zug ausführt, wie der Vergleichsrechner. Einige Modelle haben starke Schwankungen, z. B. die 4K-Software von Danielsen - da ist etwas Geduld gefragt. Nur wenn sich ein Zug überhaupt nicht reproduzieren lässt, muss an der Software was geändert worden sein.

Zur Identifizierung von Klonen habe ich meine Schachcomputer genau untersucht und derartige Tests durchgeführt. Weiterhin habe ich die Diskussionen und Ergebnisse über Klone in diesem Forum hinzu gezogen. Komplettiert wird es durch die Informationen zu Klonen von anderen Schachcomputer Seiten/Foren (international). Ich betrachte meine Liste daher als recht stabil, dennoch werden etliche Geräte fehlen und ich würde mich über Input und die Korrektur bzw. Ergänzung der Klon-Liste freuen.

Die Liste mit allen bislang bekannten Klonen ist nach Jahrgang geordnet, in der ersten Spalte erscheint das erste Gerät (Original). In der 2ten Spalte werden nur 100% Klone aufgeführt, die dritte Spalte enthält ähnliche/verwandte Geräte. Zu dieser Spalte folgt eine kurze Erläuterung, was die Geräte vom Original unterscheidet.

Achim Pietig

Klon-Liste
Stand: 15.03.2026

Verzeichnis der Klone & baugleichen Modelle

1977 bis 1982

Die spätere Version des MK I mit Quick-Resonse bzw. des VIDEOMASTERs antwortet fast doppelt so schnell und hat einen Takt von ca. 3 MHz.
Erste Version vom Intellect ist identisch zum CC3, später kam eine Version mit 4 Leveln heraus, die stark verändert ist und wohl eine Eigenentwicklung darstellt.
Ohne Extra-Spiele und geringerem Takt.
Original
100% Klone
Andere CPU im Diplomat
Fehlerkorrektur bei Rochade im CC B
Cassia und Toytronic mit A-Version und geringerem Takt
Original
Hegener + Glaser Mephisto I (1980)
Der SLC 1 basiert auf dem ROM des CC8, allerdings hat er nur eine feste Spielstufe und die Routinen des Sensorbretts wurden durch eine Keyboardeingabe und Displayausgabe ersetzt.
Unterschied nur bei Level 0
Der Savant II hat nur eine größere Eröffnungsbibliothek gegenüber dem Savant. Der Royale und Robot Adversary haben ebenfalls das Programm vom Savant, aber einen höheren Takt von 7,5 MHz.
Original
H&G Mephisto II (1981)
Höherer Takt und leichte Software-Verbesserungen
Verwandt
CAC-Modul für Mini Sensory
CAC mit Permanent Brain basiert auf gleicher Hardware und hat identische Spielstufen, es ist aber deutlich stärker als der Sensory 6.
Playmatic S mit höherem Takt und größerer Eröffnungsbilbilothek
Der CKM hat wie der TSB acht Spielstufen und 4 MHz, das Buch ist etwas kleiner. Später kamen leicht überarbeitete Versionen mit 12 Spielstufen heraus (bis 8 MHz).
Die erste Version hatte 6 MHz, später gab es den Presto/Octo mit 12 bzw. 15 MHz.

1983 bis 1987

Höherer Takt und leichte Programmverbesserungen
Original
Hegener + Glaser Mephisto III (1983)
Höherer Takt
Geringerer Takt, andere E-Bib
Rapier mit leicht geänderten Level-Zeiten
Original
Conchess Plymate Glasgow (1984)
Verwandt
andere Taktung
Das Maestro A-Modul hat ebenfalls die KSO-Eröffnungen. In der 6-MHz-Version ist das Programm gleichwertig zum TS432.
Original
Conchess Plymate Amsterdam (1985)
andere Taktung
Original
100% Klone
Engine identisch, Partien lassen sich reproduzieren.
Original
Solo und Escort mit etwas höherem Takt. Ältere Solos (1987) identisch mit Prelude.
100% Klone
Höherer Takt und gr. E-Bib (AVG 2100)
Original
100% Klone
Der ältere Triomphe hat nur den halben Takt.
Original
100% Klone
Original
100% Klone
Verwandt
Niedrigerer Takt (Roma II)
Original
Novag VIP (1987)
Verwandt

1988 bis 1993

Original
100% Klone
Novag Solo ab '88
Höherer Takt
Höherer Takt.
Engine identisch, andere Spielstufen und Lektionen.
Yeno ist sehr ähnlich, kleinere Änderungen an der Engine.
100% Klone
Mickey's 4in1
Original
100% Klone
Original
100% Klone
Original
100% Klone
Original
100% Klone
Gilt für jeweils gleiche Softwareversion (A-C)
Fehlerkorrekturen
Original
H&G Mephisto Mini (1989)
100% Klone
Original
Verwandt
höhere Taktung
Geringerer Takt
Gleiches Programm mit doppeltem Takt
Original
Verwandt
Fehlerkorrektur
Original
100% Klone
Original
100% Klone
Die Geräte haben kein Buch. Eldorado ist der Urvater, aber deutlich langsamer.
Original
100% Klone

1993 bis 2014

Originale mit Taktteilung. Klone ohne Teilung (12-16 MHz) mit kleinerer Bibliothek und teils Bugs. ROM identisch.
Original
100% Klone
Original
Novag Ruby (1993)
100% Klone
Original
100% Klone
100% Klone
Frühe Version mit 20MHz, spätere mit 26.6MHz.
Geringerer Takt bei Verwandten.
Höherer Takt (PeWa), geringerer Takt (MP alt)
Original
100% Klone
Original
Saitek Mephisto Atlanta (1997)
Verwandt
Magellan (16/20 MHz)
Senator (16/20 MHz)
Senator kann per HT-RAM zum Magellan umgebaut werden.
Teils auch Version mit Danielsen-4K-Programm.
Original
Original
Fehlerbehebung, größere Bibliothek (Citrine)
Phantom Force 5 MHz, andere 4 MHz. Alexandra auf SPLB32A (rechnet tiefer).
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